Geld abheben im Ausland – damit der Bargeldbezug nicht zur Kostenfalle wird

Zuletzt aktualisiert am 07.06.2017

Wenn wir im Urlaub sind, wollen wir uns in der Regel auch etwas gönnen. Hier ein Souvenir, dort ein leckeres Essen, zwischendurch ein Eis. Wer dabei flexibel und nicht auf Kartenzahlung angewiesen sein möchte, benötigt Bargeld. 

Inhaltsverzeichnis

    Heute ist es in der Regel kein Problem, Geld an Automaten im Ausland zu ziehen. Allerdings sollten Sie vor dem nächsten Urlaub einige Hinweise beachten, damit Sie beim Bargeldabheben nicht unnötig draufzahlen. In diesem Beitrag finden Sie alle praktischen Tipps zum Geldabheben im Ausland.

    Unnötige Kosten vermeiden

    Wer Geld im Ausland abheben möchte, muss dabei vor allem auf die Gebühren achten. Zum einen kann nämlich der Anbieter Ihrer EC-Karte oder Kreditkarte Geld für den Auslandseinsatz verlangen. Zum anderen können die Automatenbetreiber im Ausland Gebühren für die Barverfügung erheben. Und diese Beträge können sich erheblich summieren, denn in der Regel werden Sie nicht nur einmal zum Geldautomaten gehen, wenn Sie im Urlaub sind.

    Zur Kostenfalle wir das Geldabheben im Ausland dann, wenn die Gebühren doppelt anfallen. Dann kann es vorkommen, dass Sie bei kleinen Barbeträgen bis zu 10 Prozent an Gebühren bezahlen müssen. Bei einem Betrag von 100 Euro wären das 10 Euro.

    Lieber weniger Bargeld!

    Wenn Sie eine Kredit- oder EC-Karte mit kostenloser Bargeldverfügung an Geldautomaten weltweit nutzen, ist es sinnvoll mehrmals kleine Beträge abzuheben. Je nach Urlaubsregion ist es grundsätzlich sicherer, nicht mit zu viel Bargeld herumzulaufen.

    Diese Tipps sollten Sie beachten

    Nicht auf Anzeigen auf Automaten vertrauen

    Viele Geldautomaten im Ausland zeigen „0% Commission“ an. Sie verlangen augenscheinlich keine Gebühren fürs Abheben. Allerdings kann diese Anzeige irreführend sein. So bezieht sich der Schriftzug in erster Linie auf Geldbeträge, die nicht in Euro umgerechnet werden, denn hierfür erheben die Automatenbetreiber immer eine Gebühr.

    Zum anderen sagt dieser Hinweis noch nichts darüber aus, ob Sie an Ihren Kreditkarten- oder EC-Kartenanbieter Kommission für den Auslandseinsatz der Karte bezahlen müssen. Ob die Anzeige falsch war, bemerken Sie leider erst auf dem Kontoauszug oder der Quittung.

    Empfehlenswert ist es deshalb vor Reiseantritt die Konditionen der eigenen Kreditkarte zu prüfen. Vor Ort sollten Sie beim Bargeldabheben immer auf die Umrechnung in Euro verzichten. 

    Variante „ohne Währungsumtausch“ wählen

    In den Ländern Europas, die nicht zur Euro-Zone gehören oder in beliebten Reiseländern der Europäer wie der Türkei gibt es meist die Option, die Landeswährung am Geldautomaten in Euro umrechnen zu lassen.

    Auf den ersten Blick mag dieses Angebot verlockend sein, weil der Verbraucher so genau weiß, wie viel Euro er abgehoben hat. Er muss die Landeswährung nicht selbst umrechnen.

    Der Nachteil dieser Variante besteht darin, dass die Automatenbetreiber für die Umrechnung Gebührenaufschläge auf die Wechselkurse aufrechnen. Auf der Kreditkartenabrechnung oder dem Kontoauszug sind diese Gebühren meist nicht mehr nachvollziehbar, weil Umrechnungskurs und Gebühren nicht sauber getrennt voneinander aufgeführt werden.

    Deshalb sollten Sie grundsätzlich immer „NEIN“ wählen, wenn ein Geldautomat im Ausland die Umrechnung in Euro anbietet.

    Auf die richtige Taste achten

    Die Anzeige vieler Automaten ist so eingerichtet, dass zuerst die Umrechnung vorgeschlagen wird. Schauen Sie sich deshalb genau an, welche Taste Sie für die Abhebung in der Landeswährung drücken müssen.

