Probezeit Führerschein: Alles, was Sie wissen sollten

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 02.12.2016

Ist die praktische Fahrprüfung erstmal bestanden, beginnt für Fahranfänger die Probezeit beim Führerschein. Zwei Jahre lang müssen sich Führerschein-Neulinge im Straßenverkehr bewähren, ehe die Fahrerlaubnis endgültig erteilt wird. Bei Verkehrsverstößen kann die Probezeit auf bis zu vier Jahre verlängert werden. Um welche Verstöße es sich dabei handelt und was Fahranfänger in puncto Kfz-Versicherung für das erste eigene Auto wissen sollten, erfahren Sie in der folgenden Übersicht. 

Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Führerscheinprüfung! Sobald Sie Ihre Fahrerlaubnis in den Händen halten, dürfen Sie Autos selbstständig im Straßenverkehr bewegen. Nach etlichen Stunden mit dem Fahrlehrer im Fahrschulfahrzeug kommt auf Fahranfänger allerdings eine weitere Bewährungsphase zu: Die Probezeit.

Dauer der Probezeit und warum es sie gibt

In den 80er Jahren wurde festgestellt, dass Fahranfänger auffallend häufig in Verkehrsunfälle verwickelt waren. Um die Unfallrate zu reduzieren, wurde deshalb zum 1. November 1986 der „Führerschein auf Probe“ in Deutschland eingeführt. In der gesetzlich angeordneten Probezeit soll die Eignung des Fahrerlaubnisinhabers zum Führen eines Kraftfahrzeugs auf öffentlichem Verkehrsgrund unter Beweis gestellt werden.

Vor allem junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren zählen zur Risikogruppe für Verkehrsunfälle. Unfallforscher sehen den Grund dafür in der mangelnden Erfahrung hinter dem Steuer: So spielen zum Beispiel die noch unzureichende Gefahrenwahrnehmung sowie Schwierigkeiten mit der Fahrzeugbeherrschung eine entscheidende Rolle. Auch die generelle Einstellung junger Menschen zum Führen eines Kraftfahrzeugs ist in manchen Fällen problematisch. Allerdings gilt die Probezeit grundsätzlich für alle Fahranfänger unabhängig ihres Alters. Entscheidend ist die erstmalige Erteilung einer Fahrerlaubnis.

Die Probezeit beim Führerschein dauert in Deutschland zwei Jahre. Sie beginnt an dem Tag, an dem die Fahrerlaubnis erteilt wird, also mit dem Bestehen der praktischen Fahrprüfung. Dabei ist es unerheblich, ob ein Fahranfänger während dieses Zeitraums tatsächlich fährt. Auch wenn während der Probezeit keine Fahrpraxis gesammelt wurde, ist sie nach zwei Jahren abgelaufen und die Fahrerlaubnis unbeschränkt gültig.

Die rechtliche Grundlage für die Fahrerlaubnis auf Probe bildet § 2a Straßenverkehrsgesetz (StVG).

So steht es im Gesetz: § 2a Abs. 1 StVG

„Bei erstmaligem Erwerb einer Fahrerlaubnis wird diese auf Probe erteilt; die Probezeit dauert zwei Jahre vom Zeitpunkt der Erteilung an. Bei Erteilung einer Fahrerlaubnis an den Inhaber einer im Ausland erteilten Fahrerlaubnis ist die Zeit seit deren Erwerb auf die Probezeit anzurechnen. Die Regelungen über die Fahrerlaubnis auf Probe finden auch Anwendung auf Inhaber einer gültigen Fahrerlaubnis aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, die ihren ordentlichen Wohnsitz in das Inland verlegt haben. Die Zeit seit dem Erwerb der Fahrerlaubnis ist auf die Probezeit anzurechnen. Die Beschlagnahme, Sicherstellung oder Verwahrung von Führerscheinen nach § 94 der Strafprozessordnung, die vorläufige Entziehung nach § 111a der Strafprozessordnung und die sofort vollziehbare Entziehung durch die Fahrerlaubnisbehörde hemmen den Ablauf der Probezeit. Die Probezeit endet vorzeitig, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird oder der Inhaber auf sie verzichtet. In diesem Fall beginnt mit der Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis eine neue Probezeit, jedoch nur im Umfang der Restdauer der vorherigen Probezeit.“

