Motorradführerschein: Kosten und Finanzierung

Zuletzt aktualisiert am 16.03.2017

Motorradfahren ist ein Wunschtraum vieler Verbraucher. Dabei muss es nicht zwingend die Route66 mit der Harley Davidson sein. Auch hierzulande locken tolle Panoramastrecken zum Cruisen mit dem Motorrad. Um sich diesen Traum tatsächlich zu erfüllen, muss jedoch erst einmal der Motorradführerschein gemacht werden. Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um den Führerschein fürs Motorrad.

Inhaltsverzeichnis

    Wenn allgemein vom Motorradführerschein gesprochen wird, ist damit in der Regel der Führerschein Klasse A2 gemeint. Dabei handelt es sich um einen Führerschein, der ab 18 Jahren gemacht werden darf und der zum Fahren von Motorrädern mit maximal 35 kW und einem Verhältnis von Leistung/Gewicht von nicht mehr als 0,2 kW/kg berechtigt.

    Der Führerschein der Klasse A2 schließt die Klassen AM und A1 mit ein. Somit dürfen auch Kleinkrafträder oder Motorräder bis zu 125 ccm damit gefahren werden.

    Wer Motorräder ohne Leistungsbegrenzung fahren möchte, muss den Führerschein der Klasse A machen. Ohne vorherige Kenntnisse und Besitz eines anderen Führerscheins der A-Klasse darf der „große Motorradführerschein“ erst ab 24 Jahren gemacht werden.

    Was kostet mich der Motorradführerschein?

    Die Kosten für den Motorradführerschein ähneln den Führerschein-Kosten und setzen sich aus verschiedenen Einzelposten zusammen, die hier aufgeführt werden.

    Anmeldegebühr In der Regel erhebt jede Fahrschule eine Anmeldegebühr. Die Gebühr wird für das Anlegen einer eigenen Kartei sowie für die Verwaltung der Unterlagen genutzt. Häufig sind in der Gebühr bereits die Kosten für die Anmeldung der Prüfung bei der Prüfstelle enthalten.
    Übungsfahrten Hierbei handelt es sich um einen sehr variablen Posten. Es gibt keine Vorschrift, wie viele Übungsfahrten ein Fahrschüler absolvieren muss, bis er geprüft werden kann. Je besser der Eindruck ist, den der Fahrlehrer oder die Fahrlehrerin erhält, desto weniger Übungsfahrten werden angesetzt.
    Sonderfahrten Hierbei handelt es sich um vorgeschriebene Fahrten, die für den Erwerb des Motorradführerscheins absolviert werden müssen. Dabei handelt es sich um 12 Fahrstunden, die sich auf fünf Überlandfahrten, vier Autobahnfahrten sowie drei Dunkelfahrten zu je 45 Minuten verteilen.
    Übungsmaterialien Viele Fahrschulen verlangen für die Ausgabe von Übungsmaterialien wie Übungsheften, DVDs oder andere Materialien eine Gebühr.
    Sehtest Um den Führerschein zu machen, müssen Prüflinge einen Sehtest absolvieren. Dieser kann bei einem Augenoptiker oder bei einem Augenarzt gemacht werden.
    Erste-Hilfe-Kurs Der Erste-Hilfe-Kurs ist verpflichtend für alle, die einen Motorradführerschein machen wollen. Diese Kurse werden von Organisationen wie dem Roten Kreuz in jeder Stadt angeboten.
    Gebühr für Vorstellung zur theoretischen Prüfung Zu Anmeldung der Theorieprüfung müssen Sie eine Gebühr an die Prüfstelle entrichten. Sie wird von vielen Fahrschulen bereits mit der Anmeldegebühr verrechnet.
    Gebühr für Vorstellung zur praktischen Prüfung Auch die Anmeldung zur praktischen Fahrprüfung ist mit einer Gebühr verbunden. Diese Gebühr wird häufig ebenfalls direkt von der Fahrschule abgerechnet und an die Prüfstelle weitergeleitet.
    TÜV-Prüfungsgebühr für die Theorie Für jede Prüfung müssen Sie eine Gebühr an die Prüfstelle bezahlen. Wer durch die Theorie fällt, muss die Gebühr beim Wiederholen erneut bezahlen.
    TÜV-Prüfungsgebühr für die Praxis Jedes Mal, wenn Sie eine praktische Fahrprüfung haben, wird eine Gebühr fällig. Fallen Sie bei der praktischen Prüfung durch, ist die Gebühr beim Wiederholen nochmals fällig.
    Ausstellung des Führerscheins Der Antrag auf einen Führerschein sowie dessen Prüfung werden von der entsprechenden Stelle mit Gebühren belegt.
    Passbilder Für Ihren Führerschein benötigen Sie ein aktuelles Passbild.

