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Führerschein: Kosten für Fahrschüler

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 17.08.2016

Mit dem Führerscheinerwerb sind beträchtliche Kosten verbunden, die vor allem von der Anzahl der benötigten Fahrstunden, aber auch vom jeweiligen Bundesland abhängen. Wer durch die Prüfung fällt, muss mehr bezahlen, mit einem Kombiführerschein lässt sich dagegen sparen. Lesen Sie außerdem, was Sie für einen internationalen Führerschein ausgeben müssen und welche Kosten bei Verlust des Führerscheins anfallen.

Grundsätzlich müssen angehende Autofahrer heute deutlich mehr für den Führerschein zahlen als vorherige Autofahrer-Generationen. Die Fahrerlaubnis kostet in der Regel zwischen 1.500 und 2.200 Euro. Für die anfallenden Kosten ist nicht nur die Anzahl der Fahrstunden, die der Neuling braucht, von Bedeutung, sondern auch das jeweilige Bundesland. Bei den Preisen gibt es teilweise deutliche regionale Unterschiede.

Kosten für den Führerschein in Deutschland

Jede Fahrschule erhebt eine Grundgebühr, über die der Verwaltungsaufwand und normalerweise auch der Theorieunterricht abgedeckt werden. Für Lehrmaterial kommen zusätzliche Kosten hinzu. Den größten Posten machen allerdings in der Regel die Fahrstunden aus, gleichzeitig lässt sich bei den regulären Fahrstunden auch am meisten sparen: Naturtalente brauchen nicht so viele Übungsstunden und zahlen dementsprechend deutlich weniger. Verpflichtend für alle Fahrstunden sind die zwölf Sonderfahrten:

  • 3 Nachtfahrten
  • 4 Autobahnfahrten
  • 5 Überlandfahrten

Zusätzlich sind noch die Kosten für den Führerscheinantrag sowie für Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs und Passfoto und die Prüfungsgebühr zu zahlen.

Wer den Führerschein mit dem Programm „Begleitetes Fahren mit 17“ machen möchte, muss außerdem einen Antrag zur Festlegung der Begleitperson einreichen. Dafür fallen weitere Kosten von circa 20 Euro an.

FaktorDurchschnittskosten
Grundgebühr Fahrschule 200 Euro
Lehrmaterial 50 Euro
Fahrstunden
- Regelfahrstunden (ca. 30 Stück)
- Sonderfahrstunden (12 Stück)
1.500 Euro
1.000 Euro
500 Euro
Prüfungsgebühr (Fahrschule & Behörde) 200 Euro
Führerscheinantrag 35 Euro
Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Bilder 40 Euro
Gesamt 2.025 Euro

Alle Angaben Näherungswerte ohne Gewähr

Tipp:So sparen Sie beim Führerschein

Fahrschule: Achten Sie bei der Auswahl der Fahrschule eher auf einen geringen Preis der Fahrstunden als auf eine niedrige Grundgebühr. Die Grundgebühr fällt nur einmal an, aber mit teuren Fahrstunden steigen die Kosten sehr schnell, wenn viele Stunden gebraucht werden.

Kombi-Angebote: Es gibt Anbieter, bei denen Erste-Hilfe-Kurs, Sehtest und Passbilder an einem Tag gemacht werden können. Das spart nicht nur Kosten, sondern auch Zeit.

Als Fahranfänger: Auch bei der Kfz-Versicherung kommen als Fahranfänger höhere Kosten zusammen. Beachten Sie deshalb unsere 11 Spartipps für Fahranfänger bei der Kfz-Versicherung.

Richtwerte für Fahrschulpreise

Bei der Einschätzung der Preise von Fahrschulen können Sie sich an einigen Richtwerten orientieren. Eine faire Preisgestaltung erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Die Grundgebühr sollte nicht mehr als das Zehnfache einer Regelfahrstunde betragen.
  • Eine Sonderfahrstunde sollte nicht mehr als das Eineinhalbfache einer Regelfahrstunde kosten.
  • Die Gebühren zur Vorstellung zur theoretischen und praktischen Prüfung sollten zusammen nicht mehr als das Fünffache einer Regelfahrstunde betragen.

Durchschnittliche Anzahl der benötigten Fahrstunden

Im Durchschnitt brauchen Fahrschüler in Deutschland 13 bis 28 Regelfahrstunden, bevor sie zur Fahrprüfung antreten können. In Großstädten werden aufgrund des dichteren Verkehrs mit einem Durchschnitt von 23 bis 28 Stunden meist mehr Fahrstunden benötigt als auf dem Land. Hier braucht der Durchschnittsfahrschüler 13 bis 18 Fahrstunden.

Welche Preisunterschiede gibt es zwischen den Führerscheinklassen?

