Warum eine
Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung gilt nicht von ungefähr als eine der wichtigsten Personenversicherungen: Wer seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann, muss mit großen finanziellen Einbußen rechnen. Genau vor diesen schützt sie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie zahlt im Ernstfall eine monatliche Rente in zuvor vereinbarter Höhe.

 

Als berufsunfähig gilt, wer aufgrund von

 

  • Krankheit
  • Unfall oder
  • Invalidität

 

seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Ist er in der Ausübung lediglich beeinträchtigt, liegt eine teilweise Berufsunfähigkeit vor. Beides ist abzugrenzen von der Erwerbsunfähigkeit: In diesem Fall ist der Betroffene nicht in der Lage überhaupt irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Berufsunfähigkeit bezieht sich jedoch nur auf den ausgeübten und in den Vertragsbedingungen festgehaltenen Beruf.

 

Es gibt einige Berufsgruppen, welche Berufsunfähigkeit im Vergleich besonders häufig trifft. Stark gefährdet sind:

 

  • Dachdecker
  • Krankenpfleger
  • Schlachter
  • Tiefbauer
  • Maurer
  • Hilfsarbeiter
  • Betonbauer

 

Häufig betroffen sind also in erster Linie also Berufsgruppen, die körperlich belastende Tätigkeiten ausüben. Doch auch mit einem Bürojob sollten Sie unbedingt über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken, da keineswegs nur physische, sondern vor allem auch psychische Gründe Ursache für Berufsunfähigkeit sind. So zählen folgende Krankheiten zu den häufigsten Auslösern:

 

  • Beeinträchtigung des Bewegungsapparats
  • psychische Probleme
  • Unfälle
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Krebs

 

Besonders wichtig zu beachten ist, dass alle Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren worden sind, keine staatliche Rente zu erwarten haben, wenn sie berufsunfähig werden – diese erhalten sie nur, wenn sie erwerbsunfähig sind. Aus diesem Grund ist eine private Vorsorge unerlässlich.

 

 

Vor- und
Nachteile

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung bietet viele Vorteile, aber auch ein paar Nachteile, derer Sie sich bewusst sein sollten. Ein Überblick:

 

Vorteile Berufsunfähigkeitsversicherungen:

     

  • bewahrt vor finanzieller Notlage im Fall der Berufsunfähigkeit
  • leistet in der Regel unabhängig von der Ursache
  • Rentenhöhe frei wählbar für optimalen Schutz
  • früher Abschluss sichert vergleichsweise günstige Berufsunfähigkeitsversicherung
  • kombinierbar mit anderen Policen für umfassenden Schutz
  • zahlt mit Leistungsrückgewähr auch ohne eintreten der Berufsunfähigkeit (Altersabsicherung)

 

Nachteile Berufsunfähigkeitsversicherungen:

     

  • relativ teuer – besonders für Ältere und Angehörige einer Risikogruppe
  • leistet oft nur bei Berufsunfähigkeitsgrad ab 50 Prozent oder sogar höher
  • Klauseln müssen sehr genau geprüft werden, um Missverständnisse zu vermeiden
  • teils mit Altersbegrenzung, die vor dem Rentenalter liegen kann
  • Aufstockung oft erst nach erneuter Gesundheitsprüfung

 

Statt einer eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie auch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung abschließen. Diese ist sogar noch leistungsstärker, da sie mit einer anderen Police kombiniert ist. Dabei handelt es sich oft um die Risikolebensversicherung, doch die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung kann auch mit Renten- oder Kapitallebensversicherung ein Paket bilden. Sie hat den Vorteil, dass sie über den Versicherungsnehmer hinaus auch dessen Angehörige schützt. Im Vergleich zur reinen Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung allerdings auch teurer.

 

Ob sich eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Sie lohnt, sollten Sie von Ihren persönlichen Umständen abhängig machen: Gibt es keine Familie zu bedenken oder haben Sie bereits separat eine Lebensversicherung abgeschlossen, ist die einfache Variante beispielsweise die sinnvollere Wahl.

 

 

Kosten und Klauseln

Die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung bewegen sich innerhalb einer sehr großen Spanne. So wird etwa ein junger Büroangestellter seine Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zum Bauarbeiter mittleren Alters deutlich günstiger abschließen können: Während für Ersteren eine Police für rund 30 Euro im Monat – gegebenenfalls sogar weniger – realistisch ist, kann auf Letzteren eine monatliche Summe im dreistelligen Bereich zukommen. Eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich daher nicht pauschal über den Preis definieren, vielmehr muss die Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zu ähnlichen Angeboten gesehen werden.

 

Wie hoch die Prämie letztlich ausfällt, hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:

     

  • Alter des Versicherungsnehmers
  • berufliche Tätigkeit
  • gewünschte Höhe der monatlichen Rente
  • Dauer der Auszahlung im Ernstfall
  • Gesundheitszustand
  • Leistungsumfang der Police
  • weitere persönliche Umstände – etwa Akademikerbonus

 

Auch weil die Versicherungsunternehmen die einzelnen Faktoren unterschiedlich gewichten, ist es unbedingt ratsam, dass Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zu anderen zu bewerten. Da es jedoch schwierig ist, alleine einen umfassenden Überblick über die Tarife sämtlicher Anbieter zu gewinnen, ist es sinnvoll, dass Sie einen Berufsunfähigkeitsversicherungsvergleich online durchführen. Dabei können Sie nicht nur sehen, was für Sie persönlich eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung ist, sondern auch, wie sich die Prämien verändern, sobald Sie die Variablen wie die Rentenhöhe verstellen.

