Versicherungs-Apps: Diese Anwendungen helfen Ihnen weiter

Zuletzt aktualisiert am 18.07.2017

Versicherer bieten ihren Versicherten heute vielfach die Möglichkeit, spezielle Versicherungs-Apps zu verwenden. Diese Anwendungen für das Smartphone oder Tablet bieten je nach Versicherungsunternehmen ganz unterschiedliche Services. Manche Apps können bei der Verwaltung der bestehenden Police oder beim Abschluss einer neuen helfen. Andere leisten zusätzliche Services rund um den Versicherungsvertrag. Allerdings sind nicht alle Versicherungs-Apps wirklich sinnvoll.

Inhaltsverzeichnis

    Das Wichtigste in Kürze

    Das Smartphone gehört mit seinen Apps heute zum Alltag der meisten Verbraucher. Es gibt Apps über das Wetter, Apps für soziale Netzwerke oder sogar Anwendungen, die beim Abnehmen helfen sollen. Auch die Versicherungsbranche hat das Smartphone als Möglichkeit erkannt, um Versicherten zusätzliche Services anbieten zu können. Doch was ist überhaupt eine Versicherungs-App?

    Viele verschiedene Varianten

    Wenn heute von Versicherungs-Apps gesprochen wird, kann es sich dabei um ganz verschiedene Anwendungen handeln. In der Regel ist es keine reine Verwaltungs-App, mit der Verträge, Kundendaten und Policen verwaltet werden, sondern weit mehr.

    Moderne Versicherungs-Apps sind vergleichbar mit Versicherungsmaklern, die ihren Kunden verschiedene Produkte empfehlen und von den Versicherungen eine Provision für den Abschluss erhalten. Daneben gibt es jedoch auch Apps, über welche Schäden abgewickelt werden können.

    Versicherungsnehmer sollten sich die jeweilige App deshalb sehr genau anschauen. So kann es nämlich sein, dass Versicherungsverträge, die über eine App nur für ein paar Tage abgeschlossen werden können, deutlich teurer sind als vergleichbare Angebote bei einem Versicherungsmakler oder -vermittler.

    Neue Entwicklung auf dem Versicherungsmarkt

    Versicherungs-Apps sind noch eine relativ neue Entwicklung auf dem Versicherungsmarkt. Die Anbieter sind meist junge Startups, die den Markt für Versicherungen erneuern und vereinfachen wollen.

    Die Anbieter arbeiten dabei ähnlich wie herkömmliche Versicherungsmakler – mit dem Unterschied, dass der überwiegende Teil der Kommunikation und Vertragsverwaltung über eine App abläuft.

    Was genau ist eine Versicherungs-App?

    Eine Versicherungs-App ist eine Anwendung für ein Smartphone, Tablet oder den PC. Über diese Anwendung können Nutzer alle persönlichen Versicherungsverträge einsehen oder Unterlagen hochladen und verwalten. Zugleich fungiert die App als Versicherungsmakler.

    Wer eine Versicherungs-App nutzt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er für die Verwaltung seiner Policen auf ein elektronisches Endgerät angewiesen ist. Zugleich sollten Verbraucher sich überlegen, ob sie ihre persönlichen gesammelten Versicherungsdaten digital bei einem Anbieter speichern wollen.

    Ein Maklermandat wird an die App übertragen

    Die App-Anbieter arbeiten wie ein Versicherungsmakler. Aus diesem Grund übertragen Sie mit der Nutzung der App ein Mandat auf diese. Dabei werden all Ihre Versicherungsdaten, sowie persönliche Daten zum Wohnort, Familienstand oder Einkommen vom Anbieter gespeichert. Mit der Übertragung des Makler-Mandats darf die App in Ihrem Namen nicht nur Ihre Versicherungen verwalten, sondern auch Verträge prüfen, Deckungssummen anpassen oder neue Versicherungen für Sie abschließen.

    Änderungen dürfen zwar nur mit Zustimmung des Nutzers erfolgen, dennoch übergeben Sie mit dem Mandat weitreichende Befugnisse an die App-Anbieter.

    Zugleich wird durch die Übertragung des Makler-Mandats an die App ein bestehendes Mandat mit einem Makler gekündigt. Dieser ist dann nicht mehr Ihr Ansprechpartner bei Versicherungsfragen.

