Kfz-Kennzeichen in Deutschland

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 02.12.2016

Das Kfz-Kennzeichen (auch Nummernschild oder Autokennzeichen genannt) ist in Deutschland eine vorgeschriebene Kennung für Kraftfahrzeuge und deren Anhänger. Die Kennzeichenpflicht ist in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung festgelegt. Mit Hilfe des Nummernschilds lassen sich Fahrzeuge eindeutig zuordnen. Zugleich wird mit dem Kfz-Kennzeichen belegt, dass das Gefährt ordnungsgemäß bei einer Zulassungsstelle angemeldet wurde.

Verantwortlich für die Vergabe von Kfz-Kennzeichen ist die Zulassungsstelle. Sobald ein Autohalter die Behörde aufsucht, kann er sein Kennzeichen dort festlegen lassen. Ein Kfz-Kennzeichen erhält nur durch den Stempel der Zulassungsstelle seine Gültigkeit. Wer ohne Kfz-Kennzeichen am Straßenverkehr teilnimmt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro rechnen.

Gut zu wissen:Bei Umzug altes Kennzeichen behalten

Ab dem 1. Januar 2015 ist die Umkennungspflicht entfallen. Dies bedeutet, dass das Kennzeichen bei einem Wohnortwechsel nicht mehr ausgetauscht werden muss. Wer zum Beispiel von München nach Berlin zieht, kann mit seinem M-Kennzeichen weiterfahren. Er muss lediglich sein Auto ummelden, benötigt aber kein neues Kennzeichen. Dies wird erst bei einer Neuzulassung fällig.

Liste deutscher Ortskennzeichen (Unterscheidungszeichen)

In Deutschland gibt es laut einer aktuellen Kfz-Kennzeichen-Liste fast 800 verschiedene Regionalkürzel.

A

AAugsburg
AAOstalbkreis
ABAschaffenburg
ABGAltenburger Land
ABIAnhalt-Bitterfeld
ACAachen
AEVogtlandkreis
AHBorken
AIBMünchen, Rosenheim
AICAichach-Friedberg
AKAltenkirchen (Westerwald)
ALFHildesheim
ALZAschaffenburg
AMAmberg, Stadt
ANAnsbach
ANAErzgebirgskreis
ANGUckermark
ANKVorpommern-Greifswald
Altötting
APWeimarer Land
APDWeimarer Land
ARNIlm-Kreis
ARTKyffhäuserkreis
ASAmberg-Sulzbach
ASLSalzlandkreis
ASZErzgebirgskreis
ATMecklenburgische Seenplatte
AUErzgebirgskreis
AURAurich
AWAhrweiler
AZAlzey-Worms
AZEAnhalt-Bitterfeld

B

BBerlin
BABamberg
BADBaden-Baden, Stadt
BARBarnim
BBBöblingen
BBGSalzlandkreis
BCBiberach
BCHNeckar-Odenwald-Kreis
BEWarendorf
BEDMittelsachsen
BERBarnim
BFSteinfurt
BGLBerchtesgadener Land
BHOrtenaukreis, Raststatt
BIBielefeld, Stadt
BIDMarburg-Biedenkopf
BINMainz-Bingen
BIRBirkenfeld
BITEifelkreis BItburg-Prüm
BIWBautzen
BKBörde, Rems-Murr-Kreis
BKSBernkastel-Wittlich
BLZollernalbkreis
BLBSiegen-Wittgenstein
BLKBurgenlandkreis
BMRhein-Erft-Kreis
BNBonn, Stadt
BNALeipzig
BOBochum, Stadt
Börde
BOHBorken
BORBorken
BOTBottrop, Stadt
BRAWesermarsch
BRBBrandenburg, Stadt
BRGJerichower Land
BRKBad Kissingen
BRLGoslar
BRVRotenburg (Wümme)
BSBraunschweig, Stadt
BTBayreuth
BTFAnhalt-Bitterfeld
BÜDWetteraukreis
BÜRPaderborn
BULAmberg-Sulzbach, Schwandorf
BÜSKonstanz, Gemeinde Büsingen am Hochrhein
BÜZRostock, Landkreis
BZBautzen

