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Carsharing als Alternative zum eigenen Fahrzeug

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 17.08.2016

Als Carsharing wird die gemeinschaftliche Nutzung von Fahrzeugen bezeichnet. Die Autos können dabei auch kurzzeitig angemietet werden. Carsharing gibt es in verschiedenen Varianten: Unabhängig von der jeweils gewählten Variante müssen sich Nutzer bei Carsharing-Anbietern immer anmelden oder für die Dienstleistung registrieren, um Autos kurzfristig zu mieten und mit anderen zu teilen.

In Deutschland gibt es weit mehr als ein Dutzend verschiedene Carsharing Anbieter. Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, welche großen Anbieter in den Metropolen Hamburg, Berlin, München, Köln und Stuttgart vertreten sind.

Anbieter/StadtHamburgBerlinMünchenKölnStuttgart
Flinkster          

Stadtmobil

         

cambio CarSharing

         

Greenwheels

         

car2go

         

DriveNow

         

Die Carsharing-Anbieter unterscheiden sich in vielen Bereichen. Je nach Anbieter werden unterschiedliche Automarken und Fahrzeugtypen angeboten. Da zum Beispiel DriveNow in Kooperation mit BMW angeboten wird, besteht die Fahrzeugflotte vorwiegend aus PKW des Herstellers. car2go gehört zu Mercedes-Benz: Deshalb nutzt der Anbieter vorwiegend smart. Bei anderen Anbietern wie Flinkster oder Stadtmobil variieren die Automarken.

Neben dem Fahrzeuganbot differieren auch die Carsharing-Methoden. So können Kunden je nach Anbieter auf stationsbasierte oder stationsunabhängige Systeme zurückgreifen. Außerdem kommen verschiedene Abrechnungsmodelle und Mietkonditionen zum Einsatz.

Kosten und Abrechnungsmodelle

Eine pauschale Aussage zu den Kosten für Carsharing zu treffen, ist schwierig, da die Tarife und Abrechnungsmodi von Anbieter zu Anbieter variieren. In Deutschland gibt es für das Carsharing zum Beispiel eine Preisspanne von knapp zwei bis 18 Euro pro Stunde. Manche Anbieter rechnen dabei minuten- oder auch stundengenau ab. Daneben können die Autos auch tageweise gemietet werden. Je nach Anbieter werden außerdem zusätzliche Gebühren pro gefahrene Kilometer fällig. Abhängig vom Anbieter können darüber hinaus monatliche Gebühren für die Bereitstellung der Dienstleistung anfallen. Letztlich entscheidet noch die gewählte Fahrzeugkategorie über den Preis.

Für Nutzer ist es aufgrund der großen Preisdiversität wichtig, vor dem Fahrtantritt die jeweiligen Preismodelle der Carsharing-Anbieter zu vergleichen. Nur so können Sie die Kosten für das Carsharing kalkulieren.

Bei den meisten Anbietern ist das Benzin im Carsharing-Tarif bereits inklusive. Neigt sich die Tankfüllung dem Ende zu, wird der Fahrer ans Tanken erinnert. Mit Hilfe einer Bordkarte kann der Fahrer das Fahrzeug dann volltanken.

Gut zu wissen:Ab welcher Jahresfahrleistung ist Carsharing günstiger als ein eigener Wagen?

Wer sich ein Auto kauft, muss für Wartung, Reparatur, Versicherung und Anschaffung bezahlen. Werden diese Kosten auf einen Kilometerpreis herunter gerechnet, lohnt sich Carsharing allgemein bei einer Fahrleistung zwischen 10.000 und 20.000 Kilometer pro Jahr. Wenn Sie noch weniger als 10.000 Kilometer mit Ihrem Auto pro Jahr zurücklegen und in einer Stadt leben, sollten Sie sich überlegen, ob sich Carsharing nicht auch für Sie lohnen könnte.

Warum Carsharing?

Mietwagen und Carsharing-Fahrzeuge unterscheiden sich in vielen Aspekten, wie die folgende Tabelle zeigt.

