Kontonummer und IBAN: Basis für Bankgeschäfte

Zuletzt aktualisiert am 21.08.2017

Anhand der Kontonummer und der Bankleitzahl lässt sich ein Bankkonto eindeutig identifizieren. Für jede reguläre Überweisung von einem Bankkonto auf ein anderes wird heute allerdings eine IBAN benötigt. Diese lässt sich aus der Kontonummer und der Bankleitzahl herleiten. Hier erfahren Sie alles Wichtige über die Kontonummer, die seit Februar 2015 von der IBAN abgelöst wurde.

Inhaltsverzeichnis

    Bei der Kontonummer handelt es sich um eine Zahlenkombination, über die ein Bankkonto eindeutig zugeordnet werden kann. Zugleich können Zahlungen über die Kontonummer sicher und schnell durchgeführt werden.

    Die Nummernvergabe erfolgt nicht willkürlich durch die Banken, sondern basiert auf einer Prüfziffer, die in der Regel am Ende der Kontonummer steht. Ein Algorithmus berechnet dann weitere Ziffern, die zusammen mit der Prüfziffer die Kontonummer ergeben. Im Gegensatz zur Kontonummer steht die Prüfziffer bei der IBAN direkt am Anfang nach dem Länderkürzel.

    Jede Bank setzt weitere Kriterien an, um die Kontonummer zu bilden. So können die kontoführenden Filialen oder die Art des Kontos sowie Unterkonten in der Kontonummer abgebildet werden. An der Kontonummer können Bankmitarbeiter ablesen, bei welcher Filiale das Konto geführt wird und um welche Art des Kontos es sich handelt, ob es zum Beispiel ein Sparkonto, ein Tagesgeldkonto oder ein herkömmliches Girokonto ist. Die Zahl hilft elektronischen Systemen außerdem, Zahlungen der jeweiligen Kontoart entsprechend weiterzuleiten.

    Deutsche Banken verpflichten sich gemäß dem sogenannten DFÜ-Abkommen, dass Kontonummern aus maximal zehn Dezimalziffern bestehen. Ist eine Nummer kürzer, kann diese mit Nullen „aufgefüllt“ werden.

    Wie die Kreditinstitute die Kontonummern berechnen, ist nicht einheitlich geregelt. Aktuell gibt es deshalb mehr als 140 verschiedene Berechnungsmethoden.

    Umstellung auf IBAN und BIC

    Kontonummern und Bankleitzahlen dürfen seit dem 1. Januar 2016 nur noch als IBAN und BIC bei Überweisungen angegeben werden. Gemeinsam sorgen IBAN und BIC international für die eindeutige Zuordnung von Konten zu Inhabern und Banken. Die Umstellung ist bereits seit August 2014 für Unternehmen verpflichtend. Der Grund für die Umstellung liegt in der Vereinheitlichung des Europäischen Zahlungsverkehrs im SEPA-Raum (Single European Payments Area). 

    Die Umstellung bringt den Vorteil, dass Überweisungen und die Rechnungsstellung innerhalb des Euroraums deutlich vereinfacht wird. Der Zahlungsverkehr wird schneller und zugleich sicherer. Kontonummern mussten für die Umstellung nicht geändert werden. Die Umstellung erfolgte automatisch durch die Bank. Eine Kontonummer wird in der Regel nicht neu vergeben, sondern erlischt mit der Kündigung eines Kontos. Für ein neues Konto wird wieder eine neue Kontonummer und IBAN generiert.

    Die Kontonummer bei der IBAN

    Ihre Kontonummer steht in der IBAN ganz am Ende. In Deutschland sind das maximal die letzten zehn Stellen.

    Ein Beispiel: DE 23 10050000 1234567890

    Die Kontonummer dieser IBAN wäre demnach 1234567890

    Aufbau von IBAN und BIC

    • IBAN: Die IBAN (International Bank Account Number) besteht aus Länderkennzeichen, Prüfziffer, Bankleitzahl und Kontonummer

    Ein Beispiel:

    DE 23 10020000 1242356660

    Das Kürzel DE steht für Deutschland. Es handelt sich somit um eine Bank aus Deutschland. Die Filiale verbirgt sich hinter der Ziffer 23, danach folgt die Bankleitzahl. Die letzten zehn Ziffern bilden die Kontonummer.

