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So gelingen Wohnungsbesichtigung und Besichtigungstermin

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 29.07.2016

Sie sind auf der Suche nach einer neuen Immobilie? Ein Besichtigungstermin bietet Ihnen die Möglichkeit, die Qualität des möglichen neuen Eigenheims oder der neuen Wohnung zu überprüfen. Wichtig ist hierbei: Bewahren Sie unbedingt einen kühlen Kopf und lassen Sie sich nicht nur von Ihrer Intuition leiten!

Natürlich sollte bei einem Hauskauf oder dem Bezug einer neuen Wohnung das Bauchgefühl stimmen: Besichtigen Sie die Immobilie, ist es wichtig, dass Sie sich dort wohlfühlen und sich den Einzug vorstellen könnten. Doch in die Entscheidung für oder gegen das Haus bzw. die Wohnung sollten auch sachliche Aspekte einfließen, beispielsweise:

  • Wie ist die Verkehrslage?
  • Wie ist die Bausubstanz?
  • Wie effizient arbeitet die Heizungsanlage?
  • Wie alt sind Türen und Fenster?
  • Gibt es offensichtliche Mängel?

Diese und viele weitere Kriterien sollten in jedem Fall überprüft werden. Denn wichtig ist: Bevor Sie die Immobilie kaufen oder mieten, sollten Sie alles darüber wissen. Dazu zählen auch die Höhe der Renovierungskosten und der Aufwand für etwaige Sanierungen. Vor allem bei einem Hauskauf können so die Kosten für eine Baufinanzierung schnell steigen.

Checkliste für die Besichtigung

Hier finden Sie wichtige Punkte für Ihre Wohnungs- oder Hausbesichtigung. Anhand dieser Punkte können Sie Ihren Rundgang entsprechend vorbereiten, um die Besichtigung mit gutem Gefühl durchzuführen.

Lassen Sie sich von einer zweiten Person begleiten

Vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Deshalb ist es sinnvoll, die Besichtigung nicht allein durchzuführen. Lassen Sie sich von Ihrem Partner, einem Familienmitglied oder einem Freund begleiten. Am sinnvollsten ist ein Begleiter, der nicht emotional an die Entscheidung gebunden ist.

Durch mehrere Besichtigungen Routine aneignen

Haben Sie mehrere Besichtigungen zu absolvieren, sollten Sie routiniert an die Rundgänge herangehen. Bei einem immer gleichen Ablauf vermeiden Sie, wichtige Aspekte zu vergessen. Außerdem ist es so einfacher, verschiedene Immobilien miteinander zu vergleichen. Gehen Sie beispielsweise immer zuerst in das Badezimmer und dann in die Küche.

Als Kaufinteressent: Sachverständigen hinzuziehen

Ein Experte geht ohne jegliche Emotionen an die Überprüfung der Immobilie heran. Dadurch kann er Sie eventuell auf Dinge aufmerksam machen, die Sie selbst nicht berücksichtigen.

Sprechen Sie mit den Nachbarn

Insbesondere bei Eigentumswohnungen lohnt sich ein Besuch bei den möglichen Nachbarn. Das bietet Ihnen nicht nur die Möglichkeit, diese schon vorab kennenzulernen. Dadurch können Sie den anderen Hausbewohnern auch wichtige Fragen stellen – beispielsweise bezüglich des Lärms in der Straße.

Es macht außerdem Sinn, eine Checkliste für den Wohnungskauf oder Hauskauf zu erstellen, die Sie während der Besichtigung abarbeiten. Dabei handelt es sich um einzelne Punkte, die Sie beim Rundgang durch die Immobilie unbedingt berücksichtigen sollten. Drucken Sie Ihre Checkliste für die Wohnungs- oder Hausbesichtigung unbedingt als PDF aus. So können Sie während des Rundgangs die einzelnen Punkte überprüfen und abhaken:

