Beratungsangebote für Existenzgründer

Zuletzt aktualisiert am 19.06.2018

Was, wo und wie muss ich alles anmelden? Wie finanziere ich meinen Start? Wie schreibe ich meinen Businessplan? Und wie kann ich die Bank und Investoren überzeugen? Diese und unzählige weitere Fragen schwirren Ihnen als neuer Gründer durch den Kopf. Genau um diese Fragen zu beantworten, stehen Ihnen viele Beratungsangebote zur Seite.

Inhaltsverzeichnis

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    Beratungsangebote für jede Lebenssituation

    • Für alle Gründer: KfW, BMWi und die IHK bieten sowohl eigene Beraterlisten, als auch Online-Hilfe mit Gründungsportalen
    • Für Studenten: die eigene Universität oder Hochschule bietet meist eine Gründungsberatung an
    • Für Frauen: spezielle Coachings helfen, das Unternehmer-Ich zu stärken und die Balance zum Familienleben zu finden
    • Für bestehende Unternehmen: Die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ gibt es auch für junge Unternehmen bis 3 Jahre nach Gründung und Unternehmen in Schwierigkeiten ohne Zeitbegrenzung
    • Für Arbeitslose: Das Jobcenter finanziert Beratungen zur Gründung aus der Arbeitslosigkeit

    Ziele der Gründerberatung

    Große Unternehmen haben ganze Expertenräte, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Besonders während der Gründung können Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen dagegen auf externe Berater bauen. Diese bringen branchenrelevantes Know-how ein, kennen das Wettbewerbsumfeld und können so neue Impulse und Richtungen einbringen.

    Ein großer Vorteil ist die objektive Sichtweise des Gründerberaters. Während Freunde und Bekannte Ihrer Idee schnell überschwänglich Erfolg zusprechen, untersucht der Berater Sie und Ihre Idee neutral auf ihre Chancen und wird mit Ihnen ehrlich alle Probleme und Aufgaben besprechen.

    Beratung vor und während der Gründung

    Eine Beratung vor der Gründung dient hauptsächlich dazu, Ihre Gründungsidee auf Erfolgschancen zu prüfen. Die angestrebte Rechtsform, wichtige Unterlagen und Versicherungen sowie wichtige Rechtsbestände (Patente, Wettbewerber, etc.) werden besprochen.

    Gemeinsam werden nach bzw. während der Gründung das Unternehmenskonzept und der Businessplan erstellt. Dieser dient zum einen als Leitfaden für Ihre Zukunft und muss zum anderen Banken und Investoren von Ihrem Vorhaben überzeugen. Außerdem hilft Ihnen Ihr Berater bei Fragen rund um Geschäftsabläufe, Marketingstrategien, Partnerakquisen und branchenübergreifenden Themen, wie Umwelt- oder Arbeitsschutz.

    Beratung für Jungunternehmer

    3 Jahre nach Gründung wird nicht mehr von der Gründungsphase, sondern von einem Jungunternehmen gesprochen. Selbst in dieser späteren Phase können Sie Beratungen in Form von Sanierungsberatungen beanspruchen. Besonders oft wird das Angebot in Krisenzeiten, wenn das Marketing nicht funktioniert oder Liquiditätsengpässe entstehen, genutzt und vom Staat intensiv bezuschusst.

    Kosten und Förderung einer Beratung

    Eine umfassende Einzelbetreuung wird kaum kostenfrei angeboten. Die Beratung sollten Sie als Investition in Ihre Zukunft sehen. Am Ende ist sie stets günstiger als womöglich teure Fehlentscheidungen oder gar das Scheitern einer jungen Existenz.

    Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt mit der „Förderung unternehmerischen Know-hows“ 50 bis 90 Prozent der anfallenden Beratungskosten. Im Schnitt tragen Sie als Existenzgründer rund 30 bis 50 Euro des Stundenhonorars selbst. Das klingt viel, ist jedoch bei der Grundsteinlegung Ihres Unternehmens eine nachhaltige Investition.

    Für die Beantragung der Förderung beim BAFA müssen Sie zunächst sowohl mit Ihrer regionalen IHK-Stelle, als auch mit der gewünschten Beratungsstelle in Kontakt treten. Die IHK prüft die Rahmenbedingungen der Beratung und stellt mit Ihnen den elektronischen Antrag beim BAFA. Erst nach Bewilligung der Förderung kann der eigentliche Beratungsvertrag abgeschlossen und die Beratung begonnen werden. Die Förderzuschüsse können nicht rückwirkend gestellt werden.

    Auch bestehende Jungunternehmen und Unternehmen in Not können den Zuschuss der BAFA für eine Sanierungsberatung in Anspruch nehmen.

    Welcher Berater ist der Richtige?

    Im Gegensatz zum Steuerberater sind Unternehmensberater, Finanzberater, Vermögensberater, Gründerberater, usw. keine von der Berufskammer geprüften Berufsabschlüsse. Wie in allen Branchen gibt es hier sehr viele kompetente, ehrliche Geschäftsmänner, aber auch die sogenannten „schwarzen Schafe“.

