Container Investment: Lohnt sich die Kapitalanlage?

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Weltweit werden täglich Millionen an Tonnen von Gütern auf den Seewegen dieser Welt transportiert. Über 90 Prozent des Seehandels wird weltweit mit Containern abgewickelt. Wie umfangreich der Güterumschlag über die Seeschifffahrt auch in Deutschland ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts. So wurden im Jahr 2015 in deutschen Seehäfen knapp 300 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Ein großer Teil dieser Waren wurde in mehr als 15 Millionen Containern transportiert. Dies bedeutet, dass jeden Tag mehr als 41.000 Container umgeschlagen werden. Aufgrund dieser imposanten Zahlen liegt es nahe, Containerinvestments als Kapitalanlage zu berücksichtigen.

Das müssen Sie beachten:

  • Anbieter: Wie bei jeder Geldanlage ist es wichtig, sich den Anbieter genau anzuschauen. Viele Anleger sind mit hohen Verlusten aus Containerinvestments hervorgegangen, weil Reedereien oder Fondsgesellschaften insolvent gegangen waren.
  • Art der Container: Prüfen Sie vor dem Investment, vor allem bei einem Direktinvestment, um welche Art von Containern es sich handelt. Davon hängt nämlich auch der Kaufpreis ab. Lassen Sie sich am besten nicht durch besonders verlockende Rückkaufpreise irritieren. Unseriöse Anbieter versprechen zwar hohe Rückkaufpreise. Sie kalkulieren jedoch auch die Kaufpreise für neue Container viel zu hoch.
  • Risikostreuung: Wenn Sie das Risiko minimieren wollen, sollten Sie kein Direktinvestment eingehen, sondern stattdessen in einen Containerfonds investieren. Nur über Fonds kann das Risiko gestreut werden.
  • Marktentwicklung: Die Entwicklung des Containermarkts ist stark abhängig von der Entwicklung des Welthandels. Sinkt weltweit die Nachfrage nach Gütern, sinkt zugleich auch die Nachfrage nach Containern. Für Anleger bedeutet dies einen großen Unsicherheitsfaktor, da sich die Entwicklung des Welthandels nie genau voraussagen lässt. So kann schon ein Produktionsrückgang in China für einen starken Rückgang der Nachfrage nach Seecontainern sorgen.
  • Ort des Investments: Wie hoch Ihre Rendite ausfällt, hängt auch vom Ort des Containerinvestments ab. So bieten zum Beispiel Häfen in Asien höhere Renditen, da die Versteuerung der Investitionen dort nicht so hoch ist. So gibt es zum Beispiel mit Singapur ein Doppelbesteuerungsabkommen, wodurch deutsche Kapitalanleger nur die dortigen 20 Prozent an Kapitalertragssteuern bezahlen müssen und in Deutschland der Progressionsvorbehalt gezahlt werden muss.
  • Währungsrisiko: Wenn in Container investiert wird, erfolgt das Investment in der Regel in Dollar. Berücksichtigen Sie im Vorfeld mögliche Währungsrisiken. Bedenken Sie, dass manche Anbieter zwar mit einer Währungsabsicherung arbeiten, dadurch jedoch auch die Rendite Ihres Investments gesenkt werden kann.

Container Direktinvestment und Containerfonds

Containerinvestments können auf zwei verschiedene Weisen erfolgen:

  • Direktinvestment: Bei einem Direktinvestment kauft der Anleger einen Container und vermietet ihn an eine Reederei. Im Mietvertrag wird eine feste Miete vereinbart, die in der Regel quartalsweise an den Anleger gezahlt wird. Nach Ablauf des Vertrags kauft der Reeder den gebrauchten Container vom Anleger. In diesem Fall übernimmt die Reederei die Verwaltung des Containers und sorgt für dessen Belegung.
  • Investment in Fondsgesellschaften: Wird das Schiffsinvestment über Fondsgesellschaften abgewickelt, halten die Fondsmanager eine Zwischenposition. Sie investieren in verschiedene Container über Leasinggesellschaften und managen den jeweiligen Fonds. Anleger kaufen dabei Fondsanteile und erhalten eine bestimmte Verzinsung für ihre Einlagen. Sie treten bei dieser Form nicht in direkten Kontakt mit Container-Leasinggesellschaften oder Reedereien. Die Investition in Containerfonds ist für Anleger mit einem geringeren Risiko verbunden, da die Fondsgesellschaften sich meist zusätzlich gegen Containerverluste oder Beschädigung sowie Ausfallzeiten versichern. Durch die Investition in Container-Leasinggesellschaften ist die Chance zudem höher, dass die Container überhaupt gemietet und ausgelastet werden.

