Fonds

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 02.12.2016

Insbesondere, aber nicht nur in Niedrigzinsphasen und Zeiten schlechter Tagesgeld-Konditionen können Fonds für Sie als Privatanleger eine Möglichkeit sein, Ihre Renditeaussichten deutlich zu verbessern. Als Investment sind sie jedoch etwas komplexer als andere Formen der Geldanlage. Hier finden Sie daher alle wichtigen Informationen für Ihre Fondssuche und erfahren, wie Sie die für Sie besten Fonds ermitteln und wie Sie erfolgreich fondssparen.

Bei einem Fond erschafft eine Kapital- beziehungsweise Investmentgesellschaft aus den Einzahlungen der Anleger ein sogenanntes Sondervermögen, welches sie ihrerseits in verschiedenen Anlagebereichen investiert. Ziel ist es dabei, einen Gewinn zu erwirtschaften, an dem Sie als Anleger beteiligt werden.

Hierbei lassen sich offene und geschlossene Fonds unterscheiden. Für Privatanleger interessant sind vor allem die offenen Investmentfonds, da sie hier recht frei in der Höhe der Einzahlungen sowie der Laufzeit sind. Da bei geschlossenen Fonds Kapital für Großprojekte gesammelt wird, erfordern sie eine vergleichsweise hohe Mindestanlagesumme von meist mehreren tausend Euro. Zudem können die Anteile in der Regel nur unter großen Verlusten vorzeitig zurückgegeben werden.

Fondstypen und Unterschiede

Zur Unterscheidung verschiedener Typen gibt es zahlreiche Merkmale, die Sie bei der Fondssuche beachten können:

  • Anlagehorizont
  • Risikostruktur
  • Kostenstruktur
  • Art des Managements
  • Anleger-Zielgruppe
  • Strategie
  • Geografische Verortung der Investments
  • Börsenzulassung

Die gängigste Unterscheidung erfolgt aber nach der Frage, worin das Geld der Anteilseigner investiert wird:

Fonds-TypInvestition in…
Aktienfonds Aktien – oft nach bestimmten Kriterien wie Region
Rentenfonds Anleihen
Offene Immobilienfonds Immobilien und Grundstücke
Geldmarktfonds Geldmarktinstrumente wie Schuldscheindarlehen oder Termingelder
Zertifikatefonds Verschiedene Zertifikate
Indexfonds Anlagen, die den zugrunde liegenden Index – wie etwa den DAX oder spezialisiertere Indices – eins zu eins abbilden
Hedge-Fonds Verschiedene, oft sehr spekulative Wertpapiere
Branchenfonds Wertpapiere aus einer bestimmten Branche
Mischfonds Unterschiedliche Anlageformen
Altersvorsorgefonds Besondere Mischfonds, die mit ihrer Anlagepolitik gut für die Altersvorsorge geeignet sind
Dachfonds Verschiedene andere Fonds
Sonstige Fonds Fonds, die in keine der gängigen Kategorien fallen

 

Beste Fonds: So erkennen Sie sie

Innerhalb der genannten Kategorien gibt es natürlich Fonds unterschiedlicher Qualität. Folgende Faktoren helfen Ihnen, bei der Fondssuche die besten Fonds zu erkennen:

  • Performance: Ein Blick auf die Fondskurse und die Rendite in der Vergangenheit gibt einen ersten Hinweis darauf, was die besten Fonds sind.
  • Verhältnis von Rendite und Risiko: Der Ertrag allein ist aber noch nicht aussagekräftig, auch das Verhältnis zum einhergehenden Risiko muss stimmen. Achten Sie beim Fondsvergleich also auf die Risikoklasse.
  • Langlebigkeit: Ein Fondsmanager, der mit seinem Produkt schon mehrere Jahre oder Jahrzehnte am Markt ist, hat in der Vergangenheit offenbar etwas richtig gemacht – andernfalls wäre sein Fonds sicher bereits wieder eingestellt worden.
  • Urteil von Ratingagenturen: Ratingagenturen beobachten Fondskurse, prüfen, wie sich ein Angebot im Fondsvergleich macht und führen umfassende Analysen durch, bevor sie ihre Noten vergeben: Diese passen sie bei gegebenem Anlass auch wieder an. Damit sind sie ein recht sicherer Indikator dafür, was aktuell die besten Fonds sind.

Aktiv oder passiv, thesaurierend oder ausschüttend?

