Öllampe leuchtet: Was zu tun ist

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Die Öllampe übernimmt bei jedem PKW eine wichtige Funktion. Leuchtet sie dauerhaft auf, bedeutet das, dass Sie Öl nachfüllen müssen. Diesen Hinweis sollten Sie nicht einfach ignorieren, denn das kann ernsthafte Folgen für den Motor haben.

Inhaltsverzeichnis

    Wenn die Öllampe leuchtet, spielt es zunächst eine wichtige Rolle, in welcher Farbe sie leuchtet.

    1. Öllampe leuchtet mit einer gezackten Linie (bei manchen Herstellern: „Min“ (Ölmangel))
      Suchen Sie in diesem Fall unbedingt eine Tankstelle auf oder fahren Sie auf einen Parkplatz. Schalten Sie zunächst den Motor aus. Warten Sie ein paar Minuten ab. Kontrollieren Sie danach den Ölstand mit dem Peilstab.
      Ist noch ausreichend Öl vorhanden, können Sie die nächstgelegene Werkstatt aufsuchen. Ist eine Tankstelle in der Nähe, können Sie Öl selbst nachfüllen (wie, erklären wir Ihnen im Kapitel Öl nachfüllen).
    2. Öllampe leuchtet nur noch rot oder orange
      Jetzt sollten Sie das Auto unverzüglich stehen lassen und sich zu einer Werkstatt schleppen lassen. In diesem Fall ist nämlich nicht mehr ausreichend Öl vorhanden, damit eine sichere Weiterfahrt garantiert werden kann.

    Mögliche Konsequenzen beim Ignorieren der Öllampe

    Wer das Aufleuchten der Öllampe ignoriert, muss mit verschiedenen Konsequenzen rechnen.

    • Sicherheit
      Durch das fehlende Öl kann der Motor überhitzen und für einen Brand im Motorraum sorgen. Möglich ist ebenfalls, dass das Auto aufgrund eines Motorschadens nicht mehr sicher gelenkt und gesteuert werden kann. Sie riskieren dann einen Unfall und sind für andere Verkehrsteilnehmer ein Risiko.
    • Bußgeld
      Bleiben Sie mit Ihrem Auto auf der Straße liegen und müssen aufgrund eines sichtbaren Ölmangels abgeschleppt werden, riskieren Sie ein Bußgeld oder sogar einen Punkt in Flensburg.
    • Kosten
      Schäden durch Ölmangel können sehr hoch ausfallen. So ist es zum Beispiel möglich, dass der Motor den berühmten „Kolbenfresser“ bekommt, weil er nicht mehr ausreichend geschmiert ist. Der Motorschaden ist meist mit Kosten im vierstelligen Bereich verbunden.

    Ölstand messen: So geht’s

    Wenn Sie den Ölstand korrekt messen wollen, sollten Sie mindestens zehn Kilometer mit Ihrem Auto gefahren sein. Denn erst nach dieser Strecke hat sich ausreichend Öl in der Ölwanne gesammelt, das zur Messung ausreicht. Danach gehen Sie folgendermaßen vor:

    • Parken Sie Ihren Wagen auf einer ebenen Fläche, zum Beispiel einem Parkplatz oder an einer Tankstelle.
    • Stellen Sie den Motor aus.
    • Warten Sie ein paar Minuten ab, damit sich das noch warme Öl in der Ölwanne ausbreiten kann.
    • Suchen Sie den Ölmessstab (Peilstab) im Motorraum. Er befindet sich meist unmittelbar neben dem Einfüllstutzen für das Motoröl. Ziehen Sie den Stab heraus und machen Sie ihn mit einem Taschentuch sauber.
    • Stecken Sie den Ölmessstab wieder in die Öffnung. Achten Sie darauf, dass Sie ihn bis zum Anschlag hineinschieben. Ziehen Sie ihn danach vorsichtig wieder heraus.
    • Messen Sie nun den Ölstand: Prüfen Sie, ob der Ölfilm zwischen den Markierungen „Min“ und „Max“ liegt. Ist das der Fall, ist alles OK. Liegt der Stand unter „Min“, müssen Sie Öl nachfüllen.

    Öl nachfüllen: Darauf müssen Sie achten

    Wenn Sie Öl nachfüllen, müssen Sie unbedingt darauf achten, dass Sie die korrekte Ölsorte für Ihren PKW verwenden. Nutzen Sie am besten die Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Dort ist die Klasse angegeben. Berücksichtigen Sie beim Kauf auch die Viskositätsklasse. Sie gibt an, für welchen Temperaturbereich das Öl geeignet ist.

    Haben Sie das richtige Öl gekauft, können Sie es nachfüllen.

    • Lassen Sie zunächst den Motor abkühlen.
    • Öffnen Sie dann die Motorhaube und suchen Sie den Ölstutzen.
    • Öffnen Sie den Deckel und verwenden Sie einen Trichter. Gießen Sie das Öl nun langsam in die Öffnung.
    • Achten Sie darauf, dass kein Öl daneben geschüttet wird.
    • Verschließen Sie die Öffnung wieder mit dem Deckel.

    Warum ein Ölwechsel wichtig ist

    Neben der regelmäßigen Kontrolle des Ölstands ist auch ein Wechsel des Motoröls wichtig. Denn selbst hohe Longlife-Motoröle sind nach einer gewissen Zeit nicht mehr ausreichend elastisch und durch kleine Partikel verschmutzt.

