Hinweise zur baulichen Einbruchsicherung

Zuletzt aktualisiert am 26.11.2018

Ein angekipptes Fenster gegen die Sommerhitze, ein versteckter Schlüssel im Blumenkasten – die meisten Einbrecher erkennen und ergreifen Gelegenheiten zum Einbruch. Nur die wenigsten Täter gehen dabei professionell vor. Laut Daten der Polizei werden 80% aller Einbrüche von Spontan- oder Gelegenheitstätern verübt. Bauliche Einbruchsicherung und Sicherheitstechnik kann demnach helfen, Täter abzuschrecken und versuchte Einbrüche scheitern zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

    Zusammenfassung: Checkliste mit Schutzmaßnahmen zur Einbruchsicherung (PDF)

    Häufige Schwachstellen bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

    Nach einem Einbruch müssen Betroffene oft nicht nur den entstandenen Sachschaden bewältigen. Oftmals haben Sie auch noch eine lange Zeit unter den psychischen Nachwirkungen der Tat zu leiden. Daher lohnt es sich, in effektive Maßnahmen zur Einbruchsicherung zu investieren. Dazu ist es zunächst nötig, mögliche Schwachstellen an der Immobilie zu erkennen:

    Häufig dringen Einbrecher durch angekippte Fenster oder unverschlossene Terrassen- oder Balkontüren in Einfamilienhäuser ein. Auch ungesicherte Garagentore können den Einstiegsweg für Einbrecher erleichtern. Täter wagen selbst Einbrüche in oberen Etagen, wenn sie eine Klettermöglichkeit entdecken.

    Die häufigsten Schwachstellen an einem Haus finden Sie in folgender Übersicht:

    Bauliche Einbruchsicherung – Häufige Schwachpunkte von Immobilien

    In Mehrfamilienhäusern ist die Eingangstür zum Gebäude meist nicht so stark geschützt wie bei Einfamilienhäusern. Je größer der Wohnkomplex, desto anonymer wohnen zudem die Mieter. Viele Nachbarn kennen sich untereinander kaum, so dass fremde Personen nicht so häufig auffallen. Zudem können Nachbarn in riesigen Wohnblöcken nicht auf viele Parteien gleichzeitig achten. Meist wird durch einen elektrischen Türöffner selbst Fremden einfach Zutritt gewährt.

    Wenn Sie die Risikobereiche an Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung erkennen und gezielt bekämpfen, erhöhen Sie die Sicherheit Ihres Wohnraums gegen Einbrecher. Wir zeigen Ihnen, welche baulichen Maßnahmen zur Einbruchsicherung umgesetzt werden können. Dabei gehen wir speziell auf die Anforderungen an Fenstersicherungen und Türsicherungen ein.

    Maßnahmen zur Einbruchsicherung

    Wenn Sie die Schwachstellen in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung identifizieren und ausbessern, sichern Sie Ihren Wohnraum gegen mögliche Einbrüche. Fenstersicherungen sowie Türsicherungen dienen dazu, die einfachsten Einstiegsmöglichkeiten zu blockieren. Die Einbruchsicherung sollte allerdings auch auf den Keller und das gesamte Grundstück ausgeweitet werden.

    Türsicherung gegen Einbruch

    Türsicherung – So sichern Sie Ihre Türen gegen Einbrecher.

    Foto: photalo / Fotolia

    Einbrecher dringen oftmals direkt durch mangelhaft gesicherte Türen ein. Nicht nur das Schloss oder der Schließzylinder sind Schwachstellen, die von Einbrechern genutzt werden. Die Einbruchsicherung sollte sich daher möglichst auf alle Bauteile einer Tür erstrecken. Die Tür inklusive Türrahmen sollte massiv und festsitzend sein. Wenn Sie neu- oder umbauen, sollten Sie beim Kauf eine einbruchhemmende Schutztür wählen. Achten Sie dabei auf die Kennzeichnungen der Prüfnorm DIN EN 1627. Durch Zusatzschlösser wird die Widerstandskraft der Tür gegen Einbruchsversuche erhöht.

    Wollen Sie Ihre Haus- oder Wohnungstür umrüsten, achten Sie darauf, dass alle Bauteile lückenlos aufeinanderpassen. Umfassende Einbruchsicherung kann nur garantiert werden, wenn die Bauteile fachgerecht montiert werden.

    • Einsteck- oder Zylinderschlösser mit Mehrpunktverriegelung sollten unterschiedlichen Einbruchsversuchen standhalten. Der Schließzylinder darf sich nicht durch einen falschen Schlüssel öffnen oder aufbohren bzw. aufbrechen lassen.
    • Bei Türen mit Glaselementen sollte ein Kastenzusatzschloss mit Sperrbügel verwendet werden. So verhindern Sie, dass Einbrecher den Glaseinsatz einschlagen und die Tür aufklinken.
    • Zusätzlichen Schutz bietet eine Mehrfachverriegelung der Tür. Durch die Riegel weiterer Nebenschlösser wird die Tür an unterschiedlichen Punkten fixiert und gesichert.
    • Querriegelschlösser („Panzerriegel“) stabilisieren und sichern die Eingangstür über die komplette Breite hinweg.
    • Um ein Aufhebeln der Tür zu verhindern, sollten auch die Bänder bzw. Scharniere der Tür gesichert werden. Diesen Zweck erfüllen Scharnierseitensicherungen.

