Hundekrankenversicherung: Kosten und Leistungen

Zuletzt aktualisiert am 13.06.2017

Für uns Menschen ist es in Deutschland völlig normal, krankenversichert zu sein. Es besteht sogar eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Bei Hunden führt die Krankenversicherung hierzulande häufig noch ein Nischendasein. Dabei kann die Absicherung im Krankheitsfall vor hohen Behandlungs- und Therapiekosten schützen.

Inhaltsverzeichnis

    Viele Hundehalter sind sich vor der Anschaffung ihres Vierbeiners vieler Kosten bewusst. Sie wissen, dass Futter gekauft oder dass eine Hundesteuer sowie Impfungen gezahlt werden müssen. Dass ihr Hund jedoch eines Tages auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, liegt für einen Großteil der „Herrchen und Frauchen“ erst einmal außerhalb jeglicher Berechnungen.

    Dabei können ärztliche Behandlungen bei Hunden für erhebliche Kosten sorgen. Denn letztlich werden in Tierarztpraxen oder in Tierkliniken bei Bedarf die gleichen Behandlungsschritte durchgeführt wie bei Menschen. Der einzige Unterschied: Menschen sind überwiegend mit einer Krankenversicherung geschützt, Tiere eher selten.

    Der wichtigste Grund für den Abschluss einer Hundekrankenversicherung besteht somit darin, im Krankheitsfall vor hohen Behandlungskosten geschützt zu sein. Dies gilt zum Beispiel für OPs oder radiologische Diagnostik.

    Zugleich wird durch die Krankenversicherung sichergestellt, dass das Tier behandelt wird, auch wenn die eigene Haushaltskasse knapp ist. Dies gilt umso mehr, wenn der eigene Hund schon bald in einem stattlichen Alter ist, in welchem wie bei Menschen häufiger Krankheiten auftreten können.

    Hunde sind Familienmitglieder

    Für Hundehalter sind ihre Vierbeiner in der Regel meist gleichwertige Familienmitglieder. Aus diesem Grund ist es keine Frage, ob überhaupt eine Hundekrankenversicherung abgeschlossen werden sollte, sondern lediglich, welchen Umfang diese Versicherung haben soll.

    Nachteile einer Hundekrankenversicherung

    Wie bei allen Krankenversicherungen liegt der Nachteil einer Krankenversicherung in ihrer unzureichenden Leistung. Demnach sollten Verbraucher unbedingt darauf achten, in welchen Fällen die Hundekrankenversicherung die Kosten für Behandlungen oder Medikamente übernimmt.

    So können negative Überraschungen im Notfall vermieden werden. Zugleich gilt es dabei abzuklären, ob sich die monatlichen Raten der Versicherungsprämie im Vergleich zu einer tatsächlich fälligen Behandlung lohnen.

    Weitere Nachteile lassen sich bei der Hundekrankenversicherung nicht nennen, außer dass Verbraucher in der Regel an eine bestimmte Laufzeit gebunden sind und dass überhaupt zusätzliche monatliche Fixkosten entstehen.

    Vorteile für Tierärzte

    Eine Hundekrankenversicherung kann auch für Tierärzte von Vorteil sein. Gerade bei Tierbehandlungen kämpfen Veterinäre häufig mit unbezahlten Rechnungen. Ist ein Hund versichert, wissen die Mediziner, dass ihre Behandlung auch bezahlt wird. Zugleich können sie davon ausgehen, dass Tierhalter den Arzt auch dann aufsuchen, wenn deren Haushaltskasse gerade keinen finanziellen Spielraum zulässt.

    In anderen Ländern schon fast Standard

    Während die Hundekrankenversicherung in Deutschland noch eine relativ geringe Verbreitung gefunden hat, ist die Absicherung für Hunde in anderen Ländern schon fast Standard. So können Hundebesitzer in den USA, die im Bereich der Krankenversicherungen für Menschen nicht unbedingt als Paradebeispiel gelten, schon seit einigen Jahrzehnten Vierbeiner für Behandlungen absichern.

    Auch in Großbritannien oder Schweden wird die Möglichkeit einer Hundekrankenversicherung schon seit vielen Jahren von einem Großteil der Tierhalter genutzt.

    Leistungen: Behandlungen und mehr

    Mit dem Abschluss einer Hundekrankenversicherung haben Verbraucher die Möglichkeit, sich bis zu 100 Prozent der Behandlungskosten erstatten zu lassen. Wie hoch die Erstattung ist, hängt vom jeweiligen Tarif ab und Anbieter ab. Gleiches gilt für die unterschiedlichen Leistungen.

