Anlageformen

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 23.11.2016

Die richtige Geldanlage zu finden ist nicht leicht, denn Anlageempfehlungen gibt es wie Sand am Meer. Die folgenden Geldanlage-Tipps befassen sich daher weniger mit konkreten Anlagestrategien, sondern mit den Rahmenbedingungen der Geldanlage. Sie müssen wissen, zu welchem Anlegertyp Sie gehören und welche Risikoklassen es gibt. Denn nur so finden Sie heraus, welche Geldanlage am besten zu Ihnen passt. Wenn Sie Ihren Anlagehorizont realistisch einschätzen, Ihre Geldanlage streuen und sich im magischen Dreieck der Geldanlage zwischen Rendite, Sicherheit und Liquidität richtig positionieren, können Sie das Geldanlage-Risiko erheblich senken.

Tipp:Diversifikation ist sinnvoll

Einzelinvestments mit großen Summen bergen generell ein hohes Risiko. Stecken Sie daher niemals den größten Teil oder gar Ihr gesamtes Vermögen in ein einzelnes Investment, sondern streuen Sie Ihr Vermögen immer über mehrere Anlagen. Der Fachbegriff hierfür lautet Diversifikation.

Anlegertypen und ihre Prioritäten

Eine Geldanlage erstreckt sich nicht auf ein einzelnes Investment, sondern auf das gesamte Vermögen. Welche Geldanlage die richtige ist, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen, sondern hängt von der individuellen Mentalität und den persönlichen Prioritäten des Anlegers ab. Mit einem Anlegertest können Sie herausfinden, zu welchem Anlegertyp Sie gehören. Man unterscheidet grob zwischen drei verschiedenen Typen von Anlegern:

  1. Konservativ, sicherheitsorientiert
  2. Renditeorientiert
  3. Spekulativ

Beim konservativen Anleger hat der Erhalt des Vermögens oberste Priorität. Eher verzichtet er auf hohe Renditen, als dass er Verluste in Kauf nimmt. Aus diesem Grund meidet er spekulative Anlagen. Er will nicht jeden Tag nachsehen, was aus seinem Geld geworden ist, sondern vertraut darauf, dass die bescheidenen Renditen, die ihm garantiert wurden, an einem bestimmten Stichtag erzielt werden.

Der renditeorientierte Anleger strebt hingegen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen sicheren und spekulativen Anlagen an. Anders als der auf Sicherheit bedachte Anleger ist er aktiver und prüft regelmäßig, wie sich seine Investments entwickeln. Sollten wider Erwarten bei einem Einzelinvestment Verluste eintreten, greift er ein, um sich neu zu positionieren.

Demgegenüber verhält sich der spekulative Anleger schon fast wie ein professioneller Trader, der seine Anlagen ständig im Blick hat und sich stets so positioniert, dass die Geldanlagen immer hohe Renditen abwerfen.

Jeder dieser drei Anlegertypen bevorzugt bestimmte Anlageklassen mit unterschiedlichem Anlagehorizont, die jeweils zu verschiedenen Risikoklassen gehören. Beim Anlagehorizont unterscheidet man zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Anlagen.

  • Kurzfristige Anlagen lassen sich schnell und meistens verlustfrei auflösen. Hierzu gehören Tagesgelder, Festgelder mit kurzen Laufzeiten und Sparbücher.
  • Mittelfristige Anlagen sind Anlagen mit mehrmonatiger bis zweijähriger Laufzeit. Dazu gehören Termingelder, ein- oder zweijährige Anleihen, spekulative Wertpapiere und offene Fonds.
  • Langfristige Anlagen sind Sachwerte wie Immobilien, Anleihen mit fünf- bis zehnjähriger Laufzeit, Aktien und Aktienfonds mit europäischen Standardwerten sowie geschlossene Fonds.

Liquidität ist wichtig

Was bei allen bisherigen Betrachtungen der Geldanlage außer Acht gelassen wurde, ist die Liquidität. Sie sollten immer eine ausreichende Geldreserve haben, um bestimmte Risiken des Lebens wie Krankheiten oder anfallende Reparaturen kurzfristig abdecken zu können.

Als Faustregel gilt eine Barreserve in Höhe von drei Monatsgehältern. Wenn Sie nämlich den Großteil Ihres Geldes mittel- oder langfristig als Festgeld mit niedriger Verzinsung angelegt haben und einen Kredit aufnehmen müssen, um plötzlich auftretende Kosten decken zu können, übersteigen die Kosten des Kredits womöglich die Rendite der Festgeldanlage – zumindest wird aber der Ertrag geschmälert.

Das gilt ebenso, wenn Sie Anleihen oder Aktien zu einem Zeitpunkt veräußern müssen, an dem die Kurse unterhalb der Kaufkurse liegen. Dieses Problem bekommen Sie nur in den Griff, wenn Sie den Aspekt der Liquidität in Ihre Vermögensplanung einbeziehen und das magische Dreieck der Vermögensanlage bei Ihren Entscheidungen beachten.