    Fenstersicherung gegen Einbruch

    Fenstersicherung – Abschließbare Fenstergriffe bieten grundlegenden Schutz vor Einbrüchen.

    Foto: Thomas Breitenbach / Fotolia

    Normale Fenster oder Fenstertüren können leichter aufgehebelt oder aufgebrochen werden als massive Eingangstüren. Jedoch stellen nicht nur Fenster im Erdgeschoss ein Ziel dar. Wenn Einbrecher Klettermöglichkeiten wie Mülltonnen oder Gartenmöbel als Einstiegshilfe benutzen, sind selbst Dachfenster nicht automatisch geschützt. Folgende Maßnahmen zur Fenstersicherung erhöhen die Sicherheit Ihres Heims:

    • Durch Zusatzschlösser werden Einbrecher bereits optisch abgeschreckt.
    • Abschließbare Griffe erschweren das Aufhebeln oder Aufbohren der Fenster.
    • Pilzkopfverriegelungen verhindern das Aushebeln des Schließzapfens aus dem Schließblech.
    • Scharnierseitensicherungen schützen die Scharnier- bzw. Bandseite von Fenstern und Fenstertüren vor dem Aufhebeln.
    • Durch einbruchhemmende Sicherheitsverglasung wird das Einschlagen der Scheibe verhindert. Zur Nachrüstung stellt Sicherheitsfolie auf Glasscheiben einen ähnlichen Schutz bereit.
    • Ein Fenstergitter erhöht den Einbruchschutz bei alten Fenstern, wenn ein anderweitiger Umbau nicht möglich ist.
    • Ein Stangenschloss sorgt für mehr Sicherheit auf der Schloss- oder Schließseite über die gesamte Höhe der Fenstertür.
    • Hochschiebesicherungen verhindern, dass Einbrecher Rollläden einfach aufstemmen können.

    Da auch Türen zu Balkon und Terrasse oftmals aus Glas sind, gelten hier ähnliche Vorgaben. Besonders wenn diese im Erdgeschoss und nicht von der Straße aus einsehbar sind, sind sie ein beliebter Einstiegsort für Einbrecher. Vergessen Sie daher nicht den ausreichenden Einbruchschutz an Balkontür und Terassentür.

    Einbruchsicherung für den Keller

    Ungesicherte Kellertüren bieten oft eine günstige Einstiegsmöglichkeit für Einbrecher. Selbst Kellertüren aus Metall sehen meist stabiler aus, als sie eigentlich sind. Kommt noch eine mangelhafte Verriegelung hinzu, sehen Einbrecher eine günstige Gelegenheit. Auch angekippte Kellerfenster stellen ein Risiko dar. Durch gezielte Maßnahmen zur Einbruchsicherung im Keller verhindern Sie, dass sich Unbefugte auf diesem Weg Zutritt zu Ihrem Haus verschaffen:

    • Durch eine Vorlegestange aus Hartholz oder Stahl können Sie verhindern, dass Einbrecher die Kellertür aufstemmen. Die Halterungen sollten fest im Mauerwerk verankert sein.
    • Wie bei anderen Türen eignet sich ein Querriegelschloss, um für höchstmöglichen Schutz zu sorgen.
    • Bei Kellertüren, die nach außen geöffnet werden, kann ein Vorhängeschloss die Einbruchsicherung sinnvoll unterstützen.
    • Verfügt die Kellertür über einen Glaseinsatz, sollte dieser mit einem Gitter geschützt werden.

    Mechanische Einbruchsicherung in Mietwohnungen

    Vermieter sind gesetzlich nicht verpflichtet, für zusätzlichen Einbruchschutz in der Wohnung zu sorgen. Mietverträge verpflichten den Vermieter ausschließlich, vorhandene Sicherheitstechnik instand zu halten. Setzt der Vermieter Maßnahmen für zur Einbruchsicherung um, kann unter Umständen eine Mieterhöhung folgen. Entscheiden Sie sich selbst, die Sicherheit Ihrer Wohnung erhöhen, müssen Sie die nötigen Maßnahmen selbst finanzieren.

    Wichtig: Als Mieter müssen Sie bei geplanten baulichen Einbruchsicherungsmaßnahmen zuvor die Erlaubnis Ihres Vermieters einholen.