Führerscheinklassen für die die Probezeit gilt

Die Probezeit gilt grundsätzlich für Führerscheine der Klassen B, A, C und D – der Autoführerschein mit 17, offiziell als Begleitetes Fahren bezeichnet, bildet keine Ausnahme. Ist das 17. Lebensjahr erreicht und die Prüfungsbescheinigung für das Begleitete Fahren erteilt, beginnt die zweijährige Probezeit. Wenn der Fahranfänger 18 Jahre alt wird, erhält er den EU-Kartenführerschein, die Probezeit läuft allerding ganz normal weiter.

Für die Führerscheinsonderklassen L und T, zu der beispielsweise forst- und landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren zählen, gibt es keine Probezeit. Dies gilt ebenso für die Mofaprüfbescheinigung und den Führerschein der Klasse AM – zweirädrige Kleinkrafträder mit einem Hubraum von bis zu 50 Kubikzentimetern.

Hier finden Sie die erwähnten Führerscheinklassen in der Übersicht:

FührerscheinklassenProbezeit
PKW-Klassen: B, B17, B96, BE
(Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Anhängern; außerdem Begleitetes Fahren)
Ja
Motorrad-Klassen: A, A1, A2, AM Ja (ausgenommen AM)
Mofa Nein
LKW-Klassen: C1, C1E, C, CE Ja
Bus-Klassen: D1, D1E, D, DE Ja
Sonder-Klassen: T, L Nein

Kann die Probezeit verkürzt werden?

Der Führerschein auf Probe ist ein vollwertiger Führerschein, der nach Ablauf der zweijährigen Probezeit automatisch als endgültig erteilt gilt. Bis Ende 2010 ermöglichte die Fahranfängerfortbildungsverordnung, dass Fahranfänger in einigen Bundesländern durch den Besuch eines „Fortbildungsseminars für Fahranfänger“ ihre Probezeit von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzen konnten. Aktuell besteht keine Möglichkeit mehr, die Probezeit zu verkürzen.

Die Probezeit beträgt immer zwei Jahre und wird nur einmalig angesetzt: Haben Sie bereits einmal eine Probezeit erfolgreich durchlaufen, wird für jede später erworbene Fahrerlaubnis in einer anderen Klasse keine Probezeit mehr erhoben. Wer also bereits mit 16 Jahren die Fahrerlaubnis in der Klasse A1 erworben hat und mit 18 Jahren den Autoführerschein macht, durchläuft keine Probezeit und erhält die Pkw-Fahrerlaubnis ohne Probezeit.

Beim Führerschein mit 17 gilt eine Ausnahme: Fahrerlaubnisinhaber, die mit 16 Jahren bereits ein Zweirad der Klasse A1 gefahren sind, stehen nach der erfolgreichen Pkw-Führerscheinprüfung für Begleitetes Fahren dennoch zwei volle Jahre in der Probezeit. Wenn Sie während der zweijährigen Probezeit eine weitere Fahrerlaubnis einer anderen Klasse erwerben, ist dies für den Ablauf der Probezeit ohne Bedeutung.

Verkehrsverstöße während der Probezeit

Es gibt also keine Möglichkeit, die Probezeit von zwei Jahren zu verkürzen – eine Verlängerung der Probezeit ist jedoch möglich. Bei schwerwiegenden Verkehrsverstößen kann sich die Probezeit um zwei Jahre auf insgesamt vier Jahre verlängern.

Die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) stuft Straftaten und Ordnungswidrigkeiten in zwei Gruppen von Verstößen ein:

A-Verstoß Dabei handelt es sich um einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß. Begeht ein Fahranfänger einen A-Verstoß, verlängert sich die Probezeit um zwei Jahre.
B-Verstoß Hierzu zählen die weniger schwerwiegenden Verkehrsverstöße. Die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre, wenn zwei B-Verstöße vorliegen.

Bei schwerwiegenden Verstößen verlängert sich nicht nur die Probezeit: In der Regel wird der Fahranfänger zudem von der Behörde zur fristgerechten Teilnahme an einem Aufbauseminar verpflichtet. Wird dieser Anordnung nicht Folge geleistet, geht das Gesetz davon aus, dass der Führerscheininhaber die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht aufweist. Auf Grundlage von § 3 StVG wird dem Fahrerlaubnisinhaber der Führerschein entzogen.

