Dread Disease Versicherung: Das müssen Sie wissen

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Mit Dread Disease oder Grundfähigkeitspolicen springen Versicherer ein, wenn der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung tabu ist.

Bei einer Dread Disease Versicherung (dt. „Versicherung vor befürchteten Krankheiten“) handelt es sich um eine Personenversicherung, die an die versicherte Person im Falle einer schweren Krankheit oder einem anderen stark gesundheitsbeeinträchtigenden Ereignis einen Festbetrag auszahlt. Für welche Krankheiten oder Ereignisse der Leistungsfall gilt, wird im Versicherungsvertrag festgehalten.

Dread Disease Versicherung als Alternative

Die Dread Disease Versicherung ist sinnvoll für alle, die aufgrund ihrer Vorerkrankungen keine Erwerbsunfähigkeits- oder Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen können. Dies gilt insbesondere bei schweren Erkrankungen wie Krebs. Zu beachten ist jedoch, dass die Dread Disease Versicherung grundsätzlich nicht bei psychischen Erkrankungen greift.

Das Versicherungsprodukt kann u. a. von Selbständigen genutzt werden, die im Falle einer schweren Erkrankung zusätzlich ihr Unternehmen absichern möchten.

In Großbritannien und den USA ist dieses Versicherungsprodukt schon seit den 1980er-Jahren auf dem Markt und dort somit auch stärker verbreitet. In Deutschland erfolgte die Vertriebszulassung für die Dread Disease Versicherung im Jahr 1993. Heute gibt es sechs verschiedene Versicherer, welche das spezielle Versicherungsprodukt anbieten:

 Viele Versicherer haben ähnliche Bausteine im Portfolio, die aber dann nur zusammen mit weiteren Risikoversicherungen verknüpft erhältlich sind. 

Unterschied zu anderen privaten Vorsorgeversicherungen

Die Dread Disease Versicherung unterscheidet sich von anderen privaten Vorsorgeversicherungen wie der Berufsunfähigkeits-, Erwerbsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung. So wird der vereinbarte Versicherungsbetrag im Leistungsfall sofort und vollständig ausgezahlt und nicht in eine Rente umgewandelt.

Darüber hinaus erhält der Versicherungsnehmer den Versicherungsbetrag sehr schnell ausgezahlt, auch wenn es keine Heilungschance gibt. Es spielt somit u. a. keine Rolle, ob der Versicherungsnehmer noch berufsfähig ist oder nicht. Das Krankheitsbild, welches den Leistungsfall auslöst, wird in der Police klar definiert.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundsätzlich ist die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung im Bereich der privaten Vorsorgeversicherungen das beste, weil leistungsstärkste Produkt. Mit der BU können alle gesundheitlichen Ursachen abgesichert werden, welche zur Arbeitsunfähigkeit führen. Hierzu zählen ebenfalls psychische Krankheiten.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist eine ebenso sinnvolle Ergänzung zu gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Sie eignet sich auch dann, wenn ein Verbraucher keine BU nutzen kann und deckt ebenfalls alle Krankheitsfälle ab, die eine Erwerbsunfähigkeit bewirken.

Die Versicherungsleistung erfolgt in Form einer Rente. Wenn es also um die Absicherung der Arbeitskraft in Bezug auf viele verschiedene gesundheitliche und psychische Faktoren, welche diese beeinträchtigen, sind BU und Erwerbsunfähigkeitsversicherung gegenüber der Dread Disease Versicherung im Vorteil. 

Nachteil der Dread Disease

Ein möglicher Nachteil der Dread Disease Versicherung besteht in der Einmalzahlung des Versicherungsbetrags. Wenn dieser für den Rest des Lebens als Absicherung ausreichen soll, muss er sehr hoch angesetzt werden. Dadurch kann der Tarif für die Versicherung sehr viel höher ausfallen als bei einer BU oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Wer es sich leisten kann, ist sicherlich am besten mit einer Kombination aus Dread Disease Versicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert.

Die Kosten dieser speziellen Personenversicherung hängen u.a. vom Alter der versicherten Person, ihrem Beruf und der gewünschten Versicherungssumme im Leistungsfall ab. Darüber hinaus spielt es für die Höhe des Tarifs auch eine Rolle, ob der Versicherungsnehmer Raucher ist oder nicht.

Bei einer Versicherungssumme von 300.000 Euro für eine nichtrauchende 30-Jährige sollten Verbraucher mit ca. 150 Euro oder mehr monatlich rechnen.