    So finden Sie den richtigen Berater

    • Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint, Sie zu Unterschriften oder Kosten gezwungen werden, brechen Sie das Gespräch ab.
    • Überlassen Sie wichtige Finanzthemen, wie Steuerrecht und Rechnungswesen, Ihrem geprüften Steuerberater. Gründungsberater dürfen aus juristischer Sicht hier keine Ratschläge erteilen.
    • Vergleichen Sie die Angebote. Ungewöhnlich hohe Honorare oder Gewinnbeteiligungen sollten Sie stutzig machen.
    • Erfragen Sie seinen Werdegang. Lag die Anfangskarriere Ihres Beraters weit entfernt von Ihrer Branche oder hat er noch nie ein wirtschaftliches Studium abgelegt, sollten Sie vorsichtig sein.
    • Er sollte sich nicht nur für Ihre Geschäftsidee, sondern auch für Sie interessieren. Der Charakter eines Gründers ist prägend für den Erfolg des zukünftigen Unternehmens.

    Die Berater berechnen Ihre Leistung in Tagessätzen. Diese werden über einen Zeitraum von mehreren Wochen und Monaten verteilt. Noch bevor Sie einen Berater kontaktieren, sollten Sie sich eine Liste Ihrer wichtigsten Fragen zusammenstellen. So wissen Sie, was Sie vom Berater möchten und können den Zeitrahmen und das Budget selbst überschauen.

    Das erste unverbindliche Treffen dient dazu, Ihre Idee zu erfassen und den aktuellen Stand zu definieren. Gemeinsam werden Sie dann festlegen, welche Schritte auf Sie zukommen und wieviel Zeit die gemeinsame Arbeit benötigt. Halten Sie in einem Beratervertrag das Honorar, die Anzahl und Zeiträume der geplanten Termine sowie die inhaltlichen Ziele detailliert fest. Denken Sie auch an Verschwiegenheitsklauseln und Rücktrittsmöglichkeiten. Vereinbaren Sie keine Pauschalpreise. Nur so können Sie beide Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit überprüfen. Ein guter Berater erkennt schnell, was zu tun ist. Scheut er sich vor genauen Zeiträumen oder Zielen, sollten Sie eventuell einen anderen Berater kontaktieren.

    Die KfW stellt eine eigene Liste eigens geprüfter Gründer-, Unternehmens- und Steuerberater zur Verfügung. Auch Handwerks- und Handelskammern stellen ihre eigenen Berater jungen Unternehmen zur Verfügung. Eine absolute Garantie für einen perfekten Berater und den Erfolg Ihres Unternehmens ist dies natürlich auch nicht.

    Ihr Berater wird Ihnen über einen längeren Zeitraum zur Seite stehen und Sie bei den womöglich wichtigsten Entscheidungen Ihres Lebens beraten. Es ist demnach essentiell, dass Sie sich genau über ihn informieren und stets mit einem guten Gefühl aus den gemeinsamen Beratungen kommen.

    Existenzgründerseminare

    Neben der Einzelberatung bieten viele Gründerberater, Städte und auch die Industrie- und Handelskammern Gründerseminare an. In kleinen Gruppen von 4 – 8 zukünftigen Gründern werden Fördermitteloptionen besprochen und die Anforderungen eines guten Businessplans erläutert. Auch über nachhaltig wichtige Bereiche wie Marketing, Buchhaltung und Rechtslagen wird gesprochen.

    Viele dieser Seminare sind kostenlos, einige fordern eine kleine Teilnahmegebühr von 20 – 50 Euro. Das Seminar bietet einen guten ersten Einstieg in die Gründeridee. Trotz der kleinen Gruppen mit individuellen Gesprächen kann es einen langjährigen Berater an Ihrer Seite nicht ersetzen.

    Informationsaustausch auf Gründerportalen

    Nur ein Jahr nach seinem Start hat das Gründungsportal Unternehmerheld über 20.000 Nutzer und gehört damit zu den führenden Gründerplattformen. Hier können Sie kostenfrei Ihren Businessplan erstellen und die wichtigsten Gründungsdokumente und Analyseanleitung downloaden. Aktuell arbeitet das Team hinter der Plattform an einer Erweiterung mit Finanzplanung hin zur All-in-One-Lösung für Gründer und Jungunternehmer.

    Auch das Wirtschaftsministerium hat das Potential digitalen Informationsaustauschs erkannt und gemeinsam mit der KfW und dem Start-Up BusinessPilot im April 2018 die Gründerplattform.de gestartet. Mit verschiedenen Tools zur Ideenfindung, der Entwicklung von Geschäftsmodell und Businessplan sowie der umfassenden Beratung rund um die Gründungsfinanzierung, soll die Plattform Ihnen zur Seite stehen und Sie motivieren, die eigene Unternehmensidee zu verwirklichen.

    Beratung ist essentiell

    Wie in vielen Lebenslagen gilt auch bei der Existenzgründung das Motto: Gut geplant, ist halb gewonnen. Treten Sie mit Ihrem lokalen Bürgerbüro und Ihrer Handels- oder Handwerkskammer in Kontakt. Sie bieten alle einen Gründerservice mit Beratungs- und Informationsleistungen.

    Ein erfahrener Berater schaut sich nicht nur Ihre Idee, sondern auch Ihr Unternehmer-Ich genau an. Die Berater wissen, welche Kompetenzen Sie für Ihre Zukunft benötigen und welche Chancen oder Risiken bevorstehen. Außerdem beraten sie langfristig, wie Sie den neuen Lebensabschnitt finanziell stemmen und Ihr Unternehmen zielsicher voranbringen. Nutzen Sie die Angebote, auch Selbstständigkeit ist Team-Sache.

    Als Überblick aller Finanzierungs- und Beratungsangebote für Ihre Existenzgründung bieten wir Ihnen das kompakte PDF als Download: Überblick aller Finanzierungs- und Beratungsangebote (PDF)

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