Automobilclubs: Für wen lohnt sich die Mitgliedschaft?

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Mehr als 20 Prozent aller Deutschen sind Mitglied in einem Automobilclub. Zu den bekanntesten und größten Automobilclubs in Europa gehört der ADAC. Heute hat dieser mehr als 18 Millionen Mitglieder in Deutschland. Allerdings gibt es viele weitere Automobilclubs, die etliche Bürger überhaupt nicht kennen. Eine Übersicht über die in Deutschland verfügbaren Clubs zeigt viele Alternativen zum ADAC auf.

Inhaltsverzeichnis

    Anhand der folgenden Fragen können Sie prüfen, ob oder welche Mitgliedschaft in einem Automobilclub sich für Sie lohnen kann:

    Ist die Automobilclub Mitgliedschaft sinnvoll für mich?

    • Bietet mir der Automobilclub mehr als nur die Pannenhilfe?
      Diese Frage ist wichtig, wenn Sie zum Beispiel schon einen Kfz-Schutzbrief haben.
    • Soll der Pannendienst auch außerhalb Deutschlands verfügbar sein?
      Der Vorteil von Automobilclubs ist häufig, dass die Hilfe bei Pannen auch im Ausland verfügbar ist.
    • Sollen bei einer Panne auch meine Familie, meine Partnerin oder mein Partner mit abgesichert sein?
      Automobilclubs bieten gerade im Pannenfall einen umfangreichen Service.
    • Benötige ich für häufige Auslandsfahrten auch eine Absicherung für den Krankenrücktransport oder einen erweiterten Schutz?
      Als Mitglied eines Automobilclubs können Sie sich in manchen Fällen nach Hause bringen lassen, wenn Sie im Ausland krank werden. Hier sollten Sie prüfen, ob überhaupt Bedarf besteht oder ob Sie schon mit einer Auslandsreiseversicherung gut abgedeckt sind.
    • Möchte ich von Rabatten oder Vorteilsprogrammen profitieren?
      Die meisten Automobilclubs bieten ihren Mitgliedern Rabatte auf bestimmte Veranstaltungen oder Werkstattleistungen.

    Warum die Mitgliedschaft sinnvoll sein kann

    Einer der zentralen Vorteile für Mitglieder in einem Automobilclub ist üblicherweise die Pannenhilfe. Die Pannenhilfe ist ein zentraler Service dieser Vereinigungen. Laut eigener Angaben waren zum Beispiel die Helfer des ADAC im Jahr 2015 fast vier Millionen Mal im Einsatz. Doch die Leistungen der Automobilclubs gehen weit über den Pannendienst hinaus.

    Manche Clubs bieten ihren Mitgliedern günstige Fahrsicherheitstrainings, Mietwagenerstattung bei Unfällen oder Pannen sowie die Möglichkeit eines Rücktransports aus dem Ausland. Im Bereich Versicherungen haben Mitglieder häufig die Möglichkeit, sich mit einer Verkehrsrechtsschutzversicherung günstig abzusichern.

    Automobilclub: Alternative zum Schutzbrief?

    Die Pannenhilfe ist der größte Vorzug einer Automobilclub-Mitgliedschaft. Damit „konkurrieren“ die Clubs mit Schutzbriefen. Diese können Verbraucher zusätzlich zu ihrer Kfz-Versicherung abschließen. Aus diesem Grund sind Kfz-Schutzbriefe meist zu günstigen Prämien erhältlich.

    Wie bei Automobilclubs ist die Leistung bei Schutzbriefen im Pannenfall meist begrenzt. So müssen Inhaber eines Schutzbriefs oder Mitglieder in Clubs bei einer Panne oftmals zuzahlen. Allerdings gibt es auch Clubs mit unbegrenzter Leistung im Pannenfall.

    Verbraucher sollten außerdem vergleichen, wie es um die Leistungen bei Krankenrücktransport, Pannen im Ausland oder Ersatzwagen bei Pannen bestellt ist. Hier können Automobilclubs oft mit deutlich besserem Service punkten. Grundsätzlich ist die Pannenhilfe der Clubs sowohl zeitlich als auch örtlich deutlich flexibler. Auf jeden Fall sollten Schutzbriefe und die Leistungen von Automobilclubs vor Vertragsabschluss genau geprüft und anhand des eigenen Bedarfs ausgewählt werden.

