Tipps für die sichere Kreditkartenzahlung

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 05.12.2016

Die Kreditkarte ist schnell gezückt, denn bargeldloses Bezahlen funktioniert meist zügig und unkompliziert. Vor allem im Urlaub stellt die Kreditkarte ein beliebtes Zahlungsmittel dar, da sie international in Hotels, Restaurants oder Geschäften akzeptiert wird.

Ebenso oft kommt die Kreditkarte beim Online-Shopping zum Einsatz. Ihr Vorteil: Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird tatsächlich gezahlt – nämlich dann, wenn die Kreditkartenabrechnung ins Haus flattert. Wer dabei keine böse Überraschung erleben will, sollte einige Tipps zur Sicherheit im Kreditkarten-Umgang beachten. Nur so lassen sich Missbrauch und unautorisierte Abbuchungen vermeiden.

Die wichtigsten Sicherheitstipps

Die kleine Plastikkarte weist einige Sicherheitsmerkmale auf, um Sie vor unberechtigten Zugriffen auf Ihre Daten und Ihr Geld zu schützen. Dennoch sollten Sie nicht bedenkenlos mit dem Zahlungsmittel umgehen. Immerhin geht es hier um hochsensible Daten, die besonders für Betrüger interessant sind. Bei der Kreditkartenzahlung sollten Sie also diese grundlegenden Punkte in jedem Fall beachten:

Dos

  • Heben Sie nur während der Banköffnungszeiten Geld ab
  • Geben Sie Ihre PIN verdeckt ein
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Gültigkeitsdauer
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen und Kreditkartenabrechnungen
  • Wahren Sie Belege auf
  • Prüfen Sie vorab die Verfügbarkeit von Geldautomaten
  • Tragen Sie den Geldbeutel mit der Kreditkarte nicht in der Gesäßtasche der Hose oder Außentasche der Jacke
  • Notieren Sie sich die Notfall-Sperrnummer Ihres Kreditinstitutes

Don’ts

  • Nutzen Sie keine Geldautomaten außerhalb von Banken
  • Schließen Sie die Karte nicht im Hotelsafe ein
  • Zahlen Sie am besten nicht bargeldlos mit der Karte
  • Geben Sie die Karte oder Ihre Kreditkartendaten nicht an andere Personen weiter
  • Warten Sie nicht bis zum letzten Moment mit dem Geldabheben
  • Bewahren Sie Ihre PIN nicht zusammen mit der Kreditkarte auf

Was Sie außerdem beachten sollten

Darüber hinaus sollten Sie vor allem bei der Zahlung einige Dinge beachten. Sind Sie im Urlaub und möchten Ihre Hotelrechnung mit der Kreditkarte begleichen, sollten Sie in jedem Fall ein genaues Auge auf Ihre Karte haben. Achten Sie darauf, dass die Karte nicht an mehrere Personen weitergegeben wird.

Dasselbe gilt bei der Kreditkartenzahlung im Restaurant. Kontrollieren Sie nach der Bezahlung die Belege genau, um sicher zu gehen, dass der angegebene Betrag korrekt ist. Erst dann sollten Sie die Abbuchung mit Ihrer Unterschrift bestätigen. Unterschreiben Sie auf keinen Fall Belege, auf denen keine Rechnungssumme angegeben ist!

Achtung:Hotelsafe nicht immer sicher!

Im Urlaub wird der Hotelsafe gerne genutzt, um Wertsachen aufzubewahren. Allerdings sind diese Safes nicht immer sicher und können leicht geknackt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Kreditkarte bei Ausflügen bei sich tragen. Ist der Safe mit einem Magnetkartenleser ausgestattet, verwenden Sie auf keinen Fall Ihre Kreditkarte zur Nutzung des Safes. Auch sollten Sie nicht Ihre PIN als Code für den Safe verwenden.

Kreditkartenbetrug ist auf dem Vormarsch: Rund 1,33 Millionen Euro Schaden entstanden im SEPA-Zahlungsraum allein im Jahr 2012. Auch wenn rund 60 Prozent der Schadenssumme auf Zahlungen zurückgehen, die online, per Email oder Telefon getätigt wurden, sollten Sie bei jeder Transaktion Vorsicht wahren.

