Der Restwert: Was bedeutet er konkret für mich?

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Sobald jemand einen Neuwagen gekauft hat, ist das Fahrzeug nicht mehr so viel wert, wie er dafür gezahlt hat. In diesem Fall wird auch vom Restwert gesprochen, der geringer ausfällt als der Kaufwert. Der Restwert eines Autos zeigt letztlich an, was das Fahrzeug aktuell noch wert ist. Um diesen Wert zu berechnen, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Inhaltsverzeichnis

    Es ist grundsätzlich schön zu wissen, welchem Gegenwert in Euro das eigene Auto entspricht. In der Praxis hat der Restwert jedoch zwei wichtige Funktionen:

    • Sie können sich beim Verkauf Ihres Autos am Restwert orientieren und Ihr Fahrzeug zu einem ähnlichen Preis anbieten.
    • Ihre Kfz-Versicherung lässt nach einem Unfall den Restwert Ihres Fahrzeugs ermitteln, um zu wissen, welche Summe Sie ausgezahlt bekommen.

    Autoverkauf und Restwert

    Wenn Sie Ihren Wagen verkaufen wollen, spielt der Restwert eine wichtige Rolle. So kann der Restwert des Fahrzeugs Ihnen und potentiellen Käufern als Orientierungshilfe dienen. Wichtig ist dabei natürlich, dass dieser Wert anhand nachvollziehbarer Kriterien objektiv ermittelt wird.

    Warum jedes Auto mit der Zeit an Wert verliert

    PKW werden in der Regel regelmäßig von uns genutzt. Aus diesem Grund machen sich auf Dauer Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Dabei geht es nicht nur um Verschleißteile, die ohnehin in regelmäßigen Intervallen gewechselt werden müssen.

    Wird ein Auto im Stadtverkehr bewegt, sind Dellen möglich. Nahezu jede Karosserie fängt irgendwann an zu rosten. Darüber hinaus sind Motoren nur auf eine begrenzte Laufleistung ausgelegt. Je mehr Kilometer ein Motor „runter“ hat, desto baufälliger wird er.

    Auch der Lack eines Fahrzeugs weist nach einiger Zeit Alterungserscheinungen auf. Viele altersbedingte Schäden an einem PKW lassen sich zwar hinauszögern, doch unabhängig von der jeweiligen Pflege wird jedes Fahrzeug mit der Zeit an Wert verlieren.

    Allein die Tatsache, dass es nach einiger Zeit ein neueres Modell des gleichen Wagens gibt, wird zum Wertverlust führen – auch wenn das Fahrzeug nie bewegt und in einer Garage abgestellt wurde.

    Den Wert wieder erhöhen

    Autobesitzer haben die Möglichkeit, den Restwert eines Fahrzeugs vor einem Verkauf wieder zu erhöhen. Ist der Motor zum Beispiel schon sehr alt, kann er gegen einen neuen ausgetauscht werden.

    Möglich ist auch eine Umrüstung auf Autogas. Dadurch könnte der Restwert zum Beispiel erhöht werden. Denkbar ist auch ein Austausch der Sitze durch eine Lederausstattung oder das Umrüsten der Bremsanlage auf Sportbremsen.

    Das schonende Ausbeulen von Dellen beim „Dellendoktor“ kann ebenfalls zu einer kleinen Erhöhung des Restwerts führen.

    Kostenlose Restwert-Ermittlung für ADAC Mitglieder

    Mitglieder des ADAC haben die Möglichkeit, den Restwert eines Fahrzeugs anhand von Marke, Kilometerstand, Erstzulassung, Modell und Fahrzeugtyp kostenlos ermitteln zu lassen. Dabei werden zwar optische Mängel nicht berücksichtigt. Die Daten können jedoch als erste Orientierung dienen.

    Einflussfaktoren

    Wie sich der Restwert eines Autos entwickelt, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab:

    • Automarke: Je nachdem, welche Automarke Sie fahren, wird bestimmt, wie schnell das Auto an Wert verliert.
    • Fahrzeugmodell und -typ: Manche Fahrzeugtypen erweisen sich als preisbeständiger als andere. Auch bei den Modellen der Hersteller gibt es Unterschiede bei der Restwertentwicklung.
    • Laufleistung: Ein wichtiger Faktor zur Restwertermittlung bildet die Gesamtkilometerzahl. Je mehr Kilometer ein Auto gefahren ist, desto geringer wird der Restwert.
    • Erstzulassung: Hiermit wird das Alter eines Fahrzeugs ermittelt. Es hat natürlich einen Einfluss darauf, wie viel es noch wert ist.
    • Optischer Eindruck: Ist ein PKW mit vielen Kratzern oder Beulen versehen, sinkt sein Wert deutlich.
    • Unfall oder nicht: Für den Restwert eines Fahrzeugs spielt es eine wichtige Rolle, ob der PKW schon einmal in einen Unfall verwickelt war oder nicht.
    • Anzahl Vorbesitzer: Viele Vorbesitzer führen in der Regel zu einer Wertminderung eines Fahrzeugs.
    • Fahrzeugpflege: Ist ein PKW regelmäßig gewartet worden, wird beim Autohandel auch von „scheckheftgepflegt“ gesprochen. Diese Autos haben meist einen höheren Restwert als vergleichbare PKW, die nicht so gut gepflegt wurden.