    Unabhängig vom Versicherer werden in der Regel die Kosten anteilig oder voll für folgende Leistungen übernommen:

    • Ambulante Behandlungen
    • Stationäre Behandlungen
    • Vorbehandlungen oder Nachsorge
    • Stationärer Aufenthalt
    • Operationen
    • Medikamente
    • Röntgenbilder
    • Verbands- und Heilmittel

    Weitere Charakteristika der Krankenversicherung für Hunde

    Jede Versicherungspolice für Hunde kann sich durch weitere Details kennzeichnen. Hierzu zählen zum Beispiel:

    • Erstattungslimit: Je nach Anbieter und Tarif kann die Erstattungshöhe pro Jahr begrenzt werden. Gute Tarife haben in der Regel kein jährliches Erstattungslimit.
    • Tierarztwahl: Manche Tarife schränken die Wahl des Tierarztes oder der Tierklinik ein, während andere eine freie Tierarztwahl zusichern.
    • Auslandsschutz: Eine Hundekrankenversicherung kann auch im europäischen Ausland oder weltweit gültig sein. Wie lange sie dort gültig ist, hängt von Police und Versicherer ab.
    • Alternative Behandlungsmethoden: Wie bei einer Krankenversicherung für Menschen kann auch die Hundekrankenversicherung die Kosten für alternative Heilmethoden, zum Beispiel Osteopathie oder Homöopathie, übernehmen.
    • Zuschüsse: Verbraucher können darauf achten, welche Zuschüsse die Hundekrankenversicherung bei bestimmten Behandlungen bietet, zum Beispiel bei Kastrationen, Impfungen oder dem Anbringen von Chips zur Identifizierung des Hundes.

    Wartezeit beachten

    Nach dem Abschluss einer Hundekrankenversicherung gilt in der Regel eine bestimmte Wartezeit, bis Verbraucher die Versicherung in Anspruch nehmen können. Sie liegt häufig bei 30 Tagen.

    Kosten der Hundekrankenversicherung

    Grundsätzlich können Hundehalter ihren Vierbeiner schon ab knapp 20 Euro pro Monat krankenversichern. Je nach Leistungsumfang und Alter des Hundes kann die Versicherung auch mehr als 100 Euro pro Monat kosten.

    Wie hoch die Kosten für die Hundekrankenversicherung ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

    • Versicherer: Die einzelnen Tarife variieren von Versicherungsunternehmen zu Versicherungsunternehmen deutlich.
    • Alter des Hundes: In der Regel gilt, dass die Versicherungskosten mit dem Alter des Tieres steigen. Auch Vorerkrankungen können den Tarif teurer machen.
    • Vertragslaufzeit: Wird die Versicherungslaufzeit länger gewählt, sind meist Rabatte möglich.
    • Zahlungsweise: Entscheiden sich Verbraucher für eine jährliche Zahlungsweise, können sie den höchsten Nachlass erhalten.
    • Selbstbeteiligung: Manche Versicherer bieten günstigere Tarife, wenn bei OPs eine Selbstbeteiligung vereinbart wird.
    • Leistungsumfang: Die meisten Krankenversicherungen für Hunde sind als OP-Versicherungen oder Vollversicherungen abschließbar. Eine reine OP-Versicherung ist dabei meist die günstigste Variante.

    Höchstalter für Hundekrankenversicherung

    Die meisten Versicherer nehmen Hunde nur bis zum zehnten Lebensjahr in die Krankenversicherung auf. Dieses Limit müssen Tierhalter unbedingt beachten, wenn sie eine Hundekrankenversicherung abschließen wollen.

    Leistungen und Tarife vergleichen

    Um Kosten zu sparen, sollten Verbraucher vor Vertragsabschluss unbedingt die Leistungen und Tarife der verschiedenen Anbieter vergleichen. Hierzu bieten sich die Informationen an, die es im Internet gibt. Vergleichsrechner helfen bei der Auswahl.

    Anbieter für Hundekrankenversicherungen in Deutschland

    In Deutschland haben sich fünf Anbieter im Bereich der Hundekrankenversicherungen etabliert.

    Anbieter Eigenschaften
    Agila Dieser Anbieter hat zwei Tarife im Portfolio. Mit dem „Tierkrankenschutz“ sind alle wichtigen Behandlungen abgedeckt. Umfangreicher ist der sogenannte „Tierkrankenschutz Exklusiv“, der Erstattungen bis zum dreifachen Satz nach GOT ermöglicht.
    Allianz Das große Versicherungsunternehmen bietet den Schutz „Optimal“. Besonderheiten des Tarifs sind die Vermittlung von Tierpensionen oder Betreuungsmöglichkeiten sowie ein weltweiter unbegrenzter Versicherungsschutz. Auch die Allianz bietet Erstattungen bis zum dreifachen GOT-Satz an.
    Helvetia Diese Versicherung hat zwei Tarife im Portfolio, die eine umfangreiche Absicherung für Hunde bieten. Der Komforttarif beinhaltet eine unbegrenzte Kostenerstattung für Diagnostik, Behandlung und Arzneimittel sowie chirurgische Eingriffe. Es gibt keine Höchstentschädigungsgrenze pro Jahr.
    Petplan Der Tierversicherer bietet seine Hundeversicherung in zwei Tarifen schon für Hunde ab der achten Lebenswoche an.
    Uelzener Das auf Tiere spezialisierte Unternehmen nimmt Hunde ohne Altersbegrenzung in die Krankenversicherung auf. Darüber hinaus gibt es keine jährliche Erstattungsgrenze.

