Themen-Schwerpunkt: Vermögensaufbau

Zuletzt aktualisiert am 24.04.2017

Durch sinkende Zinsen für klassische Geldanlagen und zahlreiche Bankenkrisen ist es heute nicht mehr so einfach wie noch vor ein paar Jahren, die passende Strategie für den Vermögensaufbau zu finden. Deshalb ist es umso wichtiger, den Vermögensaufbau langfristig zu planen, um Risiken zu minimieren und Renditen auf einem ansprechenden Niveau zu halten. Unser Themen-Schwerpunkt liefert handfeste Informationen und Tipps zum Vermögensaufbau in den unterschiedlichen Lebensphasen.

Inhaltsverzeichnis

    Video-Reihe Vermögensaufbau

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    So klappt es mit dem Vermögensaufbau

    1. Realistische Ziele definieren
      Fragen Sie sich beim Sparen und Vermögensaufbau, wofür das Kapital eingesetzt werden soll. Dabei geht es nicht um Fantasiewünsche, sondern um ganz konkrete Vorhaben wie die Immobilienfinanzierung oder um die spätere Altersvorsorge.
    2. Sparbudget erfassen
      Prüfen Sie im Vorfeld genau, auf wie viel Budget Sie monatlich ohne große Einbußen verzichten können. Berücksichtigen Sie dabei unbedingt kurz- bis mittelfristige, größere Anschaffungen.
    3. Risikoschutz und eiserne Reserven
      Starten Sie keinen Vermögensaufbau ohne eine substanzielle Absicherung. Das gilt sowohl für einen umfänglichen Versicherungsschutz für alle Lebenslagen als auch für Rücklagen. Empfehlenswert sind in der Regel drei Nettoeinkommen als finanzielle Rücklage für unvorhergesehene Anschaffungen oder Ausgaben.
    4. Risikoneigung hinterfragen: Höhere Risiken bedeuten bei der Geldanlage meist höhere Renditen. Fragen Sie sich jedoch ganz genau, ob Ihnen ein höheres Risiko mögliche höhere Gewinne wert ist.
    5. Anlagehorizont im Blick behalten
      Beziehen Sie den Anlagehorizont Ihres Vermögens mit in die Planung ein. Geht es um kurzfristige Vermögensziele, sollten Sie das Verlustrisiko so gering wie möglich halten. Ist Ihr Vermögensziel erst in mehreren Jahren zu erreichen, können mögliche Verluste durch ein höheres Risiko besser wieder ausgeglichen werden.
    6. Anlageinstrumente clever wählen und den Lebensphasen anpassen
      Machen Sie die Wahl des jeweiligen Anlageprodukts abhängig von Ihrer Lebensphase sowie dem damit möglichen Kapitaleinsatz und dem Verlustrisiko, das Sie eingehen wollen. Wichtig ist, dass Sie sich vor dem Investieren in eine Geldanlage genau über die Details informieren.
    7. In verschiede Anlageformen investieren
      Minimieren Sie das Anlagerisiko, indem Sie Ihr Portfolio möglichst breit streuen. Es hilft nichts, wenn Sie nur eine gewinnversprechende Aktie kaufen und bei einem Kursabsturz alles verlieren.

    Studenten, Azubis und Berufsanfänger

    Je früher mit dem Vermögensaufbau begonnen wird, desto besser. Allerdings sollten Studenten, Auszubildende oder Berufsanfänger in dieser Phase am besten mit kurzfristigen Investitionen starten und erste Liquiditätsziele definieren.

    Wenn ein solches Ziel erreicht ist, kann eine weitere Investition, zum Beispiel in Aktien, erfolgen. Bausparverträge oder eine Kapitallebensversicherung sind in den ersten Berufs- oder Ausbildungsjahren meist nicht mehr sinnvoll, da zum einen die Verzinsung nicht mehr so attraktiv ist und zum anderen viel Kapital monatlich durch die Versicherungsprämien gebunden ist.

    Wichtig ist vor allem Geduld am Anfang. Zunächst sollte eine Bestandsaufnahme mit vorhandenen Vermögenswerten erfolgen sowie eine Auflistung aller Ausgaben und Einnahmen. Auf dieser Basis kann dann die Vermögensplanung erfolgen. Denn letztlich gibt es keine pauschale Empfehlung, wie viel Vermögen angelegt werden sollte.

    Auf jeden Fall darf die Lebenshaltung ebenso wie die Elementarabsicherung mit entsprechenden Policen nicht durch die Investition in den Vermögensaufbau leiden.

    Geldanlagen für diese Lebenphase

    • Flexibel verzinste Tagesgeldkonten
      Wird regelmäßig Geld auf dem Tagesgeldkonto zurückgelegt, kann auch bei niedriger Verzinsung eine angemessene Summe erreicht werden, die in Wertpapiere angelegt werden kann.
    • Fest verzinste Festgeldkonten
      Diese Sparformen bieten eine attraktivere Verzinsung und sorgen für einen mittelfristigen Vermögensaufbau.

