Autonomes Fahren verändert Autoversicherungen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.03.2015

Ob Spurassistent, Parklenkassistent oder ESP – zahlreiche Technologien machen Autofahrern das Leben bereits jetzt leichter. In Zukunft werden zunehmend vollautomatisierte, selbstfahrende Autos auf den Straßen unterwegs sein. Autonomes Fahren ermöglicht vielen Branchen innovative Geschäftsmodelle, Versicherungskonzernen könnte es hingegen zunächst Kopfzerbrechen bereiten.

Autonomes Fahren wird nicht nur Städte und die Autoindustrie nachhaltig verändern: Auch die Versicherungsbranche wird die Auswirkungen des Technologiersprungs deutlich zu spüren bekommen. So lautet ein Ergebnis einer aktuellen Studie von McKinsey & Company zum Thema selbstfahrende Autos und deren Einfluss auf die Lebenswelt.

Neue Ausrichtung der Kfz-Versicherer wahrscheinlich

Bislang stehen bei Verbrauchern vor allem individuelle Versicherungen gegen menschliches Versagen hoch in Kurs. Finden allerdings in Zukunft mehr und mehr selbstfahrende Autos ihren Weg auf deutsche Straßen, könnte dies einen Kurswechsel für die Kfz-Versicherungsbranche bedeuten. Denn dann müssten vor allem Autoversicherungen gegen technisches Versagen der Fahrzeuge angeboten werden.

Autonomes Fahren erfordert Versicherung gegen technisches Versagen

Sobald der Traum vieler Fahrzeugentwickler vom vollautomatisierten autonomen Fahren Realität werden wird, wird das System eines Fahrzeuges alle Situationen im Straßenverkehr ohne Überwachung und Eingreifen des Fahrers bewältigen können. Hochautomatisierte Autos lassen im begrenzten Umfang sogar fahrfremde Tätigkeiten des Fahrers zu. In einem Szenario mit dieser Art selbstfahrender Autos werden Unfälle vermutlich in den seltensten Fällen durch Menschenhand verursacht, sondern primär durch technisches Versagen der hochmodernen Fahrzeuge. Die McKinsey-Studie rechnet jedoch damit, dass sich autonomes Fahren grundsätzlich positiv auf die Bilanz der Unfallanzahlen im Straßenverkehr auswirken wird. Selbstfahrende Autos haben nach Ansicht der Analysten das Potenzial, die Zahl der Unfälle drastisch zu reduzieren.

Haftungsfragen müssen noch im Detail geklärt werden

Bis es so weit ist, dass Fahrzeughalter selbstfahrende Autos anmelden und für diese eine Kfz-Versicherung benötigen, scheinen jedoch noch einige Fragen geklärt werden zu müssen. Besonders wichtig ist dabei die Schuldfrage: Wem ist ein Schaden, der durch ein vollautomatisiertes Fahrzeug verursacht wird, anzulasten – dem Fahrer oder dem Fahrzeughersteller? Dies hinterfragt eine Untersuchung der Unternehmensberatung Sopra Steria Consulting. Die McKinsey-Studie prophezeit, dass die Unfallhaftung wohl den Autoherstellern zufallen wird. Wie dies jedoch konkret umgesetzt werden kann, ist noch nicht geklärt. Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung von McKinsey, sagt dazu: „Auch wenn es noch dauern wird, bis wir selbstfahrende Autos in großer Zahl auf der Straße sehen, sollten sich Autohersteller schon jetzt mit den möglichen Konsequenzen auseinandersetzen.“

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