Schadenfreiheits­klasse: So funktioniert das System

Zuletzt aktualisiert am 20.06.2017

Mit Ihrer Kfz-Versicherung sichern Sie sich gegen die finanziellen Folgen von Autounfällen ab. Wer längere Zeit unfallfrei fährt, sodass der Versicherung keine Kosten entstehen, wird durch einen Schadenfreiheitsrabatt und eine höhere Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) belohnt. Wie Sie am besten von der SF-Klasse profitieren, erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anhand der Schadenfreiheitsklassen wird Ihnen ein Beitragsrabatt gewährt.
    • Wer erstmalig ein Fahrzeug versichert beginnt meist mit SF½. Statt Rabatt gibt es einen Aufschlag auf den Beitrag.
    • Für Fahranfänger gibt es eine Sonderklasse (höhere Beiträge).
    • Sollten Sie in einem Jahr mehrere Unfälle verursacht haben, lohnt es sich meist nur die teuersten Schadenfälle regulieren zulassen.
    • Lassen Sie sich bei Kündigung Ihrer Kfz-Versicherung unbedingt eine Bescheinigung über die SF-Klasse mitschicken!
    • Bei Versicherungswechsel gelten die Sondereinstufungen und der Rabattschutz, der Sie vor einer Rückstufung bewahrt hat, nicht mehr!

    Jeweils zum 1. Januar jeden Jahres betrachten die Kfz-Versicherer die Schadenverläufe ihrer Kunden. Wer im Vorjahr keinen Unfall verursacht hat, steigt in der Klasse auf.

    Wenn Sie viele Jahre unfallfrei bleiben, summieren sich die einzelnen Besserstufungen. In der Folge wird die Kfz-Versicherung für Sie immer günstiger, denn anhand der Schadenfreiheitsklasse wird Ihnen ein Beitragsrabatt gewährt.

    Schadenfreiheitsklassen und Rabatte

    Foto: FinanceSout24 / FinanceSout24

    Tabelle: Schadenfreiheitsklassen

    Die Schadenfreiheitsklassen verlaufen nach einer einheitlichen Reihenfolge, wobei die höchste Klasse SF35 die günstigste ist. Wer erstmalig ein Fahrzeug versichert, aber kein Fahranfänger mehr ist, beginnt meist in der SF½. Hier gibt es keinen Rabatt, sondern der Versicherer berechnet einen prozentualen Aufschlag auf den „normalen“ Beitrag. Wenn Sie Ihre Kfz-Versicherung wechseln, bleibt Ihre SF-Kasse bestehen (Ausnahme: Rabattretter).

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    Beitragshöhe nach SF-Klasse

    SF-Klasse Bedingung Schadenfreiheitsrabatt / Beitragshöhe in Prozent
    SF21 - SF35 21 - 35 Jahre unfallfrei Ca. 20 - 30 Prozent
    SF11 - SF20 11 - 20 Jahre unfallfrei Ca. 30 - 40 Prozent
    SF5 - SF10 5 - 10 Jahre unfallfrei Ca. 40 - 45 Prozent
    SF4 4 Jahre unfallfrei Ca. 50 Prozent
    SF3 3 Jahre unfallfrei Ca. 55 Prozent
    SF2 2 Jahre unfallfrei Ca. 60 Prozent
    SF1 1 Jahr unfallfrei Ca. 65 - 100 Prozent
    SF½ Mindestens 3 Jahre EU-Führerschein Über 100 Prozent
    0 Fahranfänger Über 100 Prozent
    S Nach Rückstufung aus SF 1 Über 100 Prozent
    M (Malusklasse) Fahranfänger nach Unfall durch Eigenverschulden Über 100 Prozent
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    Wie hoch der Schadenfreiheitsrabatt in den einzelnen Schadenfreiheitsklassen ausfällt, hängt von den individuellen Regelungen der einzelnen Versicherer ab. Es kann also sein, dass Sie nach einem Versicherungswechsel trotz gleicher Einstufung einen höheren oder geringeren Rabatt erhalten.

    Teilweise gilt eine entsprechende Beitragsreduzierung auch für mehrere Schadenfreiheitsklassen. 

    SF-Rabatt für Teilkasko unwichtig

    Für Fälle in der Teilkaskoversicherung ist der Schadenfreiheitsrabatt nicht geeignet, weil es sich hier um Schäden handelt, welche Sie nicht selbst verursacht haben und für die Sie nicht in der Klasse abgestuft werden dürfen.