  • In welchem Zustand ist die Wohnung oder das Haus? Sind Renovierungsarbeiten notwendig?
  • Gibt es einen Hof oder einen Garten?
  • Entspricht der Grundriss den eigenen Vorstellungen?
  • Sind Wohnungsgröße und Zimmeranzahl ausreichend?
  • Funktionieren alle Geräte und Installationen, die schon vorhanden sind?
  • Sind genügend Steckdosen vorhanden?
  • Lassen sich Fenster und Türen problemlos öffnen?
  • Hat das Objekt einen Balkon oder eine Terrasse?
  • Verfügt das Bad über ein Fenster oder eine Lüftung?
  • Ist genügend Stauraum vorhanden (bspw. eine Abstellkammer)?
  • Gibt es einen Keller und/oder einen Dachboden?
  • Gibt es einen Pkw-Parkplatz?
  • Wie ruhig ist es in der Umgebung?
  • Gibt es eine nahegelegene Verkehrsanbindung?
  • Lassen sich Geschäfte des täglichen Bedarfs schnell erreichen?

Tipp:Fragen stellen

Trauen Sie sich ruhig, alle wichtigen Fragen bei der Haus- oder Wohnungsbesichtigung zu stellen. Nur so können Sie sich anschließend ein umfangreiches Bild von dem Objekt machen.

So gehen Sie vorbereitet in die Besichtigung

Damit Sie möglichst gut vorbereitet sind, sollten Sie alle wichtigen Informationen über die Immobilie einholen. Dabei ist es nicht nur wichtig, viel über die Wohnung oder das Haus zu wissen – auch mit dem Grundstück und der Umgebung sollten Sie sich vorab auseinandergesetzt haben.

Es ist unerlässlich, noch vor dem Rundgang durch das Objekt so viel in Erfahrung zu bringen. Dadurch können Sie während der Besichtigung gezielt vorgehen und weitere Eindrücke sammeln.

Welche Informationen sollten vorab eingeholt werden?

Vor der Objektbesichtigung sollten Sie insbesondere diese Informationen sammeln:

  • Alter der Immobilie
  • Größe des Objekts
  • Grundriss der Immobilie
  • Lage des Objekts
  • Entfernung zu den Verkehrsanbindungen

Tipp:Rundgang durch das Wohnviertel

Besuchen Sie noch vor Ihrer Besichtigung das Wohnviertel, in welchem sich das Objekt befindet. Auf diese Weise lernen Sie die Umgebung besser kennen. Sie können die Entfernung zu den Geschäften besser abschätzen und überprüfen, wie schnell Sie Bus und Bahn erreichen. Auch können Sie sich so einen Eindruck von Ihrer Nachbarschaft verschaffen.

Besichtigungstermin: Wie Sie Mängel erkennen

Wenn Sie schließlich das Haus oder die Wohnung besichtigen, ist es mitunter am wichtigsten, die Mängel zu erkennen. Denn vorhandene Makel, die von Ihnen beseitigt werden müssen, können die Finanzierungskosten der Immobilie in die Höhe treiben.

Achten Sie besonders auf diese Gegebenheiten:

  1. Riecht es muffig in den Räumen?
  2. Sind die Fensterrahmen feucht?
  3. Hat der Putz beziehungsweise die Tapete sich verfärbt?

Solche Aspekte können Hinweise auf Mängel in der Immobilie geben – so zeigen sie beispielsweise, wenn Feuchtigkeit in das Objekt eingedrungen ist. Aus diesem Grund sollten Sie sich alles aufschreiben, was Ihr Aufsehen erregt. Nehmen Sie auch einen Fotoapparat zur Besichtigung mit und fragen Sie, ob Sie einige Fotos machen dürfen. Die meisten Makler erlauben es.

Nehmen Sie sich außerdem genügend Zeit, um die einzelnen Räume in aller Ruhe zu inspizieren. Lassen Sie sich keinesfalls hetzen!

Übrigens: Verlassen Sie sich bezüglich der Mängel weder auf die Aussagen des Maklers noch des Verkäufers. Beide möchten die Immobilie möglichst schnell veräußern und werden demnach gegebenenfalls nicht jeden Makel angeben. Zudem kennen sie oftmals nicht alle Mängel, die sich in dem Objekt befinden.