Hohe Rendite und hohes Risiko

Grundsätzlich zeichnen sich Containerinvestments durch eine hohe mögliche Rendite, jedoch auch durch ein ebenso hohes Risiko aus. Im Jahr 2015 lag die durchschnittliche Rendite bei Containerinvestments zwischen vier und sechs Prozent. Durch das konstante Wachstum der Containerzahlen weltweit ist mit einer weiterhin steigenden Nachfrage zu rechnen.

Allerdings müssen Anleger Schwankungen bei Marktpreisen einkalkulieren. Ebenso müssen sie sich auf eine geschmälerte Rendite aufgrund von schlechteren Wechselkursen einstellen. Denkbar ist außerdem, dass der Emittent von Fonds oder die Reederei insolvent werden.

Mit diesen Preisen ist zu rechnen

Wer in Containerfonds investiert, kann mit Investitionen von rund 10.000 Euro rechnen. Bei einem Direktinvestment in Container sind Summen von etwa 3.000 Euro möglich.

Gut zu wissen:Beschädigungen, Verlust oder Ausfallzeiten absichern

Wenn Sie in Container investieren, sind Sie in der Regel über eine Versicherung abgesichert. Diese schützt Sie bei Beschädigungen Ihrer Container, bei deren Verlust oder bei Ausfallzeiten, in welchen Ihre Container nicht zum Einsatz kommen.

Gefahren beim Container Investment

Wer in Container investiert, geht dabei kein gewöhnliches Investment ein. Mögliche Gefahren sind:

  • Währungsschwankungen: Wenn Container in einer anderen Währung als Euro gekauft wurden, kann es beim Rückkauf und ungünstigen Kursen zu Verlusten kommen.
  • Marktschwankungen: Die Containerschifffahrt ist stark von der wirtschaftlichen Weltlage abhängig. Diesen Faktor können Sie selbst weder kontrollieren noch sicher vorhersagen.
  • Insolvenz des Anbieters: Bedingt durch fest vereinbarte Rückkaufpreise für Container sind schon manche Reedereien oder Fondsgesellschaften in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen. Denn zeitgleich sind die Preise für neue Container drastisch gesunken. Am Ende haben die Reedereien dann mehr für ältere Container an ihre Anleger zurückgezahlt als für einen neuen.

Für diese Anleger empfiehlt sich die Anlage

Durch das hohe Verlustrisiko eignen sich Container Investments nicht als alleinige Geldanlage. Zugleich sollten nur Anleger in Container investieren, die überhaupt ein solches Risiko eingehen wollen. Denkbar ist es, ein Anlageportfolio mit Containerinvestments über Fonds zu ergänzen.

Sie bilden dann den spekulativen Teil des Portfolios. Verluste können zum Beispiel mit sicheren langfristigen Geldanlagen wie Festgeld abgefedert werden.

Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
  • Einfache Form der Geldanlage
  • Hohe Renditen möglich
  • Mittlere Laufzeiten
  • Vorzeitiger Ausstieg möglich
  • Fonds oder Direktinvestment möglich
  • Hohes Risiko
  • Unkalkulierbare Risiken wie Entwicklung der Weltwirtschaft
  • Einstieg erst ab mehreren tausend Euro möglich
  • Oftmals keine hohe Transparenz der Angebote

Fragen und Antworten

Wie funktioniert das Container Investement?

Das Investment in Container ist seit etwa vier Jahrzehnten für Privatanleger möglich. Das Prinzip ist dabei sehr einfach: Investoren kaufen Seecontainer, die sie anschließend an Reedereien vermieten. Nach dem Ende der Laufzeit werden die Container verkauft. Die Miteinnahmen werden mit dem Erlös aus dem Verkauf addiert und mit dem Container-Neukauf gegengerechnet. Was übrigbleibt, ist der Gewinn aus dem Containerinvestment.