Nimmt der Fahranfänger am Aufbauseminar erfolgreich teil, zeigt sich während seiner Probezeit jedoch erneut auffällig im Straßenverkehr, sind eine behördliche Verwarnung sowie die Empfehlung zur Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung die Konsequenzen. Nach abermaliger Auffälligkeit folgt der Entzug der Fahrerlaubnis.

Wissenswertes zum Thema Aufbauseminar

Die Nachschulungen für den Führerschein auf Probe können meist in Fahrschulen absolviert werden: Nach § 4 Abs. 8 StVG sind jedoch nur speziell ausgebildete Fahrlehrer im Sinne des Fahrlehrergesetzes befugt, ein Aufbauseminar zu moderieren. Dabei werden die begangenen Verkehrsdelikte besprochen, auch eine Fahrprobe mit einem Fahrlehrer gehört meist dazu. Anschließend wird eine Teilnahmebescheinigung erteilt.

Die Kosten für das Aufbauseminar müssen Fahranfänger selbst tragen. Wie beim Führerschein gibt es teilweise große regionale Preisunterschiede, da die Fahrschulen den Preis selbst festlegen. Sie können von Kosten zwischen 250 und 400 Euro ausgehen. Informationen über Kursmöglichkeiten erhalten Sie bei örtlichen Fahrschulen und beim Bund deutscher Verkehrspsychologen

Verstöße, die in der Probezeit besonders geahndet werden

Verkehrsdelikte, die unterhalb der Punktegrenze liegen und nicht in das Fahreignungsregister in Flensburg (vormals: Verkehrszentralregister) eingetragen werden, haben keine Auswirkungen auf die Dauer der Probezeit und den Führerschein. Bei kleineren Delikten, etwa beim Falschparken, müssen Sie meist mit Verwarnungs- und Bußgeldern von unter 40 Euro rechnen.

§ 34 FeV bestimmt, ob es sich bei einer Zuwiderhandlung im Straßenverkehr um einen schwerwiegenden A-Verstoß oder einen weniger schwerwiegenden B-Verstoß handelt. Die häufigsten Verkehrsdelikte, die laut Anlage 12 zu § 34 FeV zu einer Verlängerung der Probezeit führen können, können Sie der folgenden Übersicht entnehmen.

Beispiele für A-VerstößeBeispiele für B-Verstöße
Nötigung Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung
Unfallflucht Nichtbeachten eines Stoppschildes
Unterlassene Hilfeleistung Ohne Licht fahren bei erheblicher Sichtbehinderung, z. B. Nebel
Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss Fahren mit abgefahrenen Reifen
Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 20 km/h mit dem Pkw oder um mehr als 15 km/h mit einem Lkw Ungesicherte Ladung
Überholen im Überholverbot Kennzeichenmissbrauch
Rote Ampel überfahren Mitnahme von Kindern ohne vorgeschriebenen Kindersitz
Gefährdung anderer durch Vorfahrtsmissachtung Nicht erfolgte Absicherung eines liegengebliebenen Fahrzeugs
Mangelnder Sicherheitsabstand  

Wenn bei einem A-Verstoß Alkohol oder andere Drogen im Spiel waren, reicht die Teilnahme an einem normalen Aufbauseminar einer Fahrschule nicht aus. In solchen Fällen werden besondere Aufbauseminare, die in der Regel von Verkehrspsychologen durchgeführt werden, für Fahranfänger zur Pflicht. Während für Fahrer nach der Probezeit die Promillegrenze bei maximal 0,5 Promille liegt, gilt für Fahranfänger ein striktes Alkoholverbot am Steuer, also null Promille während der Fahrt. Ein Verstoß wird mit einem Bußgeld von mindestens 250 Euro und mit einem Punkt in Flensburg geahndet.

Schon ein Punkt in Flensburg führt zur Verlängerung der Probezeit

Ein Eintrag ins Flensburger Fahreignungsregister ist für jeden Autofahrer ärgerlich – egal wie lange er schon auf Deutschlands Straßen unterwegs ist. Solange erfahrene Autofahrer keine Punkte anhäufen, ist der Eintrag in die „Verkehrssünderdatei“ in der Regel relativ unproblematisch.

