Kfz-Kennzeichen in Deutschland

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Das Kfz-Kennzeichen (auch Nummernschild oder Autokennzeichen genannt) ist in Deutschland eine vorgeschriebene Kennung für Kraftfahrzeuge und deren Anhänger. Die Kennzeichenpflicht ist in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung festgelegt. Mit Hilfe des Nummernschilds lassen sich Fahrzeuge eindeutig zuordnen. Zugleich wird mit dem Kfz-Kennzeichen belegt, dass das Gefährt ordnungsgemäß bei einer Zulassungsstelle angemeldet wurde.

Inhaltsverzeichnis

    Verantwortlich für die Vergabe von Kfz-Kennzeichen ist die Zulassungsstelle. Sobald ein Autohalter die Behörde aufsucht, kann er sein Kennzeichen dort festlegen lassen. Ein Kfz-Kennzeichen erhält nur durch den Stempel der Zulassungsstelle seine Gültigkeit. Wer ohne Kfz-Kennzeichen am Straßenverkehr teilnimmt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro rechnen.

    Bei Umzug altes Kennzeichen behalten

    Ab dem 1. Januar 2015 ist die Umkennungspflicht entfallen. Dies bedeutet, dass das Kennzeichen bei einem Wohnortwechsel nicht mehr ausgetauscht werden muss. Wer zum Beispiel von München nach Berlin zieht, kann mit seinem M-Kennzeichen weiterfahren. Er muss lediglich sein Auto ummelden, benötigt aber kein neues Kennzeichen. Dies wird erst bei einer Neuzulassung fällig.

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    Liste deutscher Ortskennzeichen (Unterscheidungszeichen)

    In Deutschland gibt es laut einer aktuellen Kfz-Kennzeichen-Liste fast 800 verschiedene Regionalkürzel.

    A

    AAugsburg
    AAOstalbkreis
    ABAschaffenburg
    ABGAltenburger Land
    ABIAnhalt-Bitterfeld
    ACAachen
    AEVogtlandkreis
    AHBorken
    AIBMünchen, Rosenheim
    AICAichach-Friedberg
    AKAltenkirchen (Westerwald)
    ALFHildesheim
    ALZAschaffenburg
    AMAmberg, Stadt
    ANAnsbach
    ANAErzgebirgskreis
    ANGUckermark
    ANKVorpommern-Greifswald
    Altötting
    APWeimarer Land
    APDWeimarer Land
    ARNIlm-Kreis
    ARTKyffhäuserkreis
    ASAmberg-Sulzbach
    ASLSalzlandkreis
    ASZErzgebirgskreis
    ATMecklenburgische Seenplatte
    AUErzgebirgskreis
    AURAurich
    AWAhrweiler
    AZAlzey-Worms
    AZEAnhalt-Bitterfeld

    B

    BBerlin
    BABamberg
    BADBaden-Baden, Stadt
    BARBarnim
    BBBöblingen
    BBGSalzlandkreis
    BCBiberach
    BCHNeckar-Odenwald-Kreis
    BEWarendorf
    BEDMittelsachsen
    BERBarnim
    BFSteinfurt
    BGLBerchtesgadener Land
    BHOrtenaukreis, Raststatt
    BIBielefeld, Stadt
    BIDMarburg-Biedenkopf
    BINMainz-Bingen
    BIRBirkenfeld
    BITEifelkreis BItburg-Prüm
    BIWBautzen
    BKBörde, Rems-Murr-Kreis
    BKSBernkastel-Wittlich
    BLZollernalbkreis
    BLBSiegen-Wittgenstein
    BLKBurgenlandkreis
    BMRhein-Erft-Kreis
    BNBonn, Stadt
    BNALeipzig
    BOBochum, Stadt
    Börde
    BOHBorken
    BORBorken
    BOTBottrop, Stadt
    BRAWesermarsch
    BRBBrandenburg, Stadt
    BRGJerichower Land
    BRKBad Kissingen
    BRLGoslar
    BRVRotenburg (Wümme)
    BSBraunschweig, Stadt
    BTBayreuth
    BTFAnhalt-Bitterfeld
    BÜDWetteraukreis
    BÜRPaderborn
    BULAmberg-Sulzbach, Schwandorf
    BÜSKonstanz, Gemeinde Büsingen am Hochrhein
    BÜZRostock, Landkreis
    BZBautzen

