Zinsentwicklungen im Januar: Das müssen Sie für Ihre Geldanlagen und Investments beachten

Viele Krisen, gestörte Lieferketten, Inflation in der Eurozone. Die Märkte bleiben davon nicht unberührt. Auch im neuen Jahr steht die wirtschaftliche Entwicklung vor großen Herausforderungen. Mitentscheidend dafür ist die Frage, wie sich der Zins 2023 entwickeln wird. Mit unserem Ratgeber behalten Sie stets den Überblick über die aktuellen Zinsentwicklungen.  

Inhaltsverzeichnis
     

    Die aktuelle Zinsentwicklung im Januar 2023

    Wie sich der Zins in der Eurozone letztlich entwickelt, ist vorwiegend eine Folge der Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Situation an den Anleihemärkten. Zurzeit liegt der Leitzins der EZB bei 2,5 Prozent. Zuletzt wurde der Leitzins kurz vor Jahreswechsel um 0,5 Prozent angehoben. 

    Auswirkungen der Zinsentwicklung im Januar 2023 auf Spareinlagen

    Hier lässt sich in letzter Zeit eine Steigerung der Zinsen beobachten. Spareinlagen auf Girokonten und Sparbüchern profitieren zwar nicht davon, aber ein Anstieg der Guthabenzinsen auf das Tagesgeld und Festgeld ist erkennbar. Beim Festgeld erreichen die Jahreszinsen einen Wert von bis zu 3 Prozent, während derzeit beim Tagesgeld mit Zinsen um die 2 Prozent in der Spitze und im Durchschnitt mit einem Wert von 1,5 Prozent zu rechnen ist. 

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    Dennoch bleibt die Inflationsrate recht hoch, was sich wiederum auf Ihre Spareinlage auswirken kann. Daher fällt der Realzins (Zinssatz unter Berücksichtigung der Inflation) noch sehr schmal aus. Momentan beläuft sich die Inflationsrate in Deutschland Stand Dezember 2022 nach Angaben des Statistischen Bundesamt auf 8,6 Prozent. 

    Die Zinsentwicklung im Januar 2023 für Bauzinsen

    Bei Baukrediten ist zu Jahresbeginn eine weiter ansteigende Verteuerung zu erwarten. Solange die Bauzinsen hoch sind, ist es schwieriger, eine bezahlbare Baufinanzierung zu finden. Hier empfiehlt es sich entweder auf eine günstigere Lage zu warten oder eine Baufinanzierung mit einem höheren Eigenkapitalanteil vorzunehmen. Es ist ratsam, die aktuelle Zinsentwicklung genau zu verfolgen und vor dem Abschluss einer Baufinanzierung sorgfältig die verschiedenen Angebote zu vergleichen. 

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    Durch die hohen Bauzinsen ist das neue Jahr bisher eher ein schwieriges Jahr für den Immobilienmarkt. Aufgrund der drastisch gestiegenen Baukosten lässt sich die hohe Nachfrage nach Wohnraum kaum befriedigen. Nach einem Anstieg von circa 0,5 Prozent im vergangenen Jahr stehen die Bauzinsen derzeit bei Werten zwischen 4,0 und 4,5 Prozent bei Baukrediten mit einer Laufzeit von zehn Jahren. 

    Bei den reinen Hypothekenzinsen fällt die aktuelle Zinsentwicklung ähnlich aus. Nachdem sie im Vorjahr noch gefallen sind, ist inzwischen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Etwas niedriger als die Bauzinsen betragen die durchschnittlichen Hypothekenzinsen im Januar eine Höhe von ungefähr 3,8 Prozent.

    Aktuelle Zinsentwicklung im Januar am Aktienmarkt

    Die aktuelle Zinsentwicklung wird auch nicht ohne Folgen für den Wertpapierhandel bleiben. Hier ist derzeit im neuen Jahr noch nicht genau zu sagen, in welche Richtung sich die Aktienkurse infolge der Zinsentwicklung bewegen werden. Zu sehr stehen jedoch die Vorzeichen auf eine Rezession und es ist von einem turbulenten Jahr an der Börse auszugehen. Voraussichtlich werden sich erst im zweiten Halbjahr Besserungen einstellen. 