 

Weiterhin zeigt der Berufsunfähigkeitsversicherungsvergleich online, welche Ein- und Ausschlüsse ein bestimmter Tarif enthält. Dabei ist es besonders wichtig, dass Sie auf folgende Klauseln achten, da sie im schlimmsten Fall zu Stolperfallen werden können:

 

  • Abstrakte Verweisung: In diesem Fall zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung nur bei Erwerbsunfähigkeit – sind Sie lediglich berufsunfähig, wird die Aufnahme einer neuen Tätigkeit von Ihnen erwartet.
  • Anzeigepflicht: Ist diese Klausel im Vertrag enthalten, sind sie verpflichtet, sowohl einen Berufswechsel als auch erhöhte Risiken – etwa durch ein gefährliches neues Hobby – anzugeben. Damit riskieren Sie Beitragserhöhungen.
  • Grad der Berufsunfähigkeit: Sie sollten bereits ab einem Grad von 50 Prozent Ihre Berufsunfähigkeitsrente beziehen, gegebenenfalls sogar schon eher.
  • Nachversicherungsgarantie: Diese erlaubt es Ihnen, auch ohne erneute Gesundheitsprüfung den Versicherungsschutz zu erhöhen.
  • Garantierte Rentensteigerung: Steigt die Rente während der Auszahlungsphase, bietet Ihnen das einen Inflationsausgleich.
  • Umgestaltung des Arbeitsplatzes: Stimmt Ihr Arbeitgeber einer Umgestaltung Ihres Arbeitsplatzes zu, sodass Sie Ihren Beruf weiterhin ausüben können, entfällt die Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Verzicht auf Kündigung oder Vertragsanpassung: Auch „Verzicht auf §19“ – die Versicherungsgesellschaft darf den Vertrag nicht anpassen oder kündigen.

 

Unabhängig von der weiteren Ausgestaltung des Vertrages sollten sie schließlich unbedingt alle Gesundheitsfragen lückenlos und wahrheitsgemäß beantworten – andernfalls kann das Versicherungsunternehmen Leistungen verweigern.

 

 

Privater vs.
gesetzlicher Schutz

Eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung steht nur noch jenen Arbeitnehmern zu, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden. Aber auch diese bekommen die staatliche Unterstützung nur unter sehr strengen Voraussetzungen – sie dürfen etwa gar keinen ihnen zumutbaren Beruf mehr ausüben können. Weiterhin beträgt sie lediglich 50 Prozent der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente.

 

Diese wiederum steht in vollem Umfang allen Arbeitnehmern zu, die erwerbsunfähig sind, das heißt, dass sie täglich nicht mehr als drei Stunden arbeiten können. Sie entspricht dann circa 30 Prozent des vorherigen Bruttolohns. 15 Prozent Erwerbsminderungsrente erhalten jene, die lediglich drei bis sechs Stunden täglich einer Arbeit nachgehen können. Ihnen kann die Ausübung eines anderen Berufs vorgeschrieben werden.

 

Die strengen Auflagen und die niedrige Auszahlung der gesetzlichen im Vergleich zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung unterstreichen, wie sinnvoll es ist, unabhängig vom Staat vorzusorgen. Ein Berufsunfähigkeitsversicherungen-Vergleich zeigt, dass der Extra-Schutz gemessen an seiner Bedeutung für die meisten Arbeitnehmer durchaus erschwinglich ist.

 

Abgrenzung zur Arbeitsunfähigkeitsversicherung

 

Wenn Sie für den Fall der Berufsunfähigkeit per Versicherung vorsorgen möchten, stoßen Sie möglicherweise auch auf eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsversicherung. Hier ist ein besonders genauer Versicherungsvergleich nötig, denn Berufsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit sind nicht gleichbedeutend. So können Sie vorübergehend arbeitsunfähig sein, Berufsunfähigkeit ist jedoch ein dauerhafter und muss mindestens über sechs Monate bestehen.

 

Gelegentlich werden die beiden Begriffe jedoch gleichbedeutend verwendet – entsprechend wären dann auch die nach ihnen benannten Policen gleich zu verstehen. Eine andere Verwendung des Ausdrucks Arbeitsunfähigkeitsversicherung wäre gleichbedeutend zum Krankentagegeld. Hier zahlt das Versicherungsunternehmen eine zuvor vereinbarte Summe für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit. Dies ist besonders für Selbstständige attraktiv sowie für alle, die auch bei längerer Krankheit auf gleichbleibende finanzielle Mittel angewiesen sind. So verstanden, lässt sich die Arbeitsunfähigkeitsversicherung nicht mit der Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichen, ergänzt diese aber, da die Leistungen der Letzteren einsetzen, wenn die der Ersteren aufhören.

 

 

 

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Berufsunfähigkeit absichern

  • Jeder 4. Bundesbürger wird vor der Rente berufsunfähig
  • Die staatliche Absicherung ist unzureichend
  • Um den gewohnten Lebensstandard zu behalten, sollten Sie privat vorsorgen.
 

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