Krankenkassen erzielen Überschuss von 620 Millionen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 09.06.2017

Die ersten drei Monate des Jahres brachten den gesetzlichen Krankenkassen einen kräftigen Überschuss. Mehr als 620 Millionen Euro ergänzen im ersten Quartal die Polster - das Vorjahresquartal hatte hingegen nur etwa 200 Millionen eingebracht. Die inzwischen auf Rekordhoch befindlichen Rücklagen liegen laut Frankfurter Allgemeine Zeitung bei 16,5 Milliarden Euro.  

Das erste Quartal beschert den gesetzlichen Krankenkassen ein immenses Polster. Während der Überschuss in Vorjahresquartal nur bei etwa 200 Millionen Euro lag, brachten die ersten drei Monate des laufenden Jahres mehr als 620 Millionen Euro ein. Die Rücklagen der Krankenkassen erreichten der Frankfurter Allgemeine Zeitung zufolge 16,5 Milliarden Euro und damit einen neuen Rekordstand.

Aus Defizit wird Rücklagen-Rekord

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung haben die 113 gesetzlichen Krankenkassen im ersten Jahresquartal ein sattes Plus von 620 Millionen erwirtschaftet. Für die Rücklagen der Versicherer führten die guten Zahlen zu einem Wert von 16,5 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor. Noch im Jahre 2015 hatten die Krankenkassen ein Defizit in Milliardenhöhe verbuchen müssen. In Folge dessen wurden die Zusatzbeiträge erhöht und die Versicherten mussten zahlen.

Unterschiedliche Entwicklung der Versicherer

Mit Blick auf die Zahlen wird die differenzierte Entwicklung der Finanzen von einzelnen Kassenarten deutlich. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) konnten ihren Überschuss von 72 auf 361 Millionen Euro erhöhen. Bei den Ersatzkrankenkassen sank der Quartalsüberschuss im Jahresvergleich unterdessen von 206 auf 155 Millionen Euro. Allein diese beiden Kassen decken mehr als zwei Drittel der Versicherten in Deutschland ab. Auch die Betriebskrankenkassen mussten Einbußen von 38 auf 30 Millionen Euro hinnehmen, die Innungskassen eine Halbierung auf 17 Millionen Euro. Leicht ausbauen konnte hingegen die Knappschaft auf 58 Millionen Euro.

Die AOK sieht den Grund für den Aufwärtstrend abseits der Krankenkassenbeiträge im strikten Kosten- und Vertragsmanagement. Klagen kommen hingegen seitens der Ersatzkassen, die Fehlsteuerungen durch den Finanzausgleich der Kassen verantwortlich machen. Die zunehmend kritische Haltung hat inzwischen auch Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe (CDU) auf den Plan gerufen. Das Gutachten, das er zur Reformnotwendigkeit des Finanzausgleichs in Auftrag gegeben hat, soll noch im Herbst dieses Jahres vorliegen.

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Quellen: FAZ, Spiegel

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