    C

    CChemnitz, Stadt
    CAOberspreewald-Lausitz
    CASRecklinghausen
    CBCottbus
    CECelle
    CHACham
    CLPCloppenburg
    CLZGoslar
    COZulassungsstelle Coburg, Zweckverband
    COCCochem-Zell
    COECoesfeld
    CRSchwäbisch Hall
    CUXCuxhaven
    CWCalw

    D

    DDüsseldorf, Stadt
    DADarmstadt
    DAHDachau
    DANLüchow-Dannenberg
    DAUVulkaneifel
    DBRRostock, Landkreis
    DDDresden, Stadt
    DEDessau-Roßlau, Stadt
    DEGDeggendorf
    DELDelmenhorst, Stadt
    DGFDingolfing-Landau
    DHDiepholz
    DIDarmstadt-Dieburg
    DILLahn-Dill-Kreis
    DINWesel
    DIZRhein-Lahn-Kreis
    DKBAnsbach
    DLMittelsachsen
    DLGDillingen an der Donau
    DMMecklenburgische Seenplatte
    DNDüren
    DODortmund, Stadt
    DONDonau-Ries in Donauwörth
    DUDuisburg, Stadt
    DUDGöttingen
    DÜWBad Dürkheim
    DWSächsische Schweiz-Osterzgebirge
    DZNordsachsen

    E

    F

    G

    H

    I

    IGBSt. Ingbert, Stadt
    IKIlm-Kreis
    ILIlm-Kreis
    ILLNeu-Ulm
    INIngolstadt, Stadt
    IZSteinburg (Itzehoe)

    J

    JJena, Stadt
    JEWittenberg
    JLJerichower Land
    JÜLDüren

    K

    L

    M

    N

    O

    P

    Q

    QFTSaalekreis
    QLBHarz

    R

    S

    T

    U

    V

    VVogtlandkreis
    VAILudwigsburg
    VBVogelsbergkreis
    VECVechta
    VERVerden
    VGVorpommern-Greifswald
    VIBLandshut, Rottal-Inn
    VIEViersen
    VKVölklingen, Stadt
    VOHNeustadt a.d. Waldnaab
    VRVorpommern-Rügen
    VSSchwarzwald-Baar-Kreis

    W

    Z

    ZZwickau
    ZEAnhalt-Bitterfeld
    ZELCochem-Zell
    ZIGörlitz
    ZIGSchwalm-Eder-Kreis
    ZPErzgebirgskreis
    ZRGreiz
    ZWSüdwestpfalz, Zweibrücken, Stadt
    ZZBurgenlandkreis

    Quelle: Kraftfahrtbundesamt, Stand: 18.03.2016

    Ungültige Fahrten

    Auch Fahrten mit gültiger eVB-Nummer zur Anmeldung des Kfz sind ohne gültiges Kennzeichen nicht erlaubt. Darüber hinaus ist fraglich, ob der Versicherungsschutz in diesem Fall überhaupt gültig ist.

    Arten von Kfz-Kennzeichen

    Um den Verwendungszweck von Fahrzeugen eindeutig zuzuordnen, den Verwaltungsaufwand zu begrenzen und die Zahl der möglichen Kombinationen für herkömmliche Kfz-Kennzeichen aufrechtzuerhalten, gibt es Sonderkennzeichen. Hierzu zählen folgende Nummernschilder:

