Riester-Banksparplan: Flexibel und verlässlich verzinst sparen

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 02.12.2016

Der Riester-Banksparplan ist eine staatlich geförderte Form der Geldanlage fürs Alter. Sein Aufbau ist einfach und transparent. Sparer können damit langfristig eine sichere Rendite erzielen. Zugleich bietet der Banksparplan eine große Flexibilität bei der Verwendung des Kapitals.

Der Riester-Banksparplan bietet sich an für Verbraucher, die bei der Geldanlage ein möglichst geringes Risiko eingehen wollen.

Darüber hinaus können diejenigen Sparer das Anlageprodukt verwenden, die zwar von den Zulagen profitieren, aber sich nicht auf eine bestimmte Verwendung des Kapitals festlegen wollen.

Lohnenswert ist der Riester-Banksparplan grundsätzlich für alle Altersgruppen. Auch ältere Sparer über 45 können von der Verzinsung profitieren, weil keine Abschlussgebühren anfallen.

Tipp:Angebote vergleichen

Um bestmöglich von einem Riester-Banksparplan zu profitieren, sollten Sparer mehrere Angebote vergleichen und einen Riester-Banksparplan Vergleich durchführen.

Abschließbar bei möglicher Riester-Förderung

Einen Riester-Banksparplan können alle abschließen, die eine Riester-Förderung in Anspruch nehmen können. Hierzu zählen alle Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Förderberechtigt sind darüber hinaus auch Beamte, Berufssoldaten oder Richter.

Selbständige, die freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, können den Riester-Banksparplan ebenfalls nutzen. Darüber hinaus sind Künstler oder Journalisten, die Beiträge an die Künstlersozialkasse zahlen, ebenfalls zur Riester-Förderung berechtigt.

So funktioniert der Riester-Banksparplan

Der Riester-Banksparplan funktioniert wie ein herkömmliches Sparprodukt mit regelmäßigen Einzahlungen und einer Verzinsung für das Guthaben.

Zusätzlich zum eingezahlten Kapital erhalten Sparer bei diesem Banksparplan jährliche Sparzulagen vom Staat, wodurch sich das Guthaben zusätzlich zur Verzinsung erhöht. Am Ende der Einzahlungszeit erhalten Sparer außerdem noch einen Schlussbonus.

Die Verzinsung des Riester-Banksparplans ist variabel und richtet sich nach einem offiziellen Referenzzinssatz.

Wird schon vor dem Eintritt ins Rentenalter Kapital benötigt, kann es aus dem Vertrag entnommen werden, zum Beispiel für eine Baufinanzierung. Für die frühzeitige Kapitalentnahme erheben manche Kreditinstitute Gebühren. Ein Wechsel des Sparplans ist ebenfalls möglich.

Gut zu wissen:Anfängliche Verzinsungshöhe nur bedingt relevant

Ob die Verzinsung zu Beginn des Riester-Banksparplans hoch oder niedrig ist, spielt aufgrund des geringen Guthabens nur eine marginale Rolle. Da der Sparplan auf lange Frist angelegt wird, kann auch mit niedrigen Zinsen und der Förderung eine attraktive Rendite erzielt werden.

Wenig genutztes Anlageprodukt

In Deutschland werden mehr als 16 Millionen Riester-Verträge genutzt. Der Anteil der Riester-Banksparpläne ist relativ gering. So nutzen nur etwas 800.000 Deutsche diese Möglichkeit der Geldanlage.

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Vorteile

  • Der Riester-Banksparplan ist grundsätzlich eine sichere Form der Geldanlage. In der Regel weiß jeder Sparer schon zu Beginn ungefähr, welchen Betrag er später erzielen wird. 
  • Bei einem Riester-Banksparplan halten sich die Kosten in Grenzen. Im Gegensatz zu anderen Riester-Produkten werden beim Riester-Banksparplan keine Abschlussgebühren von den Banken erhoben.
  • Ein weiterer Vorteil des Riester-Banksparplans besteht in seinem einfachen Aufbau. Jeden Monat wächst das Guthaben des Sparplans mit dem Riesterbeitrag und der Kunde kann dieses Guthaben jederzeit einsehen.
  • Das eingezahlte Kapital ist nicht fest gebunden. Wer sich zum Beispiel in späteren Jahren doch noch entschließt, ein Haus zu kaufen, kann den Riester-Banksparplan ganz ohne Abschläge dafür verwenden. Ebenso ist es möglich, das Kapital in einen anderen Riester-Banksparplan überzuführen.
  • Sparer können die Einzahlungen in den Riester-Banksparplan wie die Investition in alle Riester-Produkte steuerlich als Sonderausgaben geltend machen.

Gut zu wissen:Nachgelagerte Besteuerung berücksichtigen

Im Rentenalter müssen Leistungen aus dem Banksparplan versteuert werden. Diese nachgelagerte Besteuerung müssen Sie beim Abschluss des Riester-Banksparplans berücksichtigen und einberechnen.