    Nie ganz unabhängig

    Ganz unabhängig sind Versicherungs-Apps eigentlich nie, da die Geschäftsmodelle auf Provisionszahlungen von Versicherungen basieren. Selbst wenn die Mitarbeiter festangestellt sind, hängt das Unternehmen von den Zahlungen der Versicherungen ab.

    Wer bietet solche Apps an?

    Es gibt verschiedene Startups in Deutschland, die Versicherungs-Apps anbieten. Hierzu zählen:

    Name Bereiche Eigenschaften
    appsichern.de Kurzzeitversicherungen bietet Versicherungen für beschränkte Zeiträume an
    GetSafe alle gängigen Versicherung mit persönlichem Versicherungsberater, der individuelles Portfolio erstellt, Versicherungslücken aufdeckt und Sparpotential identifiziert
    Knip digitaler Versicherungsmakler mit Sitz in Berlin, Zürich und Belgrad
    Clark alle gängigen Versicherungen ist durch Versicherungsvergleiche auf Optimierung von Kosten ausgerichtet
    Asuro alle gängigen Versicherungsarten übernimmt die Versicherungsverwaltung, Beratung per Chat
    treefin Kapitalanlagen und Versicherungen arbeitet als kompletter Assistent für Versicherungen und verschiedene Formen der Geldanlage

    Versicherungen, die eine eigene App anbieten

    Versicherung Name der App Bereich Eigenschaften
    Allianz Allianz Rechnungen Krankenversicherung Abrechnungen von Ärzten oder Rezepte einreichen
    Cosmosdirekt Cosmosdirekt Help Kfz und Zuhause Schaden bei verschiedenen Versicherungstypen melden, zum Beispiel Hausrat oder Haftpflicht
    DEVK Easyclaim Easyclaim Easyclaim
    ERGO direkt Hallesche Krankenversicherung Kostenschätzung und Kostenvergleich bei Zahnbehandlungen
    Hallesche Rechnungs-App Krankenversicherung einreichen von Arztrechnungen
    Hannoversche Kfz-Schaden App Kfz Schadensmeldung über die App
    Nürnberger Fahrerplus-App Kfz Verwaltung der Police und Ausweitung auf mehrere Fahrer
    R+V Notfallhelfer Kfz Schadensmeldung über die App
    Sparkassen Versicherungen SV Auto Kfz Schadensmeldung über die App
    Versicherungskammer Bayern meinMoped-mobil Kfz Antrag von Versicherungen für Mofa oder Moped

    Was bringt mir eine Versicherungs-App?

    Eine Versicherungs-App kann Verbrauchern verschiedene Vorteile bringen:

    • Übersichtlichkeit: App-Nutzer haben die Möglichkeit, alle abgeschlossenen Versicherungsverträge mit nur einer Anwendung zentral zu verwalten und einsehen zu können.
    • Ortsungebundenheit: Durch die Nutzung einer Versicherungs-App sind Verbraucher nicht an einen bestimmten Ort gebunden, um ihre Verträge zu verwalten oder neue Versicherungen abzuschließen. Die Verwaltung oder Beantragung erfolgt ausschließlich digital.
    • Kosteneinsparung: Die meisten Apps weisen schnell auf mögliches Einsparpotential bei Versicherungspolicen hin und empfehlen zum Beispiel, Verträge zu kündigen oder andere abzuschließen.
    • Umfänglichkeit: Eine Versicherungs-App kann dabei helfen, Lücken im Versicherungsschutz aufzudecken.

    Trotz einer Liste von möglichen Vorteilen sollten sich Verbraucher immer fragen, ob sie von diesen Vorteilen nicht auch anders profitieren können.

    Wer zum Beispiel regelmäßig vor dem Abschluss einer Versicherung auf Vergleichsportale zurückgreift, kann eigenständig und mindestens ebenso genau Versicherungspolicen miteinander vergleichen.

    Dies gilt ohnehin wie bei der App nur für relativ simple Vertragskonstruktionen wie Kfz-Versicherungen, Hausratversicherungen oder Haftpflicht- und Rechtsschutzprodukte.

