Hauptuntersuchung: So wird aus der Pflicht kein Stress

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Vielen Autohaltern oder Motorradhaltern verursacht es Stress, wenn der nächste Termin für die Hauptuntersuchung bevorsteht. Dies gilt umso mehr, wenn die Halter bangen, ob ihr Fahrzeug die Prüfung besteht. Ist das nicht der Fall, müssen sie das Auto oder Motorrad erneut vorstellen, was mit zusätzlichem zeitlichen Aufwand und Mehrkosten verbunden ist. Dieser Stress muss nicht sein. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zur HU, damit der nächste Termin zum Kinderspiel wird.

Checkliste:Vorbereitung des PKW auf die Hauptuntersuchung

  1. Halten Sie Fahrzeugschein oder die Zulassungsbescheinigung I bereit
  2. Bringen Sie weitere Unterlagen mit, wenn zum Beispiel Änderungen am PKW vorgenommen wurden.
  3. Prüfen Sie, ob Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste im Auto vorhanden sind.
  4. Kontrollieren Sie, ob Typenschilder, Kennzeichen oder Fabrikschild unbeschädigt und gut lesbar sind.
  5. Prüfen Sie die Frontscheibe auf Beschädigungen und kontrollieren Sie dabei auch die Funktionsfähigkeit der Wischer sowie der Wischanlage.
  6. Kontrollieren Sie die Spiegel.
  7. Schauen Sie, ob Scheinwerfer und Signalanlage funktionieren.
  8. Prüfen Sie, ob die Lenkung einwandfrei funktioniert.
  9. Testen Sie die Funktionsfähigkeit der Bremsen.
  10. Schauen Sie, ob Warn- oder Kontrollleuchten Fehler anzeigen.
  11. Prüfen Sie, ob Ihr Auto Öl oder andere Flüssigkeiten verliert.
  12. Kontrollieren Sie die Profiltiefe der Reifen sowie die Laufrichtung.

Eine sehr einfache Methode, um beruhigt in die HU zu gehen, besteht in der regelmäßigen Kontrolle des Autos oder Motorrads. Werden in der Werkstatt bereits Schäden oder Mängel festgestellt, lassen Sie diese am besten vor der nächsten HU beheben.

Darauf sollten Sie als Fahrzeughalter oder Besitzer achten

  • Bringen Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig zur Inspektion.
  • Prüfen Sie selbst regelmäßig, ob die Beleuchtung funktioniert.
  • Lassen Sie Schäden oder Mängel am Fahrzeug am besten sofort beheben.
  • Sparen Sie nicht, wenn es um die Fahr- und Betriebssicherheit geht.
  • Prüfen Sie die Profiltiefe Ihrer Reifen regelmäßig.
  • Achten Sie auf die Abgase Ihres Autos oder Motorrads.

Fällt Ihnen vor dem HU-Termin etwas auf, ist es empfehlenswert, das Fahrzeug vor der HU in eine Werkstatt zu bringen. So sparen Sie sich die Kosten und den Aufwand für eine erneute Vorstellung des Autos oder Motorrads.

Was ist überhaupt eine Hauptuntersuchung?

Die Hauptuntersuchung wurde in Deutschland im Jahr 1951 eingeführt, um die Verkehrssicherheit der zugelassenen Fahrzeuge zu sichern. Seit 2010 ist die Abgasuntersuchung in die Hauptuntersuchung integriert. Mit Hilfe der HU wird sichergestellt, dass sich Autos und Motorräder in einem technisch sicheren Zustand befinden.

Durchgeführt wurde die Hauptuntersuchung ursprünglich nur von der staatlich zugelassenen Prüforganisation „TÜV“. Deshalb wird die HU auch heute noch umgangssprachlich „TÜV-Prüfung“ genannt.

Zu den weiteren anerkannten Prüforganisationen, welche die HU durchführen dürfen, gehören außerdem:

  • DEKRA
  • TÜV Süd / TÜV Nord / TÜV Rheinland / TÜV Thüringen
  • GTÜ
  • KÜS

Gut zu wissen:HU auch in der Werkstatt möglich

Die Hauptuntersuchung muss nicht zwingend in einer Prüfstelle einer anerkannten Organisation durchgeführt werden. Die Prüfer von TÜV, DEKRA & Co. bieten üblicherweise regelmäßige Termine in Fachwerkstätten an. So können Sie als Verbraucher in der Regel Ihre gewohnte Werkstatt aufsuchen, um die TÜV-Prüfung zu absolvieren.

Schwerpunkt Verkehrssicherheit

Im Rahmen der HU wird vor allem Verkehrssicherheit und nicht die Betriebssicherheit kontrolliert. Für die Kontrolle werden Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfungen von Fahrzeugbauteilen durchgeführt. Hierzu zählt die Kontrolle der Beleuchtungsanlage sowie die Prüfung von Bereifung und Bremsen.

Intervalle

Wann ein Fahrzeug zur Hauptuntersuchung gebracht werden muss, richtet sich sowohl nach dem Verwendungszweck als auch nach der Zulassung sowie nach dem Gewicht. Üblich ist ein Intervall von 24 Monaten für die HU.

Grundsätzlich müssen alle in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge der regelmäßigen HU unterzogen werden. Dies gilt auch für Anhänger. Eine Ausnahme bilden Kfz mit rotem Kennzeichen. Sie müssen nicht zur HU gebracht werden.

Zudem gilt eine Ausnahme für Fahrzeuge der Bundeswehr sowie der Bundespolizei. Für diese gibt es eine separate Prüfung. Darüber hinaus entfällt die HU-Pflicht für Oldtimer.