Am günstigsten ist der Mofa-Führerschein (bis 2013 Klasse M) für Kleinkrafträder mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h. Er kostet zwischen 100 und 150 Euro. Hier muss keine praktische Prüfung abgelegt werden, allerdings sind praktische Übungsstunden verpflichtend.

Seit 19.01.2013 gibt es zudem die die Führerscheinklasse AM für Kleinkrafträder bis 50 Kubikzentimeter Hubraum und einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h, also beispielsweise kleinere Roller. Für diese Führerscheinklasse muss bereits eine praktische Prüfung abgelegt werden. Dementsprechend höher sind auch die Kosten – insgesamt kostet der sogenannte Rollerführerschein zwischen 500 und 800 Euro. Die Führerscheinklasse AM ist in den Klassen Motorradführerscheinklassen A, A1, A2 sowie der Klasse B inbegriffen.

Für einen Motorrad-Führerschein (Klasse A bzw. A2) fallen Kosten von circa 1.300 Euro an. Wer schon eine Fahrerlaubnis der Klasse A1 (Leichtkrafträder bis 125 ccm) besitzt, zahlt nur noch circa 500-700 Euro.

Für den Lkw-Führerschein (Klassen C, C1, C1E und CE) ist eine Fahrerlaubnis der Klasse B, also der normale Pkw-Führerschein, Voraussetzung. Die Kosten entsprechen in etwa der Klasse B, sie liegen meist zwischen 1.500 und etwa 2.000 Euro.

Fahrschulpreise in den unterschiedlichen Bundesländern

Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind erheblich: Besonders teuer ist der Führerschein mit rund 2.000 Euro in Bayern und Baden-Württemberg, am wenigsten zahlen Fahrschüler mit rund 1.300 Euro in Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt. Wo sich Ihr Bundesland im deutschen Vergleich befindet, sehen Sie in dieser Tabelle:

BundeslandDurchschnittskosten Führerschein
Bayern 1.700 bis 2.200 Euro
Baden-Württemberg 1.900 bis 2.100 Euro
Rheinland-Pfalz 1.700 bis 2.000 Euro
Schleswig-Holstein 1.700 bis 2.000 Euro
Niedersachsen 1.500 bis 1.900 Euro
Hessen 1.500 bis 1.900 Euro
Saarland 1.500 bis 1.900 Euro
Nordrhein-Westfalen 1.500 bis 1.900 Euro
Bremen 1.500 bis 1.700 Euro
Hamburg 1.400 bis 1.600 Euro
Thüringen 1.400 bis 1.600 Euro
Mecklenburg-Vorpommern 1.400 bis 1.600 Euro
Sachsen 1.300 bis 1.500 Euro
Brandenburg 1.200 bis 1.400 Euro
Berlin 1.200 bis 1.400 Euro
Sachsen-Anhalt 1.200 bis 1.400 Euro

Stand: November 2015; Angaben ohne Gewähr

Ortsbindung für den Führerscheinerwerb

Wer sich anhand des Kostengefälles denkt, er könne bei den Führerscheinkosten sparen, indem er seine Fahrerlaubnis einfach in einem anderen Bundesland macht, wird in den meisten Fällen enttäuscht werden. Grundsätzlich müssen Sie den Führerschein nämlich an Ihrem Wohnort machen, damit Fahrstunden und Prüfung unter den Bedingungen stattfinden, die Sie auch später im Alltag umgeben.

So soll vermieden werden, dass ein Fahranfänger aus der Großstadt nach seiner Führerscheinprüfung auf dem Land plötzlich in völlig ungewohnter Umgebung fährt und ein Sicherheitsrisiko darstellt. Gerade für Menschen, die den Führerschein in einem Kompaktkurs machen wollen, kann das zum Problem werden.

Es ist jedoch möglich, einen Antrag beim Straßenverkehrsamt des Erstwohnsitzes zu stellen, um die Fahrerlaubnis an einem anderen Ort erwerben zu dürfen. Die Entscheidung liegt aber im Ermessen der Behörde. Wenn der Führerschein am Zweitwohnsitz gemacht werden soll, weil es sich dabei zum Beispiel um den Arbeits- oder Studienort handelt, stellt dies kein Problem dar.

Durch die Fahrprüfung gefallen – was nun?

Es ist keine Schande, bei der praktischen Prüfung durchzufallen. Nach einer Frist von zwei Wochen kann sie wiederholt werden und das ist beliebig oft möglich. Wichtig ist nur, dass die Prüfung innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten nach der Theorieprüfung bestanden wird. Ansonsten muss diese ebenfalls wiederholt werden.