    • BIC: Der BIC (Bank Identifier Code) wird auch SWIFT-Code genannt, weil er von der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) festgelegt wurde. Der Code hat elf Stellen und wird aus einem 4-stelligen Bankcode, einem 2-stelligen Ländercode, einer 2-stelligen Codierung des Ortes sowie optional einer 3-stelligen Kennzeichnung der Filiale gebildet. Mit Hilfe des BIC kann jede Bank oder Bankfiliale innerhalb des Europäischen Währungsraumes eindeutig zugeordnet werden.

    Ein Beispiel:

    DEUT DE BB XXX

    Dieser BIC stammt von der Deutschen Bank (Bankkürzel DEUT) aus Deutschland (Länderkürzel DE), aus Berlin (Kürzel BB). Die Filiale ist nicht präzisiert, deshalb steht hier drei Mal X.

    Hierfür benötigen Sie IBAN und BIC

    IBAN und BIC benötigen Sie immer dann, wenn Sie Geld auf ein anderes Konto überweisen möchten. Ihre eigene IBAN und BIC brauchen Sie entsprechend, wenn Sie angeben möchten, wohin Ihnen Geld überwiesen werden soll.

    Dafür brauchen Sie diese Kennziffern noch:

    • Beantragen eines Kredits: Wenn Sie einen Kredit beantragen, wird in der Regel Ihr Girokonto abgefragt. Banken benötigen diese Angabe, um Ihre Bonität zu bestimmen. Außerdem wird die Bankverbindung zur Auszahlung der Kreditsumme sowie zum Einzug der fälligen Raten gebraucht.
    • Miete: Mietzahlungen werden heute in der Regel überwiesen oder per Bankeinzug bezahlt.
    • Versicherungen und andere laufende Kosten: Meist erfolgt die Bezahlung von Versicherungen, Handyverträgen oder Stromabschlägen per Bankeinzug. Hierfür wird Ihre IBAN benötigt.

    Tipp:

    Für den Zahlungsverkehr innerhalb Deutschlands reicht in der Regel die IBAN aus. Für Zahlungen an oder Geldempfang von Banken im Ausland benötigen Sie zusätzlich die BIC.

    Gut zu wissen:

    Für eine Einzugsermächtigung müssen Sie nicht nur IBAN und BIC angeben, der Zahlungsempfänger benötigt zudem eine Zustimmung zum SEPA-Lastschriftverfahren. Ohne diese Zustimmung darf er kein Geld von Ihrem Konto abbuchen.

    So können Sie Ihre IBAN herausfinden

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die IBAN herauszufinden:

    1. Kontoauszüge: Sehen Sie auf Ihrem elektronischen Kontoauszug oder Papierauszug nach. Dort sind IBAN und BIC entweder oben oder unten auf dem Dokument vermerkt.
    2. Infobutton Online-Banking: Wenn Sie Online-Banking nutzen, gibt es auf der Startseite in der Regel eine Konten-Übersicht. Dort finden Sie meist einen Button mit einem „i“ für „Information“. Klicken Sie darauf, erhalten Sie alle wichtigen Informationen zu Ihrem Konto wie Verfügungsrahmen oder natürlich IBAN und BIC.
    3. IBAN-Rechner verwenden: Banken wie die Sparkasse bieten einen kostenlosen IBAN-Rechner/Umwandler an. Dort können Sie Ihre Kontonummer und Bankleitzahl eintragen und das Tool wandelt diese Daten in Ihre IBAN um.
    4. Automatische Umwandlung bei Online-Überweisungen: Wenn Sie eine Online-Überweisung tätigen, können Sie Kontonummern und Bankleitzahlen in der Regel mit einem Klick in eine IBAN umwandeln.
    5. Bei der Bank fragen: Nutzen Sie ein Girokonto einer Filialbank, können Sie dort direkt nach Ihrer IBAN fragen. Sie benötigen zur Identifikation einen Personalausweis.
    6. EC-Karte oder Girokarte: Auf Ihrer EC- oder Girokarte finden Sie die IBAN sowie die BIC.