C

CChemnitz, Stadt
CAOberspreewald-Lausitz
CASRecklinghausen
CBCottbus
CECelle
CHACham
CLPCloppenburg
CLZGoslar
COZulassungsstelle Coburg, Zweckverband
COCCochem-Zell
COECoesfeld
CRSchwäbisch Hall
CUXCuxhaven
CWCalw

D

DDüsseldorf, Stadt
DADarmstadt
DAHDachau
DANLüchow-Dannenberg
DAUVulkaneifel
DBRRostock, Landkreis
DDDresden, Stadt
DEDessau-Roßlau, Stadt
DEGDeggendorf
DELDelmenhorst, Stadt
DGFDingolfing-Landau
DHDiepholz
DIDarmstadt-Dieburg
DILLahn-Dill-Kreis
DINWesel
DIZRhein-Lahn-Kreis
DKBAnsbach
DLMittelsachsen
DLGDillingen an der Donau
DMMecklenburgische Seenplatte
DNDüren
DODortmund, Stadt
DONDonau-Ries in Donauwörth
DUDuisburg, Stadt
DUDGöttingen
DÜWBad Dürkheim
DWSächsische Schweiz-Osterzgebirge
DZNordsachsen

E

F

G

H

I

IGBSt. Ingbert, Stadt
IKIlm-Kreis
ILIlm-Kreis
ILLNeu-Ulm
INIngolstadt, Stadt
IZSteinburg (Itzehoe)

J

JJena, Stadt
JEWittenberg
JLJerichower Land
JÜLDüren

K

L

M

N

O

P

Q

QFTSaalekreis
QLBHarz

R

S

T

U

V

VVogtlandkreis
VAILudwigsburg
VBVogelsbergkreis
VECVechta
VERVerden
VGVorpommern-Greifswald
VIBLandshut, Rottal-Inn
VIEViersen
VKVölklingen, Stadt
VOHNeustadt a.d. Waldnaab
VRVorpommern-Rügen
VSSchwarzwald-Baar-Kreis

W

Z

ZZwickau
ZEAnhalt-Bitterfeld
ZELCochem-Zell
ZIGörlitz
ZIGSchwalm-Eder-Kreis
ZPErzgebirgskreis
ZRGreiz
ZWSüdwestpfalz, Zweibrücken, Stadt
ZZBurgenlandkreis

Quelle: Kraftfahrtbundesamt, Stand: 18.03.2016

Achtung:Ungültige Fahrten

Auch Fahrten mit gültiger eVB-Nummer zur Anmeldung des Kfz sind ohne gültiges Kennzeichen nicht erlaubt. Darüber hinaus ist fraglich, ob der Versicherungsschutz in diesem Fall überhaupt gültig ist.

Arten von Kfz-Kennzeichen

Um den Verwendungszweck von Fahrzeugen eindeutig zuzuordnen, den Verwaltungsaufwand zu begrenzen und die Zahl der möglichen Kombinationen für herkömmliche Kfz-Kennzeichen aufrechtzuerhalten, gibt es Sonderkennzeichen. Hierzu zählen folgende Nummernschilder:

