H-Kennzeichen für Oldtimer

Zuletzt aktualisiert am 07.04.2017

Das sogenannte H-Kennzeichen ist ein spezielles Kfz-Kennzeichen für ältere Fahrzeuge. Das H auf dem Nummernschild steht dabei für „historisch“. Dieses Kennzeichen erhalten Oldtimer, wenn sie älter als 30 Jahre alt sind und weitere Merkmale erfüllen. Besitzer von Oldtimern können mit Hilfe des Kennzeichens bei der Kraftfahrzeugsteuer sparen, denn für Oldtimer gilt eine pauschale Besteuerung, unabhängig von Hubraum oder Leistung.

Inhaltsverzeichnis

    Sobald ein Autobesitzer ein H-Kennzeichen erhält, unterliegt die Nutzung des Fahrzeugs keinerlei Einschränkung. Es gibt jedoch Einschränkungen hinsichtlich der optischen Erscheinung, wodurch Werbung auf Oldtimern grundsätzlich unzulässig ist. Außerdem dürfen Oldtimer mit H-Kennzeichen nicht gewerblich vermietet werden. Ebenso ist eine gewerbliche Nutzung von LKW mit H-Kennzeichen nicht gestattet.

    Durch den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr bedarf es den Nachweis durch eine HU-Plakette auf dem hinteren Kennzeichen.

    Im Gegensatz zum regulären Kfz-Kennzeichen ist das Oldtimer-Nummernschild nicht als Saisonkennzeichen erhältlich. Dafür profitieren Oldtimer-Besitzer von einem günstigen und pauschalen Steuersatz.

    Befahren von Umweltzonen möglich

    Mit Ihrem Oldtimer und einem H-Kennzeichen dürfen Sie übrigens auch in städtischen Umweltzonen fahren. Auslandsfahrten sind ebenso möglich.

    Aufbau des Kennzeichens

    Das Oldtimer-Kennzeichen ist ähnlich wie das reguläre Kfz-Kennzeichen aufgebaut. Von links nach rechts folgen:

    • Länderkennung auf blauem Hintergrund mit Eurozeichen
    • Buchstabenkennung für den Landkreis oder die Stadt
    • Plakette des Landkreises
    • Ein oder zwei Buchstaben
    • Eine Ziffernkombination
    • Der Buchstabe H für „historisches Fahrzeug“

    Im Gegensatz zum regulären Kennzeichen entfällt die TÜV-Plakette. Durch das „H“ am Ende darf das Oldtimer-Nummernschild aus Platzgründen maximal 8 Stellen enthalten.

    Wann ist ein Oldtimer wirklich ein Oldie?

    Oldtimer sind gemäß ihrem Namen (engl. old = dt. alt, engl. time = dt. Zeit) Fahrzeuge, die sich primär durch ihr hohes Alter charakterisieren. Grundsätzlich steht es jedem Autobesitzer frei, sein Fahrzeug so zu bezeichnen wie er es möchte. Soll das Kfz jedoch als Oldtimer zugelassen werden, gilt eine relativ feste Definition. So werden Oldtimer gemäß der Fahrzeugzulassungsverordnung (FZV §2, Nr.22) definiert als:

    Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.
    Fahrzeugzulassungsverordnung §2 Nr.22

    Zusammengefasst bedeutet das:

    • Das Fahrzeug muss mindestens 30 Jahre alt sein.
    • Das Fahrzeug muss in allen Hauptbaugruppen dem Originalzustand entsprechen.
    • Änderungen und Umbauten müssen mehr als 30 Jahre zurück liegen.
    • Das Fahrzeug weist keine technischen Mängel auf und es sind keine größeren Gebrauchsspuren vorhanden.

    Das Alter des Kfz ist folglich nicht allein entscheidend, ob es als Oldtimer klassifiziert und angemeldet werden kann. Ob Sie Ihren Wagen als Oldtimer anmelden können, entscheidet seit 2007 letztlich ein Gutachter einer amtlichen zugelassenen Prüfstelle wie TÜV oder Dekra. Der Sachverständige erstellt nach einer Prüfung Ihres Autos ein Gutachten, in welchem zum Beispiel festgehalten wird, ob das Auto noch im Originalzustand fährt oder wie gut der Erhaltungszustand ist. Darüber hinaus wird bei der Kontrolle auch die Verkehrssicherheit des Oldtimers geprüft.

