Feuerrohbauversicherung für die Bauphase sinnvoll

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Eine Feuerrohbauversicherung sichert Bauherren bei Schäden ab, die in der Bauphase durch Feuer verursacht werden. Sie wird häufig als Ergänzung zur Wohngebäudeversicherung angeboten, kann jedoch auch unabhängig davon als Einzelprodukt abgeschlossen werden.

Bauherren sind nicht verpflichtet, eine Feuerrohbauversicherung abzuschließen. Allerdings bergen Feuerschäden ein unkalkulierbares Kostenrisiko. Ist der Rohbau im Brandfall nicht abgesichert, kann zum einen die Baufinanzierung unmöglich werden. Zum anderen droht im Schadensfall der finanzielle Ruin. Aus diesem Grund ist eine Feuerrohbauversicherung unbedingt notwendig, wenn ein neues Haus gebaut wird.

Bestandteil der Gebäudeversicherung

Die Feuerrohbauversicherung ist in den meisten Fällen schon Bestandteil der Wohngebäudeversicherung. Somit können Versicherungsnehmer ihre Gebäudeversicherung für das fertig errichtete Haus schon vor dessen Fertigstellung abschließen und sind zugleich während der Bauphase bei Schäden durch Feuer abgesichert. Die Feuerrohbauversicherung gilt dann während des Hausbaus und geht nach der Fertigstellung und Abnahme der Gebäude automatisch in eine Gebäudeversicherung über. Als bezugsfertigt gilt das Gebäude dann, wenn es bewohnbar ist und durch Fenster, ein Dach sowie Türen abgeschlossen wird. Außerdem müssen die sanitären Anlagen sowie die Elektrik funktionieren.

Feuerrohbauversicherungen können auch einzeln abgeschlossen werden. Allerdings wird diese Möglichkeit in der Praxis nur selten genutzt, da beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung oftmals schon eine Feuerrohbauversicherung kostenlos integriert ist.

Tipp:Versicherungszeitraum beachten

Versicherungsnehmer müssen darauf achten, welcher Zeitraum für die Gültigkeit der Feuerrohbauversicherung in der Police angegeben ist.

Ist absehbar, dass die Bauphase mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, sollte dies dem Versicherer vor Versicherungsbeginn mitgeteilt werden. Auf diese Weise entsteht keine Versicherungslücke. Manche Versicherungsunternehmen verlängern deshalb beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung die Laufzeit der Feuerrohbauversicherung auf 24 Monate.

So finden Sie eine gute Feuerrohbauversicherung

Bauherren sollten auch bei der Feuerrohbauversicherung die Produkte unterschiedlicher Anbieter miteinander vergleichen. Hierbei gilt es, auf folgende Aspekte zu achten:

  • Wie hoch ist die Deckungssumme?
  • Welche Leistungen umfasst die spätere Gebäudeversicherung, wenn ein Kombipaket abgeschlossen wird?
  • Welche Leistungen umfasst die Feuerrohbauversicherung?
  • Wie viele Monate ist die Feuerrohbauversicherung kostenloser Bestandteil der Gebäudeversicherung?
  • Wie schnell erstattet die Versicherung anfallende Kosten nach einem Schaden?
  • Muss die Versicherungsprämie im Voraus bezahlt werden?

Die Versicherungsdauer

Bauherren sind in der Regel über den Zeitraum von sechs Monaten während der Bauphase mit der Feuerrohbauversicherung abgesichert. Viele Versicherer bieten aber auch längere Laufzeiten von bis zu zwei Jahren an.

Sollte sich die Bauzeit verlängern, müssen Versicherungsnehmer damit rechnen, dass der Versicherer dann eine Prämie für die Verlängerung des Schutzes verlangt. Manchmal können Bauherren jedoch auf die Kulanz des Versicherungsunternehmens zählen. Dies gilt vor allem dann, wenn es sich nur um eine minimale Bauzeitverzögerung handelt.

Der Versicherungsschutz der Feuerrohbauversicherung greift so lange, bis das Gebäude bezugsfertig ist.

Achtung:Versicherungsschutz während der Bauzeit

Während der Rohbauphase sind Sie lediglich gegen Schäden durch Feuer abgesichert. Um den Versicherungsschutz während der Bauzeit zu vervollständigen, empfiehlt es sich, eine Bauleistungsversicherung abzuschließen. Diese Versicherung bietet in der Regel eine Allgefahrendeckung mit Ausschluss von Feuerschäden.

Voraussetzung für einen Baukredit?

Eine Feuerrohbauversicherung ist keine grundsätzliche Voraussetzung für einen Baukredit. Da die Kreditvergabe der Banken an Sicherheiten gebunden ist, wird für den Abschluss eines Kredits meist eine solche Versicherung vorausgesetzt.

Im Schadensfall müsste die Bank sonst mit einem Kreditausfall und Verlusten rechnen, denn das errichtete Haus wäre als Sicherheit nicht mehr nutzbar. Durch die Feuerrohbauversicherung wird somit nicht nur der Bauherr abgesichert, sondern auch die Bank, die den Kredit für das Bauvorhaben bereitstellt.

Neben der Feuerrohbauversicherung werden von Banken üblicherweise noch weitere Versicherungsprodukte zur Kreditabsicherung verlangt, die auch als Hausbesitzerversicherungen bezeichnet werden. Hierzu zählen die Gebäudeversicherung sowie eine Risikolebensversicherung. Während die Gebäudeversicherung die Kreditrückzahlung im Falle von Gebäudeschäden durch Elementarereignisse oder andere Ursachen übernimmt, trägt die Lebensversicherung das Darlehen, wenn ein Kreditnehmer verstirbt.