    Günstig in der SF35, teuer in der Malusklasse

    In der Regel erreichen Versicherte nach 35 unfallfreien Jahren mit der SF35 die Höchstgrenze und müssen dann teilweise nur noch 20 Prozent des eigentlichen Versicherungsbeitrags bezahlen. Nach einem Unfall hingegen werden Sie eine oder mehrere Stufen zurückgestuft.

    Wer besonders viele Unfälle verschuldet hat, kann in die Malusklasse eingestuft werden. In dieser untersten Klasse muss ein Versicherungsbeitrag mit teilweise hohem Aufschlag bezahlt werden. In welcher Schadenfreiheitsklasse Sie sich befinden, können Sie der aktuellen Rechnung Ihres Versicherers entnehmen oder einfach dort erfragen.

    Auswirkungen auf Versicherungsbeitrag

    Der Schadenfreiheitsrabatt wirkt sich maßgeblich auf die Höhe Ihres Versicherungsbeitrags aus. Zudem beeinflussen Regional- und Typklasse den Beitrag. Die Typklasse richtet sich nach Ihrem Fahrzeug: Je häufiger Fahrzeuge des gleichen Typs statistisch in Unfälle verwickelt sind, umso höher ist Ihr Versicherungsbeitrag. Die Regionalklasse basiert auf der Unfallstatistik Ihres Zulassungsbezirks: Bewohner unfallträchtiger Regionen zahlen höhere Beiträge.

    Für Fahranfänger gibt es während der ersten drei Jahre eine Sonderklasse, in welcher höhere Beiträge bezahlt werden müssen. Wer in dieser Zeit einen Unfall verursacht, kann in die noch teurere Malusklasse eingestuft werden. Erst wenn Sie seit drei Jahren einen EU-Führerschein besitzen und ein Jahr unfallfrei geblieben sind, erreichen Sie die Schadenfreiheitsklasse 1, in welcher Sie den Ausgangsbeitrag von 100 Prozent zahlen.

    SF-Klassen für Zweitwagen

    Wer einen Zweitwagen nutzt, kann bei seiner Autoversicherung von Sonderkonditionen profitieren. Diese Rabatte betreffen vor allem die Einstufung in eine bestimmte Schadensfreiheitsklasse.

    Diese Sondereinstufung ist bei der Autoversicherung nicht einheitlich geregelt und wird häufig „verbesserte Zweitwagenregelung“ genannt. Dies bedeutet, dass jeder Versicherer andere Konditionen für die Versicherung des Zweitwagens anbieten kann.

    Gängige Regelungen für die Einstufung

    Sehr kulante Versicherer stufen den Zweitwagen in die gleiche SF-Klasse ein wie den Erstwagen. Andere wiederum machen die Sonderkonditionen für den Zweitwagen davon abhängig, ob der Erstwagen auch bei ihnen versichert ist oder ob der Versicherungsnehmer schon einmal bei ihnen versichert war. Allerdings gibt es auch Assekuranzen, die eine Sondereinstufung unabhängig davon anbieten, wo das Erstfahrzeug versichert wurde.

    In der Praxis wenden Versicherungsunternehmen bei der Zweitwagenversicherung die sogenannte SF-Klasse ½ an. Damit wird der Tarif schon günstiger, denn üblicherweise würde ein erstmalig versichertes Fahrzeug in die SF-Klasse 0 eingestuft werden.

    Einige Versicherungsunternehmen bieten ihren Kunden für den Zweitwagen auch die Einstufung in die SF-Klassen 2 oder 3 an. Noch höhere Einstufungen werden eher selten vorgenommen. Sie hängen dann in der Regel davon ab, welche Einstufung beim Erstwagen vorliegt.

    Konditionen für die Zweitwagenversicherung

    Damit ein zweiter PKW günstig versichert werden kann, gelten für viele Policen folgende Bedingungen:

    • Der Hauptnutzer des Zweitwagens ist älter als 25 Jahre. Damit wollen die Versicherungen verhindern, dass ein junger Fahrer zu Beginn in eine sehr günstige SF-Klasse eingestuft wird und das Schadensrisiko somit für den Versicherer steigt.
    • Die SF-Klasse des Erstwagens liegt bei mindestens SF2.
    • Der Erstwagen ist bei der gleichen Versicherung abgesichert.
    • Der Versicherungsnehmer hat noch weitere Policen beim gleichen Versicherer, zum Beispiel eine Privathaftpflicht- oder Hausratversicherung.
    • Der Erstwagen ist auf den Ehepartner oder ein Elternteil des Halters abgesichert. Alternativ kann ebenso der Nutzer des Zweitwagens zugelassen und beim gleichen Versicherer versichert sein.