Trotz dieser auf den ersten Blick erschreckenden Zahlen, können Sie beruhigt sein. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank waren 2012 nur rund 0,038 Prozent der 3,5 Billionen Transaktionen im SEPA-Zahlungsverkehr von einem Betrug betroffen.

Der richtige Umgang mit der Kreditkarte

Nachlässigkeit im Umgang mit der Kreditkarte kann erhebliche Folgen haben, etwa Datenraub oder Identitätsklau. Das kann online durch Phishing oder im Geschäft durch das Kopieren Ihrer Daten geschehen. Folgende Tipps sorgen für mehr Sicherheit:

  1. Kreditkarte direkt unterschreiben
    Ihre neue Kreditkarte sollten Sie direkt nach dem Erhalt unterschreiben. So kann niemand unbefugt mit der Karte bezahlen.
  2. Alte Kreditkarte und Belege richtig entsorgen
    Ihre alte Kreditkarte sollten Sie nicht einfach im Hausmüll entsorgen. Auch das Zerschneiden mit einer Schere gilt nicht als sicher – geben Sie die Karte am besten bei Ihrer Bank ab. Kreditkartenbelege sollten ebenfalls nicht bedenkenlos in den Mülleimer und vor allem nicht in öffentliche Abfalltonnen, wie etwa in der Bankfiliale, entsorgt werden. Denn auf diesen können Betrüger sensible Daten finden.
  3. Die optimale Aufbewahrung
    Ihre Kreditkarte sollte sowohl unterwegs als auch im Haus oder Urlaub sicher verwahrt werden. Wenn Sie Ihre Karte nur selten nutzen, sollten Sie diese stets getrennt von der PIN aufbewahren. Im Urlaub führen Sie die Karte am besten immer bei sich und lassen sie nicht aus den Augen.
  4. Sicherheitsmerkmale der Kreditkarte
    Kreditkarten sind mit modernsten Technologien versehen, um Sie vor einem Missbrauch zu schützen. So befindet sich auf der Vorderseite ein EMV-Chip, der seit 2011 in Europa verpflichtend ist und weniger einfach dupliziert werden kann. Zusätzlich ist dort ein Sicherheitszeichen angebracht, das nur in ultraviolettem Licht sichtbar wird, sowie ein Hologramm, das nur sehr schwer zu fälschen ist. Auf der Rückseite ist der Unterschriftsstreifen angebracht – hier sollten Sie direkt nach Erhalt der Karte unterschreiben. Rechts im Unterschriftszeichen ist die Kartenprüfnummer oder CVC2 aufgedruckt. Diese Nummer ist nicht auf dem Chip gespeichert und kann somit nicht ausgelesen werden. Beim Online-Shopping muss sie meist angegeben werden, um zu beweisen, dass die Karte dem Käufer tatsächlich vorliegt.
  5. Umgang und Gebühren im Ausland
    In einigen Ländern ist es nicht möglich, mit der EC-Karte zu zahlen oder Geld abzuheben. Ohne Kreditkarte kommen Sie hier nicht weit. Allerdings sollten Sie beachten, dass für Transaktionen Gebühren anfallen können. Die meisten Banken bieten zumindest im EU-Ausland gebührenfreies Bezahlen und Abheben an, bei Fremdwährungen fallen dann allerdings zusätzliche Kosten an. Die Fremdwährungsgebühr beträgt je nach Land ein bis zwei Prozent. Zusätzlich kann die Bank weitere Gebühren für Bargeldabhebungen und eine zusätzliche Gebühr als Prozentsatz vom Abhebungsbetrag verlangen. Die genauen Kosten können Sie bei Ihrer Bank in Erfahrung bringen. Erfragen Sie außerdem, welche Partnerbanken Ihre Bank im Ausland hat – hier fallen nämlich meist keine Gebühren an.

PIN-Codes und Passwörter

Haben Sie eine neue Kreditkarte beantragt, erhalten Sie die Karte und die PIN in getrennten Briefen. Die PIN sollten Sie sich am besten einprägen und das Schreiben anschließend entsorgen. Oder Sie verwahren es sicher getrennt von der Kreditkarte auf, beispielsweise in einem Tresor oder einer abschließbaren Kassette.