    Elementare Risiken absichern

    Bevor junge Menschen mit dem Vermögensaufbau beginnen, sollten zunächst die wichtigsten Dinge geklärt sein:

    • Schuldenabbau: Zugleich sollten vorhandene Schulden so schnell wie möglich abgebaut werden. Je weniger getilgt wird, desto mehr Kapital steht für den Vermögensaufbau zur Verfügung.
    • Elementare Absicherung nutzen: Gerade Berufsanfänger und Studenten sollten so früh wie möglich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung starten. Am Anfang sind die Raten besonders niedrig.
    • Altersvorsorge: Je früher mit der privaten Altersvorsorge begonnen wird, desto besser. Schon mit kleinen monatlichen Beträgen wird über die Jahre eine angemessene Summe erreicht. Eine Altersvorsorge kann wiederum als Absicherung für einen späteren Immobilienkredit verwendet werden. Dadurch besteht die Chance auf günstigere Kreditkonditionen.

    Unvorhergesehene Ausgaben abdecken

    Rücklagen von mindestens drei Monatsgehältern schaffen eine ausreichende Sicherheit bei unvorhergesehenen Ausgaben. Diese Liquiditätsreserve sollte nicht für den Vermögensaufbau genutzt werden. Diese Reserve ist wichtig, um zum Beispiel ein defektes Auto ohne Kredit reparieren zu lassen oder eine kaputte Waschmaschine zu ersetzen.

    Fördermöglichkeiten nutzen

    Junge Menschen können zusätzlich Fördermöglichkeiten wie die Riester-Förderung oder als Angestellte Vermögenswirksame Leistungen nutzen, um den Vermögensaufbau zu vereinfachen.

    Vermögensaufbau für Kinderlose und Karriereorientierte

    Kinderlose oder karriereorientierte Konsumenten verfolgen meist ganz andere Anlagestrategien als Familien mit Kindern. Schließlich geht es beim Vermögensaufbau nicht um eine mögliche Absicherung des Nachwuchses. Somit liegt der Fokus in der Regel auf der Absicherung im Alter, der Absicherung für die eigene Gesundheit sowie auf Zielen zum Erfüllen persönlicher Wünsche.

    Im Durchschnitt „kostet“ ein Kind 550 Euro im Monat. Diese Summe steht kinderlosen Paaren dann mindestens mehr zum Anlegen zur Verfügung.

    Wie viel Geld letztlich in den Vermögensaufbau investiert wird, hängt von den Einkünften sowie vom Lebensstandard ab, der trotz Investitionen aufrechterhalten werden soll.

    Geldanlagen für diese Lebenphase

    • Immobilien
      Immobilien zur Vermietung können eine interessante Form der Geldanlage sein. Zum einen ist bei einer möglichen Wertsteigerung des Objekts eine gute Rendite möglich. Zum anderen wird die Finanzierung meist zu großen Teilen von den Mieteinnahmen getragen. Im Rentenalter kann die Immobilie entweder selbst genutzt oder für die Altersvorsorge verkauft werden.
    • Aktienfonds
      Aktienfonds bieten eine gesunde Mischung aus Risiko und Rendite. Sie eignen sich für die mittelfristige Geldanlage.
    • Aktien
      Mit Aktien im Depot kann die Rendite bei höherem Risiko deutlich gesteigert werden. Diese Wertpapiere sollten abhängig von der eigenen Risikobereitschaft ins Portfolio eingestreut werden.

    Vermögensaufbau für Familiengründer und Familien

    Familiengründer sollten beim Vermögensaufbau zum einen auf Kontinuität und zum anderen auf ausreichende Sicherheit achten. Denn schließlich sind Eltern nicht nur für sich, sondern auch für die Zukunft der eigenen Kinder verantwortlich. Dies gilt auch für die Altersvorsorge. So sollten Eltern planen, im Alter ausreichend abgesichert zu sein, damit die eigenen Kinder später nicht für sie aufkommen müssen.

    Grundsätzlich sollte immer nur so viel in den Vermögensaufbau investiert werden, damit der eigene Lebensstandard nicht gefährdet ist. Vor allem die Liquidität bei unvorhergesehenen Ausgaben sollte immer gewährleistet bleiben.

    Geldanlagen für diese Lebenphase

    • Indexfonds
      Diese Geldanlage bietet den Vorteil, dass sie breit gestreut in Aktien investiert, sodass langfristig mit einer ansprechenden Rendite zu rechnen ist. Diese ist meist höher als bei herkömmlichen Geldanlagen.
    • Tagesgeld
      Mit einer Anlage in Tagesgeld kann bei Bedarf flexibel auf das Kapital zugegriffen werden.
    • Festgeld
      Festgeldkonten bieten eine sichere Möglichkeit, um freies Kapital fest verzinst über einen überschaubaren Zeitraum anzulegen.

    Liquiditätsfreundliche Geldanlage

    Grundsätzlich gilt, dass eine Geldanlage mit hoher Liquidität immer auch familienfreundlich ist. Denn so ist auch bei kurzfristigem Kapitalbedarf immer Geld vorhanden. Grundsätzlich sollten Familiengründer ihre Familie absichern, zum Beispiel für den Todesfall oder Invaliditätsfall. Hierfür sollten Familiengründer eine Risikolebensversicherung abschließen, welche die Familie im Schadensfall finanziell stützt.