    Versicherungsvergleich

    Nicht immer ist der eigene Versicherer am günstigsten, wenn es um die Zweitwagenversicherung geht. In manchen Fällen kann es sich lohnen, die Kfz-Versicherung nach der Anschaffung eines Zweitwagens zu wechseln. Führen Sie hierfür einen Versicherungsvergleich durch und berücksichtigen Sie die Kündigungsfristen.

    Wichtige Kriterien für die Einstufung

    Für die Höhe der Versicherungspolice des Zweitwagens sorgt die Einstufung in eine bessere SF-Klasse für einen Preisnachlass gegenüber der gewöhnlichen Erstversicherung. Allerdings gelten für die Kostenstaffelung des Tarifs sonst die gleichen Konditionen wie bei einem Erstwagen. So spielt es für die Höhe der Prämien eine Rolle, wo das Auto nachts abgestellt wird oder wie viele Kilometer damit jährlich gefahren werden.

    Mögliche Preisnachlässe

    Die möglichen Nachlässe sind je Versicherer unterschiedlich. Ein Beispiel mit fiktiven Werten:

    SF-Klassen Rabatt in der Haftpflicht Rabatt bei Vollkasko
    SF½ Bis zu 30 Prozent Bis zu 16 Prozent
    SF1 Bis zu 15 Prozent Bis zu 16 Prozent
    SF2 Bis zu 10 Prozent Bis zu 7 Prozent
    SF3 Bis zu 5 Prozent Bis zu 5 Prozent

    Wer mit seinem Zweitwagen zum Beispiel in die SF-Klasse 1 bei der Vollkaskoversicherung eingestuft wird, spart bei einer monatlichen Prämie von 100 Euro 15 Euro bei der Zweitwagenversicherung, wenn alle weiteren Konditionen die gleichen sind.

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    SF-Klassen für Motorräder

    Auch bei einer Motorradversicherung bestimmen die SF-Klassen, wie hoch der Versicherungsbeitrag prozentual zum normalen Satz reduziert wird. Die Einstufung und Hochstufung ist dabei wie bei den Schadenfreiheitsklassen für Kfz.

    Übertragbarkeit der Motorrad SF-Klassen

    Die SF-Klasse eines Motorrads kann unter verschiedenen Bedingungen übertragen werden:

    • Wechsel der Versicherung: Wechseln Sie die Versicherung, können Sie die SF-Klasse mitnehmen. Allerdings muss der Rabatt nicht dem bisherigen Rabatt entsprechen, da die Versicherer frei sind, eigene Rabatte für die jeweilige SF-Klasse festzulegen.
    • Motorrad- oder PKW-Wechsel: Wenn Sie vom Auto auf das Motorrad umsteigen oder umgekehrt, können Sie die SF-Klasse mitnehmen. Allerdings gelten für Autos und Motorräder andere SF-Klassen, die dann jeweils neu zugeordnet werden müssen.
    • Übertragung auf Personen: Manche Versicherungsunternehmen ermöglichen die Übertragung der Versicherung inklusive der SF-Klasse auf eine nahestehende Person, zum Beispiel Ehepartner, Kinder, Enkel oder Geschwister.

    Einstufung nach einer Versicherungsunterbrechung

    Viele Motorradfahrer nutzen ein Saisonkennzeichen, um bei der Kfz-Versicherung zu sparen. Versicherungsunternehmen erlauben einen Aufstieg der SF-Klasse bei Schadensfreiheit, wenn Sie mindestens 180 Tage pro Jahr versichert waren. Bei einer Unterbrechung zwischen sechs und zwölf Monaten erhalten Sie die SF-Klasse.

    Ist die Unterbrechung länger als ein Jahr, nehmen einige Versicherungsunternehmen bei Wiederaufnahme der Motorradversicherung eine Neueinstufung vor. Andere gewähren die alte SF-Klasse auch bei einer Versicherungspause von mehr als zwölf Monaten.

    Wenn Sie nach einer Pause von mehr als sieben Jahren zu einem Versicherer zurückkehren können, haben Sie die Möglichkeit, die schadensfreie Zeit vor der Unterbrechung berücksichtigen zu lassen. In der Praxis wird jedoch meist vom Versicherer danach eine Bestätigung über Schadensfreiheit ausgestellt, die bei der Einstufung in eine besserer SF-Klasse hilft.

