Bildungskredit: Fit für den Endspurt in Studium und Ausbildung

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Mit dem Bildungskredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können sich Schüler und Studierende die letzte Phase ihrer Ausbildung finanzieren. Antragsteller müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, dürfen beispielsweise ein gewisses Alter oder Anzahl an Studiensemestern nicht überschritten haben. Die Gesamthöhe des Kredits lässt sich flexibel beantragen, sie setzt sich aus der Höhe einer monatlichen Rate sowie der Darlehenslaufzeit zusammen. Maximal können über 24 Monate 7.200 Euro beantragt werden. Zudem ist es unter gewissen Umständen möglich, sich einen größeren Betrag als Abschlag auszahlen zu lassen. Ab dem ersten Tag der Auszahlung verzinst die KfW den Bildungskredit. Die Zinsen sind jedoch erst mit der Rückzahlung zu tilgen, die nach einer vierjährigen Frist beginnt. Die monatliche Rückzahlrate beträgt 120 Euro, Einmalzahlungen und Stundungen unter anderem durch den Bund sind möglich.

Der Bildungskredit ist ein von der Bundesregierung veranlasster und von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bereitgestellter, zeitlich begrenzter verzinster Kredit für junge Menschen, die sich in der Endphase ihres Studiums oder ihrer Ausbildung befinden. Auch Praktikanten, deren Praktikum im Zusammenhang mit dem Studium steht, können den Kredit beantragen. Das Kreditvolumen liegt zwischen 1.000 und 7.200 Euro.

Durch den Bildungskredit soll ein erfolgreicher Abschluss von Studium, Ausbildung oder studienbegleitendem Praktikum gewährleistet werden. Idealerweise muss sich der Kreditnehmer so keine Gedanken über die Finanzierung seines Lebensunterhalts machen, kann sich somit ganz darauf konzentrieren, das Studium oder die Ausbildung zu Ende zu bringen.

Wer wird gefördert?

Als Studierender oder Auszubildender müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen, wenn Sie den Bildungskredit beantragen möchten. Sie müssen volljährig und dürfen nicht älter als 36 Jahre sein. Anders als beim BAföG spielen Ihr Einkommen bzw. das Einkommen Ihrer Eltern oder Ihres Ehepartners aber keine Rolle bei der Beantragung. Auch verlangt die KfW keine Bonitätsprüfung bzw. Sicherheiten. Sie können den Bildungskredit zusätzlich zum BAföG beantragen – allerdings nur, wenn Sie mit dem Kredit Sonderaufwände finanzieren möchten. Dazu zählen zum Beispiel Lehrmaterialien oder Exkursionen.

Bedingungen für Studierende

  • Die Hochschule, Fachhochschule oder Universität ist BAföG-anerkannt
  • Postgraduales Diplom-, Master- oder Magisterstudium (Abschluss des ersten Teils eines Konsekutiv-Studiengangs) oder
  • Zusatz-, Ergänzungs- Aufbau- oder Zweitstudium
  • In der Regel darf das 12. Semester noch nicht überschritten sein
  • Bestandene Zwischenprüfung
    (oder Nachweis, dass eine Zwischenprüfung für den gewählten Studiengang nicht notwendig ist)
  • Nachweis üblicher Leistungen für den bisherigen Studienverlauf

Bedingungen für Schüler/Auszubildende

  • Letzte 24 Monate der Ausbildung
  • Berufsqualifizierender Abschluss ist bereits vorhanden oder wird nach Abschluss der aktuellen Ausbildung erlangt
  • Ausbildung in Vollzeit

Ist der Antrag auf einen Bildungskredit erst einmal bewilligt, müssen Sie keine weiteren Leistungsnachweise an die KfW oder das Bundesverwaltungsamt schicken.