    • Rote Kennzeichen
      Diese sogenannten Händlerkennzeichen bestehen aus dem Unterscheidungszeichen sowie einer Erkennungsnummer ohne Buchstaben. Diese besonderen Kfz-Kennzeichen sind für Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrten gedacht und können in der Regel nur von Autohändlern beantragt werden. Diese Kennzeichen sind nicht auf ein bestimmtes Auto beschränkt.
    • Oldtimer-Kennzeichen / H-Kennzeichen
      Die sogenannten Oldtimerkennzeichen sind genauso aufgebaut wie herkömmliche Nummernschilder. Am Ende des Kennzeichens steht jedoch ein „H“ für „historisch“. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre und im Originalzustand sind.
    • Saisonkennzeichen
      Das Saisonkennzeichen ist für Fahrzeuge gedacht, die nicht das ganze Jahr über bewegt werden, wie zum Beispiel Cabrios oder Motorräder. Auf dem Kennzeichen wird der Gültigkeitszeitraum angezeigt. Üblicherweise ist die Versicherung für diese Kennzeichenform günstiger.
    • Kurzzeitkennzeichen / Überführungskennzeichen
      Mit dem Kurzzeitkennzeichen werden Autos versehen, die von einem zum anderen Eigentümer überführt werden, oder die Kennzeichen werden für Probefahrten benötigt.
    • Kennzeichen für steuerbefreite Fahrzeuge / Grüne Kennzeichen
      Mit solchen Kennzeichen werden Fahrzeuge aus der Land- und Forstwirtschaft versehen. Darüber hinaus können auch Kfz von gemeinnützigen Organisationen mit grünen Kennzeichen angemeldet werden. Das Kennzeichen ist genauso aufgebaut wie herkömmliche Nummernschilder, nur die Ziffern und Buchstaben sind grün.
    • Diplomatenkennzeichen
      Diese besonderen Kfz-Kennzeichen sind reserviert für Diplomaten und Mitarbeiter von Botschaften und Konsulaten. Diplomatische Kennzeichen beginnen in der Regel mit einer Null. Eine Variation des Diplomatenkennzeichens beginnt mit dem gewöhnlichen Kürzel für den Landkreis, danach folgt eine Zahl als Kennung der jeweiligen Botschaft.

    Neben diesen Kfz-Kennzeichen, die in einer Zulassungsstelle vergeben werden, gibt es auch noch die sogenannten Versicherungskennzeichen. Diese Schilder werden für Motorfahrzeuge mit geringer Leistung ausgegeben, für die keine Zulassung, sondern lediglich ein Versicherungsnachweis benötigt wird. Sie dienen damit als Nachweis, das eine Motorradversicherung bzw. Kfz-Versicherung vorliegt.

    Aufbau des Kennzeichens

    Das Euro-Kennzeichen besteht heute aus zwei Bestandteilen, einem Unterscheidungszeichen sowie einer Erkennungsnummer.

    Unterscheidungszeichen

    Die Unterscheidungszeichen können aus bis zu drei Buchstaben bestehen und sind Kürzel für den jeweiligen Verwaltungsbezirk, z.B. „B“ für Berlin, „HD“ für Heidelberg oder „HRO“ für Rostock. Darüber hinaus werden auch Buchstabenkürzel als Unterscheidungszeichen für die Bundespolizei, die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk und weitere Behörden verwendet. Auch Kfz von Landesregierungen haben eigene Unterscheidungszeichen, wie zum Beispiel „BBL“ für Brandenburg oder „BWL“ für Baden-Württemberg. Darüber hinaus sind diplomatische Fahrzeuge oder Fahrzeuge des Bundes besonders mit „BD“ gekennzeichnet.

    Seit 2012 dürfen Verwaltungsbezirke auch mehr als ein Unterscheidungszeichen nutzen, wenn es vor dem 1. November 2012 noch andere Buchstabenkombinationen im Verwaltungsbezirk gab, diese aber aufgrund einer Reform weggefallen waren.

    Erkennungsnummer

    Die Erkennungsnummer auf dem Kfz-Kennzeichen folgt in Deutschland nach den Plaketten. Sie ist genau genommen keine reine Nummer, denn sie besteht aus ein bis zwei Buchstaben sowie bis zu vier Ziffern. Sofern keine Buchstaben zur Differenzierung nötig sind, kann die Erkennungsnummer auch aus bis zu sechs Ziffern bestehen.