  • Rote Kennzeichen
    Diese sogenannten Händlerkennzeichen bestehen aus dem Unterscheidungszeichen sowie einer Erkennungsnummer ohne Buchstaben. Diese besonderen Kfz-Kennzeichen sind für Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrten gedacht und können in der Regel nur von Autohändlern beantragt werden. Diese Kennzeichen sind nicht auf ein bestimmtes Auto beschränkt.
  • Oldtimer-Kennzeichen / H-Kennzeichen
    Die sogenannten Oldtimerkennzeichen sind genauso aufgebaut wie herkömmliche Nummernschilder. Am Ende des Kennzeichens steht jedoch ein „H“ für „historisch“. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre und im Originalzustand sind.
  • Saisonkennzeichen
    Das Saisonkennzeichen ist für Fahrzeuge gedacht, die nicht das ganze Jahr über bewegt werden, wie zum Beispiel Cabrios oder Motorräder. Auf dem Kennzeichen wird der Gültigkeitszeitraum angezeigt. Üblicherweise ist die Versicherung für diese Kennzeichenform günstiger.
  • Kurzzeitkennzeichen / Überführungskennzeichen
    Mit dem Kurzzeitkennzeichen werden Autos versehen, die von einem zum anderen Eigentümer überführt werden, oder die Kennzeichen werden für Probefahrten benötigt.
  • Kennzeichen für steuerbefreite Fahrzeuge / Grüne Kennzeichen
    Mit solchen Kennzeichen werden Fahrzeuge aus der Land- und Forstwirtschaft versehen. Darüber hinaus können auch Kfz von gemeinnützigen Organisationen mit grünen Kennzeichen angemeldet werden. Das Kennzeichen ist genauso aufgebaut wie herkömmliche Nummernschilder, nur die Ziffern und Buchstaben sind grün.
  • Diplomatenkennzeichen
    Diese besonderen Kfz-Kennzeichen sind reserviert für Diplomaten und Mitarbeiter von Botschaften und Konsulaten. Diplomatische Kennzeichen beginnen in der Regel mit einer Null. Eine Variation des Diplomatenkennzeichens beginnt mit dem gewöhnlichen Kürzel für den Landkreis, danach folgt eine Zahl als Kennung der jeweiligen Botschaft.

Neben diesen Kfz-Kennzeichen, die in einer Zulassungsstelle vergeben werden, gibt es auch noch die sogenannten Versicherungskennzeichen. Diese Schilder werden für Motorfahrzeuge mit geringer Leistung ausgegeben, für die keine Zulassung, sondern lediglich ein Versicherungsnachweis benötigt wird. Sie dienen damit als Nachweis, das eine Motorradversicherung bzw. Kfz-Versicherung vorliegt.

Aufbau des Kennzeichens

Das Euro-Kennzeichen besteht heute aus zwei Bestandteilen, einem Unterscheidungszeichen sowie einer Erkennungsnummer.

Unterscheidungszeichen

Die Unterscheidungszeichen können aus bis zu drei Buchstaben bestehen und sind Kürzel für den jeweiligen Verwaltungsbezirk, z.B. „B“ für Berlin, „HD“ für Heidelberg oder „HRO“ für Rostock. Darüber hinaus werden auch Buchstabenkürzel als Unterscheidungszeichen für die Bundespolizei, die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk und weitere Behörden verwendet. Auch Kfz von Landesregierungen haben eigene Unterscheidungszeichen, wie zum Beispiel „BBL“ für Brandenburg oder „BWL“ für Baden-Württemberg. Darüber hinaus sind diplomatische Fahrzeuge oder Fahrzeuge des Bundes besonders mit „BD“ gekennzeichnet.

Seit 2012 dürfen Verwaltungsbezirke auch mehr als ein Unterscheidungszeichen nutzen, wenn es vor dem 1. November 2012 noch andere Buchstabenkombinationen im Verwaltungsbezirk gab, diese aber aufgrund einer Reform weggefallen waren.

Erkennungsnummer

Die Erkennungsnummer auf dem Kfz-Kennzeichen folgt in Deutschland nach den Plaketten. Sie ist genau genommen keine reine Nummer, denn sie besteht aus ein bis zwei Buchstaben sowie bis zu vier Ziffern. Sofern keine Buchstaben zur Differenzierung nötig sind, kann die Erkennungsnummer auch aus bis zu sechs Ziffern bestehen.

Prüfplakette

Die Prüfplakette steht zwischen dem Unterscheidungszeichen und der Erkennungsnummer. Sie wird lediglich auf das Kennzeichen am Heck aufgebracht. Diese Plakette dient zum einen als Nachweis, dass das angemeldete Fahrzeug die Hauptuntersuchung bestanden hat, zum anderen zeigt sie an, wann die nächste HU fällig ist. Man nennt die Prüfplakette deshalb auch „TÜV-Plakette“.