Zwei Merkmalspaare scheiden die Geister bei der Frage, welches die besten Fonds sind, mehr als andere: Sollten Sie aktiv oder passiv verwaltete Fonds kaufen? Und ist ein gewinnausschüttender Fonds besser oder ein thesaurierender, also ein reinvestierender?

Bei einem aktiv verwalteten Fonds gibt es einen Manager und ein Analyseteam, die Strategien entwickeln, anpassen und aktiv auf Entwicklungen am Markt reagieren. Damit wollen sie eine höhere Rendite erzielen als der Marktschnitt. Ist das Fondsmanagement gut, gelingt dies auch – eine Garantie gibt es hierfür jedoch nicht. Es kann sich daher lohnen, wenn Sie vor Ihrem Investment im Fondsvergleich überprüfen, wer in der Vergangenheit durch beständig gute Fondskurse überzeugen konnte.

Im Fondsvergleich schneiden passiv verwaltete Fonds allerdings keinesfalls schlechter ab. Sie folgen einer bestimmten Vorgabe wie beispielsweise die ETFs (Exchange Traded Funds), die einen Index abbilden. Dies schafft eine große Transparenz für Sie als Anleger. Weiterhin fallen deutlich geringere Management-Gebühren an, die bei den aktiv verwalteten Fonds einen nicht unerheblichen Teil der Rendite verschlingen. Mittlerweile halten viele Experten daher die passiv verwaltete Variante für die besten Fonds.

Ob thesaurierende oder ausschüttende die besten Fonds sind, ist dagegen vorrangig von Ihren Ansprüchen abhängig. Werden Gewinne sofort wieder reinvestiert, nutzen Sie den Zinseszinseffekt und müssen sich nicht eigenständig darum kümmern, diese wieder anzulegen. Allerdings erhalten Sie auch kein Bargeld oder die Möglichkeit, Ihr gewonnenes Geld anderweitig anzulegen.

Handel: Fonds kaufen und verkaufen

Haben Sie sich entschlossen, Fonds zu kaufen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die Anteile zu erwerben:

  • Bank oder Sparkasse
    Bei jeder Bank und Sparkasse können Sie Fonds kaufen, am Schalter oder im Beratungsraum. Der Ausgabeaufschlag, eine Vermittlungsgebühr, wird dabei aber meist vollständig erhoben und kann fünf Prozent übersteigen. Weiterhin besteht die Gefahr, dass Ihnen der Vermittler Empfehlungen auch mit Blick auf seine Provision ausspricht und nicht nur die besten Fonds vorschlägt.
  • Direktbank oder Discountbroker
    Nicht immer bieten Direktbanken einen Beratungsservice – in diesem Fall müssen Sie sich selbst informieren und einen Fondsrechner bemühen. Dafür sind beim Ausgabeaufschlag Rabatte von 25 bis 75 Prozent üblich, manchmal fällt er im Zuge einer Marketingaktion auch gänzlich weg – ein Aspekt, den Sie beim Fondsvergleich unbedingt berücksichtigen sollten.
  • Online-Fondsvermittler
    Die sogenannten Fondsboutiquen zeichnen sich durch eine vorteilhafte Gebührenstruktur aus, so dass Sie hier besonders günstig Fonds kaufen können. Dazu sollten Sie jedoch vorab einen Fondsrechner nutzen beziehungsweise einen Fondsvergleich durchführen.
  • Börse
    An der Börse werden Fonds ähnlich wie Aktien gehandelt und es fällt auch eine entsprechende Transaktionsgebühr an. Dieser Weg hat den Vorteil, dass die Fondskurse fortlaufend aktualisiert werden, während der Preis ansonsten nur einmal täglich festgesetzt wird. Dies ermöglicht ein schnelles Handeln, falls aktuelle Geschehnisse es nahelegen. Dass Sie auf die häufigen Veränderungen bei den Fondskursen reagieren, setzt allerdings viel Engagement voraus.
  • Direktkauf
    Wissen Sie genau, was Sie wollen, weil Sie sich eigenständig auf Fondssuche begeben und einen Fondsvergleich durchgeführt haben, können Sie auch direkt bei einer Investmentgesellschaft die Fonds kaufen.