Bildungskredit: Höhe, Laufzeit, Verzinsung

Der Bildungskredit wird monatlich ausbezahlt, die Raten bleiben stets konstant. Sie können entweder 100 Euro, 200 Euro oder 300 Euro monatlich beantragen. Auch die Laufzeit von maximal 24 Monaten pro Bildungsabschnitt müssen Sie bei der Antragstellung angeben. Aus Monatsrate und Laufzeit ergibt sich dann die Gesamtsumme. Beachten Sie, dass diese mindestens 1.000 Euro betragen muss. Die Höchstsumme würde sich bei einer Monatsrate von 300 Euro sowie 24 Monaten Laufzeit entsprechend auf 7.200 Euro belaufen.

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über das Gesamtvolumen einiger Konstellationen:

Monatsrate/Laufzeit 6 12 18 24
100 Euro - 1.200 Euro 1.800 Euro 2.400 Euro
200 Euro 1.200 Euro 2.400 Euro 3.600 Euro 4.800 Euro
300 Euro 1.800 Euro 3.600 Euro 5.400 Euro 7.200 Euro

Es ist möglich, eine Reduzierung der Monatsratenanzahl zu beantragen – allerdings darf das gesamte Kreditvolumen 1.000 Euro nicht unterschreiten. In diesem Fall wird es dann möglich, einen weiteren Bildungskredit zu beantragen mit insgesamt maximal 24 Monaten Laufzeit. Weitere Aufteilungen des Kredits akzeptiert die KfW jedoch nicht.

Tipp:Vorauszahlungen sind möglich

Wenn Sie einen größeren Teil des Kredits schon früher benötigen, können Sie einen Antrag auf einen vorgezogenen Abschlag stellen. Die Maximalhöhe beträgt hier 3.600 Euro. Sie müssen in einem solchen Fall belegen, dass Sie den Betrag unmittelbar für eine Anschaffung benötigen. Zudem ist die Vorauszahlung nur zulässig, wenn die Grenzen für Laufzeit und Höchstsumme weiterhin eingehalten werden.

Ab der ersten Auszahlung erfolgt eine Verzinsung des Kredits. Die KfW richtet den Zinssatz am EURIBOR (European Interbank Offered Rate) aus, einem gängigen europäischen Referenzzinssatz, aus. Dabei orientiert sie sich an den Werten, die jährlich zum 1. April sowie zum 1. Oktober berechnet werden. Für den Gesamtzinssatz rechnet die KfW nochmals ein Prozent zum EURIBOR hinzu. Stand 1. April 2014 belaufen sich sowohl der Sollzins als auch der Effektivzins auf 1,09 Prozent. Bis zur Rückzahlung des Bildungskredits stundet die KfW die Zinsen automatisch, ein zusätzlicher Antrag ist nicht erforderlich.

Vergleichbare Angebote

Ein bedeutender Unterschied zwischen dem staatlich geförderten Bildungskredit der KfW und einem Studienkredit, beispielsweise von Sparkassen oder Raiffeisenbanken, ist die Laufzeit: Der Bildungskredit greift nur in der Endphase der Ausbildung, andere Kredite sind auf das gesamte Studium angelegt und haben andere Konditionen, unter anderem auch meist einen höheren Zinssatz.

Vergleichbare Angebote zum Bildungskredit für die Schlussphase der Ausbildung bieten oftmals Darlehenskassen oder Studentenwerke an. Bei diesen Krediten wird in den ersten Jahren oft kein Zinssatz erhoben, stattdessen müssen Sie als Nutzer in der Regel einen Bürgen vorweisen können. Weiterhin sind unter anderem Gebührenzahlungen möglich, Altershöchstgrenzen und Einschränkungen für BAföG-Bezieher. Damit gilt auch beim Bildungskredit: Vergleichen ist wichtig.

Bildungskredit beantragen: Beim Bundesverwaltungsamt

Der Bildungskredit wird nicht bei der KfW direkt, sondern auf der Homepage des Bundesverwaltungsamtes (BVA) beantragt. Unter dem Navigationspunkt „Online-Antrag auf Bildungskredit“ klicken Sie sich durch einige Seiten, in denen Sie verschiedene Felder ausfüllen müssen. Ergänzende Dokumente, etwa Nachweise zu bestandenen Prüfungen, finden Sie als PDF-Vorlagen auf der Seite des BVA. Zwischen- und Abschlussprüfungen zum Beispiel müssen Sie über diese auszudruckenden Dokumente nachweisen.