 MietwagenCarsharing
Reservieren und Abholen fast immer rund um die Uhr Nur an ausgewählten Stationen und bei wenigen Anbietern möglich Bei den meisten Anbietern möglich
Abrechnung nach Nutzungsdauer In der Regel nur tageweise, seltener stundenweise Immer stunden- oder minutengenau
Kraftstoff Nur gegen Extragebühr inbegriffen Meist immer inbegriffen
Abholen und Abgeben Immer an eine feste Station gebunden Häufig an flexiblen Standorten möglich
Anmeldung Keine Anmeldung erforderlich Einmalige Anmeldung bei einem Anbieter nötig
Fahrzeuge Große Auswahl an verschiedenen Automarken und Fahrzeugtypen Beschränkte Auswahl auf wenige Modelle oder Marken
Mietdauer Längere Mietdauer von mehreren Monaten möglich Meist nur wenige Tage möglich

Vorteile

  • Kurzfristige und unkomplizierte Anmietung möglich
  • Nutzungsbasierte Abrechnung
  • In der Regel schnelle Verfügbarkeit rund um die Uhr
  • Keine zusätzlichen Benzinkosten
  • Keine laufenden Kosten für Fahrzeugunterhalt
  • Häufig stationsunabhängige Anmietung möglich
  • Fahrer ist nicht für Wartung oder Reparatur verantwortlich
  • Meist neue Fahrzeuge mit neuester Technik
  • Keine Anschaffungskosten für PKW
  • Effiziente Fahrzeugnutzung
  • Umweltschonender

Carsharing ist vorwiegend für Stadtbewohner geeignet, die nur für wenige Fahrten im Jahr ein Auto benötigen. Darüber hinaus sollten Carsharing-Nutzer kein „inniges“ Verhältnis zu Autos haben, denn das Fahrzeug müssen sie mit anderen Nutzern teilen. Meist nutzen junge Menschen Carsharing, die entweder kein Geld für ein eigenes Auto ausgeben wollen beziehungsweise können oder nur gelegentlich ein Fahrzeug benötigen.

Nachteile

  • Eingeschränkte Unabhängigkeit
  • Mobilität ist abhängig von der Wagenverfügbarkeit
  • Meist nur in der Stadt hohe Verfügbarkeit von Fahrzeugen
  • Fahrzeug muss mit anderen geteilt werden
  • Hohe Kosten bei Dauernutzung

Für Berufspendler oder Verbraucher, die in ländlichen Gebieten ohne dichtes öffentliches Verkehrsnetz leben, ist Carsharing weniger geeignet. Sie müssen sich auf die Verfügbarkeit eines eigenen PKW verlassen können.

Eignet sich Carsharing...

  • ...für Fahrten zum Arbeitsplatz? Wenn Sie sonst mit dem Rad fahren, aber bei Regen kurzfristig auf ein Carsharing-Fahrzeug zurückgreifen wollen, lohnt sich das Angebot. Ansonsten können Sie in der Stadt auch auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Wenn Sie jedoch Berufspendler sind und täglich viele Kilometer zurücklegen, lohnt sich Carsharing nicht für die Fahrt zur Arbeit.
  • ...für Urlaubsreisen? Urlaubsreisen sind in der Regel auf mehrere Tage angelegt. Viele Anbieter für Carsharing fallen damit schon aus, da sie ihre Fahrzeuge maximal für 48 Stunden am Stück vermieten. Darüber hinaus können viele Carsharing-Fahrzeuge auch nicht für Fahrten ins Ausland genutzt werden oder es ist eine zusätzliche Gebühr fällig. Bei mehreren Tagen Anmietung wäre Carsharing außerdem unverhältnismäßig teuer für eine Urlaubsreise. In diesem Fall würde sich eher ein Mietwagen anbieten.
  • ...als Firmenwagen? Wer die Möglichkeit hat, einen Firmenwagen zu nutzen und diesen entweder von der Firma gestellt bekommt oder ihn als Selbständiger voll absetzen kann, wird nicht auf Carsharing zurückgreifen wollen.
  • ...als Zweitwagenersatz? Wer nur gelegentlich einen Zweitwagen benötigt, könnte auch auf Carsharing zurückgreifen. Allerdings ist das Angebot überwiegend nur für Stadtbewohner interessant.