Leistungen der Dread Disease Versicherung

Mit der Dread Disease Versicherung sind schwere Krankheiten abgesichert. Je nach Versicherungstarif sind viele verschiedene Krankheiten in der Police eingeschlossen.

Wer sich jedoch für eine Dread Disease Versicherung interessiert, sollte vor allem darauf achten, dass die vier häufigsten schweren Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall in der Versicherungspolice aufgeführt werden. Üblicherweise sind diese Krankheitsbilder als Standard in einer Dread Disease Versicherung definiert.

Ausgeschlossen sind jedoch immer psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen am Skelett. Der Leistungsfall tritt zum Beispiel nicht ein, wenn ein Versicherungsnehmer aufgrund einer Depression oder einer unfallbedingten Querschnittslähmung aufgrund eines Schadens am Rückenmark nicht mehr arbeiten kann.

Die Dread Disease Versicherung zahlt im vertraglich vereinbarten Versicherungsfall die vereinbarte Summe einmalig an den Versicherungsnehmer aus. Die Auszahlung ist von der Einkommensteuer befreit. Wird die Summe jedoch Dritten überschrieben, können Steuern anfallen.

Das gilt es bei der Dread Disease Versicherung zu beachten

Vor dem Versicherungsabschluss sollten die versicherten Krankheiten sehr genau definiert sein. Darüber hinaus müssen sich die Versicherungsnehmer genau über den Leistungsfall informieren.

So zahlen die meisten Versicherer zum Beispiel bei Krebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium und nicht, solange noch sehr gute Chancen auf eine Heilung bestehen.

Wichtig ist, dass Versicherte bei Unklarheiten genau nachfragen, denn vielfach sind die Definitionen für Laien nicht immer klar verständlich. Je mehr Versicherte aufgeklärt sind, desto weniger Streitfälle wird es bei der Anforderung der Versicherungsleistung kommen.

Wer eine Dread Disease Versicherung in Anspruch nehmen möchte, muss vor dem Abschluss eine Gesundheitsprüfung durchführen. Dies ist wichtig, damit der Versicherer sowohl den Tarif als auch die versicherten Krankheiten definieren kann.

Versicherungsnehmer sollten an dieser Stelle keine Krankheiten verschweigen. Sonst könnte der Versicherer im Leistungsfall seine Zahlung verweigern.

Gut zu wissen:Gesundheitsprüfungen

Wird der Tarif in Folge einer Hochzeit oder eines Immobilienerwerbs angepasst, entfällt häufig die erneute Gesundheitsprüfung. 

Wartezeiten

Zu beachten ist im Versicherungsvertrag, ob und welche Wartezeiten für die Auszahlung festgesetzt werden. So leisten manche Versicherer die Zahlung erst sechs Monate, nachdem eine Krankheit wie zum Beispiel Krebs festgestellt wurde.

Karenzzeiten

Ebenfalls wichtig sind die definierten Karenzzeiten. Diese Zeitspanne räumt sich der Versicherung von der Diagnose bis zu Auszahlung ein. Sie liegt je nach Versicherer meist zwischen 14 und 28 Tagen. Wenn wie bei einem Schlaganfall der tatsächliche Schweregrad erst nach ein paar Wochen festgestellt werden kann, ist es auch möglich, dass sich die Karenzzeit verlängert.

Laufzeit

Die Laufzeit für eine Dread Disease Versicherung kann von den Versicherten selbst festgelegt werden. In der Regel sind das mehr als 15 Jahre. Zu beachten ist hier, dass sich die Wahl der Laufzeit auch auf die Höhe der monatlichen Zahlungen auswirkt. Auf Wunsch kann die Versicherung bei manchen Anbietern auch mit lebenslangem Versicherungsschutz bis zu einem Alter von 100 Jahren abgeschlossen werden.

Manche Versicherer bietet darüber hinaus eine dynamische Beitrags- und Leistungserhöhung an. Dies kann u. a. dann sinnvoll sein, wenn die Versicherung bereits in jüngeren Jahren abgeschlossen wird und sich der Versicherungsschutz mit dem zunehmenden Alter und der erhöhten Gefahr einer Erkrankung erhöhen soll. 

 

Tipp:Fondsgebundene Dread Disease Versicherung

Die Dread Disease Versicherung ist bei manchen Versicherungsunternehmen fondsgebunden angelegt. Der Versicherungsnehmer trägt kein Risiko bei Verlusten, sondern profitiert lediglich von einem möglichen Fondsguthaben.

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