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Wohnungseinbrüche: Versicherer fordern Gesetzgeber

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.05.2016

Die Summe der Schäden durch Wohnungseinbrüche hat im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht. Die Versicherungsbranche sieht nun die Bundesregierung in der Pflicht, für besseren Einbruchschutz zu sorgen und fordert eine Anpassung der Bauvorschriften: Nach Meinung der Versicherer sollen Mindestanforderungen für neu eingebaute Türen und Fenster verbindlich festgelegt werden.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche und auch die im Zuge dessen geleisteten Zahlungen von Versicherungen haben 2015 in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zufolge wurden insgesamt 530 Millionen Euro an Einbruchsopfer gezahlt. Damit ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen fünf Jahren um 33 Prozent gestiegen, der dadurch entstandene Schaden sogar um mehr als 50 Prozent.

Versicherer fordern verbindliche Regelungen zum Einbruchschutz

Einen Grund für diesen deutlichen Anstieg sieht die deutsche Versicherungswirtschaft im unzureichenden Einbruchschutz. „Einbrechern wird es in Deutschland immer noch zu leicht gemacht“, so Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Geschäftsführung. „Dies liegt unter anderem daran, dass die in Fenster und Türen eingebaute Sicherungstechnik oft nicht mehr auf dem neuesten Stand ist.“ Die Versicherer sehen hier auch den Gesetzgeber in der Pflicht. In Deutschland sind einbruchhemmende Fenster und Türen – die Hauptangriffspunkte bei Wohnungseinbrüchen – auch bei Neubauten kein Standard. Bislang existieren keine verbindlichen Vorschriften zu Widerstandsklassen von Fenstern und Türen.

Diese fordert die deutsche Versicherungswirtschaft nun: Eine bundesweite Festlegung von Mindestanforderungen für neu eingebaute Fenster und Türen in den Bauvorschriften könnte die Zahl der Wohnungseinbrüche wirksam verhindern. Denn laut GDV werden 40 Prozent aller Einbruchsversuche abgebrochen, wenn es den Tätern nicht schnell genug gelingt, in eine Wohnung zu gelangen. „Nur wenn die Politik flächendeckend Anforderungen für den Einbruchschutz verbindlich vorschreibt, können wir etwas erreichen“, so Fürstenwerth.

Psychische Belastung durch Wohnungseinbrüche größer als finanzieller Schaden

Laut Analysen des GDV nutzen Täter vor allem günstige Gelegenheiten wie offenstehende Fenster oder einfach zu öffnende Türen für Wohnungseinbrüche. Komplizierte Werkzeuge seien dabei meist nicht erforderlich. Dank des veralteten Einbruchschutzes reichten häufig ein simpler Schraubendreher oder körperliche Gewalt aus. Die Täter stammten durchaus auch aus dem Bekanntenkreis der Opfer. Für diese ist die emotionale Belastung meist deutlich schwerwiegender als der wirtschaftliche Schaden, der im Regelfall durch die Hausratversicherung abgedeckt ist. Mehr als 45 Prozent der Einbruchsopfer fühlten sich auch ein Jahr nach der Tat noch unsicher in ihrem Zuhause, wie der GDV ermittelte. Beinahe 40 Prozent würden sich macht- und hilflos fühlen oder langfristig unter Angst leiden.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

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