Die große Rentenlüge: Wird jeder Vierte im Alter jobben müssen?

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 04.11.2016

Das Statistische Bundesamt errechnet einmal im Jahr die sogenannte „Armutsgefährdungsquote“. 2014 lag diese Quote unter Rentnern erstmals über der Durchschnittsquote für die Gesamtbevölkerung. Dieses sozialpolitische Problem dürfte sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage von FinanceScout24. Lesen Sie hier die spannenden Ergebnisse.

Nur jeder Zehnte glaubt, dass gesetzliche Rente reicht

Zwar meint über die Hälfte (54 Prozent) der 1.036 Befragten, dass sie auch im Rentenalter ausreichend Geld zur Verfügung haben werden, um ihren Lebensstandard finanzieren zu können. Aber nur jeder Zehnte (9 Prozent) ist der Überzeugung, dass dafür die gesetzliche Rente ausreicht. Ein Ausweg aus der Altersarmut wird vorranging in der privaten Vorsorge gesehen (31 Prozent) - beispielsweise durch Riester Rente, Sofortrente oder eine Kapitallebensversicherung -, 14 Prozent der Befragten verlassen sich neben der eigenen Rente aber auch auf Einkünfte des Partners im Alter.

Glauben Sie, dass Sie im Rentenalter ausreichend Geld zur Verfügung haben werden?

Vor allem Frauen von Altersarmut betroffen

Bereits heute kommt fast die Hälfte (48 Prozent) der Rentner nur mit finanzieller Unterstützung durch den Partner über die Runden. Die Befragung zeigt, dass mehr Frauen als Männer auf die Einkünfte ihres Partners angewiesen sind und weniger privat vorgesorgt oder Vermögen angespart haben. Bis Ende der neunziger Jahre war es insbesondere in Westdeutschland der vorherrschende Lebensentwurf für Frauen, sich um die Erziehung der Kinder und den Haushalt zu kümmern. Deshalb sind heute vor allem westdeutsche Frauen davon betroffen, dass ihre Rentenansprüche nicht ausreichen und sie im Ruhestand noch jobben müssen.

Wie finanzieren Sie Ihren Lebensunterhalt?

Jeder Vierte wird im Ruhestand jobben müssen

Während derzeit sechs Prozent der Ruheständler die Haushaltskasse durch Nebenjobs aufbessern, werden künftig wesentlich weniger Rentner ihren Ruhestand genießen können. Dass Ruhestand unbeschwerte Freizeit bedeutet, ist schlicht eine Rentenlüge: Von FinanceScout24 befragt, wie sie im Alter ihren Lebensabend finanzieren werden, antworteten 27 Prozent der Befragten, dass sie dafür wohl neben der Rente dazuverdienen müssen. Bei Geschiedenen oder Verwitweten beträgt der Anteil, der glaubt auch im Rentenalter weiter zu jobben, sogar 35 Prozent.

Wissen Sie ungefähr, welchen Betrag Sie voraussichtlich von der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten werden?

Private Altersvorsorge wird immer wichtiger

Gerade die jüngere Generation im Alter zwischen 18 und 29 Jahren scheint sich über private Altersvorsorge noch keine großen Gedanken zu machen. Immerhin wissen fast 71 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe nicht, wie hoch ihre Einkünfte aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Alter voraussichtlich sein werden.

Wie werden Sie im Alter Ihren Lebensunterhalt finanzieren?

In jungen Jahren mit der privaten Altersvorsorge beginnen

„Es ist alarmierend, dass die jüngere Generation nicht einmal annähernd weiß, wie hoch im Alter ihre Einkünfte aus der gesetzlichen Rente sein werden“, kritisiert Prof. Dr. Steffen Sebastian, Direktor am Center of Finance der Universität Regensburg. „Denn nur wer in jungen Jahren damit beginnt, privat für den Ruhestand vorzusorgen, wird auch im Rentenalter den gewohnten Lebensstandard halten können.“ Auch für Frauen während der Erziehungszeiten ist es wichtig, fürs Alter vorzusorgen und gezielt Geld für den Ruhestand anzusparen.

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber 11 Tipps: Wie Sie am besten fürs Alter vorsorgen.

Details zur Erhebung

Für die aktuelle Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Innofact AG vom 14. bis 17. August 2015 im Auftrag von FinanceScout24 1.036 Personen, bevölkerungsrepräsentativ hinsichtlich Alter (18 bis 65 Jahre) und Geschlecht quotiert. Mehrfachantworten waren möglich.

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