GKV: Möglicherweise kein steigender Zusatzbeitrag

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.10.2016

Die gesetzlichen Krankenkassen sind dank höherer Einnahmen und einem vergleichsweise geringen Ausgabenplus wirtschaftlich offenbar besser aufgestellt als gedacht. Daher könnte die bereits von verschiedenen Seiten prognostizierte Erhöhung des Zusatzbeitrags im kommenden Jahr unter Umständen entfallen.

Der Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen könnte entgegen früherer Einschätzungen im kommenden Jahr doch stabil bleiben. Der sogenannte Schätzerkreis für die gesetzliche Krankenversicherung plant offenbar, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen bei 1,1 Beitragssatzpunkten zu belassen. Das berichtet das „Handelsblatt“ mit Bezug auf einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Bislang deutlicher Anstieg des Zusatzbeitrags erwartet

Demzufolge sollen „Beteiligte und Betroffene“ davon ausgehen, dass die Experten des Schätzerkreises keine Finanzierungslücke bei der gesetzlichen Krankenversicherung berechnen werden. Bislang war davon ausgegangen worden, dass die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen weiter steigen würden. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) prognostizierte vor einigen Monaten für 2017 noch einen Anstieg des Zusatzbeitrages um 0,3 Prozentpunkte. Bis zum Jahr 2019 rechnete der GKV-Verband sogar mit einem möglichen Anstieg auf 1,8 Prozentpunkte. Noch pessimistischer fiel die Prognose des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem aus – im August warnte er vor einer möglichen Verdoppelung des Zusatzbeitrags bis zum Jahr 2020.

Mehrere Faktoren sorgen für Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen

Den Medienberichten zufolge sind drei Faktoren für die unerwartete Entwicklung des Zusatzbeitrags verantwortlich. Zum einen habe die Bundesregierung angekündigt, den gesetzlichen Krankenkassen im kommenden Jahr zusätzliche 1,5 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds für die Versorgung von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Zudem entlaste die starke Konjunktur und die damit verbundene gute Arbeitsmarktsituation die gesetzlichen Krankenkassen. Dritter Faktor ist die gute wirtschaftliche Lage der Kassen. Ihre Ausgaben fielen geringer aus als im Vorfeld angenommen. Daher konnten sie allein in der ersten Jahreshälfte 2016 um 600 Millionen Euro höhere Einnahmen verzeichnen als erwartet. Insgesamt konnten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Rücklagen damit auf mehr als 15 Milliarden Euro erhöhen.

Schätzerkreis kommt diese Woche zusammen

Der Schätzerkeis für die GKV, der in dieser Woche zusammenkommen wird, hat die Aufgabe, die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung zu analysieren und zu bewerten. Untersucht werden dabei unter anderem die Entwicklung der Einnahmen, Ausgaben sowie der Zahl der Versicherten im laufenden Jahr. Anhand der ermittelten Daten stellt das Gremium dann eine Prognose für die Entwicklung der GKV im Folgejahr. Der Schätzerkreis setzt sich aus Fachleuten des Bundesgesundheitsministeriums, des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen und des Bundesversicherungsamts (BVA) zusammen.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Handelsblatt

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