    Faktoren mit entscheidendem Einfluss auf die Gesamtkosten

    • Anzahl an Fahrstunden
      Je mehr Übungsfahrten Sie für den Motorradführerschein benötigen, desto teurer wird der Führerschein. Mit den Übungsfahrten haben Sie den größten Einfluss auf die Gesamtkosten der Fahrerlaubnis.
    • Lernerfolg des Fahrschülers
      Wer schnell lernt, kann bei den Kosten deutlich sparen, denn er benötigt dann weniger Übungsfahrten. Wie viele Fahrten Sie jedoch benötigen, bestimmt in der Regel der Fahrlehrer. Er kann genau einschätzen, wie gut Sie sind und ob Sie die Prüfung bestehen können.
    • Bundesland
      Die Kosten für den Motorradführerschein können von Bundesland zu Bundesland variieren. Wer an der Grenze zu einem anderen Bundesland lebt, sollte die Preise für die Fahrschule deshalb genau vergleichen.
    • Stadt
      In Städten ist die Konkurrenz unter den Fahrschulen höher. Somit können Fahrschüler in der Stadt in der Regel von günstigeren Führerscheinkosten profitieren.
    • Fahrschule
      Jede Fahrschule kann die Gebühren für Übungsfahrten oder andere Fahrstunden selbst festlegen. Somit unterscheiden sich die Preise zum Teil stark.

    Spartipps beim Motorradführerschein

    1. Vergleichen Sie verschiedene Angebote von Fahrschulen in Ihrer Umgebung. Prüfen Sie dabei zum Beispiel, ob Sehtest, Unterrichtsmaterialien oder andere Posten bereits in der Anmeldegebühr enthalten sind.
    2. Melden Sie sich erst zur Prüfung an, wenn Sie sich sicher sind. So können Sie sich die nochmalige Zahlung der Gebühren nach dem Nicht-Bestehen sparen.
    3. Wenn Sie noch keinen Autoführerschein besitzen, können Sie einen Kombiführerschein A2/B machen. Sie sparen sich dabei die Grundgebühr, ebenso Zeit für die Theorie.
    4. Haben Sie bereits einen Führerschein der Klasse A1, müssen Sie weniger Sonderfahrten absolvieren. Dadurch sparen Sie Geld.

    Kostenhöhe

    Es ist schwierig, genaue Aussagen zu den Führerscheinkosten zu treffen, da die jeweiligen Posten sehr unterschiedlich ausfallen können und variabel sind. So hängt es zum einen davon ab, welche Fahrschule Sie auswählen oder in welchem Bundesland Sie den Motorradführerschein machen. Darüber hinaus ist vor allem der Posten der Übungsfahrten sehr flexibel anzusetzen. Deshalb kann es auf die Frage „Was kostet ein Motorradführerschein?“ nur grobe Richtwerte als Antwort geben.

    Posten Kosten (circa)
    Erste-Hilfe-Kurs max. 50 Euro
    Passbilder ca. 20 Euro
    Sehtest ca. 10 Euro
    Lehrmaterial ca. 50 Euro
    Anmeldegebühr Fahrschule ca. 100 Euro
    Sonderfahrten 12 x 40-60 Euro
    Fahrstunden inkl. Sonderfahrten 30-45 Euro pro Fahrstunde
    Gebühr für Vorstellung zur theoretischen Prüfung ca. 50 Euro
    Gebühr zur Vorstellung zur praktischen Prüfung ca. 140 Euro
    Prüfungsgebühr (Theorie) ca. 20 Euro
    Prüfungsgebühr (Praxis) ca. 120 Euro
    Ausstellung des Führerscheins 50 Euro
    Gesamt 1.250 bis 1.550 (grob)

    In diesem Fall ist der Motorradführerschein sehr günstig

    Wenn Sie bereits einen Führerschein der Klasse A1 oder AM besitzen, benötigen Sie weniger Sonderfahrten. Außerdem verfügen Sie bereits über viel Fahrpraxis und brauchen in der Regel deutlich weniger Übungsstunden. Auf diese Weise ist es möglich, die Gesamtkosten für den Motorradführerschein auf unter 1.000 Euro zu drosseln.

    In diesem Fall wird der Motorradführerschein teurer

    Fahranfänger mit wenig oder keiner Fahrpraxis auf motorisierten Zweirädern benötigen häufig viele Fahrstunden, um ein Gefühl für das Motorrad zu bekommen. Dadurch erhöhen sich die Kosten für den Motorradführerschein. Müssen anstelle von zehn gleich dreißig Übungsstunden in Anspruch genommen werden, macht das den Führerschein um bis zu 1.000 Euro teurer, abhängig von den Kosten für eine Einzelstunde. Fällt man einmal durch die praktische Fahrprüfung, kann das ebenfalls zu Zusatzkosten von bis zu 500 Euro führen.

    Motorradführerschein finanzieren

    Bei einer Summe zwischen 1.200 und 2.000 Euro kann es Sinn ergeben, den Motorradführerschein mit einem Kleinkredit zu finanzieren. Der Kleinkredit hat den Vorteil, dass Sie ihn in moderaten Monatsraten in einer relativ kurzen Laufzeit abbezahlen können. Durch die mehrmonatige Fahrausbildung mit dem Motorrad inklusive aller Prüfungen haben Sie den Kredit in der Regel schon zu einem großen Teil getilgt, wenn Sie den Führerschein nach der Prüfung erhalten.