Verzinsungsmöglichkeiten

Diese Verzinsungsmöglichkeiten werden bei Riester-Banksparplänen angeboten.

  1. Startzins: Hierbei handelt es sich um den Zinssatz, der in der Startphase des Sparplans gültig ist. Der Startzins wird zum Beispiel von Banken angegeben, wenn sie für ihren Banksparplan werben. Allerdings spielt die Höhe des Startzinses für die Renditeentwicklung in der Regel keine große Rolle, da das Guthaben zu Beginn noch sehr niedrig ist und somit geringe Zinserträge anfallen.
  2. Umlaufrendite: Bei den meisten Riester-Banksparplänen orientieren sich die Kreditinstitute an der sogenannten „Umlaufrendite“. Dabei handelt es sich um den durchschnittlichen Wert der Rendite aller sich im Umlauf befindlichen fest verzinsten Wertpapiere. Berechnet wird die Umlaufrendite von der Deutschen Bank. Der Prozentsatz variiert dabei und hängt vom Kapitalmarkt ab.
  3. Zinsstaffel: Manche Riester-Banksparpläne arbeiten mit einer Zinsstaffel. Im Voraus wird eine sukzessive Erhöhung der Zinsen vertraglich vereinbart. In der Regel ist die Grundverzinsung bei einer Zinsstaffel niedriger als bei Banksparplänen, die sich an der Umlaufrendite orientieren. Aus diesem Grund erhalten Sparer bei dieser Variante meist während der Laufzeit einen Bonuszinssatz oder eine Bonuszahlung am Ende.

Diese Banken bieten Riester-Banksparpläne an

Riester-Banksparpläne werden im Gegensatz zur Riester-Rente oder Riester-Fondsparplänen nur von einigen Banken angeboten. Zum einen ist die Nachfrage nach diesem Sparprodukt in der Bevölkerung nicht sehr groß und zum anderen erhalten die Banken beim Abschluss nur eine geringe Provision. Vor allem für Privatbanken sind die anderen Riester-Produkte deutlich lukrativer.

Wer Interesse an einem Riester-Banksparplan hat, sollte sich an eine Sparkasse oder Genossenschaftsbank wenden. Hier bieten sich die regionalen Bankhäuser in Ihrer Nähe an, denn meist ist das Angebot für Riester-Banksparpläne auf das jeweilige Einzugsgebiet der Sparkasse oder Raiffeisen-Volksbank beschränkt.

Tipp:Online-Abschluss möglich

Auch wenn Riester-Banksparpläne fast nur von regionalen Genossenschaftsbanken und Sparkassen angeboten werden, können Sie das Produkt in vielen Fällen online abschließen. 

Förderung vom Staat

Alle Riester-Produkte basieren auf einer doppelten staatlichen Förderung. Zum einen erhalten Sparer Zulagen und zum anderen Steuererleichterungen.

Zulagen

Eine Voraussetzung für den Erhalt der Zulage ist, dass Sparer mindestens vier Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Einkommens zurücklegen. Die Höchstgrenze für die Berechnung liegt bei 1.946 Euro.

Prämie pro förderungsberechtigter Person 154 Euro pro Jahr
Zulage pro Kind, das vor 2008 geboren wurde 185 Euro pro Jahr
Zulage pro Kind, das nach 2008 geboren wurde 300 Euro pro Jahr

Steuervorteil

Die Einzahlungen lassen sich absetzen. Allerdings müssen Sparer die Prämien wieder als Einnahmen verbuchen und mit dem abzugsfähigen Betrag verrechnen.

Maximalbetrag, der steuerlich abgesetzt werden kann 2.100 Euro pro Jahr

Beispiel: Wenn ein Sparer 2.000 Euro pro Jahr in seinen Riester-Banksparplan einzahlt, aber mit zwei Kindern 600 Euro und für sich 154 Euro an Prämien erhält, darf er 1.246 Euro steuerlich als Sonderausgaben geltend machen.

Wie sich die staatliche Förderung bemerkbar macht

Die staatliche Förderung bei einem Riester-Banksparplan macht sich vor allem bei Paaren mit Kindern bemerkbar, die nach 2008 geboren wurden.

Wird davon ausgegangen, dass in einer Familie jeder Ehepartner 150 Euro pro Monat in den Banksparplan einzahlt, ergibt sich eine Sparsumme von 3.600 Euro pro Jahr. Pro Kind erhalten die Sparer nochmals 300 Euro und jeder, der riestert, bekommt noch einmal 154 Euro jährlich.

