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Exchange Traded Funds

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 13.07.2016

ETF steht für „Exchange Traded Fund“, was übersetzt so viel wie „börsengehandelter Fonds“ bedeutet. ETFs werden in fast allen Anlageklassen angeboten und bieten Anlegern und Sparern gute Möglichkeiten, Geld langfristig gewinnbringend anzulegen. Im Vergleich zu normalen Aktienfonds fallen bei ETFs nur geringe Kosten an. Dadurch profitieren Anleger in größerem Umfang von den Renditen.

Was ist ein ETF?

Ein ETF („Exchange Traded Fund“) ist ein Investmentfonds. Diese börsengehandelten Fonds können an der Börse gekauft und verkauft werden. Eine weitere charakteristische Eigenschaft von ETFs ist die Indexnachbildung. Dank dieser beiden Merkmale werden ETFs auch als börsengehandelte Indexfonds bezeichnet. Die Zusammensetzung der Werte eines solchen Fonds kopiert einen Index, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex. Orientiert sich ein ETF am Dax, enthält er entsprechende Wertpapiere von Dax-Unternehmen. Auch die Anzahl der einzelnen Werte im ETF orientiert sich dann an der Gewichtung der Unternehmen im Dax. Die Wertentwicklung eines Dax-ETF entspricht dadurch der des Deutschen Aktienindex. Demnach würde besagter ETF mit dem DAX steigen oder fallen. Das Prinzip von ETFs erklärt auch der folgende Ausschnitt aus der FinanceScout24 Infografik: Was ist ein ETF?

Aktiv gemanagte ETFs

Nicht überall, wo ETF draufsteht, ist allerdings auch ein Indexfonds drin. Nach wie vor sind viele ETFs reine Indexfonds, doch es gibt auch eine wachsende Zahl an aktiv gemanagten ETFs. Um von den vorteilhaft niedrigen Kosten der klassischen ETFs zu profitieren, sollten Anleger daher darauf achten, auch wirklich einen passiven Indexfonds auszuwählen. Die nötigen Informationen enthält das Produktinformationsblatt des ETF.

Verschiedene Indexfonds

Bei Indexfonds gibt es Unterschiede in der Art, wie ein Index nachgebildet wird. Bei der physischen Replikation handelt es sich um die eben beschriebene genaue Nachbildung des Zielindex durch den exakten Kauf der Indexzusammenstellung. Bei der synthetischen Nachbildung dagegen werden nicht die Einzeltitel des Zielindex exakt nachgekauft. Stattdessen kann der Fonds aus bis zu zehn Prozent anderen Werten bestehen. Damit die Anleger trotzdem sicher sein können, dass ihr Fonds dem Zielindex in seiner Entwicklung folgt, wird der synthetische Indexfonds mit einem sogenannten Swap-Geschäft verbunden. Ein Swap-Geschäft ist im Grunde eine Versicherung für die Wertentwicklung des Indexfonds. Weichen die Gewinne oder Verluste des Fonds von der Entwicklung des kopierten Index ab, zahlt oder entnimmt der Swap-Partner - in der Regel eine oder mehrere Banken - die Differenzen. So folgt der synthetische Indexfonds letztlich für die Anleger doch genau der Entwicklung des Index.

Welche Art der Indexnachbildung ein ETF betreibt, ist für Anleger relevant aber nicht hochgradig essenziell. Bei einem physisch replizierten Indexfonds kann die Entwicklung auch mal von der des Index leicht abweichen (Tracking-Error). Dies kann sich positiv und negativ auf seine Rendite auswirken. Bei einem synthetisch replizierten ETF werden durch die Swaps Abweichungen in einem gewissen Rahmen korrigiert. Ein synthetischer ETF verläuft daher in der Regel noch näher an der Entwicklung des Zielindex.

Ausschüttende und thesaurierende ETFs

Grundsätzlich müssen Sie sich bei Ihrer ETF-Suche entscheiden, ob für Sie ein ausschüttender oder ein thesaurierender Exchange Traded Fund in Frage kommt. Bei Ersterem erhalten Sie jährlich eine Auszahlung Ihrer Gewinne, bei Letzterem werden diese sofort reinvestiert. Beides hat Vor- und Nachteile:

 AusschüttendThesaurierend
Vorteile Regelmäßige Ausschüttungen, Geld zur freien Verwendung Zinseszinseffekt, keine Kosten und kein Aufwand bei der Wiederanlage
Nachteile Kosten und Arbeitsaufwand bei der Wiederanlage Kein automatischer Zuwachs bei den Barmitteln

Performance von ETF

ETFs müssen sich mit ihrer Rendite nicht vor herkömmlichen Aktienfonds verstecken. Vor allem weil bei Aktienfonds in der Regel noch Gebühren für Gehälter von Fondsmanagern und Verwaltungskosten abgezogen werden, bevor der Anleger seine Netto-Rendite erhält. Bei einem ETF fallen diese Kosten teilweise weg und sind daher insgesamt meist deutlich geringer. Anhand des unten stehenden Charts lässt sich die Entwicklung der größten und bekanntesten ETFs in den letzten Jahren ablesen. Bei den Volumenangaben muss die jeweilige Währung berücksichtigt werden:

ETFWährung1-Jahres Performance in %3-Jahres Performance in %Volumen (in Mio.)
iShares Core DAX (R) (DE) EUR + 17,14 + 33,00 17.209,65
iShares S&P 500 (DE) UCITS ETF USD + 18,91 + 56,71 13.876,41
iShares MSCI World (DE) UCITS ETF Inc USD + 18,27 + 42,37 7.596,92
iShares MSCI Emerging Markets (DE) UCITS ETF Inc USD + 14,09 + 0,02 5.358,44
iShares EURO STOXX 50 (DE) EUR + 21,87 + 33,37 5.174,95
iShares FTSE 100 UCITS ETF (Inc) GBP + 5,08 + 26,72 4.039,30
Lyxor UCITS ETF EURO STOXX 50 D-EUR EUR + 22,85 + 31,70 4.768,76
db x-trackers MSCI WORLD INDEX UCITS ETF 1C USD + 18,59 + 41,19 3.149,19
Deka EURO STOXX 50 UCITS ETF EUR + 21,13 + 32,49 1.025,04
iShares MSCI Japan B UCITS ETF (Acc) JPY + 6,20 + 53,76 138.500,50

Datenquelle: Börse Online

Risikoklassen bei ETFs

Bei der Auswahl eines ETF bieten die verschiedenen Risikoklassen eine praktische Hilfestellung. Dafür sollten Anleger zunächst überlegen, welches Anlageziel sie verfolgen möchten. Soll eine möglichst sichere Investition getätigt werden, die dafür eine geringere Rendite verspricht, oder soll das Geld gewinnorientiert angelegt werden, auch wenn dann das Risiko entsprechend höher liegt? Zwischen diesen beiden Anlagezielen gibt es natürlich noch verschiedene Kompromisse:

RisikoklasseAusrichtungErtragspotentialRisikopotential
1 Sicherheitsorientiert Niedrig Gering
2 Ertragsorientiert Leicht erhöht Moderat
3 Wachstumsorientiert Höher Höher
4 Risikoorientiert Überdurchschnittlich Überdurchschnittlich
5 Spekulativ Sehr hoch Unbegrenzt

Die Risikoklasse eines ETF wird in dem zugehörigen Produktinformationsblatt aufgeführt. Anleger können sich bei ihrer ETF-Auswahl nach diesen Angaben richten.

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