Autofahren im Winter: Fahrtipps und das Auto winterfest machen

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Sobald die kalte Jahreszeit bevorsteht, sollten Sie auch Vorkehrungen für Ihr Fahrzeug treffen und Ihr Auto winterfest machen. Was es dabei zu beachten gilt und welche gesetzlichen Vorschriften es gibt, erfahren Sie hier. Lesen Sie außerdem, wie Sie sicher durch Schnee und Eis kommen.

Inhaltsverzeichnis

    Auto winterfest machen: So geht es!

    Ein ausführlicher Wintercheck beginnt bei der richtigen Bereifung, endet dort aber keineswegs. Eine ausführliche Checkliste hilft Ihnen, keinen Schritt zu vergessen. Ihre Belohnung ist das beruhigende Gefühl, dass Sie für Ihre Sicherheit vorgesorgt haben und Schnee und Eis Ihnen nichts mehr anhaben können.

    So machen Sie Ihr Auto winterfest

    • Winterreifen montieren (Was Sie beachten sollten, lesen Sie hier)
    • Winter-Service in einer Werkstatt
    • Frostschutzmittel auffüllen
    • Scheibenwischerblätter kontrollieren
    • Lack wachsen

    Auch wenn es nicht verpflichtend ist, sollten Sie rechtzeitig vor dem ersten Kälteeinbruch Ihre Winterreifen montieren. Sofern Sie nicht selbst das nötige Know-how haben, bietet es sich an, in einer Werkstatt Kühlerfrostschutz, Wischerblätter, Beleuchtung und Batterie prüfen zu lassen. Insbesondere die Batterie ist laut der ADAC-Straßenwacht am häufigsten für Pannen im Winter verantwortlich, da die kalte Jahreszeit die Autobatterie entsprechend fordert. Gegebenenfalls müssen auch die Gummidichtungen der Türen behandelt werden.

    Zahlt die Kfz-Versicherung auch wenn man im Winter mit Sommerreifen einen Unfall baut?

    Grundsätzlich übernimmt die Kfz-Versicherung den Schaden des Unfallopfers auch, wenn der Unfall-Verursacher mit Sommerreifen unterwegs war. Aber es gibt diese Ausnahme: Wenn der Autofahrer vor Fahrtantritt oder während der Fahrt hätte erkennen müssen, dass Sommerreifen angesichts der Straßenverhältnisse völlig ungeeignet sind. Kommt es deshalb zu einem Autounfall, kann die Versicherungsleistung anteilig gekürzt werden.

    Schlierenbildung auf den Scheiben vermeiden

    Bevor Sie den Behälter für den Scheibenfrostschutz auffüllen, sollte der Sommerreiniger bis auf den letzten Tropfen verbraucht sein. Das Schutzmittel sollte etwa für minus 20 Grad Celsius geeignet sein. Der Kühlerfrostschutz wiederum sollte auf mindestens minus 25 Grad Celsius ausgelegt sein. Kontrollieren Sie zudem, ob Ihre Scheibenwischerblätter intakt sind. Im Winter verkehrt man – unfreiwillig – häufig in der Dunkelheit. Zusätzlich zu den nassen Wetterbedingungen kann eine mögliche Schlierenbildung der Blätter eine Fahrt bei schlechten Lichtverhältnissen vorzeitig unterbrechen. Der ADAC empfiehlt darauf zu achten, dass die Wischerblätter nicht an der Scheibe festfrieren. Das würde das Gummi beschädigen.

    Wintercheck fürs Auto: Spritreserven haben

    Weiterhin können Sie Ihr Auto winterfest machen, indem Sie nach der Autowäsche ein Hartwachs auftragen und so die oberste Schicht der Karosserie schützen. Ansonsten stellt unter anderem das Salz, das gegen das Eis gestreut wird, eine Gefahr für den Lack da. Übrigens: Tanken Sie lieber etwas früher als gewohnt, um im Extremfall noch Reserven im Tank zu haben. Bei einem großen Stau auf der Autobahn können Ihnen die Spritreserven zu einem warmen Auto verhelfen.

    Beim Wintercheck fürs Auto sollten Sie zudem sicherstellen, dass Sie folgendes an Bord haben:

    • Eiskratzer
    • Abdeckfolie für die Windschutzscheibe
    • Schneebesen
    • Enteisungsspray
    • Warme Decke
    • Abschleppseil
    • Starthilfekabel

    Zudem empfiehlt es sich, bei Minusgraden einen Türenteiser in der Tasche zu haben. Wenn Sie Ihre Reise durch Gebiete führt, in denen die Schneeketten Pflicht sind, gehören die Sicherheitsketten in den Kofferraum.

