Neue Zahlungsbestätigung: Selfie statt PIN

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.07.2015

Um Bezahlen mit dem Handy noch einfacher zu machen, experimentiert MasterCard mit biometrischen Zahlungsbestätigungen. Anstelle von PIN oder Passwort sollen Kunden künftig Zahlungen per Fingerabdruck oder einer Aufnahme ihres Gesichts, also einem Selfie, autorisieren. Der Kreditkartenanbieter will die neuen Zahlungsmethoden demnächst in einem Pilotprogramm testen.

500 Test-Kunden in den USA sollen im Herbst die Möglichkeit erhalten, sich beim Bezahlen mit dem Handy biometrisch auszuweisen, berichtet das IT-Nachrichtenportal „ZDNet.de“. Die Teilnehmer müssen dazu zunächst eine App auf ihrem Smartphone installieren. Dann können sie sich entscheiden, welche Zahlungsbestätigung sie künftig beim Mobile Payment mit dem Smartphone nutzen wollen: durch Gesichtserkennung oder per Fingerabdruck. Für Letzteres wird ein Gerät mit einem entsprechenden Sensor benötigt.

Biometrische Zahlungsbestätigung ruft Datenschützer auf den Plan

Bei der Authentifizierung per Gesicht nehmen die Kunden bei jedem Bezahlvorgang ein Selfie mit ihrem Smartphone auf. Da es im Netz nur so von Selbstporträts wimmelt, die für Betrugsversuche missbraucht werden können, soll eine Auflage die Sicherheit der Zahlungsbestätigung per Selfie erhöhen: Die Kunden müssen in die Kamera zwinkern. Anders als der Fingerabdruck wird das Selfie auf den Server der Kreditkartenorganisation übertragen. Aus diesem Grund schlagen Datenschützer Alarm. Auch einige Unternehmen, darunter Facebook, haben Vorbehalte gegenüber dem Einsatz der Gesichtserkennung.

2014 fanden im US-Handelsministerium Gespräche zwischen Wirtschaftsvertretern und Rechtsexperten statt, um freiwillige Richtlinien für den Einsatz von Technologien zur biometrischen Erkennung zu erarbeiten. Da die Unternehmen keine Notwendigkeit sahen, die Zustimmung ihrer Kunden einzuholen, bevor diese mittels biometrischer Daten identifiziert werden, brachen die Datenschützer die Gespräche ab.

Keine Bedenken bei Apple und Co.

MasterCard-Manager Ajay Bhalla sieht hingegen keinen Eingriff in die Privatsphäre. Die neue Generation werde das Bezahlen per Selfie sogar „cool finden“, sagte er gegenüber CNN. Schließlich würde diese Personengruppe ohnehin Selfies aufnehmen und im Netz verbreiten. Microsoft hatte zunächst noch Zweifel am Einsatz der Gesichtserkennung, hat seine Bedenken mittlerweile über Bord geworfen und kooperiert genauso wie Apple, Blackberry, Google und Samsung mit dem Kreditkartenunternehmen.

Bezahlen mit dem Handy soll einfacher und sicherer werden

Besitzer vieler EC-, Debit- oder Kreditkarten können auch in Deutschland in einigen Geschäften mit dem Handy bezahlen. Dazu müssen sie jedoch eine PIN oder ein Passwort eingeben. Um die Zahlungsbestätigung einfacher und sicherer gegenüber Betrügern zu machen, liebäugeln Kreditkartenunternehmen mit biometrischen Erkennungen. Im Gespräch ist auch die Verifizierung des Kunden über die Stimme oder den Herzschlag. Dieser soll ähnlich einmalig wie ein Fingerabdruck sein. Ein Unternehmen aus Kanada hat bereits ein Armband entwickelt, das Herzströme aufzeichnen und an Mobile-Payment-Anbieter weiterleiten können.

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