    Ein wichtiger Unterschied zwischen Schutzbrief und Automobilclub besteht häufig darin, dass die Leistungen des Schutzbriefs auf ein bestimmtes Fahrzeug begrenzt sind. Die sogenannte Mallorca-Police muss bei Schutzbriefen in der Regel zusätzlich abgeschlossen werden. Pannenhilfe durch Automobilclubs ist üblicherweise nicht auf ein bestimmtes Fahrzeug bezogen, sondern hängt nur von der Mitgliedschaft ab.

    „Ad-hoc-Mitgliedschaft“ möglich

    Im Pannenfall bieten manche Clubs eine sogenannte „Ad-hoc-Mitgliedschaft“ an. Wenn Sie eine Panne haben, können Sie diese Clubs kontaktieren und direkt Mitglied werden. Die Abrechnung der Abschleppkosten erfolgt dann über den jeweiligen Club. Sie bezahlen lediglich Ihren Mitgliedsbeitrag.

    Welche Automobilclubs gibt es?

    Clubname Jahresgebühr (D/EU) Umfang der Pannenhilfe Infos zum Club
    ADAC 49 Euro / 84 Euro Max. 300 Euro Größter Automobilclub Europas mit knapp 17 Millionen Mitgliedern; umfangreiche Zusatzleistungen mit Versicherungen, kostenlosem Kartenservice, Rabatten
    AVD - Automobilclub von Deutschland 35 Euro / 65 Euro Ein Schadensfall in Deutschland pro Jahr Mit ca. 200.000 Mitgliedern einer der größten deutschen Automobilclubs, mit Rechtsberatung für Mitglieder sowie einem Reiseservice
    ACE - Auto Club Europa 63 Euro / 63 Euro Max. 105 Euro Mit mehr als einer halben Million Mitglieder zweitgrößter Automobilclub in Deutschland, neben Pannen- und Unfallhilfe profitieren Mitglieder von Sicherheitstrainings oder günstigen Partnerwerkstätten
    KS – Automobilclub Kraftfahrer-Schutz 27 Euro / 27 Euro Max. 90 Euro Mit knapp 500.000 Mitgliedern einer der größten Automobilclubs in Deutschland, gängige Standards bei Pannen sowie Notfall-Hilfe
    ACV – Automobil-Club Verkehr 60 Euro / 60 Euro Unbegrenzt Mit rund 280.000 Mitgliedern einer der größeren Clubs, Rechtsberatung sowie zusätzliche Versicherungsmöglichkeiten für Mitglieder, Rabatte bei Kooperationspartnern, rund um die Uhr Schadenmeldung möglich
    ARCD – Auto- und Reiseclub Deutschland 80 Euro / 80 Euro Unbegrenzt Ehemaliger Automobilclub für Beamte, Reiseservice und Standardleistungen bei Pannen
    VCD – Verkehrsclub Deutschland Ab 60 Euro / Ab 75 Euro Max. 100 Euro Gemeinnütziger Automobilclub mit ökologischem Interesse und ökologischer Pannenhilfe, Anwaltsservice
    BAVC – Bruderhilfe e.V. 39 Euro / Ab 39 Euro Unbegrenzt Ursprünglich als Automobilclub für Pfarrer gestartet, heute mit sehr gutem Preisleistungsverhältnis für alle Autofahrer
    NAVC – Neuer Automobil- und Verkehrs- Club e.V. 50 Euro / 72 Euro Max. 160 Euro Aufgliederung in einzelne Landesverbände und Ortsclubs, Pannenhilfe wird über Kooperationspartner abgewickelt
    Mobil in Deutschland e.V. 24 Euro / 54 Euro Ein Schadensfall in Deutschland pro Jahr Online-Automobilclub mit günstigen Tarifen, sehr große Flotte an Pannenhelfern
    JimDrive Auto-Service-Club 29 Euro / 49 Euro Max. 300 Euro Junger Automobilclub aus Stuttgart mit umfangreichem Service und günstigstem Paket für Ehepartner

    Quelle: Angaben der Automobilclubs, Angaben ohne Gewähr

    So finden Sie den richtigen Automobilclub

    Bei der großen Auswahl an Automobilclubs in Deutschland fällt die Wahl oft schwer. Mit Hilfe der folgenden Kriterien finden Sie den Automobilclub, der optimal zu Ihrem Bedarf passt.