Damit Sie die Besichtigung mit einem guten Gefühl verlassen, sollten Sie von einem Experten ein Wert- und Sanierungsgutachten erstellen lassen. Dieses zeigt Ihnen den Renovierungsbedarf der Immobilie.

Was bei einer Sonntags-Besichtigung zu beachten ist

Es kann durchaus sein, dass Ihnen Besichtigungstermine überwiegend an einem Sonntag angeboten werden. Das birgt allerdings die Gefahr, dass Sie nicht den richtigen Eindruck von der Umgebung erhalten. Denn die Lärmbelästigung ist sonntags üblicherweise geringer: Es sind weniger Fahrzeuge unterwegs und die Geschäfte haben geschlossen. Außerdem bleibt es auf etwaigen Baustellen in der Umgebung still.

Aus diesen Gründen ist es anzuraten, die Immobilien stets unter der Woche aufzusuchen. An einem Wochentag können Sie sich ein realistischeres Bild von dem Lärmpegel machen. Achten Sie übrigens auch darauf, das Objekt am besten bei Tageslicht zu besichtigen: Mängel lassen sich bei Tageslicht besser erkennen und sie haben einen vollständigen Einblick in die einzelnen Räume.

Warum Sie die Verkabelung berücksichtigen sollten

Zu den wichtigsten Aspekten bei der Wohnungs- oder Hausbesichtigung gehört die Überprüfung der Verkabelung. Eine schlechte Verkabelung entpuppt sich in der Regel als Mangel. Achten Sie besonders im Badezimmer und in der Küche darauf, dass genügend Steckdosen an den richtigen Plätzen vorhanden sind.

Sind Steckdosen nicht ausreichend vorhanden, kann dies bei der späteren Einrichtung zu Problemen führen – insbesondere dann, wenn sie an den wichtigen Stellen fehlen. In diesen Fällen bleibt Ihnen oftmals nichts anderes übrig als Verlängerungskabel zu legen, die das Ambiente ungemütlich erscheinen lassen.

Deshalb ist es sinnvoll, bei fehlenden Steckdosen mit dem Makler oder Verkäufer ins Gespräch zu kommen. Gegebenenfalls kümmert dieser sich darum, die Verkabelung zu erweitern.

So erkennen Sie Schimmel bei der Hausbesichtigung

Schimmel in einer Wohnung oder in einem Haus gehört zu den unangenehmsten Mängeln einer Immobilie. Denn Schimmel ist nicht nur ein Indiz für Feuchtigkeit, sondern kann auch die eigene Gesundheit gefährden.

Anhand dieser Merkmale lässt sich möglicher Schimmel im Rahmen der Besichtigung feststellen:

  1. Überprüfen Sie die Fenster
    Zeigen sich am Fensterrahmen wässrige Verfärbungen? Diese könnten ein Indiz für Schimmel sein. Tasten Sie außerdem die Wand ringsum die Fenster ab – lassen sich dabei feuchte Stellen finden?
  2. Überprüfen Sie die Fugen im Bad
    Auch im Bad lässt sich Schimmel erkennen, wenn Sie den Fugen einen genaueren Blick schenken. Hier können sich ebenfalls Verfärbungen zeigen. Sind sogar dunkle Flecken zu erkennen, ist der Schimmel in jedem Fall vorhanden.
  3. Riecht es in der Wohnung unangenehm?
    Schimmel geht oftmals mit einem muffigen Geruch einher. Vor allem im Badezimmer ist durch den unangenehmen Geruch der Schimmel zu erkennen.

Achtung:Kritische Stellen frisch gestrichen?

Werden Sie auch stutzig, wenn eben jene Stellen frisch gestrichen wurden. Dies kann ein Indiz dafür sein, dass nur über den Schimmel übergestrichen wurde, damit dieser nicht sichtbar ist. Sind Sie wegen des Schimmels unsicher, lassen Sie dies durch einen Sachverständigen prüfen.

