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Deutsche unterschätzen Risiko der Altersarmut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.12.2015

Das Risiko von Altersaltersarmut steigt in der Bundesrepublik stetig an. In den vergangen neun Jahren hat der Anteil der armutsgefährdeten Senioren um knapp sechs Prozent zugenommen. Dennoch sorgen viele Deutsche nach wie vor nicht für das Alter vor. Dabei möchte ein Großteil den gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten.

Die Deutschen unterschätzen das Risiko von Altersarmut. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, reicht das Geld vieler Senioren nicht einmal für die einfachsten Dinge des Lebens. Noch problematischer würde es werden, wenn durch Krankheiten hohe Kosten für Medikamente und Pflege anfielen.

Anteil der armutsgefährdeten Senioren steigt stetig

Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass im vergangenen Jahr 16,3 Prozent der Bundesbürger ab 65 Jahren armutsgefährdet waren – also weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass das Risiko von Altersarmut in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat: 2006 lag der Anteil der betroffenen Deutschen ab 65 Jahren noch bei 10,4 Prozent, 2013 galten bereits 14,3 Prozent dieser Altersgruppe als armutsgefährdet. Experten gehen davon aus, dass ihr Anteil auch in den kommenden Jahren weiter wachsen wird.

Altersarmut droht vor allem Frauen, Geringqualifizierten und Migranten

Besonders stark von Altersarmut bedroht sind laut Bertelsmann Stiftung Frauen, Geringqualifizierte und Personen mit Migrationshintergrund. Sie erhalten nämlich aufgrund unterbrochener Erwerbstätigkeit, häufigerer Teilzeitbeschäftigung und niedrigerer Löhne häufig vergleichsweise geringe Rentenbezüge.

Dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung zufolge erhielten Frauen zum 1. Juli 2014 eine monatliche Rente von 583,39 Euro, für Männer lagen die gesetzlichen Rentenbezüge hingegen bei 1.006,26 Euro. „Hier machen sich Auszeiten zur Kindererziehung, zur Pflege von Angehörigen oder auch langjährige Teilzeitjobs direkt im Portemonnaie bemerkbar“, kommentiert Daniela Steinle, Vorsorgeexpertin der R+V Versicherung den deutlichen Unterschied.

Große Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit im Alter

Trotz der alarmierenden Zahlen sorgt rund ein Drittel der Deutschen zwischen 18 und 65 Jahren nicht für das Alter vor. Trotz des deutlich höheren Risikos von Altersarmut betreiben einer repräsentativen Umfrage der R+V Versicherung zufolge 29 Prozent der Frauen keinerlei zusätzliche Altersvorsorge. Bei den Männern lag der Anteil der Vorsorge-Verweigerer mit 34 sogar noch darüber. Es fehlt offenbar häufig an einer realistischen Einschätzung des Finanzbedarfs im Alter. 80 Prozent der Befragten eben jener Studie gaben nämlich an, sich im Alter nicht einschränken oder sogar besser leben zu wollen als zuvor. Dies dürfte ohne private Altersvorsorge allerdings kaum möglich sein.

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