Die PIN wird Ihnen in der Regel zufällig zugewiesen, bei vielen Bank können Sie diese aber auch selbst wählen. Sehen Sie dabei von besonders leichten Zahlenkombinationen wie 0000 oder 1234 ab. Auch Geburtstage oder Jahrestage sind keine sichere Variante, da diese über soziale Netzwerke schnell herausgefunden werden können. Wenn Sie Ihr Kreditkartenkonto online verwalten, sollten Sie zudem ein sicheres Passwort wählen.

Tipps für ein sicheres Passwort

  1. Wählen Sie ein langes Passwort, das Sie sich aber dennoch leicht merken können. Sinnvoll sind die Anfangsbuchstaben eines Satzes.
  2. Ein sicheres Passwort setzt sich aus mindestens acht Zeichen zusammen.
  3. Kombinieren Sie Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und Großbuchstaben miteinander, z.B. Gut3sPa$$w0rt.
  4. Nutzen Sie keine Wörter aus dem allgemeinen Sprachgebrauch.
  5. Wie auch bei der PIN sollten Sie keine personenbezogenen Daten in Ihr Passwort einbauen. Das betrifft sowohl Ihre eigenen Daten als auch die Ihres Partner, Ihrer Kinder oder Ihres Haustieres.
  6. Ändern Sie Ihr Passwort regelmäßig und verwenden Sie verschiedene Passwörter für Ihre jeweiligen Accounts.

Ihre Bank wird Sie niemals per Email oder Telefon nach Ihren PINs oder Passwörtern fragen. Reagieren Sie mit Vorsicht, wenn Sie solche Kontaktanfragen erhalten und wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihre Bank. Auf keinen Fall sollten Sie Ihre Daten an Dritte weitergeben!

Sicheres Online-Banking und -Shopping

Mit dem richtigen Passwort ist die erste Hürde zu einem sicheren Online-Banking bereits genommen. Sie sollten allerdings noch einige weitere Details beachten, wenn Sie einen Kreditkarten-Hack im Internet vermeiden möchten.

Achten Sie auf eine sichere Verbindung

Geben Sie die Internetadresse Ihrer Bank immer selbst ein und achten Sie genau auf die Adresszeile im Browser. Die Internetadresse muss mit „https“ beginnen – so erkennen Sie die SSL-Verschlüsselung (Secure Socket Layer).

Links neben der URL befindet sich außerdem ein Schlosssymbol. Ist dieses geschlossen, ist Ihre Verbindung sicher. Klicken Sie auf das Schloss, werden Ihnen weitere Informationen zur Verbindung angezeigt. Speichern Sie Ihre Zugangsdaten nicht im Browser ab, sondern geben Sie diese immer manuell ein.

Werfen Sie einen genauen Blick auf die URL und Webseite

Neben dem „https“ sollten Sie außerdem darauf achten, dass Sie bei jedem Besuch dieselbe Internet-Adresse aufrufen. Selbst wenn die Webseite richtig aussieht, die URL hingegen nicht korrekt ist, sollten Sie den Vorgang abbrechen. Hinweis auf eine sichere Webseite sind ein Impressum, TÜV-Siegel sowie Bewertungen. Diese Indikatoren spielen auch beim Online-Shopping eine wichtige Rolle und helfen dabei, eine sichere Seite zu erkennen.

Öffnen Sie keine Email-Anhänge, die nicht vertraulich sind

Schickt Ihre Bank Ihnen eine Email, ist es ratsam, sich die Email-Adresse genau anzuschauen. Insbesondere wenn die Email Anhänge enthält, sollte Sie diese nur öffnen, wenn Sie von einem vertrauenswürdigen Absender ausgehen und die Email-Adresse korrekt ist.

Verschiedene TAN-Verfahren

Das Online-Banking läuft in der Regel über Transaktionsnummern ab. Hier werden verschiedene Verfahren angeboten.