Gibt es einen Unterschied zum Container Direktinvestement?

Bei einem Container Direktinvestment kaufen die Anleger selbst einen oder mehrere Seecontainer. Diese Container werden an eine Reederei vermietet. Dabei haben Anleger in der Regel die Möglichkeit, einen festen Rückkaufpreis nach Ende der Laufzeit zu vereinbaren oder sie lassen sich ein Angebot für den Rückkauf der gebrauchten Container machen. Das Container-Direktinvestment ist vergleichbar mit einem Leasinggeschäft. Der Anleger wird dabei zum Leasinggeber und die Reederei zum Leasingnehmer.

Wie äußern sich die Container Investments?

Containerinvestments können als Direktinvestment oder als Fondsanlage genutzt werden. Bei der Fondsanlage wird das Investment über eine Fondsgesellschaft abgewickelt. Bei einem Direktinvestment kann der Anleger die Vermietung sowie den Rückkauf direkt mit der Reederei vereinbaren.

Wer stellt die Container zur Verfügung?

Die Container werden für das Investment von der jeweiligen Reederei zur Verfügung gestellt, die ihre Containerschiffe damit füllen muss. Möglich ist auch, dass große Leasinggesellschaften die Container bereitstellen und Fonds große Containermengen verwalten.

Wie viel kostet ein Container im Durchschnitt?

Durch die Optimierung der Produktionsverfahren kostet ein Standard-TEU heute im Durchschnitt circa 1.500 US-Dollar, was etwa 1.330 Euro entspricht.

Wie kann man profitieren?

Anleger profitieren bei Containerfonds von einem fest vereinbarten Rückkaufwert und dem Mietzins, den sie erhalten. Nach dem Ende der Laufzeit muss die Summe aus Mietzins und Rückkaufwert die Investition in neue Container übersteigen. Daraus ergibt sich die Rendite.

Wie lange sind die Laufzeiten?

Bei einem Containerinvestment handelt es sich in der Regel um eine mittelfristige Kapitalanlage. Die Laufzeiten liegen meist zwischen drei und fünf Jahren. Eine solche Laufzeit ist wichtig, da Seecontainer aus Stahl ohnehin nur eine durchschnittliche Lebensdauer von zwölf bis 15 Jahren haben.

Wie leicht lässt sich Gewinn erzielen?

Gewinn kann mit Containerinvestments sehr leicht erzielt werden, wenn die Nachfrage auf dem Weltmarkt hoch bleibt und die Reederei die Container nach dem Ende der Laufzeit zurückkaufen kann.

Welche Rolle spielen die Schiffbetreiber?

Für die Schiffbetreiber ist das Containerinvestment eine gute Möglichkeit, um eigenes Kapital zu schonen. Im Vergleich zu einem Kauf von Containern wird durch die Miete oder das Leasing deutlich weniger Geld gebunden. Dieses Geld kann dann wiederum in andere Bereiche, zum Beispiel in neue Mitarbeiter oder die Firmeninfrastruktur, investiert werden.

Entwicklung der Containerflotte

Weltweit ist der Bedarf an Containern für die Seeschifffahrt seit mehr als 30 Jahren kontinuierlich gestiegen. Laut Zahlen eines großen Anbieters für Seecontainer sind heute mehr als 40 Millionen TEU im Einsatz. Im Gegensatz dazu waren es im Jahr 1979 weniger als fünf Millionen TEU.

Für Investoren ist das eine interessante Entwicklung, denn die Nachfrage nach Containern nimmt pro Jahr zu. Für Containerflotten sind Kapitalanleger im Containerinvestment wichtig, da durch die Anschaffung von immer neuen Seecontainern viel Kapital gebunden ist. Durch das Leasing der Container von den Investoren können die Reedereien mehr Geld in ihr eigenes Geschäft oder in neue Containerschiffe investieren.

Gut zu wissen:Was TEU ist

Bei Containern wird als Vergleichswert in der Regel die TEU angegeben. Das Kürzel steht für „Twenty-foot-Equivalent-Unit“. Dabei handelt es sich um einen 20-Fuß-Container, der geläufigsten Containergröße im Welthandel.

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