Fahrzeugbewertung: Wie viel ist mein Auto wert?

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Als Autobesitzer sollten Sie den Wert Ihres Autos kennen. Denn dabei handelt es sich nicht nur eine Zahl, anhand derer Sie Ihr Vermögen beziffern können, sondern vielmehr um einen Richtwert mit praktischem Nutzen. Wenn Sie wissen, wieviel Ihr Auto wert ist, sind Sie beim Kauf oder Verkauf eines Gebrauchtwagens im Vorteil und können mit dieser Basis sicher in Preisverhandlungen gehen. Auch bei der Wahl der geeigneten Kfz-Versicherung hilft es, den Wert des eigenen Autos zu kennen. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige rund um die Wertermittlung von Kfz. Außerdem erhalten Sie praktische Tipps für die Fahrzeugbewertung.

Inhaltsverzeichnis

    Um eine Fahrzeugbewertung durchzuführen, gibt es keine Standardvorgehensweise. Doch mit diesen fünf Tipps erhalten Sie erste Anhaltspunkte, die bei der Bewertung von Fahrzeugen weiterhelfen:

    1. Vergleichsportale im Internet nutzen
      Eine erste Orientierung für den Wert des eigenen Kfz bieten Vergleichsportale im Internet. Suchen Sie zum Beispiel auf Gebrauchtwagenseiten nach Fahrzeugmodellen, deren Daten ungefähr Ihrem Auto entsprechen und vergleichen Sie die Angebotspreise. Ein Mittelwert aus verschiedenen Angeboten kann dann einen ersten Hinweis auf den Fahrzeugwert geben.
    2. Auf Wertgutachten vertrauen
      Wenn Sie sichergehen wollen, dass der Fahrzeugwert objektiv und unabhängig bestimmt wird, sollten Sie ein Wertgutachten bei einem Sachverständigen oder Gutachter in Auftrag geben.
    3. Marke und Modell berücksichtigen
      Bei der Fahrzeugbewertung spielen Fahrzeugmarke und -modell eine sehr wichtige Rolle. So können schon manche Neuwagen sehr stark an Wert verlieren, weil die Automarke selbst keinen hohen Stellenwert genießt. Andere Automarken verlieren selbst nach einigen Jahren verhältnismäßig wenig an Wert. Zugleich können auch bestimmte Automodelle allgemein einen stärkeren Wertverlust aufweisen als andere.
    4. Fahrzeugwert selbst beeinflussen
      Autobesitzer vernachlässigen oft die Tatsache, dass Sie selbst großen Einfluss auf den Wert Ihres Wagens haben. Pflegen Sie Ihr Fahrzeug, bringen es regelmäßig zur Inspektion und halten Sie das Interieur sauber, tragen Sie zum Werterhalt. Das Resultat ist ein angemessener Fahrzeugwert.
    5. Alter, Ausstattung und Zustand berücksichtigen
      Bedenken Sie, dass allein die Automarke oder das Modell nicht für einen hohen Zeitwert verantwortlich sind. So kann ein ungepflegter, neuwertiger Sportwagen einer renommierten Marke deutlich an Wert verlieren, während ein sehr gut gepflegter Mitteklassewagen seinen Wert bei guter Pflege und Wartung erhalten kann.

    Nachfrage spielt eine große Rolle

    Auch wenn es verschiedene Methoden zur Wertermittlung von Fahrzeugen gibt, die objektiv und unabhängig sind, ist der ermittelte Preis nicht in Stein gemeißelt. Denn letztlich spielt auch die Nachfrage eine große Rolle. Wenn niemand Ihren Gebrauchtwagen kaufen möchte, sind Sie meist dazu gezwungen, den Preis zu senken. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie das Fahrzeug an einen Händler verkaufen wollen.

    Fahrzeugbewertung: Worauf kommt es an?

    Bei der Fahrzeugbewertung kommt es darauf an, dass der aktuelle Wert eines Autos oder Motorrads anhand möglichst vieler objektiver Aspekte ermittelt wird. Zugleich sollte dabei auch der sogenannte „Marktwert“ berücksichtigt werden.

    Dieser wird nämlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt und hängt von der jeweiligen Marktlage ab. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass Ihr Fahrzeug zwar schon älter ist und einige Macken aufweist. Dennoch kann der mögliche Kauf-/Verkaufspreis höher sein, als durch die objektiven Kriterien wie Alter oder Zustand ermittelt wurde.

