Bootsversicherung: Alle wichtigen Infos und Tipps

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 02.12.2016

Mit einer Bootsversicherung können sich Besitzer von Yachten, Motorbooten oder Segelbooten bei Schäden absichern, die sie mit ihrem Boot an Dritten verursachen. Dabei kann es sich sowohl um Personen-, als auch um Sach- oder Vermögensschäden handeln. Wie für PKW gibt es auch bei Booten verschiedene Arten von Versicherungen wie etwa eine Bootshaftpflicht oder eine Bootskaskoversicherung. Allerdings ist die Haftpflicht in Deutschland nicht vorgeschrieben.

Schäden, die Sie an Dritten durch ein Boot verursachen, können sehr schnell sehr teuer werden. Wer über keine entsprechende Versicherung verfügt, kann im schlimmsten Fall vor dem finanziellen Ruin stehen. Deshalb sollte jeder Bootsbesitzer eine Police für sein Wassergefährt abschließen.

Viele Verbraucher sind der Meinung, dass die Private Haftpflichtversicherung oder die Hausratversicherung im Schadensfall mit dem Boot greift. Da liegen sie jedoch in der Regel falsch. Der Versicherungsschutz der Privaten Haftpflicht deckt keine Schäden, die mit dem eigenen Boot verursacht werden.

Die Hausratversicherung bezieht sich üblicherweise nur auf Schäden, die am Boot entstehen, wenn es auf dem eigenen Grundstück oder in der Garage steht.

Gut zu wissen:Abhängig vom Gewässer und dem Land

In Deutschland gibt es für Bootshalter bis dato noch keine Versicherungspflicht. Wer sich also in der Lage sieht, auch bei großen Schäden, mit seinem gesamten Vermögen haften zu können, wird keine Versicherung abschließen. Allerdings ist das nicht ratsam. Jedem Bootsbesitzer ist deshalb eine Bootsversicherung zu empfehlen.

In anderen Ländern gelten andere Gesetze. So müssen Bootsbesitzer in spanischen oder italienischen Gewässern eine gültige Haftpflichtversicherung vorweisen, um die Gewässer überhaupt befahren zu dürfen. Ähnliche Regelungen gibt es auch in Griechenland.

Diese Schadensfälle können eintreten

Wer mit dem Boot unterwegs ist, geht davon aus, dass er in der Regel viel Platz zum Fahren hat. Meist entstehen Unfälle oder Schäden auch nicht auf dem freien Meer, sondern bei der Einfahrt in Häfen oder an Landungsstegen.

Schnell ist ein anderes Boot gerammt oder ein Schwimmer verletzt worden. Wer dann ohne Versicherung lebt, muss mit hohen Folgekosten für die Schadensbegleichung rechnen.

Folgende Schäden können abhängig vom gewählten Versicherungsschutz gedeckt werden:

  • Sachschäden an fremdem Eigentum, zum Beispiel Booten, Grundstücken oder Landungsstegen
  • Personenschäden durch Unfälle mit anderen Booten oder Unfälle mit Schwimmern
  • Sachschäden am eigenen Boot durch Vandalismus oder Diebstahl
  • Personenschäden an Mitfahrenden auf dem Boot

Versicherungsschutz anpassen

Mit einer Bootsversicherung sind nur die Schäden abgedeckt, die Dritten durch das Boot zustoßen. Hierzu zählen aber nicht die Schäden an Insassen. Somit müssen Bootseigner meist eine separate Insassenversicherung abschließen, damit auch diese bei Schäden auf dem Boot abgesichert sind.

Für diese Boote gilt die Bootsversicherung

Die Bootsversicherung schützt Eigner von Segel- oder Motorbooten. Dabei geht es überwiegend um Wasserfahrzeuge, die nicht mit eigener Kraft angetrieben werden. Somit muss zum Beispiel für Ruderboote oder Paddelboote meist keine separate Bootsversicherung abgeschlossen werden.

Diese sind in der Regel mit der Privaten Haftpflichtversicherung mitversichert. Selbst kleine, sehr schwach motorisierte Boote sind häufig in der Privathaftpflicht eingeschlossen.

Große Yachten hingegen benötigen spezielle Versicherungen, weil hier bei Schäden weit höhere Deckungssummen notwendig sind.

Versicherungsumfang abhängig von der Art der Police

Ähnlich wie bei einer Autoversicherung kann der Versicherungsschutz für Boote angepasst werden. Mit der Bootshaftpflichtversicherung sind zum Beispiel nur Schäden versichert, die Dritten durch das Führen des Bootes oder durch das Boot entstehen.

Zusätzliche Absicherung bietet eine Kaskoversicherung, die auch bei Feuerschäden, Vandalismus oder Diebstahl greift. Ähnliches gilt auch für den Totalverlust.

Wichtig ist, dass Bootsversicherungen auch für gemietete Boote gültig sind. Somit sollten auch diejenigen eine solche Versicherung abschließen, die kein eigenes Boot besitzen, aber regelmäßig Boote chartern.

Deckungssummen sehr unterschiedlich

Die Deckungssummen können von Versicherer zu Versicherer stark variieren. Zudem hängt die Höhe auch davon ab, in welchen Gewässern das Boot fahren soll. So verlangen Länder wie Italien, Griechenland oder Spanien bestimmte Deckungssummen. Dort wird nämlich eine Haftpflichtversicherung benötigt, um ein Boot zu steuern.