PIN/TAN Sie erhalten von Ihrer Bank eine Liste mit TANs per Post. Für jede Transaktion können Sie eine dieser Nummern verwenden, anschließend verliert Sie ihre Gültigkeit.
PIN/iTAN Auch bei diesem Verfahren erhalten Sie eine TAN-Liste, allerdings ist diese durchnummeriert und bei jedem Auftrag wird eine spezifische Nummer abgefragt. Sie können hier also keine beliebige Nummer auswählen, zudem ist die TAN nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters gültig.
PIN/mTAN Beim mobilen TAN-Verfahren erhalten Sie Ihre Transaktionsnummer per SMS auf Ihr Handy. Die SMS enthält neben der TAN die Kontonummer des Empfängers. Ähnlich funktionieren spezielle Apps, die nach Absendung des Auftrags eine TAN generieren.
SmartTAN bzw. chipTAN Hierbei nutzen Sie einen sogenannten TAN-Generator, einen Kartenleser, in den Sie Ihre Bankkarte einschieben. Hier gibt es Modelle, die mit einem Flickercode funktionieren und zur Übermittlung an den Bildschirm gehalten werden müssen. Andere Geräte generieren mithilfe eines von der Bank übermittelten Überweisungscodes eine TAN.

Das Verfahren wird üblicherweise von der Bank vorgegeben. Oftmals bieten Banken aber verschiedene Verfahren zur Auswahl an, sodass Sie selbst wählen können. Als nicht mehr sicher gilt das PIN/TAN-Verfahren, das daher von den meisten Banken nicht mehr angeboten wird. Die neuen Sicherheitsverfahren können Sie allerdings bedenkenlos nutzen, insbesondere das TAN-Verfahren per Generator gilt als besonders sicher.

Sicherheit durch das 3D-Secure-Verfahren

Dieses Verfahren wird von einigen Banken angeboten, aber meist erst auf Wunsch freigeschaltet. Es soll für mehr Sicherheit bei Online-Transaktionen mit der Kreditkarte sorgen. Sobald Sie sich beim Online-Shopping im Bezahlvorgang befinden, wird vom Shop eine Anfrage an die Bank gesendet.

In einem neuen Browserfenster der Bank muss sich der Karteninhaber nun identifizieren, indem er seine Kreditkartennummer und sein Passwort eingibt. Dieses Passwort ist nur dem Kunden und der Bank bekannt. Die Transaktion wird erst dann durchgeführt, wenn die Identität bestätigt wurde.

Was tun bei Kreditkartenmissbrauch?

Wird die Kreditkarte gestohlen, fällt dies meist sofort auf. Auf einen Datenklau werden die meisten allerdings erst aufmerksam, wenn auf der monatlichen Kreditkartenabrechnung Ungereimtheiten festgestellt werden. Sobald Ihnen der Verlust oder Datenklau auffällt, müssen Sie Ihre Kreditkarten sperren lassen.

Hierfür gibt es in Deutschland eine bundesweit einheitliche Rufnummer: 116 116. Unter dieser können Sie 24 Stunden am Tag, unabhängig vom Kreditkartenanbieter, eine Sperrung vornehmen. EC-Karten und Online-Banking-Zugänge lassen sich über diesen Notruf ebenfalls sperren.

Melden Sie den Kreditkartenbetrug nicht umgehend und sperren Sie die Karte nicht sofort, müssen Sie in unbegrenzter Höhe bzw. bis zur Höhe Ihres Kreditkartenrahmens haften. Ist die Karten gesperrt, haften Sie für den entstandenen Schaden mit 150 Euro.

Viele Banken zeigen sich hier kulant und erlassen diesen Betrag. Haben Sie grob fahrlässig gehandelt, weil Sie beispielsweise Ihre Kreditkarte an fremde Personen weitergereicht haben, gilt diese Haftungsbegrenzung nicht und Sie sind im vollen Umfang für den Schaden haftbar.

Stellen Sie auf Ihrer Abrechnung unregelmäßige Abbuchungen fest, die Sie nicht getätigt haben, müssen Sie sich innerhalb von acht Wochen schriftlich an Ihre Bank wenden. Reklamieren Sie in dem Schreiben den Betrag. Die Bank ist zur einer Erstattung verpflichtet, da die Beweislast bei ihr liegt. Damit solche Unregelmäßigkeiten sofort auffallen, sollten Sie Ihre Abbuchungen regelmäßig online kontrollieren.

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