    Von Rabatten profitieren

    Wenn Sie Ihr Motorrad als Zweitfahrzeug anmelden, können Sie von Rabatten bei der SF-Klasse profitieren.

    So entwickelt sich die Schadenfreiheitsklasse

    Wie umfangreich Sie nach einer Schadensmeldung herabgestuft werden, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich geregelt und abhängig von dem Rabattschutz und Rabattretter.

    Die Anbieter folgen dabei ihren Rückstufungstabellen nach, welche sich wiederum zwischen Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkaskopolice unterscheiden können. In diesen Tabellen ist festgelegt, nach wie vielen Unfällen in einem Jahr Sie wie viele Stufen herabgestuft werden. Die Höhe der Schadenssumme wird dabei nicht berücksichtigt. Ein besonders hoher Schaden kann also nicht zu einer umfangreicheren Zurückstufung führen.

    Schadenfreiheitsklassen und Rückstufung

    Foto: FinanceSout24 / FinanceSout24

    Die Rückstufung nach einem einzelnen Unfall fällt bei einigen Versicherern so aus, dass Sie anschließend bewertet werden, als hätten Sie die Hälfte der tatsächlichen unfallfreien Zeit vor Ihrem Unfall erreicht. Wurden Sie also im Vorjahr nach 20 Jahren unfallfreier Fahrt in die SF20 eingestuft, kann es sein, dass Sie nach einem einzelnen verschuldeten Unfall im folgenden Jahr in die SF10 fallen.

    Bei mehreren selbstverschuldeten Unfällen kann die Rückstufung noch deutlich stärker ausfallen. Nach vier oder mehr Unfällen in einem Jahr ziehen nicht wenige Versicherer die Reißleine und stufen den betreffenden Kunden ganz nach unten in die teure Malusklasse. Genau wie die Staffelungen der Schadenfreiheitsrabatte können Sie auch die einzelnen Rückstufungstabellen bei den Versicherungen anfragen oder online einsehen.

    Rückstufungen bei Vollkasko meist langsamer

    Die Rückstufungstabelle der Vollkaskopolicen ähnelt denen für die Haftpflichtversicherung desselben Anbieters. Allerdings stufen Versicherer Vollkasko-Kunden meist etwas langsamer herab. Dies gilt jedoch häufig nur, bis vier oder mehr Unfälle in einem Jahr verursacht wurden. Dann gerät auch der Vollkasko-Versicherte in die Malusklasse.

    Auch wenn Sie längere Zeit kein Auto angemeldet hatten, werden Sie zurückgestuft. Wie die Rückstufung genau ausfällt, hängt wiederum von Ihrem Versicherer ab. Als Orientierung gilt, dass sich eine Versicherungspause von bis zu einem Jahr in der Regel nicht auf die Schadenfreiheitsklasse auswirkt. Wer länger als sieben Jahre pausiert, beginnt häufig wieder in der SF½.

    Mehr als 7 Jahre ohne Versicherung: SF-Klasse reaktivieren

    Haben früher sämtliche Kfz-Versicherer die Schadenfreiheitsklasse nicht mehr anerkannt, sofern der Versicherungsnehmer sieben Jahre ohne Versicherung war, ist dies heutzutage anders: Einige Gesellschaften akzeptieren auch eine SF-Klasse, die sogar länger zurückliegt.

    Wichtig ist, dass Sie die bisherige SF-Klasse nachweisen können: Dies kann klappen, wenn Ihr Vorversicherer Ihre Daten noch gespeichert hat - oder aber Sie sich damals bei der Kündigung eine Bescheinigung gemäß Pflichtversicherungsgesetz erstellen ließen.

    Bei Kündigung Bescheinigung mitschicken lassen

    Versicherer sind dazu verpflichtet, Ihnen auf Wunsch eine Bescheinigung gemäß §5 Absatz 7 Pflichtversicherungsgesetz mitzusenden, wenn Sie kündigen. Diese enthält unter anderem auch Dauer und Schadensfälle der Versicherungszeit. Mit diesem Dokument können Sie auch dann noch Ihre Versicherungshistorie nachweisen, wenn Ihr alter Versicherer Ihre Daten bereits gelöscht hat.