    Bis zu 10 Prozent Gebühren sparen

    Durch die Gebühren für die Umrechnung kann das Abheben an Geldautomaten im Ausland bis zu 10 Prozent Aufschlag kosten. Wenn Sie zum Beispiel umgerechnet 200 Euro abheben, müssen Sie dafür 20 Euro bezahlen. Entscheiden Sie sich für die Landeswährung, entfallen diese Kosten.

    Vorsicht in diesen Ländern

    Allgemein sollten Verbraucher in Polen, Großbritannien und Tschechien auf hohe Umrechnungspreise achten. Aber auch in der Schweiz wird am Geldautomaten häufig die Umrechnung in Euro angeboten.

    In allen Fällen gilt: Verzichten Sie auf die Umrechnung, um Kosten zu sparen.

    Länder, die auf die Umrechnung verzichten

    In manchen Ländern wird fast überall auf die Umrechnung verzichtet. Hierzu gehören Schweden, Mazedonien, Bulgarien oder Dänemark.

    Bargeld von Zuhause mitnehmen

    Es macht durchaus Sinn, schon vor dem Urlaub Geld in die entsprechende Landeswährung umzutauschen. Zunächst sind Sie damit zu Beginn der Reise nach dem Ankommen flexibel und können zum Beispiel die Taxifahrt zum Hotel bar bezahlen.

    Bargeld kann auch dann sinnvoll sein, wenn Sie wissen, dass die Akzeptanz von Kredit- oder EC-Karten im Zielland gering ist oder es nur wenige Geldautomaten gibt.

    Das sollten Sie bei der Mitnahme von Bargeld beachten

    • Üblicherweise ist Bargeld besonders für Kurzreisen sinnvoll. In diesem Fall muss der Bargeldvorrat nämlich nicht so groß sein.
    • Fragen Sie unbedingt vor Reiseantritt, wie viel Bargeld Sie in das Zielland überhaupt einführen dürfen.
    • Nehmen Sie niemals den gesamten Bargeldvorrat Ihrer Reise mit, wenn Sie im Urlaubsland unterwegs sind. Lassen Sie das Bargeld am besten in einem Safe im Hotel.

    Reiseschecks nur als Ergänzung

    Lange Zeit galten Reiseschecks oder Travellerschecks als beste Alternative zum Bargeld. Diese Schecks werden zum Beispiel von American Express oder Thomas Cook in großen Währungen wie Euro, Dollar, Yen oder Schweizer Franken ausgegeben.

    In vielen Ländern dieser Welt werden Reiseschecks als Zahlungsmittel wie Bargeld akzeptiert. Dabei gelten die Schecks als besonders sicher, da Sie diese vor Reiseantritt unterschreiben müssen. Beim Einlösen müssen Sie zudem Ihren Reisepass vorzeigen. Travellerschecks werden außerdem gegen eine Gebühr von den Ausgabeunternehmen erstattet.

    In der Praxis gestaltet sich das Bezahlen mit Reiseschecks etwas komplizierter als mit der Kreditkarte. Empfehlenswert sind die Schecks deshalb vor allem dann, wenn Sie eine längere Reise planen und eine sichere Geldreserve benötigen. Beachten Sie, dass beim Einlösen sowie beim Kauf von Reiseschecks Gebühren entstehen.

    Nutzen Sie Prepaid-Kreditkarten

    Eine sinnvolle Alternative zum Travellerscheck kann die Prepaid-Kreditkarte sein. Vor dem Reiseantritt laden Sie ein Guthaben auf die Karte, das Sie im Urlaub zum Bezahlen oder Bargeldabheben nutzen können.

    Kostenfrei Abheben mit Direktbank-Kreditkarte

    Wenn Sie mit der Kreditkarte im Ausland umsonst Geld abheben wollen, bietet es sich an, ein Konto bei einer Direktbank zu eröffnen. So bieten die Direktbanken der Norisbank, der Santander oder der DKB kostenlose Bargeldabhebungen im Ausland an.

    Eher ausgeschlossen ist der kostenlose Bargeldbezug im Ausland mit Kreditkarten von Deutscher Bank, Postbank oder Sparkasse. Zwar bieten versprechen Kreditkarten, wie die Goldkarte der Sparkasse kostenloses Geld abheben im Ausland, jedoch können an den Automaten im Ausland Gebühren fällig werden, die von dem Versprechen ausgeschlossen sind.

    Häufig fünf Euro Grundgebühr beim Abheben

    Erkundigen Sie sich immer genau vor Reiseantritt, ob Gebühren für das Bargeldabheben entstehen und wie hoch diese sind.