    Kosten für Hundehalter im Überblick

    • Futter: Je nach Größe des Hundes und Qualität des Futters können Kosten zwischen fünf und 100 Euro monatlich entstehen.
    • Tierarzt: Pro Jahr können für Impfungen und Routineuntersuchungen Kosten zwischen 100 und 200 Euro anfallen.
    • Hundesteuer: Abhängig von der Hunderasse und Region sind Gebühren zwischen 30 und 200 Euro pro Jahr möglich.
    • Hundehaftpflicht: Die Haftpflichtversicherung ist in manchen Bundesländern Pflicht. Sie kostet zwischen 50 und 100 Euro pro Jahr.
    • Hundeschule: Benötigt der Hund Unterstützung im Verhalten, können die Kosten schnell 300 bis 500 Euro betragen, abhängig von der Dauer der Schule.
    • Transportboxen: Wer seinen Hund sicher transportieren möchte, benötigt entsprechende Transportboxen, die mehr als 100 Euro kosten können.
    • Hundespielzeug: Artgerechtes Spielzeug für Hunde gibt es im Fachhandel ab drei Euro.
    • Hundezubehör: Halsband, Leine, Futternapf, Hundedecke oder Körbchen können zwischen 50 und mehr als 100 Euro kosten.

    Alternative Sparkonto

    Wer mit einer Hundekrankenversicherung keine vertragliche Verpflichtung eingehen möchte, kann alternativ ein Sparkonto für seinen Vierbeiner anlegen. Empfehlenswert ist es, damit schon so früh wie möglich zu beginnen.

    Wer zum Beispiel 30 Euro monatlich für seinen Hund zurücklegt, hat pro Jahr 360 Euro gespart. In zehn Jahren kommen auf diese Weise 3.600 Euro ohne Zinsen zusammen, die für eine umfangreiche Behandlung ausreichen können.

    Wollen Verbraucher jedoch sicher gehen, dass alle Kosten und auch Behandlungen zwischendurch bezahlt werden, empfiehlt sich eine Hundekrankenversicherung.

    Weitere Versicherungen für Hunde

    Neben der Hundekrankenversicherung ist die Hundehalterhaftpflicht-Versicherung eine wichtige Absicherung für Hundehalter.

    Sie schützt die Halter vor hohen Folgekosten durch Schäden, die ihr Vierbeiner verursacht. So übernehmen die Versicherer in der Regel zum Beispiel Schäden am Eigentum Dritter oder Personenschäden, die durch den Hund verursacht werden. Ebenso tragen die Versicherungen häufig die Kosten, die durch eine ungewollte Deckung entstanden sind.

    Kombination verschiedener Hundeversicherungen sinnvoll?

    Viele Versicherer bieten ihren Kunden eine Kombination aus Hundekranken- und Hundehaftpflichtversicherung an. Eine solche Verknüpfung kann im Vergleich zum Einzelabschluss kostensparend sein. Allerdings müssen Sie zugleich auf die Laufzeiten achten und sollten unbedingt vorher einen Versicherungsvergleich durchführen.

    Fragen und Antworten

    Deckt die Hundekrankenversicherung alle Hunderassen ab?

    In der Regel gilt ein Versicherungstarif der Krankenversicherung für alle Hunderassen.

    Wie kann ich herausfinden, welche Angebote für meinen Hund geeignet sind?

    In diesem Fall gilt das Gleiche wie beim Versicherungsvergleich für Menschen: Sie sollten die jeweiligen Tarife und Angebote der Anbieter studieren. Legen Sie zum Beispiel großen Wert auf Kostenerstattungen bei Impfungen oder weltweiten Versicherungsschutz, achten Sie auf diese Leistungen.

    Sollte ich mich schon vor Berechnung der Hundekrankenversicherung möglichst gut über Vor- und Nachteile informieren?

    Es ist immer empfehlenswert, sich ausführlich mit den Vor- und Nachteilen einer Versicherung auseinanderzusetzen, bevor sie abgeschlossen wird.

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