Die Prüfungsgebühren fallen mit jeder Prüfung erneut an, erhöhen sich aber nicht. Auch in der Fahrschule werden wahrscheinlich für die zweite Prüfung Gebühren fällig. Manche Fahrschulen bieten allerdings Tarife an, bei denen eine zweite Prüfung inklusive ist. Die Fahrschule kann für die Fahrstunden nach dem Durchfallen einen höheren Preis verlangen. Prüfen Sie am besten vor Vertragsabschluss, ob die Fahrschule das so handhabt und entscheiden Sie sich gegebenenfalls lieber für eine andere.

Kosten sparen durch Kombiführerschein

Wer ohnehin zusätzlich zum Pkw-Führerschein einen Motorrad-Führerschein machen möchte, sollte direkt beides verbinden: Die Grundgebühr fällt dann nur einmal an und auch der Theorieunterricht muss nicht zweimal absolviert werden.

Beim Zweiradführerschein kann außerdem sparen, wer bereits die Fahrerlaubnis für eine niedrigere Klasse besitzt. Wer zum Beispiel schon einen Führerschein der Klasse A1 oder A2 hat, braucht weniger Theorie- und Übungsstunden für Führerscheinklasse A.

Kosten für den internationalen Führerschein

Der internationale Führerschein soll es der Polizei im Ausland erleichtern, Ihre Fahrberechtigung zu überprüfen. Innerhalb Europas reicht allerdings der normale deutsche Führerschein im Scheckkartenformat aus. Hierbei handelt es sich nämlich bereits um einen sogenannten EU-Führerschein, mit dem Sie bei Reisen innerhalb Europas Ihre Fahrerlaubnis ausreichend nachweisen können.

Wenn Sie aber zum Beispiel in die USA reisen und dort Auto fahren möchten, sollten Sie rechtzeitig einen internationalen Führerschein beantragen. Die Kosten liegen bei 15 bis 20 Euro, wenn Sie bereits einen EU-Führerschein haben. Falls Sie noch einen Papier-Führerschein besitzen, wird Ihnen bei der Beantragung eines internationalen Führerscheins ein deutscher Führerschein im Scheckkartenformat ausgestellt. Denn die internationale Fahrerlaubnis ist nur in Verbindung mit dem EU-Führerschein gültig. In diesem Fall müssen Sie zusätzlich 24 Euro bezahlen.

Übrigens können Sie Ihren Führerschein grundsätzlich auch in einem anderen Land machen. Wenn es sich um einen EU-Mitgliedsstaat handelt, müssen Sie dafür lediglich 185 Tage dort gewohnt haben. Ein Umschreiben des Führerscheins ist dann nicht erforderlich, weil es sich ohnehin um den EU-Führerschein handelt. Wenn Sie die Fahrerlaubnis in einem Land erworben haben, das nicht Mitglied der EU oder des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) ist, müssen Sie ihn innerhalb von sechs Monaten umschreiben lassen. Manchmal ist dafür auch noch eine theoretische oder praktische Prüfung nötig. Nur wer beweisen kann, dass er sich nicht länger als zwölf Monate in Deutschland aufhalten wird, kann seinen Führerschein für den gesamten Zeitraum nutzen und auf das Umschreiben verzichten.

Kosten beim Verlust des Führerscheins

Der Führerschein sollte grundsätzlich immer mitgeführt werden. Wer Auto fährt, ohne ihn dabeizuhaben, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss im Falle einer Kontrolle mit einem Bußgeld von zehn Euro rechnen. Außerdem gilt der Führerschein auch als Ausweisdokument. Bei Verlust des Führerscheins sollte schnellstmöglich ein neuer beantragt werden. Die Ausstellung dauert zwei bis sechs Wochen. Für diesen Zeitraum wird ein Übergangsführerschein aus Papier ausgestellt, der nur in Verbindung mit dem Personalausweis gültig ist. Beachten Sie, dass Sie nicht Auto fahren dürfen, wenn Sie Ihren Führerschein verloren haben und noch keinen Übergangsführerschein besitzen.

Die Kosten, die bei einem abhanden gekommenen Führerschein auf Sie zukommen, sind abhängig davon, ob er gestohlen oder verloren wurde.

Kosten bei Diebstahl des Führerscheins

Wenn der Führerschein gestohlen wurde, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Für die Ausstellung eines neuen Führerscheins müssen Sie in diesem Fall bei der Fahrerlaubnisbehörde eine Bearbeitungsgebühr von 35 Euro bezahlen. Dazu bringen Sie die Diebstahlbescheinigung von der Polizei mit.

Kosten bei verlorenem Führerschein

Wer seinen Führerschein dagegen einfach verloren hat, muss mehr bezahlen: Zusätzlich zu den 35 Euro Bearbeitungsgebühr fallen noch Kosten von 30,70 Euro für die eidesstattliche Erklärung an, mit der Sie bestätigen müssen, dass der Führerschein nicht gestohlen wurde.

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