Deshalb sollten Sie hohe Nebenkosten abchecken

Nicht nur die Kosten, die vor und während des Hauskaufs anfallen, sind zu berücksichtigen. Bevor Sie sich für eine Immobilie entscheiden, sollten Sie auch die Nebenkosten überprüfen – so laufen Sie nicht Gefahr, mit hohen Gebühren überrascht zu werden.

Lassen Sie sich deshalb unbedingt den Energieausweis der Immobilie vorlegen – bei einer Eigentumswohnung fragen Sie nach dem Energieausweis des kompletten Wohngebäudes. In diesem finden Sie unter anderem die folgenden Angaben:

  • Baujahr des Gebäudes
  • Baujahr der Heizungsanlage
  • Art der Beheizung
  • Dämmung des Gebäudes
  • Zustand und Alter der Heizungsanlage

Anhand dieser Merkmale können Sie sich einen Überblick über die Heizungsanlage sowie die Heizkosten verschaffen. Lassen Sie sich dafür außerdem die letzte Nebenkostenabrechnung zeigen.

Tipp:Nebenkosten bei Nachbarn erfragen

Fragen Sie auch die Nachbarn, wie viel an Nebenkosten sie zu zahlen haben. Das bietet Ihnen einen realistischeren Einblick in Ihre potenziellen Kosten.

Achtung:Heizung überprüfen

Überprüfen Sie während Ihrer Besichtigung auch die Heizung. Drehen Sie dafür die Heizkörper auf und kontrollieren Sie, ob diese warm werden. Geschieht das Ganze außerdem geräuschlos, funktioniert die Heizungsanlage einwandfrei.

Besichtigungstermin mit einem Experten

Sie möchten sich für Ihren Besichtigungstermin der Wohnung oder des Hauses von einem Sachverständigen begleiten lassen? Dann achten Sie unbedingt darauf, dass es sich um einen neutralen Experten handelt. Einen solchen finden Sie:

  • Bei Prüforganisationen wie DEKRA
  • Beim Verband Privater Bauherren
  • Bei Verbraucherzentralen in Ihrer Umgebung
  • Bei Mieterschutzvereinen

Sie sollten den Sachverständigen allerdings erst zum zweiten Besichtigungstermin hinzuziehen, denn seine Arbeit kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Beim ersten Rundgang erhalten Sie zunächst einen Eindruck von der Immobilie und arbeiten Ihre Checkliste ab. Anschließend sollten Sie sich überlegen, ob Sie Interesse an dem Objekt haben. Fällt Ihre Entscheidung positiv aus, wird der Experte beauftragt.

Achtung:Wenn sich der Verkäufer weigert

Weigert sich der Verkäufer, einen Gutachter in die Immobilie zu lassen, ist von dem Kauf des Objekts abzuraten. Hierbei kann es sich nämlich um einen unseriösen Verkäufer handeln, der bewusst Mängel unterschlägt.

Die Kosten für das Gutachten hängen stets vom Verkehrswert der Immobilie sowie davon ob, wie schwierig die Erstellung des Gutachtens war. Häufig liegen die Gebühren im niedrigen vierstelligen Bereich. Es ist jedoch sinnvoll, die Kosten noch vor der Besichtigung mit dem Sachverständigen zu vereinbaren.

Nach der Hausbesichtigung: Besuch beim Bauamt

Haben Sie Ihre Besichtigung durchgeführt und sind Sie von der Immobilie überzeugt, sollten Sie sich in jedem Fall noch beim Bauamt vorstellen. Dort können Sie sich sowohl über das Grundstück als auch über das Wohnviertel erkundigen. Dabei erwarten Sie als potenzieller Käufer unter anderem die folgenden Informationen:

  1. Haben Dritte etwaige Rechte an dem Grundstück?
  2. Gibt es Einschränkungen, die von den Behörden festgelegt wurden?

Auch sollten Sie sich den Bebauungsplan für Ihr Viertel zeigen lassen. In diesem ist aufgezeichnet, welche Bauprojekte in den nächsten Jahren für Ihre Umgebung geplant sind. Das zeigt Ihnen also, wie sich die Lebensqualität in den darauffolgenden Jahren ändert.

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