Armutsbericht: Altersarmut nimmt deutlich zu

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.02.2015

Ein aktueller Armutsbericht für Deutschland zeigt einen sprunghaften Anstieg der Altersarmut. Immer mehr Rentner rutschen unter die Armutsgrenze. Doch die Autoren des Berichts offenbaren noch weitere Missstände. So stieg die Armutsquote insgesamt an. Neben Rentnern sind Erwerbslose und Alleinerziehende am häufigsten von Armut betroffen.

Armut trifft in Deutschland vor allem Rentner, Erwerbslose und Alleinerziehende. Die Altersarmut ist dabei die am schnellsten wachsende Armutsform. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands hervor. Die Untersuchung bescheinigt Deutschland eine Armutsquote in Rekordhöhe. Rund 12,5 Millionen Menschen lebten demnach unter der Armutsgrenze, was einer Quote von 15,5 Prozent entspricht. Obwohl der Anstieg der Armut insgesamt flächendeckend stattfand, entwickelten sich einige Regionen Deutschlands deutlich negativer als andere. Hierzu gehören unter anderem Bremen, das Ruhrgebiet, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Viele Rentner unter der Armutsgrenze

In Deutschland sind fast 60 Prozent der Erwerbslosen und 40 Prozent der Alleinerziehenden von Armut betroffen. Seit 2006 hat die Armutsquote insgesamt um elf Prozent zugenommen. Laut des Paritätischen Gesamtverbands fallen Einpersonenhaushalte mit einem Monatseinkommen von weniger als 892 Euro unter die Armutsgrenze. Familien mit zwei Kindern gelten bei einem Einkommen von weniger als 1.872 Euro pro Monat als arm. Obwohl Erwerbslose und Alleinerziehende am häufigsten unterhalb der Armutsgrenze leben, sorgt vor allem die Entwicklung der Altersarmut für Aufsehen. Laut den aktuellen Zahlen leben in Deutschland 15,2 Prozent aller Rentner in Armut. Damit ist die Quote der Altersarmut seit 2006 um das Vierfache angestiegen. Keine andere Bevölkerungsgruppe zeige eine rasantere Armutsentwicklung, heißt es in dem Bericht.

Niedriges Rentenniveau begünstigt Altersarmut

Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland mit steigenden Löhnen und sinkenden Arbeitslosenzahlen erscheint der Armutsbericht paradox, findet Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, macht Mascher vor allem die Rentenentwicklung der letzten Jahre für die zunehmende Altersarmut verantwortlich. Das Rentenniveau müsste ihrer Meinung nach bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns stabilisiert werden. Und selbst dann würde das Geld für viele Rentner vermutlich nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard des Arbeitslebens zu halten. Eine zufriedenstellende Rente ist ohne eine zusätzliche private Altersvorsorge kaum noch zu realisieren.

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