    Möchten Sie eine komplexere Versicherung, wie eine Krankenversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Rentenversicherung abschließen, werden Sie vermutlich am besten bei einem Makler des Vertrauens beraten.

    Letztlich bleibt die Frage, ob Sie eher einen digitalen Lebensstil pflegen oder Ihnen mitunter auch der persönliche Kontakt zu einem Berater wichtig ist.

    Wie sicher ist eine Versicherungs-App?

    Vor der Nutzung einer Versicherungs-App sollten die AGB genau geprüft werden. Die Anbieter verpflichten sich darin zur sicheren Speicherung persönlicher Daten. Allerdings arbeiten manche App-Betreiber mit Mitarbeitern, die außerhalb der EU agieren.

    Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Investoren oder Unternehmensinhaber Einblick in Ihre Daten erhalten können.

    Je nach Anbieter werden unterschiedliche Daten gespeichert. Zumindest werden Datensätze mit Namen und Adressen sowie Versicherungsverträge abgespeichert. Die Anbieter geben meist an, dass „allgemeine Daten“ zur Versicherung gespeichert werden, wie Vertragslaufzeiten, Art und Höhe der Tarife sowie Versicherungsleistungen.

    Verbraucher sollten genau prüfen, ob die AGB eine Weitergabe der Daten an Dritte vorsehen. Darüber hinaus sollten sie sich darüber informieren, wo die Daten gespeichert werden.

    Manche Dienstleister setzen neben einer sicheren SSL-Verschlüsselung auch auf die Sicherheitsprüfung von TÜV oder anderen Organisationen.

    Kurzzeit-Versicherungen empfehlenswert?

    Über Versicherungs-Apps sind häufig auch Kurzzeit-Versicherungen möglich. Verbraucher können entsprechende Policen für bestimmten Anlässe abschließen.

    Mögliche Kurzzeit-Versicherungen sind:

    In diesen Fällen ist eine Kurzzeit-Versicherung in der Regel entweder viel teurer als eine herkömmliche Versicherung oder schlicht nicht nötig.

    So sind zum Beispiel Schüler und Kita-Kinder immer über den jeweiligen Bildungsträger oder Veranstalter abgesichert. Kurzfristige Unfallversicherungen hingegen sind im Verhältnis zu einer Jahrespolice deutlich teurer. In diesen Fällen lohnt sich dann eher der Abschluss einer herkömmlichen Unfallversicherung.

    Verbraucher sollten bei Kurzzeit-Angeboten deshalb immer genau den Leistungsumfang des Angebots prüfen und mit anderen Angeboten vergleichen.

    Versicherungsberatung per App sinnvoll?

    Wer eine Versicherungs-App nutzt, kann sich dabei von Versicherungsmaklern über die App zu neuen Produkten beraten lassen. Die Kontaktaufnahme kann per Chat, Mail oder Telefon erfolgen.

    Für Verbraucher ist es wichtig zu wissen, dass die Berater der Apps in der Regel nicht immer unabhängig arbeiten. Sie erhalten ihre Vergütung dann in Form von Provisionen. Die Provisionen werden von Versicherungsunternehmen gezahlt, wenn eine Versicherung über die App abgeschlossen wurde. Möglich ist auch eine Provision, die über den App-Anbieter gezahlt wird.

    Allerdings hängt die Vergütung der Berater vom jeweiligen Anbieter ab. So sind manche Berater auch fest angestellt und erhalten ihre Boni über die Kundenzufriedenheit.

    In der Regel sind die Berater der Versicherungs-Apps über die IHK als Versicherungskaufleute zertifiziert. Allerdings ist es für Nutzer nicht immer eindeutig ersichtlich, über wie viel Berufserfahrung ein Berater verfügt.

    Versicherungs-Apps und die Kostenfrage

    Die meisten Versicherungs-Apps können von Verbrauchern kostenlos auf ihrem Smartphone installiert werden. Darüber hinaus verlangen die Anbieter keine Gebühren für die Vermittlung einer Versicherungspolice, denn sie arbeiten wie ein Versicherungsmakler, der über die Provisionszahlung der Versicherungsgesellschaften verdient.