    Es gilt somit insgesamt bei der Fahrzeugbewertung ein gesundes Mittelmaß zwischen den offensichtlichen Faktoren am Auto und dem möglichen Preis zu finden. Auf dieser Basis können Sie schließlich den Verkaufspreis festlegen. Doch letztlich sind Sie beim Verkauf selbst frei in der Preisgestaltung. Sie müssen lediglich einen Käufer finden, der bereit ist, den von Ihnen festgelegten Verkaufspreis zu zahlen.

    Zeitwert eines Autos

    Der Zeitwert bezeichnet einen Wert, der bei einem möglichen Verkauf zu einem festgelegten Zeitpunkt oder aktuell erzielt werden könnte. Im Versicherungsgebrauch wird der Zeitwert über den Neuwert abzüglich Abnutzung, Gebrauch und Alter ermittelt. Der Zeitwert spielt vor allem für die Autoversicherung eine wichtige Rolle.

    So erstatten Versicherungen zum Beispiel meist den Zeitwert des Fahrzeugs bei einem Totalschaden. Hierbei handelt es sich letztlich um den Preis, den Sie bei einem vertrauenswürdigen Händler bezahlen müssten, wenn Sie Ihren gleichen PKW oder Ihr Motorrad erneut kaufen wollen.

    Damit unterscheidet sich der Zeitwert zum Beispiel vom Restwert oder Wiederbeschaffungswert eines Fahrzeugs. Er beziffert den Preis des Kfz auf der Basis, wie viel davon noch verwendet werden kann. Bei einem Totalschaden wird auch von „Schrottwert“ gesprochen.

    Der Zeitwert eines PKWs kann über die Versicherung hinaus wichtig werden, wenn es um die Bezifferung des persönlich verfügbaren Vermögens geht. So wird der PKW-Zeitwert zum Beispiel für die Berechnung von BAföG-Geldern berücksichtigt. Ebenso kann der Zeitwert des PKW für die Erhebung von Steuern eine Rolle spielen oder bei der Berechnung von Sozialleistungen.

    Diese Daten beeinflussen den Wert

    Der Fahrzeugwert kann zunächst anhand verschiedener, objektiver Fahrzeugdaten ermittelt werden. In der Regel erhält jeder Faktor eine eigene Gewichtung, die sich insgesamt auf den Fahrzeugwert auswirkt. Der reine Fahrzeugwert unterscheidet sich vom gemeinen Wert und dem daraus resultierenden Marktwert.

    Der gemeine Wert beschreibt den Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr bei einem Verkauf des Fahrzeugs erzielt werden könnte. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob es sich beim Käufer um einen Händler oder eine Privatperson handelt. Häufig bewegt sich dieser Wert zwischen dem Einkaufspreis für den Händler und dem Wiederbeschaffungswert.

