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Neue Studie: Rentenbeginn erst mit 73 Jahren?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.05.2016

Erst wenige Wochen ist es her, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die deutschen Arbeitnehmer mit seiner Empfehlung in Wallung brachte, den Rentenbeginn auf ein Alter von 70 Jahren zu erhöhen. Nun der nächste Schock: Der demografische Wandel könnte laut einer aktuellen Studie in Zukunft ein noch höheres reguläres Renteneintrittsalter erforderlich machen.

Um das deutsche Rentensystem in seiner jetzigen Form auch in Zukunft erhalten zu können, könnte es notwendig werden, den Rentenbeginn in einigen Jahrzehnten auf 73 Jahre anzuheben – so lautet ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

Höheres Renteneinstiegsalter: Arbeitnehmer sollen demografischen Wandel ausgleichen

Laut den Autoren der Studie ist eine schrittweise Anhebung des Rentenbeginns erforderlich, um die Beitragssätze innerhalb des Rentensystems konstant halten zu können. Entsprechend schlagen die Verfasser vor, dass das Rentenalter im Jahr 2030 bei 69 und 2035 bereits bei 71 Jahren liegen sollte. Ab dem Jahr 2041 dagegen sollten Arbeitnehmer im Alter von 73 Jahren regulär in Rente gehen dürfen. Verantwortlich für diese Maßnahmen sei der demografische Wandel , so die Forscher des IW. Sollte dieser ungebremst fortschreiten, könnten im Jahr 2050 im Schnitt nur noch 1,5 Arbeitnehmer pro Rentner Beiträge zahlen.

Um das Rentensystem aufrechterhalten zu können, seien jedoch – wie es aktuell noch der Fall ist – pro Rentner rund drei Arbeitnehmer erforderlich.  Müssten heute 40-Jährige tatsächlich bis zum Alter von 73 Jahren arbeiten, würde deren durchschnittliche Rentenbezugsdauer entsprechend unter den Wert von 1960 fallen – bei Männern betrüge dieser noch sechs Jahre, bei Frauen zehn. Derzeit beziehen Männer durchschnittlich 19,3 Jahre lang Rente,  Frauen erhalten sogar 21,4 Jahre lang staatliche Altersbezüge.

Schrittweise Verschiebung des Rentenbeginns gefordert

Zwar hatte die Bundesregierung in letzter Zeit einige Maßnahmen beschlossen, die die finanzielle Absicherung  für Arbeitnehmer im Rentenalter verbessern soll – so soll beispielsweise ab 2017 die sogenannte Mindestrente verfügbar sein, im Juli 2016 wird es zudem die stärkste Rentenerhöhung sei 1993 geben. Auch die Einführung der Flexi-Rente wird häufig als arbeitnehmerfreundliche Maßnahme gewertet. Gleichzeitig jedoch wird der reguläre Rentenbeginn bereits seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht. Zudem hatte nicht nur die OECD, sondern auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kürzlich für Deutschland einen Rentenbeginn empfohlen, der in einigen Jahrzehnten bei 70 Jahren liegen sollte.

Quelle: Welt

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