Tipps für Arbeitnehmer: Zweitwohnsitz steuerlich geltend machen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.02.2019

Wer bisher als Pendler täglich Kilometer sammeln musste, zieht vielleicht künftig eine Zweitwohnung am Arbeitsort in Betracht. Diese bringt steuerliche Vorteile für Arbeitnehmer mit sich. Einige Tricks helfen, die Steuerersparnisse auszuweiten.

Viele Arbeitnehmer denken beispielsweise nicht daran, dass schon die Umzugskosten steuerlich absetzbar sind. Auch können bei Krankheit und dadurch verhinderter Heimfahrt an den Erstwohnsitz die Fahrtkosten von Familienangehörigen angesetzt werden.

Entfernung und Jahresobergrenze spielen eine Rolle

Was bis einschließlich 2013 ohne Obergrenze steuerlich absetzbar war, ist seit 2014 immerhin bis 1.000 Euro im Monat möglich: die Mietkosten für eine beruflich genutzte Zweitwohnung. Seit 2019 muss diese allerdings noch eine weitere Voraussetzung erfüllen. So muss sie weniger als halb so weit vom Arbeitsort entfernt liegen wie die Erstwohnung. Wer also seinen Erstwohnsitz in 50 Kilometern Entfernung zum Arbeitsplatz hat, darf die Zweitwohnung nur dann steuerlich geltend machen, wenn sie sich im Umkreis von weniger als 25 Kilometern des Arbeitsortes befindet.

Die steuerlichen Vorteile lassen sich oft zugunsten des Mieters auslegen. So kann eine Wohnung, die bis März 2019 950 Euro kostete und anschließend auf 1.020 Euro erhöht wird, trotzdem weiter abgesetzt werden. Ab April werden zwar maximal 1.000 Euro der 1.020 Euro angerechnet, doch wurde zuvor die Pauschale in diesem Beispiel nicht voll ausgeschöpft. Das ist dann rückwirkend möglich; ein Budget von 150 Euro bleibt also noch für den Arbeitnehmer übrig. Insgesamt dürfen folglich 12.000 Euro Mietkosten im Jahr steuerlich geltend gemacht werden.

Fahrt- und Umzugskosten sind absetzbar

Die Steuervergünstigung beginnt bereits beim Umzug. So sind die Kosten für das Umzugsunternehmen steuerlich absetzbar, weil der Umzugsgrund beruflich bedingt ist. Fahrtkosten zum neuen Wohnort im Rahmen des Umzugs können ebenso als Werbungskosten angegeben werden wie die wöchentliche Heimfahrt zur Familie (= dem Erstwohnsitz). Fällt diese beispielsweise aufgrund einer Krankheit flach, ist die „umgekehrte Heimfahrt“ absetzbar – also die Fahrtkosten für Familienmitglieder, die den Arbeitnehmer an seinem Zweitwohnsitz aufsuchen. Eigene Fahrten werden mit 0,30 Euro pro Kilometer beziffert.

Zu guter Letzt kann auch die örtlich anfallende Zweitwohnsitzsteuer geltend gemacht werden. Tipp für alle abgesetzten Posten: Quittungen und Belege müssen zwecks möglichen Nachweises unbedingt aufbewahrt werden. Auch der neue Mietvertrag sollte in Kopie beim Finanzamt eingereicht werden.

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