    Prüfen Sie außerdem, bei welchen Geldautomaten oder Banken Sie kostenlos Geld abheben können. Die Gebühren können nämlich hohe Kosten verursachen und das Abheben deutlich verteuern.

    Dies ist besonders bei kleineren Geldbeträgen schmerzlich, da häufig eine Grundgebühr von etwa fünf Euro erhoben wird.

    Gebühren beim Abheben

    Mit der EC-Karte

    Wer mit der EC-Karte Geld im Ausland abhebt, muss meist mit Gebühren rechnen. Diese stellen Banken ihren Kunden in Rechnung, weil durch die Auslandsabhebung erhöhter Verwaltungsaufwand besteht. Außerdem werden Gebühren für die Umrechnung in die Landeswährung erhoben. Darüber hinaus erheben die Automatenbetreiber Gebühren.

    In der Regel werden Automatengebühren direkt beim Abheben mit der EC-Karte angezeigt. Wie viel Ihre Bank für die Bargeldverfügung im Ausland erhebt, steht auf dem Kontoauszug.

    So vermeiden Sie zusätzliche Kosten mit der EC-Karte:

    • Informieren Sie sich im Vorfeld, bei welchen Banken Sie kostenlos Geld im Ausland abheben können.
    • Machen Sie sich schlau, wie hoch die Gebühren für die Barabhebung ausfallen.
    • Nutzen Sie die EC-Karte lieber als Zahlungsmittel, sofern das möglich ist. Dabei entfallen auf jeden Fall mögliche Automatengebühren.

    Mit der Kreditkarte

    Wer mit der Kreditkarte im Ausland Geld abhebt, muss ebenso wie bei der EC-Karte mit verschiedenen Gebühren rechnen. Zum einen verlangen viele Automatenbetreiber eine Barabhebungsgebühr. Zum anderen müssen Sie für die Auslandsnutzung der Kreditkarte häufig beim jeweiligen Anbieter bezahlen.

    In der Regel fallen diese Gebühren nicht an, wenn Sie mit der Kreditkarte bezahlen. Darauf sollten Sie beim Abschluss einer Kreditkarte achten:

    • Prüfen Sie, ob der Anbieter Gebühren für Barabhebungen im Ausland verlangt.
    • Kontrollieren Sie, wie hoch die Gebühren für die Abhebung sind.
    • Schauen Sie in den AGB nach, ob überhaupt Gebühren für die Auslandsnutzung anfallen.
    • Vergleichen Sie verschiedene Angebote und die Jahresgebühren für die Kreditkarte.

    Zweite Kreditkarte mitnehmen auf längeren Reisen!

    Die meisten Direktbanken bieten ihren Kunden eine kostenlose Kreditkarte an, mit der sie anstelle von einer EC-Karte bezahlen oder Geld abheben können. In den meisten Fällen ist die Bargeldabhebung im Ausland damit kostenlos.

    Nehmen Sie bei längeren Auslandsreisen am besten eine zweite Kreditkarte oder eine Prepaid-Kreditkarte als Sicherheit mit, falls Ihre Hauptkreditkarte gestohlen wird oder Sie sie verlieren.

    Allgemeines zum Bargeldabheben im Ausland

    Mit der Ausbreitung der Kreditkarte sowie EC-Karten ist es üblich geworden, auch im Ausland Geld abzuheben. Durch die Einführung des Euro wurde es Konsumenten nochmals vereinfacht, mit der eigenen Karte im EU-Ausland Bargeld am Automaten zu holen.

    Da es immer mehr Bankautomaten gibt, ist die Verfügbarkeit von Bargeld zudem deutlich besser als noch vor zehn oder mehr Jahren.

    Durch die bargeldlosen Bezahlmöglichkeiten und die Möglichkeit, Geld am Automaten im Zielland zu ziehen, ist es überflüssig geworden, seine gesamte Reisekasse in die Landeswährung zu wechseln. Dennoch sollten Verbraucher dabei beachten, dass Gebühren für den Barabhebungskomfort mit EC- oder Kreditkarte anfallen können.

    Kombinieren Sie verschiedene Zahlungsmittel!

    Kombinieren Sie bei Reisen ins Ausland am besten verschiedene Zahlungsmittel. Nehmen Sie am besten Bargeld in der Landeswährung mit, Bargeld in Euro, eine Kreditkarte sowie Ihre EC-Karte. Auf diese Weise können Sie jederzeit über Geld verfügen.

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