Für Fahranfänger haben Punkte während der Probezeit erhebliche Konsequenzen: Schon ab einem Punkt wird die Probezeit von zwei auf vier Jahre verlängert und ein Aufbauseminar zur Pflicht. Ein Punkt in Flensburg wird so für Fahranfänger zudem zu einer kostspieligen Angelegenheit: Neben dem zu entrichtenden Bußgeld muss auch das Aufbauseminar bezahlt werden. Im Gegensatz zu langjährigen Fahrern, haben Fahranfänger keine Möglichkeit, während der Probezeit Punkte abzubauen.

In der Probezeit geblitzt? Dies sind die Folgen

Während der Probezeit beim Führerschein stehen Sie als Fahranfänger unter besonderer Beobachtung – dies gilt auch für Geschwindigkeitskontrollen. Wer in der Probezeit geblitzt wird, dem droht in jedem Fall ein Bußgeld. Beträgt die Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit mit dem Pkw mehr als 20 km/h, liegt ein A-Verstoß vor, der eine kostenpflichtige Nachschulung mit sich bringt. In der Probezeit für den Lkw-Führerschein reicht bereits eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h aus, um zur Teilnahme an einem Aufbauseminar verpflichtet zu werden.

Tipps für die Probezeit

Um sicher durch die Probezeit zu kommen, sollten Sie sich als Fahranfänger stets bewusst sein, dass Sie in den ersten beiden Jahren nach der Führerscheinprüfung nur auf Bewährung auf deutschen Straßen unterwegs sind. Aus diesem Grund sollten geltende Verkehrsregeln besonders genau beachtet werden – nur so kann verhindert werden, dass die Fahrerlaubnis wieder entzogen wird. Natürlich sollte auch für die eigene Sicherheit sowie für die anderer Verkehrsteilnehmer eine umsichtige Fahrweise an den Tag gelegt werden.

Tipps: So kommen Sie sicher durch die Probezeit

  1. Geeigneten Beifahrer suchen
    Nehmen Sie für die ersten Fahrten im Pkw einen erfahrenen Beifahrer mit. Wichtig ist, dass Sie der Person vertrauen und sicher sein können, dass Sie nicht zu sehr von ihr abgelenkt werden. Der Beifahrer sollte sich beruhigend und nicht bevormundend verhalten und Sie so sicher auf den ersten Kilometern ohne Fahrlehrer begleiten. Vielleicht können Sie so noch den einen oder anderen Tipp erhalten – beispielsweise zu besonders kniffligen Kreuzungen auf Ihrem täglichen Arbeitsweg.
  2. Nachtfahrten und Langstrecken nicht unterschätzen
    Natürlich ist es verführerisch, endlich flexibel und mobil zu sein. Gerade junge Leute genießen die neugewonnene Freiheit und sind vor häufig nachts unterwegs zu sein, um in die Disco zu fahren oder Partys zu besuchen. Sie sollten jedoch niemals vergessen, dass Fahrten bei Dunkelheit besonders anstrengend sind. Fragen Sie sich daher immer, ob Sie wirklich noch konzentriert genug sind, um sicher durch die Nacht zu fahren. Auch Langstrecken können es in sich haben. Achten Sie auf regelmäßige Pausen – idealerweise vertreten Sie sich zwischendurch an der frischen Luft die Beine.
  3. Pkw-Fahrsicherheitstraining absolvieren
    Informieren Sie sich, ob es in Ihrer Nähe einen Verkehrsübungsplatz gibt, auf dem Sie ein Fahrsicherheitstraining absolvieren können. Dabei werden kritische Szenarien simuliert, die Ihnen auch im tatsächlichen Straßenverkehr begegnen können. Sie lernen, richtig zu reagieren, indem Sie beispielsweise die Vollbremsung trainieren, um in gefährlichen Situationen die Geschwindigkeit zu reduzieren. Außerdem können Sie so ein Gefühl für Ihr Fahrzeug entwickeln: Wie verhält es sich in Extremsituationen? Bricht der Wagen beispielsweise aus, wenn Sie voll auf die Bremse treten? Experten raten meist dazu, ein Fahrsicherheitstraining erst nach etwa einem halben Jahr Fahrpraxis zu absolvieren.