Vor- und Nachteile von Fonds

Als Anleger haben Sie die freie Wahl und können auch Festgeld sparen oder eine Lebensversicherung oder Riester-Rente abschließen. Fonds zu kaufen hat aber seine ganz eigenen Vorzüge – und ein paar Nachteile. Dieser Überblick hilft Ihnen beim Abwägen:

Vorteile

  • Hohe Rendite möglich: Im Vergleich zu den meisten anderen Anlageformen bieten Fonds bessere Ertragschancen.
  • Einstieg mit niedrigen Beträgen: In Fonds können Sie Beträge investieren, für die sich ein eigenständiger Aktienkauf nicht lohnen würde.
  • Viel Auswahl: Unter den Fonds finden sich sowohl für sicherheitsbewusste wie auch für risikofreudige Anleger passende Produkte. Auch auf Kriterien wie eine ethische Geldanlage können Sie achten, wenn Sie Fonds kaufen.
  • Diversifikation: Auch kleinere Kapitalbeträge können mit Fonds gestreut angelegt werden, was zu einer Risikominimierung beiträgt.
  • Liquidität: In Fonds ist Ihr Geld nicht langfristig gebunden, anders als wenn Sie beispielsweise Festgeld sparen. Sie können es daher abziehen, wenn Sie Bargeld brauchen.

Nachteile

  • Unübersichtlicher Markt: Dass sie viel Auswahl haben, kann manche Privatanleger überfordern. Glücklicherweise ist es möglich, sich per Fondsrechner und Fondsvergleich einen Überblick zu verschaffen – ohne diesen oder eine gute Beratung bei der Fondssuche ist es allerdings eher riskant, Fonds zu kaufen.
  • Marktrisiko: Ein Totalverlust ist eher unwahrscheinlich, wenn Sie Fonds kaufen. Allerdings kann es immer ungünstige Schwankungen geben. Diese betreffen häufig bestimmte Länder, Branchen oder Technologien. Hinzu kommen das Währungsrisiko und das Klumpenrisiko. Letzteres gehen Sie ein, wenn es innerhalb Ihres Investments keine ausreichende Streuung gibt. Schließlich sind Sie bei einem aktiv verwalteten Fonds auf die überdurchschnittlichen Fähigkeiten des Managers angewiesen.
  • Gebühren: Fonds zu kaufen kann teuer sein – muss es aber nicht. Übermäßigen Gebühren können Sie entgegenwirken, indem Sie einen Fondsvergleich anstellen und sich selbst soweit über das Thema informieren, dass Sie weniger auf die Leistungen Dritter angewiesen sind.

Der Fondssparplan

Eine besondere Art, in Fonds zu investieren, ist ein Fondssparplan. Bei dieser auch fondssparen genannten Methode nehmen Sie analog zum Banksparplan im Hinblick auf ein Sparziel regelmäßig Einzahlungen vor. Dazu müssen Sie nicht zwangsläufig einen Vertrag abschließen, doch wenn Sie sich langfristig binden, gewährt Ihnen das Institut, bei dem Sie fondssparen, häufig Kostenvorteile.

Einrichten können Sie Ihren Fondssparplan bei den meisten Filial- und Direktbanken. Diese erwarten in der Regel eine monatliche Einzahlung von mindestens 50 Euro im Monat. Als Kosten müssen Sie mit Fondsmanagement-Gebühren, Ausgabeaufschlägen und Depotgebühren rechnen. Oft ist es möglich, dass Sie das Fondssparen ohne zusätzliche Gebühren pausieren oder beenden. Auch beim Fondssparen haben Sie die Wahl zwischen einer thesaurierenden und einer ausschüttenden Variante – die Vor- und Nachteile sind die gleichen, wie wenn Sie Fonds kaufen.

Im Vergleich zum Banksparplan verspricht ein Fondssparplan höhere Rendite, geht aber auch mit größeren Risiken einher. Da Sie selbst bestimmen, welche Fonds in welcher Gewichtung Teil Ihres Sparplanes sind, sollten Sie etwas Wissen auf diesem Gebiet haben. Optimal ist es, wenn Sie bereits einmal Fonds gekauft und sich mit einem Fondsrechner auseinandergesetzt haben sowie Spaß daran haben, Fondskurse zu beobachten. Weiterhin sollten Sie Ihren Anlegertyp bestimmen: Sind sie risikofreudig und besonders auf einen hohen Ertrag aus oder ist Ihnen ein geringerer Wertzuwachs bei maximaler Sicherheit lieber? So dürfte es Ihnen leicht fallen zu entscheiden, welches die besten Fonds für Ihr Portfolio sind.

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