Jedes Jahr erhält diese Familie einen Sparzuschlag vom Staat in Höhe von 908 Euro. Den Kinderzuschlag erhält das Paar so lange, wie es Kindergeld bezieht. Wird hierbei von 18 Jahren ausgegangen, ergibt sich eine zusätzliche Summe von 10.800 Euro, die allein durch die Kinderzuschläge zum Kapital hinzugerechnet werden kann.

Bei einer Laufzeit von 30 Jahren und jährlich gesparten 3.600 Euro ergibt sich eine Summe von 108.000 Euro. Die staatlichen Zulagen erhält das Paar, weil jeder einen Riester-Banksparplan nutzt, 30 Jahre lang. Somit können nochmals 9.240 Euro hinzuaddiert werden.

Unsere Beispielfamilie erzielt mit dem Riester-Banksparplan Zuschüsse ohne Verzinsung von 20.040 Euro auf den Zeitraum von 30 Jahren gerechnet. Wird die Gesamtsumme durchschnittlich mit einem Prozent verzinst, erhält die Familie nach drei Jahrzehnten den Endbetrag von 137.999,37 Euro.

Um nach drei Jahrzehnten auf die gleiche Summe ohne Förderung zu kommen, müsste die Familie einen Sparvertrag mit einer Verzinsung von durchschnittlich 0,82 Prozent per annum nutzen. Eine derartige Verzinsung bei den aktuell niedrigen Zinsen für Festgeld oder Sparbücher ist für eine so lange Laufzeit jedoch sehr unwahrscheinlich.

Wenn das Kapital ausgezahlt wird

Sparer können sich bei der Auszahlung des Riester-Banksparplans für eine von zwei Varianten entscheiden. In beiden Fällen muss das Kapital als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Wer ins Rentenalter kommt, muss sich erst wenige Monate vor der Auszahlung des Riester-Banksparplans für eine der beiden Methoden entscheiden.

Auszahlungsplan mit lebenslanger Rente ab 85 Jahren

Bei dieser Variante übernimmt eine Versicherungsgesellschaft die Auszahlung auch nach dem 85. Lebensjahr.

Vorteile Nachteile
  • Mit dieser Methode profitieren Sie, wenn Sie sehr alt werden. Bis zum 85. Lebensjahr wird das angesparte Kapital in Form einer monatlichen Rente ausgezahlt. Ab dem 85. Lebensjahr übernimmt eine Versicherung die Fortzahlung der Rente.
  • Wenn ein Sparer das 85. Lebensjahr nicht erreicht und vorher verstirbt, fällt das übrig gebliebene Kapital direkt an die Versicherung. Außerdem behalten die Versicherungen meist bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals als Rücklage für die Zahlung der Rente ab 85 ein.

Sofortrente

Entscheidet sich ein Sparer für diese Variante, wird das Kapital als lebenslange Rente von einer Versicherung ausgezahlt. Im Todesfall gibt es mehrere Möglichkeiten, wie mit dem Restkapital verfahren wird.

Vorteile Nachteile
  • Die monatliche Rentenzahlung kann höher ausfallen, da keine Rücklagen von der Versicherung einbehalten werden. Zudem ist die Regelung, was nach dem Tod des Rentners geschieht, flexibler. So kann das restliche Kapital entweder bis zu zehn Jahre lang an die Erben ausgezahlt werden, die Beträge werden zurückgezahlt oder es verfällt.
  • Wird der Rentner älter, sinken seine monatlichen Rentenbezüge.

Alternative

Sparer können sich auch für keine der beiden Möglichkeiten entscheiden und eine Auszahlung des Kapitals bei ihrer Bank beantragen. Gegen eine geringe Gebühr erhalten Sie dann Ihr Erspartes und können sich damit eine alternative Rentenversicherung suchen, die möglicherweise bessere Konditionen bietet

Sparen und Auszahlung

Ein unverheirateter Sparer zahlt 30 Jahre lang jährlich 2.000 Euro inklusive Zulage in seinen Riester-Banksparplan ein. Bei einem Bruttoverdienst von 50.000 Euro liegt die Steuerersparnis bei knapp 700 Euro jährlich. Diesen Vorteil nutzt der Sparer ebenfalls und zahlt die 700 Euro jedes Jahr zusätzlich in seinen Banksparplan ein.

Die gesparte Summe beträgt  nach 30 Jahren unverzinst 81.000 Euro. Wird von einer durchschnittlichen Verzinsung ausgegangen, unabhängig vom angewandten Zinsmodell, von 0,3 Prozent pro Jahr aus, ergibt sich ein Guthaben von  88.616,18 Euro.

Nach dem Eintritt ins Rentenalter entscheidet sich der Sparer für eine Sofortrente, kann er knapp 16 Jahre lang eine garantierte Mindestrente von 440 Euro erhalten. Davon müssen monatlich knapp 80 Euro an Steuern gezahlt werden, wodurch die Nettorenteneinkünfte über den Riester-Banksparplan bei knapp 360 Euro liegen.

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