Die folgenden Daten müssen Sie unter anderem angeben, wenn Sie den Bildungskredit auf der BVA-Homepage beantragen möchten:

  • Adresse
  • Geburtsdatum und Geburtsort
  • Staatsangehörigkeit
  • Telefonnummer/Email-Adresse
  • Art der Ausbildung
  • Anschrift der Ausbildungsstätte
  • Angestrebter Abschluss
  • Beginn, aktuelle Phase und voraussichtliches Ende der Ausbildung
  • Laufzeit/Höhe der Monatsrate/ggf. Höhe der Abschlagszahlung inkl. Begründung
  • Bankverbindung

Zudem müssen die folgenden Unterlagen eingereicht werden:

  • Beidseitige Kopie des Personalausweises
  • Schulbescheinigung bzw. Immatrikulationsbescheinigung
  • Nachweise über etwaige Abschlüsse, vollbrachte Leistungen etc.

Haben Sie alle erforderlichen Dokumente beim BVA eingereicht, erhalten Sie ein Angebot über den Kreditvertrag von der KfW. Diesen Vertrag machen Sie geltend, indem Sie ihn unterschreiben und innerhalb der vermerkten Frist an die KfW zurücksenden. Nach Eingang erhalten Sie die erste Zahlung auf ein eigens eingerichtetes Darlehenskonto, das wie ein gängiges Online-Konto funktioniert. Für das Online-Banking stellt Ihnen die KfW einen PIN-Zugangscode sowie TAN-Nummern bereit.

Den Bildungskredit zurückzahlen

Vier Jahre nach der ersten Auszahlung muss der Bildungskredit an die KfW zurückgezahlt werden. Die Monatsrate beläuft sich bei der Tilgung auf 120 Euro. Sie können das Darlehen aber auch jederzeit komplett oder in einer größeren Einmalzahlung tilgen. Jedes halbe Jahr schickt die KfW Kontoauszüge an die Kreditnehmer, in denen der aktuelle Stand eingesehen werden kann.

Achtung:Sie können den Bildungskredit nicht fristgerecht zurückzahlen?

Sollte es Ihnen nicht möglich sein, den Bildungskredit nach Ablauf der vierjährigen Frist zurückzuzahlen, müssen Sie einen Antrag auf Stundung stellen. Ergänzen sollten Sie diesen durch Dokumente, die Ihre aktuelle Einkommenssituation belegen, Gehaltsabrechnungen zum Beispiel, Arbeitslosen- oder Elterngeldbescheide. Beachten Sie, dass nach diesem Stundungszeitraum der gesamte gestundete Betrag inklusive Stundungszinsen eingezogen wird.

Bei einem langfristigen Zahlungsausfall wird seitens der KfW die Bundesgarantie eingelöst. Das bedeutet, dass die gesamten noch ausstehenden Kosten auf das BVA übergehen. Die nächsten Schritte erfolgen in diesem Fall nach den Bestimmungen des öffentlichen Rechts.

Lohnt sich der Bildungskredit für mich?

Wenn Sie sich zum Endspurt Ihres Studiums oder Ihrer Ausbildung voll auf das Wesentliche konzentrieren möchten, kann der Bildungskredit der KfW eine interessante Möglichkeit zur Sicherung finanzieller Grundbedürfnisse sein. Der Zinssatz ist vergleichsweise niedrig, zudem erfolgt die Tilgung zeitversetzt in der Rückzahlungsphase. Die monatliche Rückzahlrate ist mit 120 Euro ebenfalls nicht übermäßig hoch angesetzt.

Prüfen Sie aber dennoch, ob Sie Chancen auf ein Stipendium haben oder ob andere Finanzierungsmöglichkeiten existieren. Zuletzt kann es die Entscheidung erleichtern, wenn Sie einen Studiengang mit guten Jobchancen belegen oder eine Ausbildung machen, bei der eine Übernahme wahrscheinlich ist.

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