Wohneigentum ist generell günstiger als Miete

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.11.2016

Einer Studie zufolge ist der Erwerb von Wohneigentum auf lange Sicht günstiger, als zur Miete zu wohnen. Überraschenderweise gilt das sogar in Metropolen, wo die Kaufpreise für Immobilien in den vergangenen Jahren extrem in die Höhe geschossen sind. Das liegt vor allem an den niedrigen Kreditzinsen, von denen Käufer aktuell profitieren können.

Wer Wohneigentum erwirbt, zahlt auf lange Sicht weniger als Menschen, die zur Miete wohnen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) aus Köln in einer aktuellen Studie. Demnach zahlen Eigentümer im Schnitt 41 Prozent weniger als Mieter – entscheidend ist bei der Höhe des Kostenvorteils aber natürlich auch der jeweilige Standort.

Niedrigzinsen lassen Wohneigentum günstiger werden

Wie Michael Voigtländer vom IW Köln bei der Präsentation der Studienergebnisse erläuterte, sind vor allem die niedrigen Zinsen ein Grund für den Vorteil, den Eigentümer gegenüber Mietern haben. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Laut Voigtländer sind die Zinsen stärker gesunken als der Anstieg der Wohnungspreise ausgefallen ist. Eine Baufinanzierung ist aktuell also zu besonders günstigen Konditionen zu haben. 

Es ist allerdings zu erwarten, dass die Hypothekenzinsen irgendwann wieder steigen werden. Einige Anbieter haben bereits leicht an der Zinsschraube gedreht. Das bedeutet, dass Eigentümer dann bei ihrer Anschlussfinanzierung plötzlich mit deutlich höheren Kosten konfrontiert werden können. Das IW gibt allerdings Entwarnung: In 325 der rund 400 Kreise und kreisfreien Städte könnte der Zins sich auf über vier Prozent erhöhen, ohne dass Mieter gegenüber den Besitzern von Wohneigentum einen finanziellen Vorteil erreichen würden. Für diese Berechnung ging das Institut von einer jährlichen Mietsteigerung um 1,5 Prozent aus.

Mieter kommen selbst in Metropolen nicht günstiger weg

Auffällig ist, dass selbst in Großstädten Wohneigentum in der Regel die günstigere Lösung ist. In Berlin und Hamburg haben Eigentümer sogar einen finanziellen Vorteil von mehr als 45 Prozent, in München sind es 34 Prozent. Dort besteht allerdings weniger Spielraum für das Zinsniveau: Da die Immobilienpreise in Metropolen höher sind, amortisiert sich der Vorteil schnell, wenn die Zinsen steigen. In München stehen Eigentümer bereits ab einem Zinssatz von rund einem Prozent nicht mehr besser da als Mieter. Für den Vergleich stellten die Studienautoren die Monatsmieten den Kosten gegenüber, mit denen Eigentümer monatlich rechnen müssen – also Zinsen, Abschreibungen und Instandhaltungskosten, und errechneten die Summen jeweils pro Quadratmeter Wohnfläche. Betrachtet wurden Wohnungen mit durchschnittlichem Wert und in durchschnittlicher Lage. 

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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