    Wer also sein Öl nicht regelmäßige gegen neues austauschen lässt, riskiert langfristig, dass sein Motor Schaden nimmt.

    Suchen Sie zum Ölwechsel am besten eine Fachwerkstatt auf. Sie sorgt zum einen dafür, dass das Öl professionell nachgefüllt wird und zum anderen dafür, dass das Altöl korrekt entsorgt wird.

    Wenn Sie beim Ölwechsel sparen wollen, empfiehlt es sich, diesen Service bei einer freien Werkstatt wahrzunehmen. Dies gilt natürlich nur dann, wenn Sie nicht mehr durch eine Herstellergarantie an die Vertragswerkstatt gebunden sind.

    Ein Motor besteht aus vielen verschiedenen beweglichen Teilen wie den Kolben. Sie werden bewegt, wenn der Motor in Betrieb ist. Durch die Bewegung entsteht Wärme und Reibung. Das Öl übernimmt im Motor deshalb eine doppelte Funktion.

    Zum einen fungiert es als Schmierstoff und sorgt im wahrsten Sinne des Wortes dafür, dass der Motor „wie geschmiert“ läuft.  Ohne Öl wird die Reibung zu groß und einzelne Teile können schneller verschleißen und Schaden nehmen.

    Zum anderen hilft das Motoröl dabei, die einzelnen Teile zu kühlen und verhindert dadurch ein Überhitzen, wodurch die Motorteile ebenfalls beschädigt werden.

    Regelmäßige Kontrolle

    Um einen Motorschaden wegen zu wenig Öl zu vermeiden, sollten Autofahrer deshalb den Ölstand im Motor regelmäßig selbst kontrollieren.

    Zum anderen ist es wichtig, dass das Auto regelmäßig vom Fachmann gewartet wird. So werden bei einer Wartung zum Beispiel auch Ölrückstände beseitigt.

    Darüber hinaus ist nach einer gewissen Zeit immer ein Ölwechsel fällig, da älteres Öl deutlich an Elastizität einbüßt und den Motor nicht mehr ausreichend schmieren und kühlen kann. 

    Welche Kontrollleuchten fürs Öl gibt es?

    Jedes Auto verfügt in der Regel über unterschiedliche Kontrollleuchten, die sich auf den Ölstand beziehen. Während die eine orangefarbene Leuchte Sie daran erinnert, dass Öl nachgefüllt werden muss, zeigt die rote Kontrollleuchte an, dass nicht mehr ausreichend Öl vorhanden ist.

    In der Regel ist die Farbgebung bei Kontrolllampen im Auto vereinheitlich. Rot und Orange bedeuten Gefahr oder Handlungsbedarf, während Grün „alles OK“ bedeutet.

    Obwohl die Farbgebung der Kontrollleuchten im Auto nahezu vereinheitlicht wurde, gilt dies nicht für die Symbole. So kann die Leuchte für den Ölstand von Hersteller zu Hersteller variieren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie die Ölanzeige bei Ihrem Auto aussieht, sollten Sie auf jeden Fall das Betriebshandbuch zur Hand nehmen und nachschauen.

    Wenn die Öllampe aus anderen Gründen aufleuchtet

    Die Öllampe muss nicht immer aufleuchten, wenn Öl fehlt. Es kann auch folgende Gründe für ihr Aufleuchten geben:

    • Defekte Öllampe: Ist die Öllampe defekt, kann sie ebenfalls aufleuchten. In diesem Fall sollten Sie unbedingt eine Werkstatt aufsuchen, damit sie wieder korrekt funktioniert. Diesen Schaden können Sie zum Beispiel dann feststellen, wenn die Lampe leuchtet, obwohl genügend Öl nach dem Messen vorhanden ist.
    • Öldruckschalter: Auch ein defekter Öldruckschalter kann auslösen, dass die Öllampe leuchtet. In diesem Fall ist ebenfalls ein Besuch in der Werkstatt Pflicht.
    • Verstopfter Ölfilter: Ist der Ölfilter defekt, kann das Öl nicht mehr mit ausreichend Druck gepumpt werden. Die Folge ist eine leuchtende Öllampe. Der Filter sollte dann im Rahmen eines Ölwechsels ausgetauscht werden.
    • Falsches Öl: Wurde das falsche Motoröl verwendet, kann die Lampe ebenfalls aufleuchten. Sind Sie sich sicher, dass der Motor eigentlich ausreichend mit Öl versorgt wird, sollten Sie auch hier schnellstens eine Werkstatt aufsuchen, damit das Öl ausgetauscht werden kann.

    Öllampe defekt: Wer zahlt den Motorschaden?

    Jeder Autofahrer ist dafür verantwortlich, dass sein Fahrzeug über ausreichend Öl oder Kraftstoff verfügt. Entsteht durch zu wenig Öl ein Motorschaden, zählt dieser Schaden zu einem Betriebsschaden.

    Für diese kommt die Versicherung in der Regel nicht auf. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Vollkasko oder Teilkasko handelt. Es kann sich dennoch lohnen, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen.

    Vollkaskoversicherung bei Marderbiss

    Ist der Motorschaden wegen zu wenig Öl erfolgt, weil ein Marder die Leitung durchgebissen hat, kann der Motorschaden als Folgeschaden bewertet werden. Dieser wiederum ist bei vielen Vollkaskoversicherungen abgedeckt. Vorsorglich können Sie natürlich auch auf Marderschutz zurückgreifen.

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