    So können Sie die Bank herausfinden

    Wenn Sie die BIC-Nummer einer Bank herausfinden wollen, reichen Kontonummer und Bankleitzahl oder die IBAN aus. Auch hier hilft Ihnen der IBAN-Rechner der Sparkasse weiter.

    Die komplette Liste der Deutschen Bundesbank mit allen BIC aus Deutschland finden Sie auf der Seite der Bundesbank.

    Geschichte der Kontonummer

    Der Ursprung der Kontonummer geht mit der Geschichte des Girokontos einher. In Deutschland starteten Hamburger Bankhäuser in der Mitte des 19. Jahrhunderts den Giroverkehr. Damals war die Möglichkeit, Geld von Bank zu Bank zu überweisen, noch auf die Geschäftswelt beschränkt. Die Banken legten ein hohes Einstiegskapital fest, das zum Girobankverkehr berechtigte. Doch schon mit der Gründung der Deutschen Reichsbank in den 1870er-Jahren breitete sich der Überweisungsservice auf ganz Deutschland aus, allerdings noch mit Einschränkung, da die Konten überwiegend von vermögenden Bürgern genutzt wurden. Das Grundkapital für eine Kontoeröffnung bei der Reichsbank lag bei 1.000 Reichsmark.

    Die flächendeckende Einführung von Girokonten ist der Initiative der Reichspost zu verdanken, die die Idee des Postscheckamts in die politische Diskussion brachte. Es dauerte jedoch noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, bis der „kleine Mann“ ein eigenes Postscheckkonto führen konnte.

    Darüber hinaus war in Deutschland der Bargeldverkehr noch längere Zeit überwiegend. So wurden Mieten oder Gehälter noch bis in die 1950er-Jahre vorwiegend in bar bezahlt. Doch Behörden und Unternehmen sorgten für eine zunehmende Nutzung von Girokonten für Überweisungen oder den Empfang von Gehältern und Löhnen. Schon Ende der 1950er-Jahre gab es fast fünf Millionen Girokonten mit eigener Kontonummer.

    Heute existieren in Deutschland weit über 100 Millionen Girokonten, von welchen über 50 Prozent online geführt werden.

    Fragen und Antworten

    Angenommen die IBAN wird gestohlen, was kann der Dieb damit anstellen?

    Mit Ihrer IBAN könnten Kriminelle Bestellungen über das Internet tätigen, für die lediglich ein Bankeinzug benötigt wird. Wenn keine weitere Sicherheitsprüfung in einem Online-Shop durchgeführt wird, können die Diebe die Ware an eine Adresse ihrer Wahl liefern lassen. Theoretisch könnten die Diebe mit Ihrer IBAN von Ihrem Konto Geld überweisen, indem sie einen Überweisungsträger aus Papier verwenden und Ihre Unterschrift fälschen. Dazu allerdings müssten sie auch im Besitz der Unterschrift sein.

    Stellen Sie tatsächlich fest, dass Missbrauch mit Ihrer IBAN betrieben wird, müssen Sie das sofort an Ihre Bank melden. Die Überweisung wird dann umgehend rückgängig gemacht. Wichtig ist in diesem Fall auch, dass Sie den Vorgang bei der Polizei zur Anzeige bringen.

    Kann ich die Kontonummer selber ändern?

    Ihre Kontonummer, die IBAN, wird von Ihrer Bank vergeben. Sie können diese Zahl nicht eigenmächtig ändern. Möglich sind nur eine Kontokündigung und eine Kontoneueröffnung, um eine neue Kontonummer zu erhalten. In der Regel ändert sich eine Kontonummer nicht und bleibt so lange bestehen, wie das Konto bestehen bleibt.

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