Zusatzbeiträge der größten Krankenkassen stehen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.01.2016

Der Zusatzbeitrag der meisten gesetzlichen Krankenkassen steigt 2016. Drei der größten Kassen werden damit die 16-Prozent-Marke beim Gesamtbeitrag durchbrechen. Politik und auch die Krankenkassen selbst kritisieren, dass der Zusatzbeitrag allein zu Lasten der Arbeitnehmer geht und fordern eine Rückkehr zur Parität.

Aktuell veröffentlichen die gesetzlichen Krankenkassen die Höhe ihrer Zusatzbeiträge 2016. Mit den Ankündigungen von IKK Classic und AOK Rheinland/Hamburg zu Beginn der Woche stehen nun die Beiträge der zehn größten deutschen Krankenkassen für 2016 fest. Drei von ihnen werden mit ihrem Gesamtbeitrag die 16-Prozent-Marke durchbrechen, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Deutliche Erhöhung des Zusatzbeitrags bei IKK und AOK Rheinland/Hamburg

Demnach wird die IKK Classic den Zusatzbeitrag um 0,6 Prozentpunkte erhöhen, die AOK Rheinland/Hamburg um 0,5 Prozent. Beide Kassen kommen dadurch auf einen Gesamtbeitrag von 16,0 Prozent und liegen damit nur geringfügig hinter dem Spitzenreiter, der DAK, mit einem Gesamtbeitrag von 16,1 Prozent.

Die Beiträge der Top10 der gesetzlichen Krankenkassen ab 2016

  • DAK
    Gesamtbeitrag: 16,1 %, Zusatzbeitrag: 1,5 % (+ 0,6)
  • IKK Classic
    Gesamtbeitrag: 16,0 %, Zusatzbeitrag: 1,4 % (+ 0,6)
  • AOK Rheinland/Hamburg
    Gesamtbeitrag: 16,0 %, Zusatzbeitrag: 1,4 % (+ 0,5)
  • AOK Nordwest
    Gesamtbeitrag: 15,7 %, Zusatzbeitrag: 1,1 % (+0,2)
  • Barmer GEK
    Gesamtbeitrag: 15,7 %, Zusatzbeitrag: 1,1 % (+ 0,2)
  • AOK Bayern
    Gesamtbeitrag: 15,7 %, Zusatzbeitrag: 1,1 % (+ 0,2)
  • Techniker Krankenkasse
    Gesamtbeitrag: 15,6 %, Zusatzbeitrag: 1,0 % (+ 0,2)
  • AOK Baden-Württemberg
    Gesamtbeitrag: 15,6 %, Zusatzbeitrag: 1,0 % (+ 0,1)
  • AOK Niedersachsen
    Gesamtbeitrag: 15,4 %, Zusatzbeitrag: 0,8 % (+/- 0)
  • AOK Plus
    Gesamtbeitrag: 14,9 %, Zusatzbeitrag: 0,3 % (+/- 0)

Zusatzbeiträge belasten ausschließlich Arbeitnehmer

Die in den meisten Fällen steigenden Zusatzbeiträge müssen komplett von den Versicherten gezahlt werden. Anders ist es beim Grundfreibetrag von derzeit 14,6 Prozent, der paritätisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu gleichen Teilen getragen wird. Für Gutverdiener kann eine Erhöhung um 0,5 Prozentpunkte eine monatliche Mehrbelastung von 25 Euro bedeuten.

Kritik an Kostenverteilung von mehreren Seiten

Kritik an der Verteilung der Kosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gibt es sowohl seitens der Politik als auch von den gesetzlichen Krankenkassen selbst. „Zur Sicherung der finanziellen Stabilität und weil es gerechter ist, sind die finanziellen Belastungen in Zukunft wieder zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu tragen“, fordert beispielsweise der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg Günter Wältermann. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will die Rückkehr zur Parität im Januar über die Länderkammer anstoßen und einen entsprechenden Antrag im Bundesrat einbringen.

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