    Elementarversicherungen wie Haftpflicht- oder Hausratversicherung sollten unbedingt abgeschlossen werden, damit bei einem Schadensfall keine immens hohen Kosten auf die Familie zukommen.

    Wichtig ist, dass der Risikoschutz sowie der Vermögensaufbau klar getrennt werden. So macht es heute zum Beispiel häufig keinen Sinn mehr, in eine Kapitallebensversicherung zu investieren. Einerseits ist die Verzinsung gering und zum anderen wird dadurch zu viel Kapital gebunden.

    Staatliche Förderung und Steuervorteile

    Familien profitieren von verschiedenen Formen der staatlichen Förderung sowie von Steuervorteilen:

    • Kindergeld: Monatlich erhalten Eltern für ihre Kinder das Kindergeld vom Staat. 2017 beträgt es 192 Euro für das erste und zweite Kind.
    • Kinderfreibetrag: Für das Steuerjahr 2017 können Familien einen Kinderfreibetrag von 7.248 Euro bei der Steuer geltend machen.
    • Riester-Renten: Für jedes Kinder erhalten die Eltern eine Extraprämie von bis zu 300 Euro pro Jahr mit der Riester-Rente. Vor allem Familien mit vielen Kindern profitieren deshalb von dieser Förderung.

    Die eigene Immobilie finanzieren

    Durch steigende Mietpreise und geringe Kreditzinsen ist die Immobilienfinanzierung eine interessante Alternative zur Miete und zugleich eine Form von Geldanlage und Altersvorsorge.

    Grundsätzlich lohnt sich Wohneigentum immer dann, wenn die zu erwartenden Mietkosten über die Laufzeit des Kreditvertrags gerechnet nur in geringem Maße niedriger ausfallen als die gesamte Finanzierung und dadurch eine andere Form der Geldanlage nicht ein ähnliches Ergebnis gebracht hätte. Denn am Ende der Finanzierung ist der Immobilienkäufer Besitzer einer Immobilie, die einen bestimmten Vermögenswert darstellt.

    Bei der Immobilienfinanzierung zu beachten

    • Planen Sie die Finanzierung so, dass Ihre Immobilie beim Renteneintritt abbezahlt ist. Denn dann steht weniger Geld zum Bezahlen von Kreditraten zur Verfügung.
    • Tilgen Sie während der Zinspreisbindung so viel wie möglich. Dann bleibt nach deren Ablauf eine geringere Restschuld, die auch mit höheren Zinsen zu meistern ist.
    • Beginnen Sie am besten so früh wie möglich mit der Finanzierung. So können Sie entweder von niedrigen Raten oder von einem früheren Finanzierungsende profitieren.
    • Berücksichtigen Sie beim Immobilienkauf auch die Lage der Immobilie, um einen möglichen Wertverlust einzuplanen.
    • Vergleichen Sie die Summe beim Immobilienkauf mit der Miete, die Sie für ein ähnliches Objekt bezahlen müssten.

    Vermögensverwaltung im Alter

    Gerade im Alter kann immer wieder ein erhöhter Kapitalbedarf bestehen. So kann es nötig sein, die vorhandene Rente aufzustocken oder Pflegeleistungen zu bezahlen. Im Vordergrund sollte deshalb die flexible Verfügbarkeit des Vermögens stehen. Langfristige Geldanlagen, bei welchen das Kapital für einen längeren Zeitraum gebunden ist, sollten vermieden werden. Das Risiko sollte ebenfalls so gering wie möglich gehalten werden. Grundsätzlich sind Aktien wegen des Kursrisikos nicht zu empfehlen. Ihr Anteil am Depot sollte deshalb reduziert werden.

    Empfehlenswerte Geldanlagen sind:

    Geldanlagen für diese Lebenphase

    • Wertpapiere
      Festverzinsliche Wertpapiere mit mittlerer Laufzeit
    • Tagesgeldkonten
      Tagesgeld mit drei bis sechs Monatsausgaben als Liquiditätsreserve
    • ETF
      Mit indexbasierten Aktienfonds ist das Risiko überschaubar und die Rendite ausreichend hoch

    Wünsche erfüllen und Vermögen ausbauen

    Wer bereits Vermögen aufgebaut hat, kann den Anteil an Aktien in seinem Portfolio reduzieren, um mittelfristig über das nötige Kapital für die Erfüllung lang gehegter Wünsche zu verfügen. Ähnliches gilt für kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherungen.

    Es kann durchaus sinnvoll sein, sich den jeweiligen Betrag zum Ende der Laufzeit auszahlen zu lassen. Mit dem verfügbaren Kapital kann es dann auf die lang ersehnte Weltreise gehen oder es wird noch einmal ein Sportwagen gekauft. Denn tatsächlich lohnen sich die Auszahlungspläne privater Rentenversicherungen meist nur in geringem Maße.

    Wichtig ist dabei natürlich, dass bereits ausreichend für die Rente gesorgt wurde und die Einkünfte für einen angemessenen Lebensstandard ausreichen.

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