    Beispiel

    Ein PKW, der 2010 zugelassen wurde und seither 100.000 Kilometer gefahren ist, wird einen geringeren Restwert haben als der gleiche PKW mit nur 50.000 Kilometern Gesamtlaufleistung.

    Wertverlust durch die eigene Nutzung beeinflussen

    Autobesitzer können den Restwert schon während der Nutzung beeinflussen. Folgende Möglichkeiten helfen dabei:

    • Nutzen Sie, wenn möglich, eine Garage oder einen Carport zum Abstellen des Fahrzeugs. Dadurch vermeiden Sie Beschädigungen durch andere Autos beim Einparken.
    • Polieren Sie den Lack Ihres Wagens regelmäßig. Dadurch erhöht sich seine Lebensdauer.
    • Fahren Sie moderat und reizen Sie die Motordrehzahlen nicht dauerhaft aus.
    • Schonen Sie Ihr Auto und steigen Sie öfter auf die Bahn, das Fahrrad oder den ÖPNV um.
    • Nehmen Sie regelmäßige Wartungstermine in Ihrer Werkstatt wahr.

    Der Restwert hängt auch von der Automarke ab

    Die Automarke ist ein entscheidender Faktor für die Restwertentwicklung eines Fahrzeugs. In der Regel gelten deutsche Automarken wie Mercedes, Porsche oder auch VW als sehr wertbeständig. Allerdings sind auch die günstigen Autohersteller wie Dacia oder Skoda weit vorn in den Listen für die Gebrauchtwagenpreis-Entwicklung.

    Zusätzlich zur Automarke kann auch der Fahrzeugtyp oder das Modell zu einem deutlich geringeren Restwert führen. Hier gelten der VW Tiguan oder der Mercedes GLA als besonders wertstabil.

    Wie kann ich den Restwert meines Autos berechnen?

    Den Wert von Gebrauchtwagen können Sie auf verschiedene Weise auch online berechnen lassen. Sind Sie Mitglied in einem Automobilclub wie dem ADAC, gibt es die Möglichkeit, den Restwert kostenlos anhand von Tabellen zu berechnen.

    Der "Schwacke-Wert"

    Eine weitere Möglichkeit ist der Anbieter „Schwacke“. Er ist vor allem durch den „Schwacke-Wert“ bekannt geworden. Diese Wertangabe wird häufig als Referenz beim Verkauf von Gebrauchtwagen genutzt.

    Um den Wert Ihres Wagens anhand der Schwacke-Tabelle zu ermitteln, müssen Sie 7,90 Euro (Stand: September 2016) bezahlen. Derartige Tabellen können jedoch immer nur als Schätzung dienen. Denn sie berücksichtigen nicht den tatsächlichen Zustand des Fahrzeugs. So spielen dabei weder Farbe des Lacks, optischer Zustand noch Vorbesitzer eine Rolle.

    Zuverlässige Wertberechnung beim Gutachter

    Wer den Restwert seines Autos zuverlässig berechnen lassen möchte, sollte einen Kfz-Gutachter aufsuchen. Allerdings müssen Sie in diesem Fall mit Kosten von mehr als 100 Euro für das Gutachten ausgehen.

    Wenn Sie das Auto allerdings erfolgreich verkaufen wollen, kann ein offizielles Gutachten als schlüssiges Verkaufsargument gelten und Ihren angesetzten Preis angemessen begründen.

    Restwert im Bezug zu Autounfällen

    Nach einem Autounfall wird häufig vom „Restwert“ gesprochen. Damit wird der Wert eines Autos bezeichnet, den es nach dem Unfall ohne Reparatur noch hat. Dieser Wert wird von einem Gutachter ermittelt.

    Zu diesem Wert kann der Unfallwagen dann von seinem Besitzer verkauft werden. Der Wert unterscheidet sich somit deutlich vom oben aufgeführten „Restwert“. Der oben genannte Wert bezieht sich auf das funktionsfähige Fahrzeug.

    Der Restwert nach einem Autounfall ist wichtig, da er sich vom Wiederbeschaffungswert unterscheidet. Versicherungen sind meist daran interessiert, dass der Restwert eines Unfallautos hoch ausfällt.

    Der Versicherungsnehmer kann den Wagen nämlich zu diesem Preis verkaufen. Die Versicherung ist dann nur noch dazu verpflichtet, die Differenz zum Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs zu erstatten.

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