    Prüfplakette

    Die Prüfplakette steht zwischen dem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer. Sie wird lediglich auf das Kennzeichen am Heck aufgebracht. Diese Plakette dient zum einen als Nachweis, dass das angemeldete Fahrzeug die Hauptuntersuchung bestanden hat, zum anderen zeigt sie an, wann die nächste HU fällig ist. Man nennt die Prüfplakette deshalb auch „TÜV-Plakette“.

    Unterhalb der Prüfplakette bringt die Zulassungsstelle die Stempelplakette mit dem amtlichen Zeichen des Landkreises bzw. des Verwaltungsbezirks an.

    TÜV und AU sind zusammengefasst

    Vor 2010 gab es noch zwei Prüfplaketten, eine für die technische Untersuchung, die andere für die Abgasuntersuchung.

    Um Fälschungen oder Mehrfachverwendungen der Prüfplakette vorzubeugen, wird die Plakette zerstört, wenn man versucht, sie abzuziehen. Zugleich sind Prüfplaketten farblich sortiert. So erkennen Polizisten schon auf größere Entfernung, ob ein Kfz mit gültigem TÜV unterwegs ist oder nicht.

    Beantragen eines Kfz-Kennzeichens

    Das Kfz-Kennzeichen kann bei der zuständigen Zulassungsstelle des Landkreises oder des Verwaltungsbezirks beantragt werden. Der Antrag auf Zulassung muss spätestens dann erfolgen, wenn das Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt werden soll, denn ohne Kennzeichen ist eine Teilnahme nicht zulässig.

    Wer ein Kfz-Kennzeichen beantragt, kann sein Wunschkennzeichen bekommen, sofern die gewünschte Kombination aus Zahlen und Buchstaben noch nicht vergeben ist oder gegen geltendes Recht verstößt. So dürfen zum Beispiel keine der rechtsradikalen Szene zuzuordnenden, eindeutigen Zahlenkürzel auf Autokennzeichen verwendet werden.

    Wer sein Nummernschild auch nach dem Neukauf eines Kfz weiter behalten möchte, muss es nach der Abmeldung des alten Wagens sofort reservieren. Mit Glück kann das alte Kennzeichen dann zum „neuen“ werden.

    Historie: Einheitliche Einführung 1907

    Einheitlich eingeführt wurde das Kfz-Kennzeichen in den 26 Ländern des Deutschen Reiches im Jahr 1907. Es setzte sich aus einer römischen Ziffer für das Territorium, einem Buchstaben für den Verwaltungsbezirk sowie einer Ziffernfolge für die individuelle Kennung zusammen.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund des steigenden Kfz-Aufkommens jedoch ein neues System zur Kennzeichnung von Fahrzeugen benötigt. In der DDR erfolgte deshalb 1953 die Einführung eines neuen Nummernschilds. Die BRD und West-Berlin starteten 1956 mit einem neuen Kennzeichnungssystem. Bis heute setzen sich Kfz-Kennzeichen nach diesem System zusammen.

    Die 1956 in der BRD und West-Berlin eingeführten Kennzeichen verwendeten eine Mittelschrift, die nach DIN 1451 festgelegt wurde. Das Nummernschild wurde aus diesem Grund auch „DIN-Kennzeichen“ genannt. Nach der Wende wurde das Kennzeichensystem der BRD auf den Fahrzeugbestand der ehemaligen DDR übertragen.

    Seit 1994 existiert das sogenannte „Euro-Kennzeichen“. Es verwendet eine fälschungserschwerende Schrift und verfügt auf der linken Seite über ein zusätzliches blaues Feld mit Länderkürzel auf der europäischen Flagge. Seit November 2000 müssen alle Neuzulassungen mit einem Euro-Kennzeichen erfolgen.

    Ein Vorteil des neuen Systems besteht darin, dass mehr Buchstaben verwendet und somit potentiell mehr Fahrzeuge zugelassen werden können. Zugleich können die Euro-Schilder besser von Kameras erfasst werden, was die Abrechnung bei Mautstellen oder die eindeutige Zuordnung von Fahrzeugen nach Geschwindigkeitskontrollen erleichtert.

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