    • Marke: Die Automarke ist ein wichtiger Faktor, der sich deutlich auf den Wert von Kfz auswirkt. Der Wert der Marke muss dabei nicht immer konstant sein. Er hängt zum Beispiel vom aktuellen Image ab oder von der Entwicklung des Unternehmens.
    • Modell: Das Automodell hat ebenfalls großen Einfluss auf den Fahrzeugwert.
    • Alter: Grundsätzlich gilt, dass der Fahrzeugwert mit zunehmendem Alter sinkt. Denn je älter ein Fahrzeug ist, desto höher ist in der Regel der Verschleiß. Dies gilt zum Beispiel auch für elektronische Komponenten. Eine Ausnahme bilden jedoch echte Oldtimer. In diesen Fällen kann der Fahrzeugwert mit dem Alter sogar zunehmen.
    • Erstzulassung: Je weniger Zeit zwischen Erstzulassung und Kauf des Fahrzeugs liegt, desto besser.
    • Getriebe: Die Getriebeart kann viel über die mögliche Laufleistung des Fahrzeugs aussagen. Der Getriebezustand ist ein sehr wichtiger Aspekt für die Fahrzeugbewertung. Er sollte am besten von einem Profi begutachtet werden.
    • Kraftstoff: Dieselfahrzeuge haben meist eine längere Laufleistung als Benziner. Diese Tatsache wird bei der Ermittlung des Fahrzeugwerts ebenfalls berücksichtigt. Im Zuge der Feinstaubdebatte kann jedoch auch ein Dieselfahrzeug Nachteile bei der Wertermittlung mit sich bringen.
    • PS: Die Motorstärke ist für viele Käufer ein wichtiges Kriterium, weil sie ein schnelles, durchzugskräftiges und antriebstarkes Auto fahren wollen. Von der PS-Zahl hängt meist auch die Motorgröße ab. In der Regel sind PS-stärkere Kfz teurer als Autos mit weniger Pferdestärken.
    • Kilometerstand: Wie viele Kilometer ein Auto bisher auf den Straßen bewegt wurde, spielt eine große Rolle für seinen Wert. Sogenannte „Garagenwagen“ sind in der Regel im Vorteil und erzielen einen höheren Fahrzeugwert.
    • Ausstattung: Ein Kfz in der Grundausstattung ist immer weniger wert als ein Fahrzeug mit umfangreicher Sonderausstattung.
    • Zustand: Selbst Luxusautos verlieren deutlich an Wert, wenn sie nicht gepflegt sind. Aus diesem Grund spielen Kratzer, Schäden am Lack oder andere Beschädigungen eine Rolle beim Fahrzeugwert.
    • Farbe: Autos mit gängigen Farben wie Weiß oder Schwarz sind in der Regel einfacher zu verkaufen. Somit sinkt der Fahrzeugwert üblicherweise bei exotischen Lackierungen oder ungewöhnlichen Farben.

    Expertenmeinung einholen

    Vertrauen Sie bei der Fahrzeugbewertung nicht immer nur auf die vorliegenden Fahrzeugdaten. Nutzen Sie die Meinung eines Experten. Er kann zum Beispiel genau den Motorzustand oder den Zustand der Karosserie in die Wertermittlung einbeziehen.

    So bestimmten Sie den Wert ihres Autos

    Es gibt verschiedene Methoden, um den Wert eines Autos zu bestimmen. Wer wissen möchte, wie viel sein Auto wert ist, kann eine der folgenden Möglichkeiten in Anspruch nehmen. Diese Methoden werden im Folgenden mit Vor- und Nachteilen aufgeführt.

    Schwacke-Liste

    Die sogenannte „Schwacke-Liste“ existiert seit Ende der 1950er-Jahre. Sie wurde 1957 erstmals von Hanns W. Schwacke veröffentlicht und enthielt Preise für Gebrauchtwagen. Seither werden die in der regelmäßig aktualisierten Liste enthaltenen Preisangaben häufig von Kfz-Händlern für die Angebotsgestaltung genutzt.

    Die Schwacke Liste selbst wird heute vom Unternehmen EurotaxSchwacke gepflegt und enthält Daten zu mehr als 30.000 PKW, Geländewagen oder Transportern. Darüber hinaus werden laut Angaben des Anbieters mehr als zehn Millionen Standard- und Sonderausstattungsmerkmale berücksichtigt.

    Neben Händlern können auch Sie als Privatperson Zugriff auf die Daten erhalten. Für den Abruf der Datenbank ist eine Gebühr von weniger als zehn Euro fällig. Die Preisdaten können Sie online auf der Website des Anbieters anfordern.

    So wird der Fahrzeugwert ermittelt

    Die Wertermittlung von Fahrzeugen basiert bei der Schwacke-Liste auf einer umfangreichen Datenbasis, die das Unternehmen zu den gelisteten Fahrzeugen sammelt. Zentrale Bezugspunkte sind Fahrzeugtyp, Ausstattung, Baujahr und Kilometerstand.

    Hier geht es zur kostenpflichtigen Schwacke-Bewertung.

    Vorteile Nachteile
    • Die Daten sind jederzeit im Internet abrufbar.
    • Die Richtwerte werden von vielen Autohändlern als Referenz verwendet.
    • Die Liste genießt einen sehr hohen Bekanntheitsgrad.
    • Der Preis für die Wertermittlung ist relativ gering.
    • Nicht alle Aspekte der Wertermittlung sind öffentlich.
    • Die Daten sind nur Richtwerte und keine endgültige Wertermittlung.
    • Die Online-Wertermittlung ist nicht kostenlos.
    • Die Fahrzeugbewertung ersetzt keine professionelle Bewertung durch einen Sachverständigen.