Unterhalb der Prüfplakette bringt die Zulassungsstelle die Stempelplakette mit dem amtlichen Zeichen des Landkreises bzw. des Verwaltungsbezirks an.

Gut zu wissen:TÜV und AU sind zusammengefasst

Vor 2010 gab es noch zwei Prüfplaketten, eine für die technische Untersuchung, die andere für die Abgasuntersuchung.

Um Fälschungen oder Mehrfachverwendungen der Prüfplakette vorzubeugen, wird die Plakette zerstört, wenn man versucht, sie abzuziehen. Zugleich sind Prüfplaketten farblich sortiert. So erkennen Polizisten schon auf größere Entfernung, ob ein Kfz mit gültigem TÜV unterwegs ist oder nicht.

Beantragen eines Kfz-Kennzeichens

Das Kfz-Kennzeichen kann bei der zuständigen Zulassungsstelle des Landkreises oder des Verwaltungsbezirks beantragt werden. Der Antrag auf Zulassung muss spätestens dann erfolgen, wenn das Fahrzeug im Straßenverkehr bewegt werden soll, denn ohne Kennzeichen ist eine Teilnahme nicht zulässig.

Wer ein Kfz-Kennzeichen beantragt, kann sein Wunschkennzeichen bekommen, sofern die gewünschte Kombination aus Zahlen und Buchstaben noch nicht vergeben ist oder gegen geltendes Recht verstößt. So dürfen zum Beispiel keine der rechtsradikalen Szene zuzuordnenden, eindeutigen Zahlenkürzel auf Autokennzeichen verwendet werden.

Wer sein Nummernschild auch nach dem Neukauf eines Kfz weiter behalten möchte, muss es nach der Abmeldung des alten Wagens sofort reservieren. Mit Glück kann das alte Kennzeichen dann zum „neuen“ werden.

Historie: Einheitliche Einführung 1907

Einheitlich eingeführt wurde das Kfz-Kennzeichen in den 26 Ländern des Deutschen Reiches im Jahr 1907. Es setzte sich aus einer römischen Ziffer für das Territorium, einem Buchstaben für den Verwaltungsbezirk sowie einer Ziffernfolge für die individuelle Kennung zusammen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aufgrund des steigenden Kfz-Aufkommens jedoch ein neues System zur Kennzeichnung von Fahrzeugen benötigt. In der DDR erfolgte deshalb 1953 die Einführung eines neuen Nummernschilds. Die BRD und West-Berlin starteten 1956 mit einem neuen Kennzeichnungssystem. Bis heute setzen sich Kfz-Kennzeichen nach diesem System zusammen.

Die 1956 in der BRD und West-Berlin eingeführten Kennzeichen verwendeten eine Mittelschrift, die nach DIN 1451 festgelegt wurde. Das Nummernschild wurde aus diesem Grund auch „DIN-Kennzeichen“ genannt. Nach der Wende wurde das Kennzeichensystem der BRD auf den Fahrzeugbestand der ehemaligen DDR übertragen.

Seit 1994 existiert das sogenannte „Euro-Kennzeichen“. Es verwendet eine fälschungserschwerende Schrift und verfügt auf der linken Seite über ein zusätzliches blaues Feld mit Länderkürzel auf der europäischen Flagge. Seit November 2000 müssen alle Neuzulassungen mit einem Euro-Kennzeichen erfolgen.

Ein Vorteil des neuen Systems besteht darin, dass mehr Buchstaben verwendet und somit potentiell mehr Fahrzeuge zugelassen werden können. Zugleich können die Euro-Schilder besser von Kameras erfasst werden, was die Abrechnung bei Mautstellen oder die eindeutige Zuordnung von Fahrzeugen nach Geschwindigkeitskontrollen erleichtert.

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