Zinsflaute macht Lebensversicherungen zu schaffen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.02.2017

Die derzeitige Zinsflaute bekommen auch Besitzer klassischer Renten- und Lebensversicherungen immer stärker zu spüren. Neue Berechnungen der Assekurata Ratingagentur zeigen ein Absinken der laufenden Verzinsung aus Überschussbeteiligungen und Garantiezins. Bei in diesem Jahr geschlossenen Verträgen liegt die Verzinsung im Schnitt bei 2,61 Prozent. Experten schätzen die Altersvorsorge durch klassische Lebensversicherungen als schwer kalkulierbar ein. Dazu tragen auch die unübersichtlichen Angebote der neuen Klassik bei.

Die Garantieversprechen auf hohe Renditen sind mit den derzeitigen Niedrigzinsen einfach nicht zu halten. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktstudie der Ratingagentur Assekurata. Klassische Lebens- und Rentenversicherungen werfen immer weniger ab und machen eine auf ihnen basierende Altersvorsorge zum schwer kalkulierbaren Unterfangen. Bei in diesem Jahr geschlossenen Verträgen sinkt die laufende Verzinsung aus Garantiezins und der Überschussbeteiligung auf durchschnittlich 2,61 Prozent.

Sinkende Renditen

Das Ergebnis der Neuberechnung zeigt somit einen um 0,25 Prozent niedrigeren Gesamtschnitt als noch 2016. Bei Policen ohne Garantiezins liegt die laufende Rendite sogar nur bei 2,4 Prozent und damit um 0,4 Punkte niedriger.

Im langfristigen Vergleich können Verbraucher auf eine 25-jährige Laufzeit hochgerechnet mit der neuen Generation der Policen eine Rendite von 2,5 Prozent erzielen. Klassische Verträge bieten etwa 2,4 Prozent. Zwischen den Werten der einzelnen Versicherer liegen jedoch zum Teil weite Kluften.

Immer häufiger finden sich in der Versicherungslandschaft Verträge der neuen Klassik, die ohne den üblichen Garantiezins angeboten werden. Zugesagt wird nur der Erhalt eingezahlter Beiträge samt einer Rendite. Die laufenden Verzinsungen bei klassischen Renten- und Lebensversicherungen liegen hingegen in der Kombination des Garantiezinses und der Überschussbeteiligung. Ersterer wird zwar vom Bundesfinanzministerium festgelegt, leidet jedoch seit Jahren unter fallenden Zinsen am Kapitalmarkt. So kommen alte Policen auf bis zu vier Prozent, während Abschlüsse aus diesem Jahr nur noch ein Prozent erzielen.

Klassische Policen und neue Klassiker

Produkte in der Welt der Altersvorsorge werden immer vielfältiger, erschweren jedoch auch den Überblick und Vergleich. Die Studie Assekuratas zeigt, dass dieses Jahr mehr Versicherer Produkte der neuen Klassik anbieten. Sie sollen Garantieversprechen und hohe Renditen verbinden, mindern diese zeitlich jedoch deutlich stärker als geläufige Lebensversicherungen mit Zinsgarantie.

Mit 2,44 Prozent zeigten sie sogar eine niedrigere laufende Verzinsung als bei herkömmlichen Rentenversicherungen. Auch die hochkomplexen Indexpolicen finden sich häufiger im Repertoire der Versicherer. Insgesamt nimmt die Transparenz durch die Vielfalt jedoch ebenso ab wie die Bereitschaft, sich dem Assekurata-Test zu stellen. 2017 stellten sich nur noch 52 Anbieter den Fragen – im Vorjahr waren es noch 62.

Quellen: FAZ, Versicherungsbote, Focus

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