Das magische Dreieck der Geldanlage

Das magische Dreieck der Geldanlage besteht aus den drei Teilen Rendite, Sicherheit und Liquidität, die im Idealfall gleich groß beziehungsweise gleich gewichtet sind.

Magisch wird die geometrische Figur deshalb genannt, weil die Priorisierung eines Aspekts die anderen Aspekte automatisch abschwächt. Legen Sie beispielsweise mehr Wert auf Rendite, geht das auf Kosten der Sicherheit und schmälert die Liquidität.  Ist für Sie jedoch die größtmögliche Verfügbarkeit Ihres Vermögens am wichtigsten, dann werden Sie kaum attraktive Renditen erwirtschaften können. Zudem ist Ihr Vermögen auch nicht sicher, weil es der ständigen Zehrung durch die Inflation ausgesetzt ist.

Die Abwägung zwischen den Aspekten Sicherheit und Rendite gestaltet sich besonders schwierig. Hier kommt es darauf an, die richtige Balance zu finden. Setzen Sie beispielsweise in Niedrigzinsphasen hauptsächlich auf konservative Anlageprodukte wie Tagesgeld, Festgeld oder Sparbuch, dann werden Ihnen lukrative Renditechancen entgehen, die Sie alternativ an den Aktienmärkten oder mit Fondsprodukten erzielen könnten.

Wenn Sie allerdings einen zu hohen Anteil Ihres Vermögens in risikoreiche Geldanlagen stecken, können Sie im ungünstigen Fall auch viel verlieren. Das gilt für alle Anlagen, bei denen überdurchschnittliche Renditen erwartet beziehungsweise in Aussicht gestellt werden. Mit den Renditechancen steigt auch stets die Verlustwahrscheinlichkeit.

Tipp:Risiken vermeiden – Renditechancen sichern

Damit bei Ihrer Geldanlage das Risiko überschaubar bleibt, sollten Sie sich immer am magischen Dreieck der Geldanlage orientieren. Mit einem ausgewogenen Mix zwischen Renditestreben, Sicherheitsdenken und Verfügbarkeit an Barmitteln schützen Sie sich vor exorbitanten Verlusten, haben immer genügend Bargeld als Reserve und nehmen ausreichend Renditechancen wahr.

Risikoklassen bei der Geldanlage

Bei der Geldanlage unterscheidet man zwischen fünf Risikoklassen:

RisikoklasseMerkmalProdukte
1 Sicherheitsorientiert Tagesgeld, Termingeld, Festgeld, Sparbuch, Sparbrief, Sparpläne, Bausparverträge, Pfandbriefe, europäische Geldmarktfonds
2 Konservativ Anleihen mit guter Bonität, festverzinsliche Wertpapiere, europäische Rentenfonds, geldmarktnahe Fonds
3 Renditeorientiert Aktien und Aktienfonds mit europäischen Standardwerten, internationale Aktien-, Renten- und Mischfonds
4 Spekulativ Aktien und Aktienfonds mit europäischen und außereuropäischen Standardwerten, Währungsanleihen mit mittlerer Bonität, Zertifikate
5 Hochspekulativ Hochspekulative Anleihen, Futures, Optionen und Optionsscheine, ausländische Aktien-Nebenwerte

Streuen Sie Ihr Vermögen

Eine Grundregel bei der Vermögensanlage ist die Diversifikation beziehungsweise Streuung Ihres Vermögens über verschiedene Anlage- und Risikoklassen hinweg. Beachten Sie dabei die unterschiedlichen Anlagehorizonte – bestimmte Anlagen wie Immobilien sind per se eine langfristige Anlageentscheidung. Sie lassen sich nur dann gewinnbringend liquidieren, wenn sie günstig gekauft wurden und zwischen Erwerb und Verkauf mindestens zehn Jahre liegen, damit ein anfallender Gewinn nicht versteuert werden muss.

Auch Aktien sind ein langfristiges Investment, sofern es sich um deutsche oder europäische Standardwerte handelt. Da diese gewissen Schwankungen unterliegen, sollten sie mehrere Jahre gehalten werden, damit sich diese Schwankungen ausgleichen. Nicht alle Wertpapiere sind mit den gleichen Risiken behaftet. So rangieren Nebenwerte beispielsweise in einer höheren Risikoklasse als Standardwerte. Dasselbe gilt übrigens auch für Aktienfonds mit Werten eines bestimmten Typs.

Auch bei Aktien, Fonds und ETFs kommt es auf die richtige Mischung im Anlageportfolio an. Setzen Sie daher nie nur auf eine Branche oder einen Index, sondern streuen Sie, so gut es geht. Sie haben dann mehr Sicherheit und können dennoch von Renditechancen profitieren.

Tipp:Investieren Sie nicht benötigtes Vermögen

Unabhängig von der aktuellen Entwicklung an den Finanzmärkten sollten Sie Geld, das Sie aktuell nicht brauchen, auf keinen Fall auf Girokonten belassen. Sichtguthaben erwirtschaften keine oder fast keine Zinsen. Liegt die Inflationsrate über dem aktuellen Zinssatz – was sehr häufig der Fall ist – erleiden Sie reale Verluste.

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