Gut versichert als Fahranfänger

Die mobile Unabhängigkeit auf vier Rädern ist insbesondere für Fahranfänger leider nicht ganz günstig. Nachdem Kosten für Fahrstunden und Führerscheinprüfung bezahlt worden sind, wünschen sich viele Fahranfänger ein eigenes Auto. Dabei fallen nicht nur Kosten für die Anschaffung, sondern auch für den Unterhalt an. Bei diesen laufenden Kosten ist nicht nur von Kraftstoff die Rede, hinzukommen Ausgaben für die Kfz-Versicherung und die jährlich fällige Kfz-Steuer. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und kann daher nicht umgangen werden.

Sind Kfz-Versicherungen für Fahranfänger wirklich teurer?

Kfz-Versicherungen für Führerschein-Neulinge haben den Ruf, besonders teuer zu sein. Dies liegt daran, dass Fahranfänger in die spezielle Schadenfreiheitsklasse SF0 eingestuft werden: Versicherungen verlangen häufig 230 Prozent des Grundtarifs. Je nach Anzahl schadenfreier Jahre steigt der Versicherte in den Schadenfreiheitsklassen auf und zahlt einen niedrigeren prozentualen Anteil der Grundprämie. Fahranfänger haben es somit unter Umständen doppelt schwer in die nächsthöhere Schadensfreiheitsklasse aufzusteigen, passieren doch gerade zu Anfang eher noch kleine Unfälle mit dem Wagen als später mit zunehmender Erfahrung. Die Probezeit selbst hat keinen direkten Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie, relevant sind nur die Jahre ohne gemeldeten Schaden.

Teure Autoversicherung? Muss nicht sein!

Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, die Prämien der Kfz-Versicherung zu senken und sich so das neu erlernte Fahrvergnügen nicht gleich wieder wegen hoher Versicherungsbeiträge verhageln zu lassen. Die besten Tipps, um Ihre Versicherungskosten zu senken, finden Sie hier in der Übersicht.