    Darauf sollten Sie bei der Motorradführerschein-Finanzierung achten

    Aufgrund der geringen Finanzierungssumme ist die Höhe der Zinsen nicht so ausschlaggebend wie zum Beispiel bei einem 10.000 Euro Kredit. Deshalb ist es wichtiger, dass Sie die Laufzeit so knapp wie möglich wählen, damit Sie nach der Führerscheinprüfung nur noch wenige Monate weiterfinanzieren müssen.

    Der Abschluss einer Restschuldversicherung oder Ratenausfallversicherung ist nicht ratsam, da dadurch die Kreditkosten erheblich steigen.

    Über die Fahrschule finanzieren

    Manche Fahrschulen bieten ihren Fahrschülern an, den Motoradführerschein in Raten zu bezahlen. Nicht wenige Fahrschulen arbeiten zu diesem Zweck mit Partnerbanken zusammen. Bei den Kreditanträgen helfen die Fahrausbilder häufig weiter.

    Allerdings ist eine Führerschein-Finanzierung über die Fahrschule nicht unbedingt sinnvoll. So ist es bei vielen Fahrschulen auch möglich, die jeweiligen Fahrstunden immer direkt abzurechnen. Auf diese Weise müssen Sie den Gesamtbetrag für den Führerschein nicht in einem bezahlen, sondern können die Kosten stückweise begleichen. Für diese Form der Bezahlung fallen in der Regel auch keine Zinsen bei der Fahrschule an. Achten Sie darauf, dass Ihnen die Barzahlung quittiert wird.

    Wer dennoch finanzieren möchte, sollte zunächst einen Kreditvergleich durchführen. Ist das Angebot der Partnerbank der Fahrschule am günstigsten, wählen Sie es.

    Finanzierung über Kreditinstitut

    Wer seinen Motorradführerschein finanzieren möchte, kann sich an eine Bank wenden. Ein Kleinkredit in dieser Höhe lässt sich bei nahezu jeder Bank beantragen. Allerdings sollten Sie sich fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, für 1.200 bis 2.000 Euro einen Kredit aufzunehmen.

    Eine Alternative wäre es, die Eltern um einen Vorschuss für den Führerschein zu fragen. Wer mit dem Führerschein noch ein wenig wartet, kann auch einen Teilbetrag ansparen. Der Rest kann eventuell auch über einen Dispokredit bezahlt werden. Hier müssen allerdings hohe Zinsen bezahlt werden. Wer zum Beispiel 10 Prozent Dispozinsen für 500 Euro aufnimmt, muss pro Jahr 50 Euro dafür bezahlen.

    Voraussetzungen

    Es gibt keinen speziellen „Führerscheinkredit“. In der Regel handelt es sich dabei um einen herkömmlichen Verbraucherkredit ohne festen Verwendungszweck. Wie bei anderen Darlehen gelten auch bei einem solchen Kredit folgende Voraussetzungen:

    • Bonität: Um den Kredit zu bekommen, muss der Antragsteller über eine ausreichende Kreditwürdigkeit verfügen.
    • Einkommen: Ein regelmäßiges Einkommen dient der Bank als Sicherheit.

    Um die Kreditsicherheiten zu erhöhen, bieten sich vor allem bei jüngeren Antragstellern folgende Maßnahmen an:

    • Weitere Antragsteller: Bei sehr jungen Kreditnehmern kann ein Elternteil als Mitantragsteller fungieren. Auf diese Weise verbessern sich die Kreditkonditionen.

    Wer schon als junger Mensch über eine sehr schlechte Bonität verfügt, hat in der Regel nur geringe Chancen, einen Kredit zu erhalten. In diesem Fall sollten sie eher auf Alternativen zurückgreifen.

    Erstausstattung nach dem Führerschein

    Wer den Motorradführerschein gemacht hat, möchte natürlich von seiner neuen Freiheit profitieren. Doch diese Freiheit und der Traum vom Motorradfahren sind wie so oft mit weiteren Kosten verbunden.

    • Anschaffung eines Motorrads
      Eine pauschale Aussage zu den Kosten für ein Motorrad lässt sich nicht treffen. Kleinere, gebrauchte Maschinen sind schon ab 1.000 Euro zu haben. Neue und große Motorräder können problemlos Preisgrenzen jenseits der 10.000 Euro erreichen.
    • Anschaffung von Ausrüstung
      Vom Helm über Handschuhe bis hin zum Motorradanzug und dem Nierengurt reicht das Spektrum hier. Wie viel Sie für Ihre „Erstausstattung“ bezahlen, hängt sowohl von den Materialien als auch von den Marken ab. Ein Motorradanzug kann zum Beispiel zwischen 200 und 900 Euro kosten. Eine große Preisspanne gibt es auch bei Helmen. Sie können zwischen 150 und 600 Euro veranschlagen.

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