Das leistet die Versicherung

Eine Feuerrohbauversicherung sichert ihrem Namen nach Schäden ab, die während der Rohbauphase durch Feuer entstehen. Ihr Leistungsumfang ist ähnlich wie der einer Feuerversicherung. Letztgenannte wird jedoch für bezugsfertige Gebäude abgeschlossen und nicht für Rohbauten.

Ursache für das Feuer können bei einer Feuerrohbauversicherung Explosionen, Blitzeinschläge oder Brände sein. Manche Policen decken auch Feuerschäden nach Flugzeugabstürzen oder Unfällen durch Schienenfahrzeuge.

Die Feuerrohbauversicherung deckt allerdings keine Schäden, die durch elementare Ereignisse wie Hagel, Sturm oder andere Verursacher wie Leitungswasser oder Grundwasser verursacht werden. In diesem Fall greift jedoch der Versicherungsschutz einer Bauleistungsversicherung, sofern sie vom Bauherrn abgeschlossen wurde.

Die konkreten Leistungen im Schadensfall

Zunächst werden im Schadensfall die Wiederherstellungskosten vom Versicherer übernommen. Müssen zum Beispiel beschädigte Wände erneuert oder ein Dachstuhl ausgebessert werden, bezahlt die Versicherung im Rahmen der Feuerrohbauversicherung die dafür nötigen Arbeiten und das nötige Material.

Darüber hinaus trägt der Versicherer auch weitere Nebenkosten, die bei der Behebung des Schadens anfallen. Diese Kosten sind nicht zu unterschätzen und können je nach Schadensumfang sehr hoch ausfallen.

  • Kosten für Aufräumarbeiten: Ist zum Beispiel ein Dachstuhl abgebrannt, müssen die verkohlten Überreste abgetragen und entsorgt werden. Der Versicherer übernimmt dabei die Kosten für die anfallenden Arbeiten.
  • Kosten für die Absicherung des Schadensorts: Müssen Bauzäune aufgestellt oder anderweitige Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, trägt das Versicherungsunternehmen nach einem Feuerschaden die Kosten dafür.
  • Kosten für Ersatzbeschaffung: Sind Maschinen vorläufig nicht einsetzbar, weil sie nach einer Explosion repariert werden müssen, zahlt die Versicherung die Ersatzgeräte.
  • Kosten für benötigte Genehmigungen: Ist eine Baugenehmigung oder anderweitige Genehmigung durch einen Feuerschaden hinfällig oder abgelaufen, bezahlt die Versicherung die Gebühren für eine erneute Beantragung.

Verbraucher sollten unbedingt darauf achten, bis zu welcher Höhe Nebenkosten abgedeckt sind. Gängige Praxis der Versicherer ist es, für die Nebenkosten einen bestimmten Prozentsatz der gesamten Versicherungssumme bereitzustellen. In den Versicherungspolicen werden die Leistungen der Versicherer genau aufgeschlüsselt und beziffert.

Das kostet die Versicherung

Die Kosten einer Feuerrohbauversicherung sind meist nicht separat aufgeführt, wenn dieses Versicherungsprodukt bereits Bestandteil einer Gebäudeversicherung ist. In diesen Fällen ist die Feuerrohbauversicherung kostenlos integriert. Je nach Art der Police kann es aber auch sein, dass Verbraucher nur einen Teil der Gebäudeversicherungsprämie bezahlen müssen, da die Versicherungsleistung in der Bauphase geringer ist als nach der Fertigstellung des Gebäudes.

Wie viel Versicherungsnehmer letztlich für eine Feuerrohbauversicherung/Gebäudeversicherung bezahlen müssen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  1. Höhe der Deckungssumme:
    Die Deckungssumme einer Feuerrohbauversicherung wird in der Regel über den Wert 1914 bestimmt. Dabei handelt es sich um eine fiktive Zahl, die den Preis wiedergibt, welchen das versicherte Gebäude im Jahr 1914 erzielt hätte. Auf der Basis des Ergebnisses wird anschließend die Höhe der Deckungssumme veranschlagt. Je höher die Deckungssumme, desto höher die Versicherungsprämie.

  2. Höhe der Selbstbeteiligung:
    Wie bei den meisten Versicherungsprodukten gibt es auch bei der Feuerrohbauversicherung die Möglichkeit, die Selbstbeteiligung im Schadensfall zu erhöhen. Allerdings hat eine höhere Selbstbeteiligung in der Regel nur wenig Einfluss auf eine deutliche Vergünstigung der Prämie. Bauherren und Hausbesitzer sollten dabei lieber überlegen, ob sie bereit sind, zugunsten einer vorläufig geringeren Prämie im Schadensfall deutlich mehr bezahlen zu müssen.

  3. Umfang der Versicherungsleistung:
    Eine Feuerrohbauversicherung deckt grundsätzlich einen Großteil der durch Feuer verursachten Schäden ab. Es lohnt sich jedoch, vor dem Abschluss die Versicherungsbedingungen zu studieren und die Leistungen zu prüfen. Versicherungsnehmer können sich zum Beispiel fragen, ob Mehrkosten bei der Versicherungsprämie durch eine besondere Versicherungsleistung, wie den Schutz bei einem Brand nach einem Flugzeugabsturz, wirklich notwendig sind.

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