    Sie bezahlen mit Ihren Daten

    Doch die vermeintlich kostenlosen Apps haben in der Regel den Nachteil, dass über deren Nutzung zahlreiche Daten über den jeweiligen User gesammelt werden. Diese Daten können die App-Anbieter je nach AGB an andere Dienstleister weitergeben oder an Versicherungen verkaufen.

    Dies hat zur Folge, dass Sie als Nutzer von Versicherungs-Apps regelmäßig mit möglichen „besseren Versicherungsangeboten“ kontaktiert werden. Da die Anbieter in der Regel durch die App-Nutzung genau wissen, für welche Themen Sie sich interessiert haben, kann die Werbung zwar sehr zielgerichtet sein. Dennoch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie bei einer kostenlosen Versicherungs-App zwar nicht mit Geld bezahlen, aber dafür mit Ihren Daten.

    Möglicher Verlust des bisherigen Kundenbetreuers

    Häufig geben Verbraucher ihren Kontakt zum bisherigen Versicherungsbetreuer durch die Nutzung einer App auf. Dieser Nachteil muss erst durch bessere Angebote oder eine bessere Leistung der App kompensiert werden.

    Wie kündigt man am richtig?

    Die Deinstallation einer Versicherungs-App reicht nicht aus, um zu kündigen. Da mit der Nutzung einer Versicherungs-App ein Maklermandat an die App-Betreiber gegeben wurde, bedarf es einer ordentlichen, schriftlichen Kündigung per Mail oder Post. Für die Kündigung sind jeweils Fristen der Anbieter zu beachten. Die jeweiligen Bedingungen sind von Anbieter zu Anbieter verschieden.

    Wenn Sie eine reine Service-App einer Versicherung nutzen, müssen Sie in der Regel keinen Vertrag kündigen.

    Fragen und Antworten

    Wie lange dauert der Einrichtungsprozess meiner Versicherungen in der App?

    Bis eine Versicherungs-App alle Vertragsdaten aufbereitet hat, können mehrere Tage vergehen. Danach sind die Daten zentral für den Nutzer über die App abrufbar.

    Mit welchen Versicherungsgesellschaften arbeiten App-Anbieter zusammen?

    In der Regel arbeiten Versicherungs-Apps mit allen großen Versicherungsgesellschaften auf dem deutschen Markt zusammen. Auf diese Weise können sie ein größtmögliches Angebot bereitstellen.

    Habe ich mit der App Zugang zu allen Versicherungsprodukten am Markt?

    Über eine Versicherungs-Apps werden in der Regel nur einfachere Versicherungsprodukte angeboten, die wenig Erklärungsbedarf haben. Hierzu zählen KFZ-Versicherungen, Unfallversicherungen, Haftpflichttarife oder Hausratversicherungen. Komplexere Versicherungsprodukte wie Krankenversicherungen werden nicht über Apps angeboten.

    Habe ich die Möglichkeit, verschiedene Versicherungen miteinander zu vergleichen?

    Die App schlägt in der Regel passende Versicherungslösungen vor. Dabei haben Nutzer die Möglichkeit, verschiedene Angebote miteinander zu vergleichen.

    Wie ist der Ablauf, wenn ich eine Versicherung wechseln oder kündigen möchte?

    Wenn Sie eine Versicherung kündigen möchten, beauftragen Sie die App, dies für Sie zu erledigen. Da sie über Ihr Mandat verfügt, kann Sie die Kündigung in Ihrem Auftrag durchführen.

    Kann ich einen Schaden über die App abwickeln?

    Ein Schaden lässt sich über eine Versicherungs-App in der Regel über einen Klick abwickeln. Die App-Anbieter rufen die Geschädigten nach der Schadensmeldung sofort zurück. Durch die Übergabe eines Maklermandats wird die Schadensabwicklung vom App-Anbieter übernommen. Bei der Abwicklung kommt es in der Regel zu keinen Verzögerungen im Vergleich zu herkömmlichen Maklern.

    Was passiert, wenn mein Handy gestohlen wurde?

    Sollte das Handy oder Tablet gestohlen werden, müssen Sie unbedingt Ihren Account sperren lassen, damit andere nicht auf Ihre Daten zugreifen können.

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