    Folgende Merkmale können eine Klassifizierung als Oldtimer verhindern:

    • Grobe Unfallschäden, die nicht behoben wurden wie starke Dellen oder Lackschäden
    • Starke Verrostungen
    • Ersatzteile, die nicht dem Original entsprechen

    Youngtimer

    In den letzten Jahren hat sich neben dem Begriff „Oldtimer“ auch der Youngtimer etabliert. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die mindestens 15 Jahre alt sind, aber aufgrund ihres „jungen“ Alters nicht als Oldtimer angemeldet werden können. Der Begriff Youngtimer hat jedoch keinen Einfluss auf die Kfz-Anmeldung. Diese Fahrzeuge können nur mit einem regulären Kennzeichen gefahren werden.

    Kosten für das H-Kennzeichen

    Wer ein H-Kennzeichen beantragen möchte, muss neben den Gebühren für die Anmeldung mit weiteren Kosten rechnen. Diese entfallen auf die Hauptuntersuchung sowie das Gutachten, die in einer zugelassenen Prüfstelle wie dem TÜV durchgeführt werden.

    Die Begutachtung durch einen Sachverständigen kostet im Durchschnitt etwa 100 Euro. Für ein historisches Motorrad müssen Sie etwas weniger einplanen. Für die Hauptuntersuchung müssen Sie die gleichen Gebühren wie für herkömmliche Kfz entrichten. Das sind rund 70 Euro. Hauptuntersuchung sowie Begutachtung müssen alle zwei Jahre durchgeführt werden.

    Für die Beantragung auf der Zulassungsstelle werden in der Regel ca. 40 Euro fällig.

    Zusammengerechnet müssen Sie inkl. Gutachten, HU und Zulassung mit Kosten zwischen 200 und 250 Euro rechnen.

    Sparen dank Sonderkennzeichen

    Oldtimerbesitzer können mit einem H-Kennzeichen in vielen Bereichen Sparen. So gilt für Oldtimer ein einheitlicher Steuersatz, unabhängig vom Hubraum.

    Für Krafträder werden jährlich pauschal 46,02 Euro an Steuern erhoben, für alle anderen Fahrzeuge (geregelt in §9 Abs. 4 Nr.1 bzw. Nr.2 KraftStG) müssen die Halter pro Jahr 191,73 Euro bezahlen.

    Sparen lässt sich darüber hinaus auch bei der Kfz-Versicherung. Da viele Versicherer davon ausgehen, dass ein angemeldeter Oldtimer im Vergleich zu einem „normalen“ Kfz seltener und wenn dann nur aus reiner Fahrfreude bewegt wird, bieten sie Kunden spezielle Oldtimer-Tarife an. Diese Kfz-Versicherungen sind dann mit deutlich geringeren Kosten verbunden.

    Konditionen bei Versicherungsabschluss beachten

    Achten Sie beim Abschluss Ihrer Oldtimer-Versicherung dennoch auf die Konditionen. Sollten Sie zum Beispiel doch einmal mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr mit Ihrem Oldtimer zurücklegen, kann der Tarif noch einmal ansteigen. Diese Fahrleistung wird in der Regel für die Berechnung der Versicherungshöhe veranschlagt.

    Weitere Vorteile des H-Kennzeichens:

    • Oldtimer mit entsprechendem Kennzeichen benötigen keinen Katalysator.
    • Mit einem Oldtimer können sie die Umweltzone ohne entsprechende Plakette befahren. Damit entfällt auch die regelmäßige Abgasuntersuchung.
    • Wenn die Kennzeichengröße nicht passt, müssen keine Änderungen am Fahrzeug vorgenommen werden.

    Verlust der Vorteile bei fehlendem Status

    Damit Sie von den Vorteilen Ihres Oldtimers profitieren können, muss der Status erhalten bleiben. Sollten Sie nach einer Hauptuntersuchung keine Zulassung bekommen bzw. das Gutachten in Bezug auf das H-Kennzeichen negativ ausfallen, erlöschen auch Ihre Vorteile. Dies gilt auch für den Fall, dass Sie Umbauten am Fahrzeug vornehmen, die nicht dem Originalzustand entsprechen.

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