Gut zu wissen:Sonderregelung bei Erstzulassung

Nach der Erstzulassung müssen PKW erst nach 36 Monaten zur HU gebracht werden.

Alle zwei Jahre zur HU Jedes Jahr zur HU
  • PKW
  • Krafträder
  • LKW bis 3,5 t
  • Anhänger bis 3,5 t
  • Wohnmobile bis 3,5 t
  • Wohnmobile bis 7,5 t in den ersten 6 Jahren
  • LKW über 3,5 t
  • Anhänger über 3,5 t
  • Wohnmobile über 3,5 t
  • Taxis und Mietwagen

So lesen Sie den nächsten Termin von der Prüfplakette ab

Den Termin für die nächste fällige HU können Sie an Ihrer Prüfplakette ablesen. Sie ist am hinteren Kfz-Kennzeichen angebracht.

Die Prüfplakette enthält Zahlen von eins bis zwölf. Sie stehen für die Monate des Jahres. Die Zahlen eins, zwölf und elf sind schwarz markiert. Die Zahl, die auf der 12-Uhr-Stellung steht, zeigt an, in welchem Monat Sie die HU durchführen lassen müssen. Die Farbe der Plakette gibt das Jahr an.

Bußgelder bei Überziehen der HU / AU

Wenn Sie vergessen, die HU fristgerecht durchführen zu lassen, kann das ein Bußgeld laut Bußgeldkatalog zur Folge haben. Die Höhe des Bußgelds richtet sich nach der Länge der Überschreitung der Frist.

HU überzogen um Bußgeld Punkte
Zwei bis vier Monate 15 Euro Keine
Vier bis acht Monate 25 Euro Keine
Über acht Monate 60 Euro Ein Punkt
AU überzogen um Bußgeld Punkte
Zwei bis vier Monate 15 Euro Keine
Vier bis acht Monate 25 Euro Keine
Über acht Monate 60 Euro Ein Punkt

Die Zahlung eines Bußgelds können Sie nur vermeiden, indem Sie das Fahrzeug rechtzeitig zur HU bringen oder es vorher abmelden.

Da bei der Hauptuntersuchung in der Regel immer auch die Abgasuntersuchung (AU) durchgeführt wird, verdoppeln sich die Kosten, wie der Tabelle zu entnehmen ist.

Beispiel:Fristüberschreitung um fünf Monate

Überschreiten Sie die Frist zur HU um fünf Monate und haben in der Zwischenzeit keine AU durchführen lassen, sind 50 Euro an Bußgeld fällig.

Durchführung der Hauptuntersuchung

Für die Hauptuntersuchung benötigen die Prüfer in der Regel eine knappe halbe Stunde. Sie können Ihr Fahrzeug also abgeben und sofort auf das Prüfergebnis warten.

Prüfinhalte: Das wird geprüft

Die Prüfer wollen bei der HU wissen, ob das Kfz alle Anforderungen an Verkehrssicherheit, Vorschriftsmäßigkeit und Umweltschutz erfüllt. Die Umweltschutzprüfung erfolgt im Rahmen der AU. Zur Vorschriftsmäßigkeit gehört zum Beispiel, dass der Prüfer kontrolliert, ob Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste an Bord sind.

Die Verkehrssicherheitsprüfung beginnt mit einer Probefahrt von 8 km/h. Dabei testen die Prüfer Bremsen und Lenkung. Zugleich kontrolliert der Tester, ob Fahrzeugelektronik wie ABS, ESP oder Abstandsregler funktionieren.

Nach der kurzen Fahrt erfolgt eine Sichtprüfung des Kfz. Hier werden u.a. die Reifen sowie der Unterboden bei Auto angeschaut.

Wenn das Fahrzeug die HU nicht besteht

Wenn ein Fahrzeug die Kriterien der HU nicht erfüllt, erhält der Halter eine Mängelliste. Alle aufgeführten Mängel sind zu beheben. Danach muss das Fahrzeug spätestens nach einem Monat erneut vorgeführt werden.

Kosten der HU

Eine Hauptuntersuchung eines PKW kostet in der Regel rund 100 Euro. Die Kosten können minimal von Prüforganisation zu Prüforganisation variieren. Üblicherweise ist eine HU für einen LKW teurer als für einen PKW. In den Kosten für die HU sind die Kosten für die AU enthalten.

Die HU für ein Kraftrad beträgt in der Regel knapp über 60 Euro.

Wir die HU ohne die AU durchgeführt, reduziert sich der Betrag bei PKW um etwa 40 bei Krafträdern um ca. 30 Euro.

Dokumentation durch Prüfbescheinigung

Wenn eine HU erfolgreich durchgeführt wurde, erhält der Halter eine Prüfbescheinigung. Darüber hinaus wird ein Stempel in den Fahrzeugschein gesetzt und das Fahrzeug erhält eine neue Prüfplakette, die am hinteren Kfz-Kennzeichen angebracht wird.

Achtung:Prüfbescheinigung nicht vergessen!

Die Prüfbescheinigung ist wichtig, wenn ein Fahrzeug umgemeldet oder neu angemeldet wird. Sie müssen sie bei der Anmeldung vorlegen.

Gut zu wissen:Prüfplakette jährlich in anderer Farbe

Die Prüfplakette hat jedes Jahr eine andere Farbe. Auf diese Weise können Ordnungshüter bei Kontrollen schnell sehen, ob der TÜV eines Fahrzeugs abgelaufen ist.

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