Wohnungswirtschaft fordert Senkung der Baukosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.07.2015

Die Wohnungswirtschaft beklagt steigende Baukosten und fordert die Politik zum Handeln auf. Kostentreiber beim Wohnungsbau müssten begrenzt werden, damit Wohnen auch für niedrigere Einkommen erschwinglich bleibt. Die im vergangenen Jahr gegründete Baukostensenkungskommission hat bislang keine konkreten Ergebnisse geliefert.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) hat in einer Pressemitteilung zu seiner Jahresbilanz 2014 an Bund, Länder und Kommunen appelliert, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau in begehrten Lagen zu verbessern. Nur so könne weiterhin bezahlbarer Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten geschaffen werden.

Politik verursacht steigende Baukosten

Stetig steigende Baukosten sind nach Einschätzung des GdW auch auf Maßnahmen der Politik zurückzuführen. „Es ist paradox, dass einerseits Bauen und Wohnen bezahlbar bleiben sollen, aber andererseits häufig von Bund, Ländern oder Kommunen selbst verursachte Kostensteigerungen genau das verhindern“, erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Trotz günstiger Konditionen für Baufinanzierungen steigen Baukosten: „Bauen wird immer teurer und komplizierter“ konstatiert Gedaschko gegenüber dem „Handelsblatt“. „Die Ursachen dafür liegen in überhöhten technischen Anforderungen, unter anderem an die Energieeffizienz, steigenden Preisen für Baugrund und höheren Baukosten.“ Daher würde der Wohnungsbau derzeit größtenteils im oberen Mietpreissegment stattfinden.

Trotz hoher Baukosten steigende Investitionen in den Wohnungsbau

Außerdem sei die Wirtschaftlichkeit hoher energetischer Standards fragwürdig, bemängelt der GdW. Während die Baukosten aufgrund des hohen baukonstruktiven und anlagentechnischen Aufwands exponentiell ansteigen würden, werde das Einsparpotenzial beim Energieverbrauch immer kleiner, bemängelt die Wohnungswirtschaft. Dennoch wird in Deutschland weiterhin verstärkt gebaut, nach Informationen des Verbandes werden die Investitionen in den Wohnungsbau 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 25,7 Prozent ansteigen.

Bislang keine Ergebnisse der Baukostensenkungskommission

Bereits im vergangenen Jahr hatte Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) ein Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen sowie eine Baukostensenkungskommission gebildet. Ziel des Bündnisses ist der bedarfsdeckende Wohnungsbau in bestimmten Regionen. Soziale, demografische und energetische Anforderungen sollen dabei berücksichtigt werden. Bislang liegen allerdings keine konkreten Resultate vor. Nach Handelsblatt-Informationen will das Ministerium bis Ende Juli erste Vorschläge präsentieren.

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