CoC-Papiere: Wichtig für Fahrzeugimport und -Export

Zuletzt aktualisiert am 07.06.2017

Bei dem sogenannten CoC (engl. für Certificate of Conformity) handelt es sich um die EWG-Übereinstimmungserklärung. Im Alltag wird auch von CoC-Papieren gesprochen. Diese Dokumente werden für den Import von Fahrzeugen sowie den Autoverkauf von Deutschland ins Ausland benötigt.

Inhaltsverzeichnis

    Das CoC-Zertifikat belegt, dass das Fahrzeug den innerhalb der EU geforderten Normen entspricht. Im Herbst 2015 trat eine neue EU-Richtlinie in Kraft. Seither müssen Fahrzeughersteller die CoC-Papiere jedem Neuwagen beilegen.

    Müssen CoC-Papiere nachträglich beantragt werden, wird hierfür eine Gebühr an den Hersteller fällig. Alternativ dazu kann ein Vollgutachten vom TÜV oder einer anderen anerkannten Prüfstelle das CoC-Papier ersetzen.

    CoC-Papiere nachträglich beantragen

    Wer keine CoC-Papiere seines PKW besitzt, kann diese nachträglich erstellen lassen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn das Fahrzeug über eine EU-Typengenehmigung verfügt. CoC-Zertifikate können nicht für ältere Fahrzeuge ohne EU-Typengenehmigung sowie für Fahrzeuge beantragt werden, die für einen anderen Markt vorgesehen waren. So gibt es in der Regel keine solche Zertifizierung, wenn Sie einen Wagen kaufen, der nur für den japanischen oder US-amerikanischen Markt konzipiert wurde.

    Bei der Beantragung müssen Sie zwei verschiedene Fälle berücksichtigen. Entweder verkaufen Sie ein in Deutschland oder der EU gekauftes Fahrzeug innerhalb der EU oder Sie lassen ein solches Fahrzeug innerhalb der EU zu. Oder Sie benötigen nachträglich CoC-Papiere für eine Zulassung eines Importwagens in der EU. Im ersten Fall können Sie die Papiere direkt beim Hersteller beantragen. Im zweiten Fall ist ein Vollgutachten einer staatlich anerkannten Prüfstelle erforderlich.

    Beim Hersteller beantragen

    Wenn Sie Ihr Fahrzeug innerhalb der EU oder in Deutschland gekauft haben, können Sie sich für CoC-Papiere direkt an den Hersteller wenden. Voraussetzung dafür ist, dass eine gültige EU-Typengenehmigung oder Zulassungsbescheinigung vorliegt.

    Gebühren zwischen 40 und 200 Euro

    Für die Erstellung der CoC-Papiere verlangen die Autohersteller Gebühren. Diese können je nach Hersteller stark variieren. Für Luxusmarken können für ein solches Zertifikat bis zu 200 Euro fällig werden. Manche Hersteller verlangen für die Ausstellung lediglich 40 Euro. Wie hoch Ihre Gebühren werden, erfahren Sie direkt bei der Anfrage.

    Jeder große Autohersteller bietet seinen Kunden die Möglichkeit, die Konformitätserklärung online zu bestellen. Hierfür benötigen Sie lediglich Ihre Fahrgestellnummer sowie das Fahrzeugmodell.

    Alternativ können Sie auch eine Niederlassung des Herstellers aufsuchen und die CoC-Papiere dort beantragen.

    Vollgutachten kann günstiger sein

    In manchen Fällen kann es günstiger sein, direkt ein Vollgutachten bei Dekra oder TÜV in Auftrag zu geben als die Gebühren an die Hersteller zu zahlen.

    Denn im Zuge eines Gutachtens bei einer staatlich anerkannten Prüfstelle erhalten Sie in der Regel automatisch TÜV und HU dazu. Ein Vergleich lohnt sich also immer!

    Mit Gutachten beantragen

    Planen Sie einen Autoverkauf oder eine Zulassung des Fahrzeugs innerhalb der EU, das über keine EU-Typengenehmigung verfügt, müssen Sie ein Gutachten erstellen lassen. In der Regel sind dies ältere Fahrzeuge oder Importfahrzeuge vom amerikanischen sowie asiatischen Markt. Das Gutachten ersetzt das CoC-Papier und bestätigt, dass das Fahrzeug den EU-Richtlinien für die Zulassung entspricht. Ohne ein solches Gutachten ist eine Zulassung oder ein Verkauf in der EU nicht möglich!

    Die Kosten für diese Gutachten liegen in der Regel kaum über den Kosten für die Gebühren der Hersteller.

    Umgerüstete Fahrzeuge

    Auch für umgerüstete Fahrzeuge gibt es in der Regel keine CoC-Papiere. In diesem Fall müssen Sie ebenfalls auf ein Vollgutachten einer staatlich anerkannten Prüfstelle zurückgreifen.

    Was sind CoC-Papiere genau?

    CoC sind genau genommen eine Erklärung, dass ein Fahrzeug im Einklang mit der EG-Betriebserlaubnis steht. Das „Certificate of Conformity“ wird auch COC Zertifikat oder EWG-Übereinstimmungserklärung genannt.