    Meist unproblematisch sind Systeme, die ohne großen Aufwand wieder ausgebaut werden können und nicht in die bauliche Substanz eingreifen: Dazu zählen zum Beispiel Verstärkungen der Tür oder des Türschlosses. Alle Maßnahmen, für die ein An- oder Umbau nötig ist, brauchen die Zustimmung des Vermieters. Führen Sie bauliche Veränderungen eigenmächtig durch, droht schlimmstenfalls die Kündigung. Zu solchen gravierenden baulichen Veränderungen zählen beispielsweise die Installation eines Türspions, Alarmanlagen an der Außenwand oder der Einbau von Fenstergittern.

    Wenn Sie mit Ihrem Vermieter eine Einigung finden, kann unter Umständen die Rückbaupflicht beim Auszug ausgeschlossen werden. Stimmt der Vermieter den Umbaumaßnahmen nicht nur zu, sondern möchte Sie für künftige Mieter beibehalten, sollten Sie diese Vereinbarung schriftlich festhalten.

    Alarmanlage als zusätzliche Einbruchsicherung

    Alarmanlage – Einbruchmeldeanlagen ergänzen die mechanische Einbruchsicherung.

    Foto: blende11.photo / Fotolia

    Mechanischer Einbruchschutz an Türen und Fenstern ist eine Grundvoraussetzung für ein sicheres Zuhause. Möchten Sie sich zusätzlich absichern, ist die Installation einer Einbruchmeldeanlage empfehlenswert.

    Einbruchmeldeanlagen schlagen Alarm, wenn jemand versucht, in Ihr Haus einzudringen. Die Signalwarnung der Anlage kann entweder hörbar für die Bewohner sein oder lautlos an Notrufstellen eines Sicherheitsunternehmens weitergeleitet werden. Ein lautes Signal warnt die Bewohner vor drohender Gefahr. Zudem werden Einbrecher durch das Geräusch aufgeschreckt und womöglich vertrieben. Durch eine lautlose Weiterleitung erhöht sich die Chance, dass der Einbrecher gefasst wird.

    Wenn Sie eine Einbruchmeldeanlage mit Überfallalarm installieren wollen, können Sie im Vorfeld eine Beratungsstelle der (Kriminal-)Polizei aufsuchen. Lassen Sie sich zudem im Fachhandel beraten, ob eine Funk-, Draht-, oder Hybrid-Alarmanlage für Sie geeignet ist. Auch bei der fachgerechten Installation kann ein Sicherheitsexperte helfen. So garantieren Sie, dass die Anlage im Notfall Ihren Zweck erfüllt. Dem Risiko von Fehlalarmen können Sie so vorbeugen.

    Wichtig: Alarmanlagen verkürzen die Zeit, die ein Täter für den Einbruch hat. Trotzdem ist der Schutz nur wirksam, wenn Ihr Haus auch durch mechanische Einbruchsicherung geschützt ist. Türen und Fenster müssen einem Einbruchsversuch auch ohne Alarmanlage lang genug standhalten.

    Finanzierung der Einbruchsicherung

    Ob Neubau oder Nachrüstung – bei baulichen Maßnahmen zur Einbruchsicherung stellt sich schnell die Frage nach der Finanzierung. Geprüfte und zertifizierte Sicherheitstechnik ist oftmals sehr kostenintensiv. Beim Neubau sollte der Einbruchschutz von Beginn umgesetzt werden, da die Nachrüstung zusätzliche Kosten verursacht. In jedem Falle haben Sie Anspruch auf staatliche Fördermittel, um die Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen.

    Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können Haus- und Wohnungseigentümer bzw. Mieter einen Kredit oder einen Zuschuss für Einbruchschutz. Für Nachrüstungen können Sie einen Investitionskostenzuschuss zwischen mindestens 100 € und maximal 1.600 € erhalten. Förderungsfähig sind sowohl Kosten für Materialien als auch für Handwerkerleistungen.

    Wenn Sie zusätzlich bauliche Maßnahmen vornehmen, um Barrieren zu reduzieren und die Energie-Effizienz zu erhöhen, können Sie weitere Förderung erhalten. Alternativ bietet die KfW auch einen Kredit von bis zu 50.000 € pro Wohnung zur Finanzierung von Umbaumaßnahmen an.

    Weiterhin gibt es auch regionale oder sogar lokale Förderprogramme. Viele Bundeländer stellen Fördergelder zur Umsetzung der Einbruchsicherungsmaßnahmen bereit. Oftmals werden diese Fördermittel nur bereitgestellt, wenn Sie zusätzlich Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit und Energieeffizienz umsetzen. Informieren Sie sich bei den Fördergebern:

    • L-Bank Staatsbank für Baden-Württemberg
    • Investitionsbank Berlin (IBB)
    • Bremer Aufbau-Bank GmbH
    • Hamburgische Investitions- und Förderbank
    • Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen
    • Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI)
    • Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank)
    • NRW Bank
    • Sächsische Aufbaubank
    • Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)
    • Thüringer Aufbaubank (TAB) oder Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA)

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