Die 9 besten Versicherungstipps für Fahranfänger in der Probezeit

  1. Zweitwagen-Regelung in Anspruch nehmen
    Eltern eines Führerschein-Neulings könnten zu einer erheblichen Kostenersparnis bei der Kfz-Versicherung beitragen. Dazu müssen sie den Wagen des Fahranfängers als Zeitwagen auf ihren Namen anmelden und versichern und den Fahranfänger bei der Versicherung als Fahrer angeben. So kann die teure SF0 umgangen werden.
    Das Fahrzeug wird gewöhnlich in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft. Der zu entrichtende Versicherungsbeitragssatz beträgt meist zwischen 120 und 140 Prozent. Bei manchen Versicherern gibt es auch eine sogenannte Eltern-Kind-Regelung, nach der Fahranfänger ihr Fahrzeug auf den eigenen Namen anmelden können und dabei ebenfalls in die Schadensfreiheitsklasse ½ oder besser rutschen – vorausgesetzt der Wagen der Eltern ist beim selben Anbieter versichert.
  2. Schadensfreiheitsrabatt übertragen
    Innerhalb bestimmter Regeln lassen sich Schadenfreiheitsrabatte von einer Person auf eine andere übertragen. So können beispielsweise Eltern ihren Rabatt auf ihr Kind übertragen lassen. Für Führerscheinneulinge ist dies jedoch häufig nicht möglich. Die meisten Versicherer erlauben das Übertragen nur für den Zeitraum, in dem eine Fahrerlaubnis vorlag. Wer also beispielsweise erst seit einem Jahr einen Führerschein besitzt, kann nicht die Rabatte für vier Jahre schadenfreies Fahren übernehmen, sondern nur für ein Jahr.Genauere Informationen erhalten Sie direkt bei Ihrer Versicherung. Beachten Sie jedoch: Hat ein Versicherter einmal seine Rabatte übertragen, kann er sie nicht mehr für sich selbst beanspruchen.
  3. Kein klassisches Fahranfängerauto kaufen
    Wenn Sie als Fahranfänger ein Auto kaufen möchten, achten Sie darauf, ein Fahrzeug zu wählen, dass bei den Versicherungen in einer niedrigen Typklasse gelistet wird. So lassen sich pro Jahr mehrere Hundert Euro sparen. Typische Anfängerautos wie beispielsweise Fiat Punto oder VW Polo älterer Baujahre sind in der Regel hohen Typklassen zugeordnet.
  4. Kleinere Schäden lieber selbst bezahlen
    Bei geringfügigen Blechschäden sollten Sie genau überlegen, ob es sich lohnt, die Versicherung in Anspruch zu nehmen. Die Schäden selbst zu übernehmen kann unter Umständen günstiger sein, als sie der Versicherung zu melden und dadurch in eine höhere Schadensfreiheitsklasse umgestuft zu werden oder die Herabstufung zu verzögern. Wenn Sie unfallfrei bleiben, reduzieren sich die Beiträge für die Versicherung vor allem in den ersten Jahren besonders stark.
  5. Notwendigkeit der Kaskoversicherung für alte Gebrauchtwagen prüfen
    Günstige Gebrauchtwagen sollten Sie möglichst preiswert versichern: Orientieren Sie sich am Gesamtwert des Fahrzeugs. Liegt der etwa nur noch bei knapp über 1.000 Euro, lohnt es sich unter Umständen nicht, ihn gegen Schäden zu versichern und Sie können bei der Kfz-Versicherung auf eine Kaskoversicherung verzichten. Generell ist eine Teilkaskoversicherung auch bei Gebrauchtfahrzeugen jedoch empfehlenswert. Die Vollkasko lohnt sich für ältere Gebrauchtwagen hingegen meist nicht.
  6. Frist beachten: Wer sein Pkw bis zum 1. Juli anmeldet, spart
    Wenn Sie Ihr Auto vor dem 1. Juli anmelden, ist es infolgedessen noch mindestens sechs Monate im laufenden Jahr versichert. Für die Kfz-Versicherung zählt dies als volles Jahr. Das bedeutet, Sie werden bereits im folgenden Jahr günstiger eingestuft – sofern Sie unfallfrei gefahren sind. Fahranfänger können so Geld sparen, denn der Zeitraum mit hoher Schadenfreiheitsklasse SF0 ist dann relativ kurz.
  7. Begleitetes Fahren ab 17 kann sich auszahlen
    Einige Versicherungen bieten spezielle Sonderrabatte für Fahranfänger an, die am Begleiteten Fahren teilgenommen haben.
  8. Fahrsicherheitstraining nachweisen
    Wer die Teilnahm an einem Fahrsicherheitstraining nachweisen kann, kann bei einigen Versicherungen von günstigeren Tarifen profitieren.
  9. Kfz-Versicherungsvergleich
    Auch Fahranfänger sollten spätestens zum Ende der Wechselfrist am 30. November die Angebote der Kfz-Versicherer vergleichen. Die Versicherer passen Ihre Beiträge regelmäßig an, so dass sich ein Wechsel durchaus lohnen kann.

Lohnt sich eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung für Fahranfänger?

Es kommt häufig vor, dass Fahranfänger in einigen Situationen im Straßenverkehr unsicher reagieren oder falsche Entscheidungen treffen. Dies birgt neben einem hohen Unfallpotenzial auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass es zu Streitigkeiten mit anderen Verkehrsteilnehmern kommt. Eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung kann in solchen Fällen helfen, Konflikte beizulegen. Auch im Fall eines drohenden Aufbauseminars oder einer Verlängerung der Probezeit kann unter Umständen anwaltlicher Rat hilfreich sein.

Grundsätzlich kann ein Versicherungsschutz dieser Art sinnvoll für alle Fahrer sein, die häufig mit einem Fahrzeug im Straßenverkehr unterwegs sind – egal, ob Fahranfänger oder langjähriger Berufspendler. Ob der Abschluss einer Verkehrs-Rechtsschutzversicherung tatsächlich notwendig ist, sollten Sie im Vorfeld genau prüfen. Häufig sind Fahranfänger über eine Familienpolice oder einen Schutzbrief der bereits abgesichert. Wenn Sie sich entscheiden, eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung neu abzuschließen, sollten Sie auf jeden Fall verschiedene Angebote vergleichen, ehe Sie sich für eines entscheiden.

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