    Autofahren im Winter: Fahrstil anpassen

    Der wichtigste Tipp zum Autofahren im Winter: Reduzieren Sie Ihr Tempo. In der Fahrschule wird gelehrt, bei verschneiten Straßen die Geschwindigkeit zu halbieren und bei Eis das Tempo sogar um rund 70 Prozent zu drosseln. Zudem sollten Sie den Sicherheitsabstand vergrößern. Als Faustregel gilt, im Vergleich zu einer trockenen Straße den Abstand zwischen den Autos dreimal so groß zu halten.

    Besondere Gefahren beim Autofahren im Winter

    Auch wenn die Tachonadel flacher gehalten wird, sollte die Aufmerksamkeit steigen. Fahren Sie noch wachsamer und vorausschauender als sonst –insbesondere vor Kreuzungen und Ampeln lauern Gefahren. Vermeiden Sie ruckartige Manöver. Je schlechter die Bodenhaftung, desto eher bricht das Fahrzeug aus. Das gilt insbesondere bei Überholmanövern, bei denen die Räder durch den Spurwechsel enorm an Traktion verlieren. Durchdrehende Räder beim Autofahren bei Schnee vermeiden Sie, indem Sie früh in einen höheren Gang schalten.

    Besondere Vorsicht ist bei gefährlichen Stellen geboten. Dazu gehören unter anderem Strecken entlang von Bächen und Flüssen sowie insbesondere Brücken. Die Fahrbahn vereist an diesen Stellen viel schneller, weil sie ständig von kaltfeuchter Luft umgeben sind. Geothermie-Systeme sollen diese zusätzliche Gefahr in Zukunft Stück für Stück verringern.

    Schon vor Fahrtbeginn vorsorgen

    Auch innerhalb des Autos sollten Sie in der kalten Jahreszeit Sicherheitshinweise beachten. So empfiehlt es sich, vor Fahrtantritt die dicken Jacken auszuziehen. Ansonsten kann im Falle eines Unfalls die Wirkung der Sicherheitsgurte verpuffen. Zudem müssen Sie vor der Fahrt alle Scheiben und Spiegel sowie das Kennzeichen von Eis und Schnee befreien. Hierbei wird zu Scheibenenteisern aus der Sprühflasche geraten.

    Eine vermeintliche Winterreifenpflicht führte in der Vergangenheit immer wieder zu Irritationen. Eine konkrete Pflicht für die kalte Jahreszeit gibt es nicht. Die Straßenverkehrsordnung verpflichtet aber seit Dezember 2010 zur Nutzung von Winterreifen bei Schneematsch, Glatteis, Schneeglätte, Eis- oder Reifglätte. Demnach sind Winterreifen nur bei tatsächlich schlechten Straßenverhältnissen vorgeschrieben. Experten empfehlen, sich an die sogenannte O-bis-O-Regel zu halten und von Oktober bis zum Osterwochenende Winterreifen aufzuziehen.

    Bußgeld bei falscher Bereifung

    Wird ein "Fahrzeug mit Reifen betrieben, die nicht den Wetterverhältnissen angepasst sind", dann drohen laut dem aktuelle Bußgeldkatalog ein Punkt und zwischen 60 Euro - 120 Euro (je nach Tatbestand, z. B. einem Unfall in Folge falscher Bereifung).

    Schneekettenpflicht im In- und Ausland

    Eine weitere Thematik, mit der Sie beim Autofahren im Winter konfrontiert werden, ist eine Schneekettenpflicht. Unter anderem in folgenden Ländern sind Sie – vielleicht überraschenderweise – nicht generell verpflichtet Schneeketten mitzuführen:

    • Deutschland
    • Italien
    • Tschechien
    • Schweiz
    • Russland

    Auch wenn es keine generelle Schneekettenpflicht gibt, sind unter anderem in Deutschland einige Orte zu finden, an denen das Mitführen der Schneeketten vorgeschrieben ist. Diese Abschnitte sind mit einem runden, blauen Schild gekennzeichnet, auf dem ein großer Reifen mit Schneeketten abgebildet ist. In Österreich dagegen gibt es Schneekettenpflicht: Vom 15. November bis 15. März müssen genormte Ketten mitgeführt werden.

    Bei extrem widrigen Bedingungen, sollten Sie prüfen, ob Sie für Ihre Fahrt auf andere Fortbewegungsmöglichkeiten zurückgreifen oder sie gleich ganz verschieben können.

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