    Hier die entsprechenden Fristen einiger Versicherungsunternehmen beispielhaft aufgeführt:

    Versicherung Anerkennung der Schadenfreiheitsklasse
    Eigene Kunden Kunden anderer Versicherer
    Admiraldirekt 12 Jahre 12 Jahre
    Allianz 7 Jahre 7 Jahre
    DEVK 10 Jahre 10 Jahre
    Direct Line 10 Jahre 10 Jahre
    Europa 10 Jahre 10 Jahre
    HDI 10 Jahre 10 Jahre

    Quelle: Allgemeine Bedingungen für die Kfz-Versicherung (AKB) der Versicherer; Stand: Mai 2017; Angaben ohne Gewähr

    Es kann sich also durchaus lohnen zunächst für ein Jahr eine Versicherung bei einem teureren Anbieter zu wählen - sofern dieser Ihre alte SF-Klasse anerkennt - und anschließend zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. So reaktivieren Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse für die Mitnahme zu einem anderen Anbieter wieder.

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    D

    FS24

    Ihr Ortskennzeichen z.B. "M" für München

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    So sparen Sie bei den SF-Klassen

    Das Rabattsystem der Schadenfreiheitsklassen ist umfangreich und komplex. Doch können Sie als Versicherter von den Einstufungen profitieren und so Ihren Versicherungsbeitrag reduzieren oder niedrig halten.

    Besonders für Fahranfänger bietet die Praxis der Schadenfreiheitsklassen gute Möglichkeiten, Geld durch niedrigere Beiträge zu sparen. Fahranfänger würden unter normalen Umständen in die relativ teure SF0 eingestuft werden und müssten einen erhöhten Beitrag bezahlen, bis sie mindestens drei Jahre ihren Führerschein besitzen.

    Spartipps für Fahranfänger

    • Die Kosten lassen sich zum Beispiel reduzieren, indem sich Führerscheinneulinge bei der Kfz-Versicherung ihrer Eltern versichern.
    • Profitieren die Eltern bereits von einer höheren Schadenfreiheitsklasse, versichern viele Anbieter auch die Kinder mit einem Fahranfänger-Rabatt.
    • Ähnliche Sondereinstufungen gibt es auch für Ehepartner oder Zweitwagen generell.
    • Alternativ kann zunächst ein Fahrzeug gefahren werden, welches die Eltern als Zweitwagen versichern. So profitiert die ganze Familie vom bereits bestehenden Schadenfreiheitsrabatt.
    • Ist der Fahranfänger drei Jahre mit dem mitversicherten Fahrzeug gefahren, kann er sich selbst versichern und beginnt nicht in der SF0, sondern in der günstigeren SF½, welche bereits nach einem unfallfreien Jahr verlassen wird. So kommt er schnell in die SF1, in welcher der normale Beitrag gezahlt werden muss, und spart mehrere Jahre an höheren Versicherungsbeiträgen.
    • Weiterhin ist es möglich, einen Schadenfreiheitsrabatt zu übertragen: Erfahrene Autofahrer überlassen dabei dem Begünstigten ihren Rabatt für Erst- oder Zweitwagen. Besonders unkompliziert geht dies in der Regel bei nahen Verwandten. In diesem Fall sollte der Begünstigte allerdings selbst bereits etwas mehr Fahrpraxis haben, denn er kann den Rabatt nur bis zu jener Schadenfreiheitsklasse übernehmen, die er seit Erwerb des Führerscheins theoretisch selbst hätte erreichen können.

    Rückstufung durch Kostenübernahme vermeiden

    Eine weitere Möglichkeit, die Entwicklung des Schadenfreiheitsrabatts zu beeinflussen, besteht immer dann, wenn es zu einem Schadensfall gekommen ist. Häufig können Sie sich als Versicherungsnehmer dann dazu entscheiden, den Schaden selbst zu bezahlen, um so einer Rückstufung zu entgehen. Der Schaden wird dabei zunächst wie üblich an die Versicherung gemeldet. Im Rahmen der Schadensregulierung informiert der Versicherer dann seinen Kunden über die Schadenshöhe. Anschließend können Sie in der Regel innerhalb von sechs Monaten entscheiden, ob Sie Ihrer Versicherung die entstandenen Kosten erstatten möchten. In diesem Fall würden Sie in Ihrer Schadenfreiheitsklasse bleiben.

    Schadensmeldungen bei der Versicherung

    Alternativ können Sie auch ganz darauf verzichten, einen offensichtlich kleinen Schaden Ihrer Versicherung zu melden. Dabei sollten Sie jedoch bedenken, dass Ihr Versicherer bei der Schadensregulierung auch immer Ihre Interessen vertritt und für eine ordentliche Abwicklung sorgt. Ohne Ihren Versicherer im Rücken kann die finanzielle Einigung mit dem Unfallgegner komplizierter werden.