Achtung:Auslandsfahrten evt. nicht erlaubt

Wer ein Carsharing-Fahrzeug nutzt, sollte vor Fahrten ins Ausland darauf achten, ob der Anbieter dies gestattet und wenn ja, welche Extragebühren auf ihn zukommen. Darüber hinaus gibt es in der Regel eine maximale Mietdauer für Carsharing-Fahrzeuge, die häufig nur 48 Stunden beträgt. Manche Anbieter wie Cambio bieten auch eine monatsweise Anmietung an.

Tipp:Kosten vorab vergleichen

Da die Anmietung beim Carsharing meist stunden- und kilometerbasiert erfolgt, kann es für längere Strecken oder eine Tagesanmietung günstiger sein, auf einen klassischen Mietwagen zurückzugreifen.

Arten von Carsharing

  1. Stationsunabhängig „free floating“
    Bei dieser Art der Anmietung sind Sie nicht an eine feste Ausleihstation gebunden. Sie stellen das Fahrzeug einfach dort ab, wo Sie Ihre Fahrt innerhalb des vorgegebenen Stadtgebiets beenden wollen. Manche Anbieter schreiben für das Abstellen auch bestimmte Parkplätze vor.
    Beim free floating müssen Sie sich zunächst bei einem Carsharing-Anbieter registrieren und dort eine Zahlart hinterlegen. Nach der Anmeldung erhalten Sie einen Zugangscode, mit dem Sie die Fahrzeuge per Chip oder App für die Nutzung freischalten können. Über eine Smartphone-App können Sie sehen, ob ein Fahrzeug in Ihrer Nähe steht. Die App ermöglicht es Ihnen, auch bei bestimmten Anbietern Fahrzeuge zu reservieren.
  2. Stationsbasiert
    Diese Art des Carsharing sieht vor, dass Sie das Fahrzeug an einer festen Station abholen und dort auch wieder abstellen. Für die Nutzung des Anbieters müssen Sie sich zunächst registrieren. Der PKW kann per App oder über das Internet gebucht werden. In der Regel wird das Auto dabei für feste Zeiten reserviert. Die Abgabe darf nur an der Abholstation erfolgen.
  3. Privates Carsharing
    Diese Form des „Fahrzeugteilens“ ist nicht professionell organisiert. Hierbei handelt es sich vielmehr um Privatpersonen, die Ihren PKW mit anderen teilen, zum Beispiel mit Nachbarn oder Freunden. Im Netz gibt es einige Portale, auf welchen sich Nutzer zum privaten Carsharing anmelden können.

In der Regel profitieren Sie als Nutzer von Carsharing von den neuesten Modellen der Hersteller. Die Fahrzeuge sind in der Regel sehr gut ausgestattet und bieten in der Grundversion ein umfangreiches Entertainment-System sowie ein Navigationsgerät. Je nach Anbieter handelt es sich bei den angebotenen Fahrzeugen auch um Spezialversionen oder Elektroautos.

Als Kundin oder Kunde müssen Sie sich bei den meisten Anbietern auf eine Fahrzeugmarke sowie auf eine eingeschränkte Modellauswahl einstellen.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Die wichtigste Voraussetzung zur Teilnahme am Carsharing ist ein gültiger Führerschein. Darüber hinaus verlangen manche Anbieter ein Mindestalter der Nutzer. Manche Carsharing-Angebote können nicht von Fahranfängern genutzt werden, die ihren Führerschein erst kürzlich erhalten haben und noch nicht viel Fahrpraxis vorweisen können.

Unabhängig vom Führerschein prüfen manche Dienstleister auch die Bonität, bevor ein Nutzer Fahrzeuge anmieten kann.

Benötigte Unterlagen zur Anmeldung

Für die Anmeldung zum Carsharing benötigen Sie in der Regel einen gültigen Personalausweis sowie Ihren Führerschein. Bei manchen Anbietern muss zum Bezahlen eine Kreditkarte hinterlegt werden. Alternativ geben Sie Ihre Bankverbindung zur Abbuchung der Gebühren an.

Versicherungsfragen

Alle Carsharing-Fahrzeuge sind teil- oder vollkaskoversichert. Je nach Anbieter können Sie sich zwischen verschiedenen Varianten in der Kfz-Versicherung entscheiden. In der Regel beinhalten die Versicherungen eine Selbstbeteiligung, die Sie im Schadensfall übernehmen müssen. Sie können diese meist gegen einen Aufpreis reduzieren.

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