    Ratenkredite in Hinblick auf die Zinsentwicklung im Januar 2023

    Bei den Zinsen für Ratenkredit gelten oft noch andere Faktoren zur Bestimmung der Zinshöhe, wie die Bonität der Kreditnehmer, die gewählte Kredithöhe oder anderweitige Modalität im Kreditvertrag. Dennoch haben auch hier Entscheidungen der EZB eine große Tragweite, da die Höhe des Leitzinses Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen den Geschäftsbanken und der EZB hat. 

    Der Leitzins bestimmt, zu welchen Zinssätzen Geschäftsbanken Geld von der EZB verliehen bekommen, genauer gesagt zu welchen Zinssätzen Geschäftsbanken Geld bei der EZB anlegen können. Dieser Einfluss ist gerade bei kurzfristigen Krediten wie Ratenkredite mit einer geringeren Laufzeit spürbar. Zu Jahresbeginn müssen Sie bei der Kreditaufnahme mit Werten zwischen 2,9 und maximal 5,9 Prozent rechnen.

    Die Bundesanleihe und die Zinsentwicklung im Januar

    Grund dafür ist, dass die Verzinsung der Bundesanleihe in der Regel fest bestimmt wird, die Inflationsrate hingegen deutlich schwankt. Steigt allerdings die Inflation oder bleibt sie auf einem hohen Niveau, wie aktuell zu Jahresbeginn, ist bei der Bundesanleihe eine geringere reale Rendite zu erwarten, solange die Inflationsrate höher ist als die Verzinsung der Anleihe. Aus diesem Grund ist die Bundesanleihe (die auch von Privatanleger erworben werden kann) bei einer niedrigeren Inflation weitaus attraktiver, da sie bei einer hohen Inflation weniger Rendite für die Anleger bereithält.

    Wenn die Inflation hoch bleibt und die Zinsen bei der Bundesanleihe niedriger ausfallen, können sich andere Anlageformen oder Anleihen als rentabler erweisen. Unabhängig von der aktuellen Zinsentwicklung sollte die Entscheidung für die Bundesanleihe zu Ihren persönlichen Zielen und zu Ihrer Anlagestrategie passen.

    Sind Sie vermehrt an einer hohen Rendite oder Anlagen mit Top Zinsen interessiert, ist die Bundesanleihe vielleicht nicht die richtige Wahl. Sollten Sie dagegen auf die Punkte Sicherheit und relativ stabile Zinsen Wert legen, kann die Bundesanleihe durchaus zu Ihrem Portfolio passen.

    Lassen Sie die aktuelle Zinsentwicklung im Januar nicht außer Acht

    Wirtschaftlich gesehen hat das Jahr problematisch begonnen und die Lage an den Märkten wird sich nicht mit schnellen Sprüngen verbessern. Im Optimalfall werden sich die Märkte in kleineren Schritten entspannen. Zu den entscheidenden Faktoren zählen die Entwicklung der Energiekosten, der Fortgang der Inflation und zu welchen weiteren Maßnahmen sich die Europäische Zentralbank, vor allem beim EZB Leitzins, entscheidet. Ob sie eine erneute Zinserhöhung vornimmt, ist zu Jahresbeginn noch nicht festzustellen. Solange die Inflation in der Eurozone jedoch hoch bleibt, wird die Europäische Zentralbank wohl bald wieder zumindest weitere Zinsschritte diskutieren.

    Wegen dieser Umstände ist es sinnvoll, wenn Sie die aktuelle Zinsentwicklung aufmerksam verfolgen, um die besten Anlagemöglichkeiten und Kreditangebote zu finden. Die Zinsen sollten kein alleiniges Kriterium bei Ihrer Entscheidung für eine Anlageform oder einen Kredit sein. Hierbei sollten Sie ebenfalls die wirtschaftliche Entwicklung, Ihre persönlichen Ziele und auch das jeweilige Risiko einer Geldanlage oder Kreditfinanzierung berücksichtigen. 

    Folgende Informationen sind hilfreich, um die Zinsentwicklung jeder Zeit im Blick zu behalten. Neben der angesprochenen Rolle bei der Zinsentwicklung, welche die Europäische Zentralbank einnimmt, sind ebenfalls weitere Notenbanken aus dem Ausland eine wichtige Quelle. Außerdem sollten Sie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beachten: wie reagieren die Märkte, wie ist die Stimmung der Verbraucher und Unternehmen oder was sagen die Euro Währungshüter. Solchen Daten fließen häufig in die Zinsprognose mit ein.

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