    Bis zu welcher Schadenssumme sich diese Vorgehensweisen für Sie rechnen, hängt davon ab, in welcher Schadenfreiheitsklasse Sie sich aktuell befinden, in welche Klasse Sie durch den Schaden zurückfallen würden und welche Auswirkungen dies auf Ihren Versicherungsbeitrag hätte. Als Faustregel gilt hierbei, dass kleinere Schäden bis ungefähr 1.000 Euro selbst getragen werden sollten, wenn Sie sich mindestens in der SF10 befinden. Dann haben Sie gute Chancen, die einmaligen Kosten durch den weiterhin niedrigeren Versicherungsbeitrag in absehbarer Zeit wieder einzunehmen.

    Teuersten Schaden melden

    Sollten Sie in einem Jahr gleich mehrere Unfälle verursacht haben, kann es sich lohnen, nur die teuersten Schadensfälle von der Versicherung regulieren zu lassen. Dadurch reduzieren Sie die Anzahl der Unfälle in Ihrer Jahresstatistik und können mit einer geringeren Rückstufung rechnen. Bei der Berechnung Ihrer möglichen Vorteile hilft Ihnen Ihr Versicherer meist gern weiter.

    Bei solchen Berechnungen hilft Ihnen meist auch Ihre Versicherung gern weiter und ermittelt für Sie, ob es sich lohnt, einen Schaden oder mehrere aus eigener Tasche zu begleichen. Als zusätzliche Orientierung können Sie auch den Rückstufungsrechner von Stiftung Warentest einsetzen. Hier können Sie die finanziellen Folgen einer Rückstufung bei unterschiedlichen Versicherern ungefähr berechnen.

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    Rabattschutz und Rabattretter

    Einen ähnlichen Effekt wie durch das selbst Übernehmen eines Schadens können Sie durch einen sogenannten Rabattschutz oder Rabattretter erreichen. Dabei handelt es sich um eine Zusatzleistung, welche Sie bei vielen Kfz-Versicherungen mit abschließen können. Der Rabattschutz oder -Retter sorgt dafür, dass sich ein Unfall pro Jahr nicht auf Ihre Schadenfreiheitsklasse auswirkt. Eine solche Zusatzleistung erhöht allerdings die Beiträge und lohnt daher nicht immer.

    Ratgeber

    Retten Sie Ihren Schadenfreiheitsrabatt

    Lesen Sie, wie Sie optimal vom Rabattsystem der Kfz-Versicherung profitieren zu können und wie das Prinzip hinter dem Rabatt funktioniert.
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    Einstufung bei Versicherungswechsel

    Für die Versicherer sind die Schadenfreiheitsklassen ein wichtiges Mittel, um das Versicherungsrisiko ihrer Kunden einschätzen zu können. Denn wer in der Vergangenheit viele Unfälle verursacht hat, könnte auch in Zukunft dazu neigen. Zusätzlich hilft das System dabei, die Beitragslast fair auf alle Versicherungsnehmer zu verteilen.

    Bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung bleiben Sie daher auch in Ihrer momentanen Schadenfreiheitsklasse und profitieren versicherungsübergreifend von Ihrer unfallfreien Zeit. Allerdings sollten Sie bedenken, dass es Unterschiede beim Schadenfreiheitsrabatt geben kann. Wenn Sie Ihre Kfz-Versicherung wechseln möchten und dafür verschiedene Angebote vergleichen, lohnt folglich ein Blick auf die Tabellen mit den Rabattstrukturen für Kfz-Haftpflicht und Vollkaskoversicherung.

    Rabattschutz nach Versicherungswechsel

    Wenn Sie bei Ihrem aktuellen Versicherer durch einen Rabattschutz vor einer Rückstufung bewahrt wurden oder Sie eine andere Form der Sondereinstufung genossen haben, gilt diese nach einem Versicherungswechsel nicht. Befinden Sie sich also zum Beispiel in der SF10 und hatten vor einem Jahr einen Unfall, welcher dank Rabattschutz nicht zur Rückstufung geführt hat, werden Sie bei Ihrem neuen Versicherer praktisch nachträglich zurückgestuft. Beim Preisvergleich sollten Sie daher stets berücksichtigen, ob Sie sich aktuell in einer Sondereinstufung befinden oder nicht.

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