    1. Vergleichen der Mitgliedschaften
      Prüfen Sie, wie hoch der Mitgliedsbeitrag ist und welche Deckung im Pannenfall darin enthalten ist. Schauen Sie außerdem, welchen Versicherungsschutz und Leistungsumfang die Mitgliedschaft enthält.
    2. Eingeschlossene Personen und Fahrzeuge
      In den meisten Fällen profitieren mehrere Personen von einer Automobilclub-Mitgliedschaft. Dies können sämtliche Familienmitglieder oder die Partner sein. Ebenso sollten Sie wissen, ob Sie als Mitglied nur in Ihrem Auto abgesichert sind oder die Absicherung im Pannenfall für alle Autos gilt, mit denen Sie unterwegs sind.
    3. Leistungsort
      Gleichen Sie die Pannenhilfe an Ihre Aufenthaltsorte an. Sind Sie öfter im Ausland unterwegs, sollte der Schutz des Automobilclubs auch andere Länder als Deutschland umfassen.
    4. Umfang des Rücktransports
      Der Rücktransport im Pannenfall kann für enorme Kosten sorgen. Mietwagen, Abschleppdienst, mögliche Übernachtungskosten sollten im besten Fall für Automobilclub-Mitglieder übernommen werden.
    5. Leistungen außer der Pannenhilfe
      Jeder Automobilclub hat noch weitere Serviceangebote außer der Unterstützung im Pannenfall. Diese Services können von der Ausgabe von kostenlosem Kartenmaterial bis hin zu vergünstigten Sicherheitstrainings reichen.

    Automobilclubs für bestimmte Zielgruppen

    Viele Automobilclubs haben Angebote, die auf spezielle Zielgruppen zugeschnitten sind. Als Verbraucher können Sie darauf achten:

    • Unternehmen: Für Unternehmen haben Automobilclubs in der Regel besondere Konditionen.
    • Beamte: Automobilclubs wie der ARCD waren ursprünglich nur für Beamte gedacht. Heute profitieren Beamte oder Angestellte im Öffentlichen Dienst von günstigeren Tarifen.
    • Motorräder: Motorradfahrer erhalten bei Automobilclubs in der Regel die gleichen Leistungen.
    • Oldtimer: Manche Automobilclubs sind auf Oldtimer-Besitzer spezialisiert. Häufig sind das kleinere, regional organisierte Clubs.
    • Behinderte: Menschen mit Handicap können bei Clubs wie Rolliwelten e.V. oder dem BAVC besondere Leistungen in Anspruch nehmen.
    • Junge Leute: Nahezu jeder Automobilclub hat Spezialtarife für jüngere Menschen.
    • Wohnmobile: Automobilclubs haben meist spezielle Tarife für Wohnmobile. Prüfen Sie vorher alle Konditionen.
    • Frauen: Mit dem Deutschen Damen Automobil Club e.V. (DDAC) gibt es auch einen eigenen Automobilclub für Frauen.

    Mitgliedschaft kündigen

    Wenn Sie mit Ihrem Automobilclub unzufrieden sind oder aus anderen Gründen kündigen wollen, müssen Sie auf folgende Aspekte achten:

    1. Dauer der Mitgliedschaft: Die reguläre Mitgliedschaftsdauer beträgt bei allen Automobilclubs in Deutschland ein Jahr. Prüfen Sie jedoch, ob in Ihrem Vertrag ein anderer Zeitraum festgelegt wurde.
    2. Kündigungsfrist: Die meisten Automobilclubs haben eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Prüfen Sie im Vorfeld, in welcher Frist Sie Ihre Mitgliedschaft kündigen können. Der Anbieter JimDrive hat zum Beispiel eine Kündigungsfrist von nur einem Monat vor Ablauf des Vertragsjahres.
    3. Form der Kündigung: Reichen Sie die Kündigung Ihrer Mitgliedschaft am besten immer schriftlich ein. Die Kündigung muss Ihren Namen, Ihre Anschrift sowie Ihre Mitgliedsnummer enthalten. Außerdem müssen Sie den gewünschten Kündigungstermin in das Schreiben einfügen. Zum Schluss unterschreiben Sie Ihre Kündigung. Empfehlenswert ist der Versand per Einschreiben, damit Sie einen Nachweis haben, dass der Automobilclub Ihre Kündigung erhalten hat.
    4. Sonderkündigungsrecht: Abweichend von Kündigungsfristen oder Vertragsdauer haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sollte der Automobilclub zum Beispiel vertragliche Leistungen nicht erbringen, können Sie den Vertrag vorzeitig kündigen.

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