    Änderung seit 2005

    Im Jahr 2005 hat die EU die Richtlinie 92/53 umgesetzt. In Anhang IX wird festgelegt, dass für jedes neue Fahrzeug, das zum Verkauf innerhalb der EU bestimmt ist, ein Konformitätszertifikat beigelegt werden muss. Der Sinn dieses Dokuments besteht darin, dass damit der freie Handel und Warenverkehr innerhalb der EU vereinfacht wird. Seit Herbst 2005 ist für den Verkauf von Fahrzeugen in der EU und in ein EU-Land nur noch ein Zertifikat anstelle vieler verschiedener Zertifikate der einzelnen EU-Länder gültig. In Deutschland ersetzen CoC-Papiere seither Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief.

    Hintergrund der CoC-Papiere

    Seit 1993 ist der einheitliche Binnenmarkt der EU geöffnet. Im Zuge des vermehrten Handels innerhalb der EU wurden zunehmend einheitliche Regelungen benötigt. Vor allem technische Hindernisse mussten durch die Harmonisierung des Binnenmarktes beseitigt werden.

    Dies war vor allem für die Automobilindustrie von Bedeutung, galten zuvor doch in jedem Land andere technische Richtlinien. Diese technischen Anforderungen bezogen sich auch auf den Schadstoffausstoß oder die Lärmemissionen. Die Einführung der EWG-Übereinstimmungsrichtlinien soll es seit 2005 schließlich nicht nur dem Handel einfacher machen, sondern auch Hersteller die Typengenehmigung durch Vereinheitlichung vereinfachen.

    Nutzung für Import und Verkauf

    CoC-Papiere werden in folgenden Fällen benötigt:

    1. Ein Fahrzeug wird aus einem Nicht-EU-Land in die EU importiert und benötigt eine Straßenzulassung.
    2. Ein Fahrzeug wird innerhalb der EU verkauft.

    Das Konformitätszertifikat bestätigt, dass das entsprechende Fahrzeug den geltenden Richtlinien für die Zulassung zum Straßenverkehr entspricht. Dabei spielen sowohl technische Maßstäbe als auch ökologische Richtwerte eine Rolle. So dürfen Abgas- und Lärmemissionen bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Darüber hinaus sind im CoC-Dokument alle technischen Einzelheiten des Fahrzeugs aufgeführt, eben so, wie sie in Deutschland auch im Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief zu finden sind.

    Krafträder und Anhänger

    Die CoC-Papiere werden übrigens nicht nur für PKW, sondern auch für Krafträder und Anhänger benötigt.

    Zulassung eines EU-Fahrzeugs mit CoC-Papieren

    Diese Papiere benötigen Sie, wenn Sie ein EU-Fahrzeug zulassen möchten:

    • CoC-Papiere
      Sie bestätigen, dass das Fahrzeug den EU-Richtlinien für die Zulassung entspricht.
    • Personalausweis
      Damit legitimieren Sie sich eindeutig als Halter. Falls Sie nicht persönlich erscheinen können, kann auch eine andere Person mit Ihrer Vollmacht das Fahrzeug anmelden. In diesem Fall benötigt er oder sie eine Kopie Ihres Personalausweises und muss selbst ein Ausweisdokument vorlegen.
    • Eigentumsnachweis
      Sie müssen mit dem Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein belegen, dass Sie das Fahrzeug besitzen.
    • Ausländische Fahrzeugpapiere
      Wenn diese Papiere vorhanden sind, müssen Sie diese auch vorlegen.
    • Elektronische Versicherungsnummer (eVB-Nummer)
      In Deutschland gehört die Kfz-Versicherung nach dem Pflichtversicherungsgesetz zu den Pflichtversicherungen. Mit der eVB-Nummer weisen Sie nach, dass Sie eine Autoversicherung abgeschlossen haben.
    • Einzugsermächtigung für die Kfz-Steuer
      Die Kfz-Steuer wird in der Regel von Ihrem Bankkonto eingezogen.
    • HU-Nachweis
      Wenn Sie Ihr Fahrzeug nicht mit einem Vollgutachten anstelle der CoC-Papiere zulassen wollen, benötigen Sie einen Nachweis über die erfolgreich absolvierte HU.
    • Kennzeichen
      Nachdem Sie die Anmeldung durchgeführt haben, lassen Sie die Kfz-Kennzeichen erstellen. Dies ist in der Regel direkt bei einem Schildermacher vor Ort möglich. Wenn Sie Ihr Wunschkennzeichen bereits reserviert haben, können Sie mit den gewünschten Kennzeichen auch gleich zur Anmeldung kommen. Allerdings besteht nicht immer eine 100-prozentige Garantie auf das reservierte Kennzeichen.

    Lange Wartezeiten

    Viele Zulassungsstellen werden sehr stark frequentiert. Es empfiehlt sich, einen Termin zu vereinbaren, um nicht zu lange vor Ort warten zu müssen.

    Das müssen Sie bei der Kfz-Zulassung außerdem noch beachten

    • Wenn Sie Ihre Fahrzeugpapiere für die Anmeldung des Fahrzeugs verloren haben, müssen Sie eine Verlustanzeige stellen. Sollten die Papiere gestohlen worden sein, ist immer eine Diebstahlanzeige bei der Polizei nötig. So haben Sie jeweils einen Nachweis darüber, dass wichtige Dokumente fehlen und Sie diese nachbestellen müssen.
    • Wird das Fahrzeug über eine Firma zugelassen, wird außerdem noch eine Gewerbeanmeldung oder ein Handelsregisterauszug benötigt.
    • Die Gebühren für die Zulassung liegen in der Regel bei knapp 28 Euro, können jedoch leicht variieren. Bei der Angabe von Wunschkennzeichen oder Vorabreservierungen werden zusätzliche Kosten fällig.

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