    DAT Fahrzeugbewertung

    Bei der sogenannten „DAT-Liste“ handelt es sich um eine Liste mit Preisen für Gebrauchtwagen, die von der Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) regelmäßig aktualisiert wird. Das Unternehmen ist seit den 1930er-Jahren in der Marktforschung rund um den Markt für Gebrauchtfahrzeuge aktiv.

    So funktioniert die Wertermittlung mit der DAT-Liste

    Wenn Sie die DAT-Liste online aufrufen, müssen Sie alle relevanten Daten zu Ihrem PKW eingeben. Danach haben Sie die Möglichkeit, die Fahrzeugdaten über die HSN und TSN abrufen zu lassen oder Sie geben die relevanten Daten manuell ein. Anschließend können noch Sonderausstattungsmerkmale hinterlegt werden.

    Auf der Basis dieser Daten gibt das System schließlich einen Fahrzeugwert ab.

    Hier geht es zur kostenfreien DAT-Fahrzeugbewertung.

    Vorteile Nachteile
    • Die Daten können jederzeit online abgerufen werden.
    • Die Liste wird ständig aktualisiert.
    • Der Datenabruf ist kostenlos.
    • Das Unternehmen kann auf eine breite Datenbasis aus der Marktforschung zurückgreifen.
    • Es ist nur der Datenabruf von Fahrzeugen möglich, die vor zwölf oder weniger Jahren zugelassen wurden.
    • Die genauen Wertermittlungsverfahren sind nicht transparent.
    • Die Wertermittlung ersetzt kein professionelles Gutachten.

    Professionelles Wertgutachten

    Wer beim Autokauf oder -verkauf den Fahrzeugwert möglichst objektiv und anhand aller möglichen Kriterien bestimmen möchte, kann auf ein professionelles Wertgutachten zurückgreifen.

    Hierfür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen:

    1. ADAC: Der ADAC bietet als Automobilclub sowohl Mitgliedern als auch Nicht-Mitgliedern einen Gebrauchtwagen-Check an, bei dem zum Beispiel geprüft werden kann, ob der Angebotspreis eines Gebrauchtwagens gerechtfertigt ist. Mitglieder profitieren dabei von Vergünstigungen.
    2. Freie Kfz-Gutachter: Freie Gutachter finden Sie in jeder Stadt. Für professionelle Wertgutachten müssen Sie dann mit Preisen ab 150 Euro rechnen. Die Kosten hängen in der Regel vom Fahrzeugwert und vom Umfang des Gutachtens ab.
    3. TÜV: Der TÜV Rheinland bietet Verbrauchern ein professionelles Wertgutachten für Kfz an. Hierfür werden in der Regel etwa 120 Euro fällig.
    4. DEKRA: An den DEKRA-Stellen der unterschiedlichen Standorte können Sachverständige den Wert Ihres Fahrzeugs ermitteln.

    Der Vorteil an einem freien Kfz-Gutachter besteht darin, dass er meist vor Ort zu Ihrem Fahrzeug kommt. Dafür ist die Arbeit von freien Sachverständigen in der Regel etwas teurer als vergleichbare Angebote von ADAC, TÜV oder DEKRA.

    Vergleichsportale

    Vergleichsportale für Kfz-Preise im Internet können Sie als ersten Anhaltspunkt für die Wertermittlung bei Ihrem PKW oder Motorrad verwenden. Die Ergebnisse beruhen in der Regel auf umfangreichen Datensätzen zu Marktpreisen und vielen verschiedenen Automodellen. Eine Online-Fahrzeugbewertung finden Sie z.B. kostenlos bei AutoScout24.

    Allerdings ersetzen Vergleichsportale nicht das professionelle Gutachten durch einen Sachverständigen. Zugleich ist der ermittelte Preis nie ein Festpreis. Denn letztlich hängt jeder Gebrauchtwagenpreis davon ab, ob es potentielle Käufer gibt, die diesen Preis überhaupt bezahlen wollen.

    Muss der Wert Ihres Autos für die Versicherung oder für die Bank ermittelt werden, werden ohnehin meist nur die Ergebnisse professioneller Sachverständiger anerkannt.

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