Grundsätzlich sollten Verbraucher eine möglichst hohe Deckungssumme wählen, um im Schadensfall bestmöglich abgesichert zu sein. Allerdings sollte sie in einem angemessenen Verhältnis zur Höhe der Versicherungstarife stehen.

Bootsversicherungen: Unterschiede

  1. Haftpflicht für Boote
    Die Haftpflichtversicherung für Boote muss von Eignern oder Bootskapitänen selbst abgeschlossen werden. Schließlich gilt beispielsweise die Privathaftpflicht nicht automatisch auch für Schäden, die Sie mit dem Boot an Dritten verursachen. Einzige Ausnahme sind meist Boote mit weniger als 15 PS, für die kein Sportbootführerschein benötigt wird – hier greift für gewöhnlich die Privathaftpflicht.
    Die Haftpflichtversicherung für Boote übernimmt zudem nur Schäden, die an anderen Booten oder Personen verursacht werden. Schäden am eigenen Boot übernimmt die Haftpflicht nicht. Eine Bootshaftpflicht hat in der Regel eine weltweite Deckung.
  2. Voll- und Teilkasko für Boote
    Mit der Teil- und Vollkasko für Boote können auch Schäden am eigenen Boot übernommen werden. Häufig schließt diese Police auch eine Insassenversicherung oder die Versicherung des Kapitäns mit ein.
    Gedeckt sind außerdem Schäden bei Diebstahl, Vandalismus oder durch Dritte verursachte Feuerschäden am eigenen Boot. Eine Kaskoversicherung für Boote ist dann sinnvoll, wenn das Boot häufig genutzt wird und noch sehr neu ist. Die Deckung der Kaskoversicherung muss dabei stets an das befahrene Gewässer angepasst werden.
  3. Insassenunfallversicherung
    Bei einer Insassenversicherung werden nur die Insassen des Bootes versichert. Diese Zusatzversicherung sollten Bootsführer und Hobbykapitäne nutzen, wenn sie häufiger Gäste befördern. So greift der Versicherungsschutz zum Beispiel auch beim Aussteigen oder beim Betreten des Bootes.

Gut zu wissen:Überschreitung der versicherten Gewäsesrzone melden

Bei Bootsversicherungen müssen längere Überschreitung der versicherten Gewässerzonen beim Versicherer gemeldet werden, damit der Schutz der Police bestehen bleibt.

Hochgradige Individualisierung möglich

Die Höhe der Tarife bei Bootsversicherungen hängen sowohl vom Bootstyp als auch von den befahrenen Gewässern ab. So wird eine reine Absicherung in Binnengewässern günstiger sein als eine, die auch für Meere gilt.

Versicherungsnehmer haben in der Regel den Vorteil, dass sie die einzelnen Leistungen ihrer Bootsversicherung sehr genau auf den individuellen Bedarf abstimmen können.

Bei geringer Nutzung kann Reiseversicherung ausreichen

Wer nur im Urlaub gelegentlich ein Boot mietet, sollte die Police seiner Reiseversicherung genau prüfen. Oftmals ist darin schon eine Bootsversicherung enthalten. Der Abschluss einer separaten Police ist dann nicht mehr nötig.

Bootsversicherungsvertrag abschließen

Wer eine Bootsversicherung abschließen möchte, steht oft vor der Wahl, Versicherungs-Bundles zu nutzen. Diese sind auf den ersten Blick meist günstige Komplettangebote, die ein sehr breites Leistungsspektrum bieten. Allerdings sollten Verbraucher genau hinschauen, welche Leistungen dieser Pakete sie unbedingt benötigen. Manchmal reicht eine Bootshaftpflicht aus und Versicherungsnehmer können deutlich sparen.

Darauf ist zu achten

Bootsversicherungen sind nicht direkt vergleichbar mit Kfz-Versicherungen. Es gibt viele verschiedene Geltungsbereiche und somit verschiedene Ausschlüsse, die es vor Vertragsabschluss abzuklären gilt.

So ist nicht allein die Höhe der Deckung entscheidend. Denn was würde eine hohe Deckung nutzen, wenn sie in den meisten Schadensfällen gar nicht greifen würde.

Auch diese weiteren Aspekte sind von Bedeutung

  • Selbstbeteiligung: Achten Sie beim Abschluss der Bootsversicherung auf die Höhe der Selbstbeteiligung. Manchmal lässt sich einiges am Versicherungstarif sparen, wenn eine höhere Eigenbeteiligung im Schadensfall gewählt wird.
  • Deckungsumfang: Manche Versicherer bieten für Boote sogar eine Allgefahrendeckung. Wenn dieser sehr umfängliche Versicherungsschutz mit einer moderaten Versicherungshöhe kombiniert wird, ist es optimal.
  • Versichertes Boot: Vor dem Versicherungsabschluss sollten sich Versicherungsnehmer genau überlegen, ob sich ein Kaskoschutz für das eigene Boot wirklich lohnt. So kann ein solcher Zusatz bei älteren Booten manchmal nicht lohnenswert sein.
  • Schadensfreiheitsrabatte: Ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung können Sie auch bei Bootsversicherungen von Schadensfreiheitsrabatten profitieren. Fragen Sie Ihren Versicherer vorher, ob ein solcher Rabatt möglich ist.

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