Zahlung mit Girocard wird komplizierter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.09.2016

Durch eine EU-Verordnung gibt es bei der Zahlung per Girocard künftig Wahlmöglichkeiten, wie die Abwicklung erfolgen soll – über die Bank oder eine Kreditkartenfirma. Bis die Option flächendeckend zur Verfügung steht, kann es allerdings noch eine Weile dauern.

Künftig könnte die Zahlung mit der Girocard – im Volksmund meist noch EC-Karte genannt – mehr Zeit in Anspruch nehmen. Als Umsetzung einer EU-Verordnung wird es möglich sein, neben der Abbuchung vom Girokonto auch die Abwicklung der Zahlung durch die Kreditkartenfirmen durchzuführen.

Kunden können zwischen Girocard-Funktionen wählen

Bislang kam die Zahlung über die Anbieter von Kreditkarten, also über Maestro (Mastercard) oder V-Pay (Visa), bei der Girocard nur dann vor, wenn sie im Ausland genutzt wurde. Bei Käufen im Inland wurde die Zahlung standardmäßig über die Bank abgewickelt. Nun müssen Kunden beim Zahlungsvorgang bald angeben, welche Funktion der Karte genutzt werden soll. Denn durch eine EU-Verordnung soll auch die Begleichung über Maestro oder V-Pay möglich sein. Für Verbraucher ändert sich abgesehen von der zusätzlichen Eingabe nichts, die Händler müssen allerdings unter Umständen mehr zahlen: Bei einer Abwicklung über die Bank werden bis zu 0,3 Prozent des Umsatzes an Gebühren fällig, bei Mastercard oder Visa ist es mindestens doppelt so viel. Die Änderung betrifft alle Exemplare der Girocard, auf denen eines der beiden Logos aufgedruckt ist, also die absolute Mehrheit der Karten.

Umsetzung der EU-Verordnung braucht Zeit

Bis die Kunden allerdings flächendeckend bei der Zahlung wählen müssen, wird es noch einige Zeit dauern. Aktuell ist die EU-Verordnung erst bei wenigen Anbietern umgesetzt, unter anderem bei manchen Tankstellen. Viele Kassensysteme müssen zunächst umgerüstet werden, was bis weit ins Jahr 2017 andauern könnte. Auch bei Kassenautomaten der Bahn oder in Parkhäusern ist neue Software nötig, manche Modelle müssen sogar komplett ausgetauscht werden. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet, hält der Handelsverband Deutschland (HDE) es für wahrscheinlich, dass Händler sich künftig für folgende Variante entscheiden: Bei der Zahlung mit Girocard kann sich der Kunde selbst per Knopfdruck den Auswahldialog anzeigen lassen. Andernfalls wird die Zahlung wie gewohnt über die Bank abgewickelt.

Quelle: SZ

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