Zusatzbeitrag der Krankenkassen soll sinken

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.10.2017

Von Rekordbeschäftigung und Konjunkturhoch sollen im kommenden Jahr auch Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen profitieren. Bundesversicherungsamt und Bundesgesundheitsministerium gehen von einer Senkung des Zusatzbeitrages aus, von derzeit 1,1 auf 1,0 Prozent. Die Krankenkassen lehnen die Reduktion in Erwartung höherer Ausgaben ab. Somit erzielte der zuständige Schätzerkreis, dem die drei angehören, keine Übereinkunft – letztlich entscheidet Anfang November allerdings das Ministerium.

Das Bundesversicherungsamt und Bundesgesundheitsministerium prognostizieren für das kommende Jahr eine Senkung des Zusatzbeitrages von derzeit 1,1 auf 1,0 Prozent. Damit würden die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen von Rekordbeschäftigung und Konjunkturhoch profitieren. Seitens der Krankenkassen erheben sich Gegenstimmen, denn sie erwarten höhere Ausgaben. Obwohl der zuständige Schätzerkreis aus den drei Parteien zu keiner Einigung kam, entscheidet in letzter Instanz das Ministerium Anfang November.

Gute Nachrichten für 54 Millionen Kassenmitglieder?

Anders als bisher könnten im kommenden Jahr die Krankenkassenbeiträge für 54 Millionen Kassenmitglieder sinken. Zwei Tage saßen Zahlenexperten des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesversicherungsamts und des Krankenkassen-Spitzenverbands in Bonn zusammen. Nun wird mit Spannung erwartet, ob Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sich zugunsten der Empfehlung des zuständigen Schätzerkreises entscheidet. Dieser kam nicht zu einer einheitlichen Aussage: Während Ministerium und Versicherungsamt von einer Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages von 0,1 Prozent ausgehen, wollen sich die Kassen der Prognose der Regierung nicht anschließen.

Derzeit beträgt der von den Versicherten zu tragende Beitragsteil 1,1 Prozent ihres Bruttoeinkommens. Die Höhe des Zusatzbeitrags wird von jeder Kasse entsprechend der individuellen Finanzlage festgelegt. Den Schnitt aller Kassen bestimmt hingegen der Gesundheitsminister bis Anfang November entsprechend der Schätzdaten. Die Krankenkassen halten die potenzielle Senkung für nicht sachgerecht und begründen dies mit einer höheren Prognose zu den Kassenausgaben. Diese soll im kommenden Jahr 1,9 Milliarden Euro höher liegen, als von Ministerium und Versicherungsamt vorhergesagt.

Wenig Nutzen für Versicherte - Schaden für Kassen?

Von 0,1 Prozentpunkten hätten die einzelnen Beitragszahler nur wenig. So würden Personen mit einem Einkommen von 3.000 Euro auf drei Euro Ersparnis kommen – wenn ihre  Krankenkasse bei der Senkung mitzieht. Diese können ganz nach Kassenlage entscheiden, wodurch der Wettbewerb um Kunden gefördert werden soll – ein Wechsel der Krankenkasse wird so interessanter. Und während 0,1 Prozent für Kassenmitglieder vergleichsweise wenig ändert, kosten sie das System etwa 1,3 Milliarden Euro. Dementsprechend viel Aufregung herrscht im Kassenlager. Bisher sind die Schätzungen der Experten meist abgewichen, die Ausgaben wurden über- und die Einnahmen unterschätzt. Dabei sind auch eine gute Konjunktur und der florierende Arbeitsmarkt entscheidend. Für diese erwarten Konjunkturexperten auch im nächsten Jahr eine Fortsetzung.

Quellen: Bild, Welt, FAZ

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